cache-rückstände vom 30. august 2006

zwei an der zahl, die eine halbe ewigkeit drauf gewartet haben, von mir in empfang genommen zu werden. ist auch schon fast drei wochen her, dass ich die bekommen habe, und bevor die vierte von orlando voorn (kommt im oktober, wenn alles glatt läuft) das licht der plattenläden erblickt, sollten die beiden nicht unerwähnt bleiben.

robert armani
classic acid trax
[cache records cache 002]

zwei tracks, die pacou von der cd zu „muzik man“ lizensiert hat. einmal „frequency“ mit mystisch angehauchter atmosphäre, in der die 303 auch nicht fehlen darf, das andere mal „circus bells“ im eigenen remix, auch nach typischem armani-strickmuster mit fetter 909. das kickt auch heute noch.
auf der rückseite jeweils beide tracks im pacou-remix, von denen „circus bells“ (ein doppel-remix sozusagen) eher überzeugt. durchaus solide kost, aber die klasse der beiden originale erreicht keiner von ihnen.

sebastian kramer
sunwarriors
[cache records cache 003]

er tauchte in der vergangenheit auf labels wie pure plastic, coda oder seinem eigenen ziehkind content auf, habe ihm aber keine beachtung geschenkt, weil die erste coda für mich damals uninteressant war und er später aufgrund der doch nicht zu verleugnenden namensähnlichkeit zu andreas kremer in ungefähr die selbe kategorie fiel. etwas hanebüchen, kann ich da nur im nachhinein sagen, weil der herr sich hier äußerst vielseitig präsentiert.
da wäre „m-51“, der mit rhythmus und sounds sehr an downwards, bzw. die british murder boys erinnert. netter beginn, wird durch „blue cell“ – einem flotten melodischen stück mit gehörigen detroit-anleihen – aber locker übertroffen. motor city ist auch auf beiden tracks der rückseite deutlichst präsent – vergleiche mit kenny larkin („sunwarriors“) oder juan atkins („rain“) muss er nicht scheuen.
für mich die bisher beste cache, so dass ich nur hoffe, dass es nicht bei dem einen gastspiel bleiben wird. 50 exemplare in blauem vinyl.

kompakt-mp3-neuzugang: sleep debt

ich bin mir durchaus bewusst, dass die mehrere label-neulinge pro woche haben, aber in besonderen fällen kann man eine ausnahme machen: sleep debt ist das nicht mehr ganz neue ziehkind von cristian vogel, nachdem mosquito mit der pleite von just music ungefähr das gleiche schicksal wie force inc. damals mit efa ereilt hat.
das label hat es bereits auf drei releases gebracht, weniger auf experiment als auf funktionalität getrimmt, da kann auch schon mal sowas wie electroclash (katalognummer 002) herauskommen. kompakt vertreibt das ganze, weshalb ich insgeheim auch schon gehofft hatte, dass es das label auch digital gibt.

nun ist also alles erhältlich, aber da kompakt-mp3.net in flash programmiert ist, bleibt nichts anderes übrig, als dass ihr die suche-funktion im oberen drittel bemüht.

v.a. – seed records presents… soviet [seed records seedsov]

v.a.
seed records presents… soviet
[seed records seedsov]

sampler im rahmen einer party, die von seed records am 21. oktober diesen jahres in london geschmissen wird (auszüge des line-ups: b12, cristian vogel, neil landstrumm, kenny larkin, arovane, milanese, british murder boys – wäre ich drüben, würde ich hingehen). zu einem guten teil exklusive tracks (positiv im kurzzeitgedächtnis geblieben: cursor miner, milanese, ardisson), neben ausgewählten verpflichtungen wie neil landstrumm im für einige sicher ungewöhnlichen grime-gewand, den british murder boys mit ihrer version von industriellem ambient und einem äußerst überzeugenden beitrag von black e. an bord ist sicher auch etwas füllmaterial (qualia systems, ddamage), aber das stört beim restlichen niveau nicht weiter. und erst recht nicht beim preis: das ganze gibt es für kostnix inkl. einem hintergrundbild bei bleep. allerdings nur bis ende oktober.
seedsov @ bleep

einkäufe vom 10. september 2006

ihr könnt euch denken, woher…

cristian vogel
station 55
[novamute nomu 149 lp]

bekannt waren mir die tracks eigentlich schon seit seinem von einigen nicht so wirklich verstandenen live-act im sternradio letztes jahr und als groupie hatte ich es mir natürlich vorgenommen, das album zu kaufen. dazwischen kam allerdings die seltsame preispolitik englischer labels, die für eine maxi zwar normale preise ansagen, ein album aber nicht unter 18 euro verkaufen wollen. also schien ebay eine gute variante zu sein, oder gelegenheiten wie heute nachmittag am boxhagener platz. 13 euro, zustand quasi neu, da kann ich nicht lange fackeln.
ach ja, musik: wer das groove-interview im zusammenhang mit der veröffentlichung gelesen hat, wird sich nicht wundern, das gleiche gilt für diejenigen, die „rescate 137“ schon mochten. wer ihn aber auf seine techno-seite reduziert und sowas wie die tresor-alben erwartet, wird jäh (wie so einige im sternradio) vor den kopf gestoßen.
techno ist es auf eine art und weise immer noch, aber weit entfernt vom kickdrum-clap-hihats-sequenz-schema, welches sich endlos aneinanderreihen ließe (und nach wie vor für mich einen absoluten reiz hat). hier finden sich eher songstrukturen, jeder titel mit seiner eigenen geschichte (zwei euro für’s phrasenschwein), zum teil mit der gewohnt rauhen energie, aber auch melancholisch ruhig. bis ins kleinste detail ausgearbeitete sounds, aber bei seinem hang zum perfektionismus ist das erklärlich, auch wenn er bei „turn on, tune in, drop out“ mal eben sich selbst kopiert.
da so gut wie alle lobesvokabeln im laufe der zeit im zusammenhang mit ihm eh schon von mir überstrapaziert wurden, bleibt’s eben beim üblichen: kein album von der stange, es wird stattdessen (wie gewohnt) im kopf von mal zu mal ein bisschen mehr zünden. es wäre aber auch nichts gegen eine neue runde mit waschechtem techno nach vogel-trademark einzuwenden. da würde er sicher nach wie vor einige in die tasche stecken.

s.r.i.
teufel im leib
[nta 006]

reinhard voigt anno 1995, als er noch wusste, dass es verschiedenartige bassdrums gibt.
die a-seite einmal mit breakbeat, flächen und 303, erinnert an air liquide, beim zweiten track nochmal das ähnliche in 4/4. auf der b-seite hingegen unwiderstehlicher, unglaublich kickender minimal-acid nach profan-schule.

einkäufe vom 17. und 18. august 2006

einmal hardwax, einmal saturn am alexanderplatz. letzteres wird genauer erläutert.

kenny larkin
metaphor
[r&s rs 95054]

bereits im frühjahr kam davon ein appetitanreger im rahmen der larkin-reihe auf rush hour, aber in erwartung der r&s-nachpressungen kam es auf die paar monate nun auch nicht mehr an.
essentielles album für alle, die den detroit-sound eh verinnerlicht haben, bzw. zeitlos gute musik hören, oder beim auflegen für jeden anlass etwas parat haben wollen. von verträumten, melodischen tracks bis zu schnörkellosen clubhits ist alles vertreten (gerne auch zugleich). unglaublich vielseitige platte, eine perle im r&s-katalog.

point blank
meng’s theme remixes
[r&s rs 94060]

eine platte, zu der die vorstellung von 400 leuten (minimum) mit hochgestreckten armen unter freiem himmel oder in techno-kathedralen alles andere als weit hergeholt ist. ab und an schafft es eben doch eine melodiöse platte, mich mitzureißen, aber jeroen verheij feuert wirklich aus allen rohren, so dass die nadel beim bass fast aus der platte hüpft.
hört man joey beltram, will man sich diese form für seine heutigen platten einfach nur herbeiwünschen.

steve poindexter feat. short circuit
maniac
[trax txr11]

ja, auch trax bringt wieder altlasten unter’s volk, und wenn das schon so schön jackt und blubbert wie hier, kann man unmöglich daran vorbeigehen. klingt weitaus besser als die muzique von neulich, und das ist an sich schon ungewöhnlich, den klang einer trax-platte zu loben. neben robert armani und like a tim mühelos einzusetzen, oldschool-freaks werden sich eh alle zehn finger danach lecken.

autechre
untilted
[warp warpcd180]

ja, tatsächlich cd. und warum? erstens, weil die tatsächlich für 10,49 euro zu haben war, und zweitens sollte man die klanglichen feinheiten auch tatsächlich mit 44,1khz genießen, womit nichts gegen das vinyl gesagt werden soll, aber die musik der scheinbar mit ihren drummachines und samplern verschmolzenen jungs sollte für meine begriffe dann doch im vollen spektrum genossen werden.
auch hier entziehen sich autechre für mich eigentlich immer jeglicher bewertung – entweder ich begreife es oder bleibe ratlos, was sich (analog zu herrn vogel) im laufe von einigen monaten reifezeit aber zumeist in wohlgefallen auflöst. auf „untilted“ präsentieren sie sich aber so cluborientiert und konkret wie selten zuvor, so dass es auch absolut nicht schwerfällt, sich dazu eine feiernde meute vorzustellen. genau das haben sie zur release-party letztes jahr im april in der maria auch bewiesen, und die seite von ihnen gefällt mir ausgesprochen gut.
(untilted @ bleep)

klangnet d

mit – mal wieder – exzellentem service (haustürübergabe) der labelchefs 😉

dibumas
klangnet d
[klangnet d]

vermeintlich neuer artist, aber die besitzer der bisherigen ep’s werden sich eh denken können, wer dahintersteckt. andernfalls müssten 20 sekunden zur weiteren recherche ausreichen.
hätte nicht gedacht, dass es nach der c noch was gibt. umso schöner zu hören, dass die jam-session gleich so produktiv war.
da sie bereits durch die drei vorgänger und auch mit antikonsum eigene standards gesetzt haben, ist die gefahr der ewig gleichen litanei groß, aber trotzdem: die a-seite einerseits mit techno, bei dem zwar spärlich mit einem ansatz von chords, dafür mit umso mehr verzerr-effekten gearbeitet wird – ganz ok. andererseits mit electro, wie er auch auf dem bereits erwähnten label mit dem einkaufswagen im bild hätte erscheinen können. da wird an chords nicht gespart, und der tieftonbereich ist super ausgenutzt.
b-seite: zunächst subtil angehauchter techno, würde sich für mich am ehesten als schnittstelle zwischen warm-up und peaktime eignen, für letzteres kann man den nachfolge-track benutzen, der schielt schon ein bisschen in acid-richtung.
tja, gewohnt gute qualität, jammt ruhig mal öfter. alternativ wäre eine neuauflage des live-acts eines headquarter-mittwochs (jaja, damals…) auch nicht verkehrt.

ach ja, ist auf ca. 500 stück limitiert, kann man derzeit über order@klangnet.de bekommen. vorhören könnt ihr bei trevor.

tim exile in seiner gabbaret lounge

die de:bug lag heute im briefkasten, und direkt neben einem lesenswerten venetian-snares-interview gibt es einen artikel über die von der mu-100-party oder der abschieds-mosquito immer noch bestens im gedächtnis gebliebene rampensau (der begriff ist nun mal der treffendste – das wird sicher jeder bestätigen können, der in den genuss einer seiner live-performances kam).
dort erfährt man, dass er für die londoner station „resonance fm“ eine show zusammengestellt hat, deren titel nicht so schwierig zu erraten sein müsste – hat irgendwas mit seinem letzten album zu tun. jedenfalls sind die auf seiner site erhältlichen sets ein musterbeispiel dafür, wie anarchisch und unvorhersehbar man agieren kann, wobei er sich im vergleich zu seinen live-sets in zurückhaltung übt – meistens jedenfalls. ich habe jedenfalls lange nicht mehr so ein schönes michael-jackson-medley zu hören bekommen, whigfield wird auch ganz gekonnt gesamplet, der rest ist (zuweilen jazziger, evtl. anstrengender) freestyle, der dem radio-charakter äußerst gerecht wird.
zwei sets:
part 1 (60m49s / 83,5 mb / 192 kbps)
part 2 (21m37s / 24,7 mb / 160 kbps)

p.s.: hoffentlich kriege ich es rechtzeitig genug mit, wenn teil 3 auf dem server landet. nehme mir jedenfalls vor, am ball zu bleiben.
p.p.s.: bei bleep gibt es auch noch sein set vom glade 06 für 3,49 euro zu kaufen. ich weiß, bei surgeon gibt’s das ganze für lau, aber für 40 minuten gute unterhaltung werde ich das beizeiten mit in den virtuellen warenkorb packen und berichten, ob es sich gelohnt hat: klick.

surgeon @ glade festival (14. juli 2006) zum download

pünktlich genau zur monatsmitte ist das bereits angekündigte set vom glade festival mitte juli online. einige parallelen zum zweiteiligen budapest-mitschnitt sind natürlich vorhanden, aber wiederum auch einige neuigkeiten – zum beispiel sein remix für monolake, der (zusammen mit substance-remixen) erst im september veröffentlicht wird. wer von natur aus neugierig ist, wird alleine deshalb nicht zögern, ansonsten passen die mal wieder äußerst unterhaltsamen 82 minuten mit etwas glück beim überbrennen auf eine cd und damit ins autoradio.

dj-surgeon.com => media => audio

viel vergnügen und vor allem geduld. es scheinen sich einige andere auf das set gestürzt zu haben, anders kann ich mir die drei stunden für die 100 mb heute nachmittag nicht erklären.

paket vom 28. juli 2006

alles über ebay, alles aus mayday-sets anno 1994 und 1995 nachgekauft, womit ich mich wohl endgültig als rave-sau vor dem herrn geoutet hätte. aber das macht nun mal immer noch spaß.

lock jaw
underground funk
[ruffneck ruf 019-5]

stammgast auf diversen terrordrome- und thunderdome-samplern, woher ich auch den titeltrack kenne. klar, schön bei ur geklaut, aber solange die bassdrum bis ins mark fährt, stört das den normalen gabba-head auch nicht mehr. „ruff ’n ruggin'“ hat die werte marusha auf der „reformation“ im april 1995 in der dortmunder westfalenhalle aufgelegt, allerdings muss ich mich nochmal schlau machen, ob jemand das sample noch anderweitig benutzt oder den track geremixt hat (discogs schweigt sich darüber aus), weil die version hier eher nach typisch ravigem holland-hardcore als nach jungle klingt. „get sorted“ ist klassicher happy hardcore, sowas kann man sich heutzutage schon nicht mehr trauen.

microwave prince
ii
[le petit prince prince 94/11]

„solar eclipse“ und „golden times“: acid mit deutlichem trance-einschlag. die rave-hymne der platte ist „i need your love“, die mit unerbittlichen 166 bpm (bei pitch auf 0) und teilweise drei sequenzen gleichzeitig keine andere wahl als das wilde schwenken von leuchtstäben oder rumfuchteln mit weißen handschuhen lässt. u.a. gespielt von dj dick bei „the raving society“ in der berliner deutschlandhalle, november 1994.

jan pravda
the x-perimental drummer
[overdrive over 053-12]

ging damals wohl noch als recht normaler techno durch, jedenfalls die ersten beiden tracks. der erste (nachzuhören bei carl cox, „the raving society“, deutschlandhalle berlin, november 1994 – mal wieder) gibt sich mit kickdrum und hihat zufrieden und variiert zwischendrin munter das tempo bis locker an die 180-bpm-grenze heran. „natural beat“ ist ravig angehauchter sägezahn-acid mit achtel-bässen, „v-had-y“ dann schon wieder lupenreiner hardcore ohne jegliche kitsch-anbandelungen, wie sich das in holland wohl damals schon anzubahnen schien.

funkstille in rosenheim

soeben bei der de:bug gelesen: chris de luca und michael fakesch werden fortan nicht mehr unter funkstörung firmieren. mit der suche nach gründen werden sich einige beschäftigen wollen, slices-gucker wissen eh bereits, dass herr de luca vor geraumer zeit in unsere hauptstadt gezogen ist. vielleicht blieb dadurch auch nicht mehr genügend raum, sich gemeinsam der soundverwurstelung zu widmen. zugegeben: „disconnected“ hat sich mir gar nicht erschlossen, die presse fand es – mal wieder – überragend, für mich haben sie sich durch den björk-remix unsterblich gemacht.
beide werden allerdings ihre solo-projekte weiter verfolgen und die website als rückschau dienen. au revoir, hat spaß gemacht mit euch, wird es auch weiterhin.