[london / 21.08.2015] the nest

ein paar nummern kleiner als das fabric (oder sollte es „die“ fabric sein?), nördlich von hackney / shoreditch, wo ich heute gerade war, und das einen kreativ-quirligen eindruck macht. zwar sind die anzeichen dafür da, dass sich die kreativen in unmittelbarer nähe des finanzdistrikts erstmal austoben können, bevor auch dort die gentrifizierungsspirale so richtig in schwung kommt (wenn sie es nicht schon ist), aber the nest ist davon noch einen weiteren schuss entfernt. mag man nicht für möglich halten, wie man drei, vier straßenzüge weiter bereits in einem völlig anderen stadtteil zu stehen scheint.

the nest
redshape live
pacific state

start
22 uhr

eintritt
10 gbp

adresse
36 stoke newington road

nachbetrachtung
berlin hat london ja wenigstens eines voraus: die öffentlichen verkehrsmittel fahren zum wochenende in berlin nachts durch. das sollte in london mitte september 2015 eingeführt werden, hat aber u.a. im august zu tariflich bedingten streiks geführt, die gerade in london für alle spürbar sind, da die tube dort das meistgenutzte und auch effizienteste fortbewegungsmittel ist. aktuell (mitte oktober 2015) ist immer noch unklar, wann dies starten soll.

es lässt sich aber definitiv nicht bestreiten, dass dies (zusammen mit der sperrstunde) das nachtleben nach vorne verlagert – so auch zwangsläufig für mich, im osten londons untergebracht, aber gut an die tube und die overground angeschlossen, so dass der hinweg zum nest mit einmal umsteigen kein problem war. das dauerte vielleicht eine halbe stunde, aber ich war eben schon vor mitternacht dort, und somit auch unter den ersten 20 gästen.

das nest selbst ist gemütlicher und auch nicht so aufgekratzt wie das fabric. wer fast zehn jahre zurückblättert, kann hier einträge zu parties im mal pais finden, das es damals (jedoch schon seit geraumer zeit nicht mehr) in der friedrichshainer sonntagstraße gab. die aufmachung hat mich sehr daran erinnert: ein langgezogener kellerschlauch mit kleinen séparées zum plaudern, wenig variationen beim licht, gut dimensionierte anlage. auch vom menschenschlag her fand ich es angenehmer als im fabric. zwar ist das publikum eher jung, zuweilen auch gestylt, aber nicht zu sehr von sich selbst eingenommen. auch hier jedoch allseits präsente smartphone-kameras, und bei redshape (wie zu erwarten der höhepunkt des abends, spielte er doch härter als gewohnt) hatte ich auf der tanzfläche den eindruck, meinen platz eher verteidigen zu müssen. so recht genießen konnte ich es direkt da vorne also nicht, aber der rückzug in richtung bar ging immer noch.
pacific state fand ich nicht wirklich spektakulär: es ist ein veranstalter/-dj-duo, das wahrscheinlich durch die veranstaltungen an auftritte kommt. jung sind sie beide (schätzungsweise anfang 20), brennen sicherlich auch auf neuigkeiten sowie die musikhistorie, aber nur bei dem größeren der beiden (blonde haare, seitenscheitel) fand ich sowas wie eine klare linie im set. bei dem kleineren, dunkelhaarigen (der von anfang bis gut nach mitternacht alleine spielte) war mir dies zu sehr kraut und rüben, inklusive unpassend zusammengemixter harmonien – grob fand das alles im (acid-)house-kontext statt. nach redshapes set machten sie noch zu dritt eine stunde lang weiter, was dann schon fast lupenreiner techno à la berghain war. komischerweise passte dies (trotz oder gerade wegen der spontaneität) ganz gut.

ganz guter laden also, den man durchaus besuchen kann, wenn einem unbedingt nach ausgehen ist. so richtig beeindruckt war ich davon jedoch nicht. gutes mittelfeld jedenfalls.
auf dem heimweg fragte ich mich jedoch, ob das fahrrad (wie in amsterdam) nicht manchmal doch das bessere fortbewegungsmittel wäre. mangels fahrender tube bleibt einem um 4 uhr zur sperrstunde nichts anderes als die nachts fahrenden busse, wodurch sich eine strecke von 8 km bis zur dusche bzw. zum bett mal eben auf eine stunde summieren kann, da es keine direktverbindung gibt und man daher zwei mal umsteigen muss. gut, das taxi wäre noch eine option, aber alleine war es mir das definitiv nicht wert.
geklappt hat es auch so, und zum ausnüchtern ist das für manche wahrscheinlich auch nicht verkehrt, aber wenn man bspw. im westen londons wohnt, überlegt man sich das ohne nacht-tube sicher drei mal, ob man sich das wirklich antun möchte. kann der stadt also nur gut tun, wenn sie endlich ihren betrieb aufnimmt. das wird zwar nur teilweise geschehen, mit der option, im jahr 2017 weitere linien nach den instandsetzungsarbeiten hinzuzunehmen. aber besser als nichts.

[london / 15.08.2015] fabric

wenn ich schon in berlin in die läden gehe, die bei den touristen hoch im kurs stehen, kann ich das als tourist selber auch. interessant nur, dass mit marcel dettmann und scuba dann gleich zwei namen auf dem programm stehen, die gleich ein gewisses gefühl von heimat (lesen als: „in der heimat schon x male gehört“) vermitteln.
mal schauen, was der club aus seinen vorschusslorbeeren so macht.

fabric20150815

nachbetrachtung

da es mit dem vorab-ticket über residentadvisor nicht geklappt hat, war ich recht früh vor mitternacht da. man kennt ja die szenen, die sich vor den clubs abspielen, die bei eben genanntem informationsportal in der jeweiligen region auf den ersten plätzen stehen. und keine sorge, der vergleich mit dem berghain kommt noch früh genug, ich nehme das trouw allerdings noch mit dazu.

anstehen musste ich dafür quasi gar nicht, höchstens einen herrn vor mir bei der security abwarten. notwendig überall in london beim ausgehen: der ausweis. es gibt direkt danach auch eine schleuse, bei der man fotografiert wird. taschen zur kontrolle abgeben, sich abtasten lassen, kennt man mittlerweile auch aus berlin, ist auch ok. übermäßige freundlichkeit erwarte ich da nicht, geht im fabric auch noch klar, im trouw wurde mehr im dialog gearbeitet.
taschen müssen abgegeben werden, insofern ist man kurz nach dem eintritt mal eben 24 britische pfund los (22 für das ticket, es gibt keinen stempel, also sollte man besser drin bleiben, wenn man nicht nochmal bezahlen möchte, sowie 2 für die garderobe).

vorteil der frühen ankunft: es war – wie allerorten üblich – noch nicht so viel los. insofern ließ sich der club in ruhe erkunden. toll daran ist die anzahl der verschachtelten gänge und ebenen, welche das fabric zu einem kleinen labyrinth machen. raum 3 war ja leider nicht offen, das wäre noch interessant gewesen, wo der sich genau befindet.
tolles design auch bei den toiletten, bzw. dem raum mit den waschbecken. und der dj-arbeitsplatz ist sowohl in raum 1 als auch 2 beispielhaft. shure-nadeln an den technics (m44/7 oder whitelabel), wenigstens drei cdjs, keine penetrante, aber ausreichende beleuchtung und auf kopfhöhe hängende monitore. in raum 1 sogar zwei setups mit insgesamt vier technics, von denen zwei an einem normalen xone:92, die anderen beiden an einem rotary-mixer von allen&heath hingen (craig richards spielte später damit). in beiden räumen gibt es separate bühnen für die live-acts, die aber auch vom publikum in beschlag genommen werden können, wenn die sonst nicht gebraucht werden.
außerdem gut: die sitzgelegenheiten am rande von raum 2 beim übergang zu den toiletten / der bar / raum 1, die auch dezent mitbeschallt werden. ach ja, die beschallung: vielgelobt wurde die anlage im voraus ja, zu beginn des abends fand ich das jedoch (zumindest in raum 2) nicht so berauschend. änderte sich aber bei steigendem füllgrad sehr zum positiven – schön ausdefinierter, satter, warmer bass, der den rest auch etwas dominiert. finde ich persönlich jedoch nicht schlimm.

ansonsten wirkt der club etwas steril und mit den backsteinen wie das matrix anno 2001 (was damals noch ein technoclub war, sollte noch dazugesagt werden). die ständig präsenten runner haben daran ihren anteil, und irgendwie kann man sich daran gewöhnen, dass glasscherben nicht existent sind. dafür muss man eben damit leben, dass man sein kaltgetränk in einem plastikbecher bekommt. einzige nicht-alkoholische getränke neben wasser (es gibt übrigens auch gratis-wasser, bei dem chlorgehalt allerdings offensichtlich aus der leitung) scheinen drei red-bull-varianten zu sein, andererseits habe ich es auch nicht probiert, mir eine cola zu bestellen. (nachtrag vom 29. september 2015: nicht-alkoholische kaltgetränke gibt es in läden wie dem xoyo aus schläuchen, das wird im fabric auch nicht anders sein, daher ist der vorherige satz hinfällig.) weiterer pluspunkt: das konsequente rauchverbot. den raucherraum hab ich nicht finden können, war für mich als nichtraucher aber auch unerheblich.
wesentlich größeren anteil an der sterilität haben jedoch die securities, davon mindestens zwei pro floor, die in ihren westen auch nicht zu übersehen sind. dafür gibt es gleich mehrere gute gründe: erstmal scheint es in londoner clubs ein grundlegendes problem mit dem diebstahl von telefonen und ein noch größeres mit übergriffigem verhalten zu geben. außerdem lassen sie keine unautorisierten fotos oder videos zu, daher greifen sie zu beginn des abends auch schon mal bei leuten durch, die mit ihrem telefon die leute fotografieren oder filmen. mit zunehmender dauer des abends scheint das aber unmöglich zu werden – während neil landstrumms set fielen mir alleine sechs leute (gleichzeitig) auf, die munter filmten. in den meisten fällen dürfte dabei übersteuerter, verwackelter schrott herausgekommen sein, aber jeder wie er mag. warum sollen sich die meisten darum scheren, wenn schon eine hausfotografin selbst fotos macht? ist also nicht wirklich konsequent zu ende gedacht, zumindest an diesem ende.
leider auch nicht an anderen. ich hab mich ständig beim gang durch den club gefragt, wie es sein kann, so ein geschmackssicheres musikalisches (und auch ästhetisches) konzept wie mit der fabric-mix-cd-reihe, aber auch mit houndstooth als haus-und-hof-label, mit einer quasi nicht existenten türpolitik zu verwässern, die leute in den club spült, bei denen ich vermute, dass sie ihren teil zu den oben genannten problemen beitragen. hätte ich etwas zu entscheiden gehabt, wäre ein drittel der leute nicht reingekommen, wobei man sich an hemd- oder anzugträger in london wohl gewöhnen muss. aber es ist offensichtlich, dass einige dabei waren, die das ausgehen eher als sport zum abschleppen begreifen und sich nicht im klaren darüber sind, dass das in der szene nie das vorherrschende thema war. gut, man kann nun argumentieren, dass das eben der lauf der dinge und techno kein nischenprodukt wie vor 15 jahren mehr ist. andererseits kann es auch nicht zuviel verlangt sein, sich bei der clubauswahl schon mal vorab zu informieren, worauf die szene eigentlich so basiert.
insofern sieht man im fabric auch einige gestylte herren mit sonnenbrille und gel im haar, überhaupt (vielleicht kam es mir auch nur so vor) herrscht ein ziemlicher überschuss an typen. frauen sieht man aus guten gründen entweder mit ihrem männlichen oder weiblichen anhang. meinem eindruck nach schon etwas stylish, aber noch nicht überkandidelt. das testosteron ist im club jedoch schon fast greifbar und die lgbt-vertreter meinem eindruck nach quasi nicht präsent. dementsprechend wirkte es sich jedenfalls auf meinen eindruck der atmosphäre aus: aufgrund der ständigen präsenz des personals mit den „is your phone safe?“-shirts und anderen alphatieren auf der tanzfläche kam so etwas wie ein wohlfühlfaktor – der komischerweise im trouw gleich nach zwei, drei minuten vorhanden war – nicht auf. zwar gehen die leute an den passenden stellen toll mit (arme in der luft, johlen bei einsatz der bassdrum, da müssen die berliner erst wieder hinkommen), aber von fremden mal ein lächeln zu bekommen (ja, das geht im berghain und im trouw sehr gut), ist auch eher glückssache. kann aber auch an mir gelegen haben. mit der umgehängten gürteltasche unter dem arm auf meine wertsachen achtend konnte ich mich auch nicht so lockermachen.

komme ich mal wieder zu den positiven aspekten: musikalisch fand ich’s ansprechend bis super. „ansprechend“ trifft eher auf raum 1 zu, in dem mr top hat & alfie sowie scuba techhouse ohne nennenswerte erkennungsmerkmale spielten. craig richards fand ich in der kurzen zeit, die ich ihn dort hörte, noch am besten. neils set fand ich zwar auch besser als die meisten seiner veröffentlichungen in der letzten zeit, hatte aber auch einige treffsichere uk-rave-zitate dabei und eher weniger seiner verzerrten chicago-reminiszenzen aus seinen frühen sativae- bzw. tresor-zeiten. dennoch ändert sich nach wie vor alle vier takte was im set, es bleibt somit immer vital, jedoch fehlt irgendwie der biss aus früheren tagen.
wesentlich mehr zeit verbrachte ich in raum 2, was nicht nur an marcel dettmann (auch auswärts in großer form), sondern auch am duo gamble / morelli lag, die in den ersten vier stunden back2back spielten und sich dabei auf einen herrlichen rauhen sound einigen konnten (beispiele: „skippah“ von substance/pete, „faces drums 2“  auf muzique oder „buck!“ von james t. cotton). wenn jemand der mitlesenden hier fabricfirst-mitglied ist und die beiden sets verfügbar gemacht werden, wäre ich sehr glücklich darüber, dann kurz informiert zu werden.

nachtrag, 29. september 2015: zwei stunden vom dettmann-set sind dankenswerterweise vom fabric selbst hochgeladen, lässt sich hier nachhören:
[soundcloud url=“https://api.soundcloud.com/tracks/225349801″ params=“color=ff5500&auto_play=false&hide_related=false&show_comments=true&show_user=true&show_reposts=false“ width=“100%“ height=“166″ iframe=“true“ /]

gegangen bin ich gegen 7h30, nachdem herr dettmann in raum 2 etwas überstunden machen durfte. besonderes bedürfnis, mir noch den rest von scuba anzuhören oder generell noch länger bleiben zu wollen, hatte ich nicht.

würde ich wiederkommen?
so schnell erstmal nicht. zwar war es gut, sich das fabric mal angeschaut zu haben, aber umgerechnete gut 30 euro eintritt sind mir das nicht alle tage wert. sicher war der auch im trouw nicht niedrig, aber da stimmte der vibe. die leute waren offener, die security eher feiernder- als beobachtenderweise ein teil des clubs und vip-bereiche durch anmietbare tische nicht vorhanden – trotz angeschlossenem restaurant. das trouw hatte jedoch eine einlasspolitik mit klar vorher definierten regeln und wirkte auf mich irgendwie bodenständiger als das fabric, wo ich irgendwie das ungute gefühl hatte, dass profit generiert werden muss – was schade ist. inhaltlich könnten sie es sich leisten, mehr kante gegenüber denjenigen zu zeigen, die man nicht mal als zaungäste dabei haben möchte. aber vielleicht ist das auch nur zu elitär von mir gedacht.

[olganitz / 31.07.-02.08.2015] nachtdigital

und wieder ein wochenende, das mit der berühmten frage „habe ich auch nichts vergessen?“ beginnt. ich poste erstmal nur den link zur homepage. das line-up mit uhrzeiten folgt, wenn ich vor ort bin.

nachtdigital

openair
21:00 mo probs
00:00 andy stott
01:00 vai
02:00 monolake
03:00 electric indigo
05:00 konstantin
07:00 ateq
09:00 dustin
11:00 pause
17:00 neel
18:00 luke abbott
19:00 map.ache
20:00 ben ufo & prosumer
00:00 rude 66
01:00 helena hauff & i-f
04:00 karenn
05:00 barnt & joy orbison
08:00 pachanga boys
11:00 ende

zelt
21:00 lena willikens & steffen bennemann
00:00 rroxymore
01:00 young wolf
02:00 traxx
05:00 pause
22:00 sandrien & carlos valdez
01:00 chino
02:00 mix mup
03:00 polo
06:00 ende

tf member mix 036

tfmembermixcover_web

das technoforum gehört ja schon zu den institutionen, die mich seit meinen internet-anfangszeiten begleiten. es hat über mittlerweile mehr als 15 jahre allen technischen und finanziellen widrigkeiten getrotzt und ist einfach noch da. auch wenn es nicht zu bestreiten ist, dass sich die kommunikation oder diskussion auf andere kanäle verlagert hat und sich die software auf dem stand von 2003 befindet, ist gerade diese art von konservatismus (keine sorge, musste selber nachschauen, ob ich den begriff richtig verwende) irgendwie charmant.

wie auch immer: es gibt dort seit drei jahren die tf-member-mix-reihe. einmal monatlich darf ein mitglied, das gewissermaßen regelmäßig etwas gepostet hat, einen mix beisteuern. das hatte ich nur am rande mitbekommen, weil ich – zugegeben – abseits vom hochladen und ankündigen eigener mixe in der dortigen set-sektion selten zu finden bin. typischer fall von überfrachtung auf allen kanälen, was dennoch schade ist – so geht bestimmt einiges verloren, was hörenswert wäre. insofern war ich schon überrascht, als ich mitte juni gefragt worden bin, ob ich den mix für den juli machen möchte.
da ich eh wieder von mir hören lassen wollte, kam mir die gelegenheit ganz günstig. alleine die nahende fusion und die arbeit führten zu einem gewissen druck, ein resultat abliefern zu müssen (im arbeitsleben-sprech nennt man das wohl „deadline“). dazu kam (wieder einmal) eine gewisse techno-sinnkrise, da mich diese ganzen stereotypen veröffentlichungen mit industrial-anleihen nicht unbedingt überforderten, aber doch daran zweifeln ließen, ob mich etwas richtig mitzureißen vermag. andererseits fiel auch in diversen unterhaltungen auf, dass sich die tracks so gleichen, dass es schwierig wird, überhaupt etwas davon im kopf behalten zu können.
aber ich schweife ab. da mein interesse ja noch in andere gefilde ausstrahlt, dachte ich mir, mich über den stil anzunähern, der den hype schon so hinter sich hat, dass niemand heute mehr zugeben möchte, es zu hören: die rede ist von dubstep, bzw. dem, was aus dessen affäre mit techno hervorgegangen ist. das intro stand bereits fest, als ich das album gehört hatte, der schluss auch und zwischendrin auch so ein bis zwei tracks. den rest habe ich drumherum gebastelt und mich dabei lustigerweise auch wieder irgendwie mit (auch aktuellem) techno versöhnt.
entstanden ist das ganze am mittwoch abend vor der abfahrt zur fusion. ein anlauf, dann war’s im kasten. gemessen an den sonstigen längen ist das hier eine kurze angelegenheit, die sich durchaus sogar auf cd brennen lässt (wer das flac dazu haben möchte, kann mir per mail bescheid geben). es gibt das unvermeidliche aufwärmen, einen kleinen höhepunkt ca. in der mitte und das trommelfeuer kurz vor schluss, bevor es mit shackletons hang zur finsternis ausklingt.

die tracklist spare ich mir hier aus bequemlichkeit, da die zum teil auf dem cover nachzulesen ist. nachhören lässt sich das alles jedenfalls hier:

download

lob, kritik, verrisse bitte gerne auch hier hinterlassen – viel spaß dabei.

[berlin / 25.07.2015] about blank: staub

und hier der juli-termin. ich weiß jedoch schon heute, dass ich den im august nicht werde mitnehmen können.

staub20150725

nachbetrachtung / ablauf

garten
12 verboten
15 qiu
18 sebastian bayne
20 nour jaber

lobby
15 edoardo
18 savas pascalidis

vor ort war ich von ca. 15 uhr bis zum ende, schwerpunkt lag eher auf tischtennis im garten anstatt auf der musik.

ausdrücklich positiv erwähnen möchte ich edoardo, den ich bei einem der letzten male nicht gut habe wegkommen lassen. dieses mal spielte er jedoch bedeutend vielfältiger, allerdings hatte er mit dem väth-remix von „w.i.r.“ auch gleich einen guten stein bei mir im brett.
leider kam das geschehen in der lobby nicht so wirklich in gang. mag am sommer gelegen haben, andererseits machte savas pascalidis auch nicht den eindruck, als ob er mit der brechstange die abfahrt erzwingen will. um bretter wie „voodoo“ von planetary assault systems ist es aber schade, wenn sie im minusbereich des pitches verpuffen.

nour jaber hatte da draußen leichteres spiel und auch das schlüssigere set. evtl. wäre die verkehrte welt bei so gutem wetter ein ansatz: draußen im garten melodisch-treibend, chillout oder experimente drinnen in der lobby für diejenigen, die das sonnenlicht scheuen. andererseits zeichnet die staub auch jedes mal aus, dass es andere konstellationen von floors und deren musikalische ausrichtungen gibt – das ging dieses mal zumindest drinnen zum ende hin nicht auf, dafür draußen umso mehr.

[berlin / 18.07.2015] berghain: klubnacht

während andere sich bei der nation of gondwana tummeln, gehe ich nur ein paar häuserblocks weiter. die meteorologische prognose sieht eh danach aus, dass der garten aufgrund niederschlags geschlossen bleibt, insofern können sich die gewissensbisse, den sonntag im sommer im halbdunkel eines clubs zu verbringen, in grenzen halten. und im gegensatz zu einem festival hat man es wenigstens konsequent trocken.
im übrigen einer der wenigen gelegenheiten, bei denen mir das line-up in der panorama bar den impuls gab, hingehen zu wollen.

klubnacht

berghain
00h00 vincent neumann
04h00 the automatic message live
05h00 kangding ray
09h00 daniel miller
12h00 matrixxman
16h00 anthony parasole
20h00 kobosil
24h00 ryan elliott

panorama bar
00h00 cormac
04h00 voiski live
05h00 marcus marr
09h00 kiki
13h00 dinky
16h00 rahaan
20h00 gerd janson
24h00 nick höppner

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
zwei schichten, irgendwo muss man doch vernünftig bleiben. dennoch schade, dass das wetter so launisch war, dass die bookings für oracy und konstantin von giegling nicht stattfanden. offen war der garten nachmittags zwar, jedoch ohne tanzfläche. zum abkühlen oder frische-luft-schnappen jedoch nicht verkehrt.

aber der reihe nach. kurz nach 3 uhr war ich da, vincent neumann funktional wie beim letzten mal nachmittags, kam aber an. cormac fest bei chicago verwurzelt und damit oben ebenfalls goldrichtig. das gilt zwar auch für voiski, dessen melodiesequenzen dazu führen, dass es eine verlässliche konstante auf dem für mich manchmal etwas kruden l.i.e.s.-label gibt. aber bei dem tempo und den fordernden kicks dachte ich mir schon, dass das auch eine etage tiefer gut gepasst hätte. the automatic message habe ich dort gar nicht mitbekommen, dafür wurde ich musikalisch oben einfach zu gut unterhalten. etwas dumpf fand ich es vom klang her, was beim wechsel zu marcus marr so wirkte, als ob jemand ein handtuch von den hoch- und mitteltönern genommen hätte.
marcus marr spielte stellenweise sogar die uk-schule nach dubstep (namentlich tesselas „bottom out“) und verprellte damit auch ein paar leute von der tanzfläche, aber mir (und ja, ich weiß, dass man das mir selbst auch nachsagt) stellenweise zu trocken.
das war nun wiederum das überraschende an kangding ray, der mit live ein echt stimmungsvolles, melodisches und dynamisches set spielte, das super zu zeit und raum passte. in der letzten stunde wurde es auch gerne mal etwas breakiger („sama doma“ von lag beispielsweise), was für mich noch die sahnehaube auf einem eh schon sehr guten set war. dagegen war der beginn von daniel miller leider stereotyper big-room-sound, was sich in der nächsten zeit eventuell geändert haben könnte. aber da ich nicht darauf warten wollte und kiki mich oben ebenfalls nicht so mitreißen konnte (wahrscheinlich auch eine konditionsfrage meinerseits), war das die ideale gelegenheit für die schlafpause.

pünktlich zu rahaan zurück, der mir vorab als disco-koryphäe ans herz gelegt worden war. normalerweise nicht meine baustelle, aber der typ ist wahrlich die gelassenheit in person, die den zwar tanzbaren, aber im detail manchmal asynchronen stil so super ineinanderverwebt, dass ich nur mal kurz zwischendurch unten vorbeischaute, um mich zu vergewissern, dass ich bei anthony parasole nichts verpasste.
tempiwechsel gehören bei rahaan ebenfalls dazu, so dass es nach gut einer stunde eben bei 110 bpm weiterging – das publikum ging mit. wieder zurück auf über 120 bpm – auch da blieben alle bei laune. doch, hat sich definitiv gelohnt, für ihn wiederzukommen. bei gerd janson ging das auch musikalisch sehr unterhaltsam weiter, aber auch hier brach sich der mittlerweile standardmäßig herrschende berghain-sonntagswahnsinn bahn. neue besucherströme, so dass man in der panorama bar im stehen schwitzte, bei kobosil unten (melodischer als sonst, und ich bin immer noch zwiegespalten, was ich davon halten soll, dass er westbams „you need the drugs“ spielte – „celebration generation“ hätte ich jedoch hart gefeiert) war das höchstens geringfügig besser. stimmungstechnisch konnte man sich nicht beschweren, aber weniger wäre auch etwas mehr gewesen. sei es drum: die letzten minuten bei gerd janson auf der tanzfläche mit einem drittelquadratmeter platz hatte schon eine menge spaßiges.

aufbruch war dann um 1 uhr herum. und wieder einmal war es eine rundum lohnenswerte sache mit voiski, kangding ray und nicht zuletzt rahaan als gewinnern des abends sowie einem publikum, das sich wieder mehr auf die musik als die bloße präsenz auf der tanzfläche zu konzentrieren scheint. muss ich bei den nächsten malen mal darauf achten, ob der eindruck getrogen hat.

[berlin / 10.07.2015] berghain: leisure system.25

das siebenjährige wird um zwei monate vorverlegt, aber das soll bestenfalls eine randnotiz sein. gespannt bin ich darauf, wie sich tb arthur präsentieren, bzw. wer sich dahinter verbirgt. der rest ist aber auch nicht zu verachten.

leisuresystem20150710

berghain
00h00 gonsher
02h30 tb arthur live
03h30 daniel avery
06h30 ceephax acid crew live
07h30 perc

panorama bar
00h00 barker & n>e>d
03h30 nathan fake live
04h30 kowton
07h00 kink live
09h00 avalon emerson

eintritt
14 euro

[lärz / 25.-28.06.2015] fusion festival

ich habe ja noch gar nicht kundgetan, dass ich dank erfolgreicher wunschkandidatur dabei sein kann. und auch wenn die nachbetrachtung vom letzten jahr noch aussteht, werde ich zusehen, dass die eindrücke sich nicht überlappen.

nachbetrachtung (vom 30. juli 2017)

damit der abstand von zwei jahren nicht noch größer wird, sollte der 2015er-jahrgang wirklich langsam mal abgehandelt werden. das fazit fällt schon mal so vorhersehbar aus wie bei einem berghain-besuch: es lohnt sich irgendwie immer – dafür ist der standard einfach zu gut. ich befürchte jedes jahr, dass es in irgendwelchen belangen schlechter wird, aber eine konstante ist wirklich die arbeit im detail. damit meine ich nicht nur die kleinen neuen installationen oder floors, sondern auch die infrastruktur. wie immer: besuch nicht bereut, im gegenteil: die abreise montag bedauert und sich schon auf das nächste jahr gefreut.

also rekonstruiert anhand von programmheft und fotos, wie schon für 2014 nicht im detail mit dem tagesablauf, sondern licht- und schattenseiten.

was war denn toll?

  • erneut von sixt hochgestuft zu werden, so dass es dieses mal ein bmw 321d-kombi wurde. etwas sehr nobel, damit vorzufahren, aber dieses fahrgefühl mit der tempoanzeige in der windschutzscheibe ist so ein kleines detail, an das man sich echt gewöhnen kann. keine sorge, etwas gewissensbisse hatte ich bei der antikapitalistischen ausrichtung des festivals schon.
  • zu einer der tollen neuerungen in puncto floors (auch wenn es kein richtiger war) gehörte das content. das war die sammelstelle für vorträge, diskussionen und auch workshops.
    dort hatten sie unter anderem fil am donnerstag abend untergebracht, der sich in seiner gewohnt schnodderigen berliner mundart erstmal darüber ausließ, dass er am rande der landstraße anstatt auf einer der hauptbühnen spielte. es waren im vergleich zu den vorjahren auch weniger leute da, aber der qualität seiner show tat dies keinen abbruch. eher im gegenteil.
    ich hab dort auch weite teile des samstages zugebracht, weil die panels dort einfach zu interessant waren (und dabei ton steine scherben bei den triebwerken verpasst). in reihenfolge:

    • eine diskussion mit vertretern des holzmarktes, vom mensch meier, des kulturkosmos (vertreten durch eule), des molochs in hamburg und des zuckerwerks in bremen mit dem titel subkultur im kapitalismus. in puncto professionalität oder abgeklärtheit war der holzmarkt sowie der kulturkosmos alleine durch die erfahrung hierbei den anderen ein paar schritte voraus.
    • anschließend ein vortrag von berthold seliger unter dem titel „das geschäft mit der musik“, der für viele veranstalter wahrscheinlich altbekannte schwierigkeiten und das system hinter den online-ticketanbietern offenbarte.
    • um das trio zu komplettieren: das zentrum für politische schönheit, das wenige wochenenden zuvor in berlin „die toten kommen!“ veranstaltet hatte und sich selbst sowie vergangene aktionen vorstellte. hier war der andrang auch am größten.
  • die leute trotz regen (dem einzigen übrigens, den ich das festival über mitbekam) bei rødhåd freitag früh am freidrehen, dem sie zwar um kurz nach 7 uhr früh bei vollem schwung einfach den saft abdrehten, aber nach fast zehn minuten ging’s wieder weiter. ich hab nach wiederaufnahme allerdings den weg zurück ins camp angetreten. reichte auch, nachdem da schon gut 12 stunden hinter mir lagen – mit umherlaufen zwischen:
    • der turmbühnen-eröffnung mit steve bug (da hat die erste halbe stunde gereicht)
    • dem content mit fil
    • ben ufo und vrilski auf dem querfeld (gerade ersterer fordernd und überzeugend)
    • anne clark bei den triebwerken (damit habe ich sie auch endlich mal gesehen, war für mich im festival-rahmen auch passend – auf ein konzert mit ihr würde ich nicht gezielt gehen)
    • mark ernestus im karl kutter (großartig, aber leider nur eine halbe stunde sitzend gesehen)
    • broken note in der tubebox (schön, dass sie sich den breakcore-donnerstag dort nicht nehmen lassen, aber die publikumsreaktionen sprachen eh für sich)
  • feine sahne fischfilet bei den triebwerken. nachdem sie anno 2013 schon ungläubig das treiben auf dem roten platz beobachtet hatten, muss das wohl die nächste eskalationsstufe gewesen sein.
  • unerwartet gut (da mir von den produktionen der letzten jahre nicht mehr so zusagend): distance im wechsel mit j:kenzo auf dem querfeld freitag abend.
  • auf empfehlung hingegangen und mich im nachhinein geärgert, was ich all die jahre verpasst habe: asian dub foundation bei den triebwerken samstag abend. man mag ja annehmen, dass bands nach mehr als zehn jahren im geschäft müde werden, aber das war richtig mitreißend.
  • der moment, an dem sich am festival-ende der landebahn ein paar dutzend leute um eine feuershow sammelten, was sich im laufe der nächsten stunde zu einem tross entwickelte, der mit lauter folklore von einer installation zur nächsten ging, was in einer recht großen feuerwerksinstallation endete, steht sinnbildlich für einen so fusiontypischen „was war das denn geiles?“-moment, der einem einfach so passiert.
  • pete im line-up und dass er auf der turmbühne sonntag früh bei aufgehender sonne zunächst gewohnt bretterte, aber versöhnlich mit „at les“ von carl craig oder „education“ von mala aufhörte. für seine maßstäbe solide, aber was mich erfreute, war das echo im nachhinein, da viele leute genau so etwas auf der turmbühne vermisst hatten.
  • the notwist als eines der letzten konzerte auf dem roten platz am sonntag abend. für das schlafentwöhnte gehirn war das eine seelenmassage par excellence, die den abschied am montag nicht gerade hat leichter fallen lassen. großes kino war das.
  • der kleine, mehr oder weniger geheime floor neben dem sonnendeck. auf vielleicht zwei quadratmetern zu „de do do do de da da da“ von the police zu pogen, auch wenn man kurz zuvor noch zu „fast car“ von tracy chapman geschunkelt hat und dabei zusehen, wie sich zu den bereits 15 anwesenden noch drei weitere leute reinquetschen lassen – kann man sich echt nicht ausdenken, sowas.

und was war nicht so gut?

  • wieder kein theaterstück gesehen, wie jedes jahr.
  • wildpisser, auch wie jedes jahr.
  • stimming als abschluss auf der turmbühne. kam mir eher einer prozession gleich, in der die melancholie so dominierte, dass wir die turmbühne vor dem eigentlichen ende verließen. ein glück zeigten the notwist später, wie man dies richtig zelebrieren kann.
  • einem gewissen richie rich auf der tanzwüste im line-up nicht genügend beachtung geschenkt zu haben, mich zu wundern, richie hawtin auf dem festival unter den gästen zu sehen und im nachhinein zu erfahren, dass er unter diesem alias quasi nach rødhåd nebenan gespielt hat. da hätte ich meine entscheidung, ins camp zu gehen, nochmal besser überdenken sollen.

[berlin / 19.06.2015] berghain: raster-noton. / giegling x kann

hier war ich lange nicht mehr. aber wenn ein label mit garantie für experimentielle elektronik mit tanzflächenkompatibilität ruft und den gesamten abend mit live-acts gestaltet, muss ich nicht lange überlegen.

berghain: raster-noton.
00h00 robert lippok live
01h00 frank bretschneider live
02h00 ueno masaaki live
03h00 dasha rush live
04h00 diamond version live
05h00 kyoka live
06h00 grischa lichtenberger live

panorama bar: giegling x kann
00h00 elli & chrisso
02h00 lux
04h00 manamana
07h00 kettenkarussell live
09h00 dj dustin

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
die erinnerung ist nach mehr als zwei jahren (der 18. november 2017 ist das datum, an dem mir nach der gestrigen raster-nacht auffiel, dass ich die hier noch nicht habe revue passieren lassen) absolut nicht mehr detailliert. daher muss das mal stichpunktartig reichen.

zugegeben hatte ich giegling damals noch nicht die gleiche priorität eingeräumt, so dass ich auch kaum oben war. nach herrn bretschneiders set stand aber für mich fest, dass er mit seinen tiefbassexperimenten, die eigentlich auf beats verzichteten, am anfang besser gewesen wäre als robert lippok, der davon doch ein wenig im programm hatte.
ueno masaaki war ganz schön noisig, was durchaus was für eine stunde später oder gar zwischen 5 und 6 uhr gewesen wäre. dasha rush hat mich absolut positiv überrascht. „sleepstep“ war als album gerade draußen und an sich hatte ich sie wegen fullpanda eher mit konsens-techno assoziiert. aber sie als vektorisierte, sich live bewegende eigene grafik auf der leinwand zu wirklich gut ausgearbeiteten soundstrukturen zu sehen, war wirklich aller ehren wert.
fan von diamond version werde ich nicht mehr, aber die warnung unten an der garderobe vor dem stroboskoplicht, das ständiger begleiter ihres sets war, bleibt hängen.
kyoka brauchte zwei, drei neustarts ihres laptops, so dass das auch mit traktor und den visuals zugleich klappte. heraus kam unspektakulärer techno. grischa lieferte dann wieder die verfrickelte vielschichtigkeit, für die raster-noton so geschätzt wird.

alleine wegen des konsequenten live-act-konzepts und der visuals war das ein toller abend, der auch ein geduldiges, aufnahmebereites publikum angezogen hat – jedenfalls gab es zwischen den einzelnen umbaupausen unten keine ungeduldigen pfiffe oder dergleichen. party nach gewohntem standard bzw. im klarer identifizierbaren 4/4-takt konnte man ja oben ganz gut haben.

[berlin / 13.06.2015] about blank: staub

der termin danach, von dem ich eben sprach.

staub20150613

eintritt
7 euro

ablauf
garten
11h00 charlie leahy
13h00 caleb esc
15h00 i/y
17h00 cio d’or
19h00 dimi angelis
mdf
15h00 sebastian kökow / dj flush

nachbetrachtung
ein wenig zeit hatte ich mir gelassen, so dass ich erst bei caleb esc im garten war. zu dem zeitpunkt sah es zwar noch sehr übersichtlich und meteorologisch stabil aus, das sollte sich aber beides ändern.
hatte ich im mai noch kritisiert, dass ich es durchaus begrüßen würde, wenn man im garten nicht mit angezogener handbremse spielt (war zumindest mein eindruck), war entweder meine stimmung dieses mal anders oder das gewisse etwas dabei. das set von caleb esc war jedenfalls ein super-beispiel dafür, wie man mit sphären dennoch so treibend sein kann, dass man wenigstens (wie in meinem fall) anerkennend kopfnickend am rande der tanzfläche sitzt oder sich unterhaltend im takt wiegt.
i/y habe ich in weiten teilen zugunsten von sebastian / flush vernachlässigt, die sich im dunkeln des mdf jede platte abwechselten und mir musikalisch die zeiten im tresor anno 2002/3 zurückbrachten – inklusive mancher damaliger brighton-sachen. da war auch klar, weshalb ich den garten eben garten bleiben ließ.
das war bei cio d’or nun wiederum anders. die dame hatte einige vorschusslorbeeren und ich wollte schon gerne wissen, was eigentlich dran ist – mit dem resultat, dass ich zwei stunden nicht wegkam. das set hatte ecken und kanten, alleine schon mit dem anfang, bei dem sie bewusst das tempo auf ungefähr 100 bpm drosselte, um ambient zu spielen. damit nahm sie auch in kauf, dass sich die tanzfläche erstmal zur hälfte leerte, aber der rest blieb interessiert und hörte in der ersten halben bis dreiviertelstunde experimentielleres („infinite snow“ von monolake beispielsweise). die zweite war dann wieder von der geraden 4/4-kick dominiert und reihte sich in den aktuellen konsens-stil ein, aber das passte inhaltlich alles einfach so perfekt, dass die zeit wie im flug verging. dimi angelis habe ich quasi gar nicht mitbekommen. ein wolkenbruch gegen 20h00 führte jedoch dazu, dass er den rest seines sets in der lobby bestritt. das bekam ich nur aufgrund der form von sebastian und flush nicht mit. sind pingpong-sets ja manchmal eine schwierige angelegenheit, weil beide in unterschiedliche richtungen wollen, ergänzte sich alt (flush) und neu (sebastian, jedoch auch mit ein paar alten tracks wie beispielsweise dem retro mix von jeff mills‘ „extremist“, was mich extremst freute) bei der gelegenheit sehr schön. durften dann auch gleich bis 23 uhr weitermachen, wie auch herr angelis drüben, der – wie ich mir hab sagen lassen – die meute auch fest im griff hatte.

musikalisch in jedem fall weit vorne, alleine weil das cio d’or-set für mich schon in die techno-bestenliste anno 2015 gehört. stimmungstechnisch muss man sich bei der staub eh keine sorgen machen.