und der dritte folgt sogleich. breakcore ist für mich seit jahren nur noch randerscheinung, daher passt das jährliche fest mit spiral tribe zusammen ganz gut, um mich im eh zu selten von mir besuchten mensch meier davon zu überzeugen, ob und was da noch so geht.
nachbetrachtung summa summarum ging hier eine ganze menge neben breakcore, so wie es bei parties mit elekronischer musik eigentlich auch sein sollte.
ich kann mir zwar nicht erklären, wie schurkensound es trotz traktor geschafft hat, die übergänge zu verstolpern, aber das fingen die anderen floors gut auf. ruby my dear hat mir vor augen geführt, warum breakcore als stil für mich wieder uninteressant geworden ist: da wird mit samples klassischer musik lange druck aufgebaut, der sich wie bei einem gewitter kurz entlädt und es geht wieder von vorne los. mir war das später bei toecutter viel lieber, der aber erstmal damit zu tun hatte, seine hardware zum laufen zu kriegen und daher erst einmal eine cd mit einem vorgefertigten set laufen lassen musste. selbst dabei konnte er noch die eine oder andere ansage unterbringen. einige wiedererkennungsmomente vom „we topia“-album, das wegen des abfeuerns von samples aus den letzten jahrzehnten popkultur zwar wie beim durchzappen durch ein dutzend kanälen mit videoclips wirkt. aber dafür stets mit einem rhythmus unterfüttert, der einen im fluss hält. damit dürfte auch der unterschied zu ruby my dear und meine präferenz in puncto wunsch-breakcore klar sein.
asphalt pirates möchte ich noch hervorheben, der sich hinter einem kleinen turm aus modularsynthesizern verbarg und dabei eine hypnotisch-trippige variante des spiral tribe-sounds spielte, die nicht so schrill daherkam wie bei ixindamix. bei ihm finden die änderungen sehr nuanciert statt, wobei er sich in zweieinhalb stunden auch schön die zeit dazu nehmen konnte.
bester des abends für mich: karsten pflumm. erst mit techno-grundausbildung startend, mit drum&bass endend. da lasse ich mal die trackauswahl sprechen: ecstasy club – jesus loves the acid cristian vogel – whipaspank (im tube jerk remix, auch ewig nicht mehr irgendwo gehört) peroxide mocha – trip on a train (wer noodles discothèque spielt, verdient nichts anderes als dicke pluspunkte) dbridge & skeptical – move way photek – the fifth column homemade weapons – second skin skeptical – just one kiss
station numero zwei nach dem anstoßen im about blank.
ablauf
00h00 golden medusa
02h30 machine woman live
03h30 djrum
05h30 konx-om-pax b2b beckett
eintritt
12 euro
nachbetrachtung
ich werde mir mal bis auf weiteres angewöhnen, das fazit an den anfang zu stellen: die leisure system machte ihrem eklektischen ruf mal wieder alle ehre. einzig machine woman blieb für mich hinter den erwartungen zurück, dafür hat djrum sie übertroffen. golden medusa spielte eine couragierte premiere und beckett sowie konx-om-pax betrieben schönes stylehopping zum schluss, wobei ich weit vor dem putzlicht gegangen bin.
gegen 1 uhr nachts war ich da und erstaunt / froh darüber, dass die schlange länger als bei der letzten leisure system war. drinnen auch schon wenigstens halbvoll. golden medusa mit vinyl, sichtlich angespannt (wer wäre das nicht bei der premiere?), dabei technisch nicht immer auf den punkt, konnte dies aber gut kaschieren. habe mir sagen lassen, dass sie mit vinyl noch nicht allzu lange spielt, und dafür ging das in ordnung – erst recht in bezug auf ihre auswahl. kostprobe: zeigen
objekt – theme from q
leibniz – bat
randomer – smokin
burial – street halo
i-f – space invaders are smoking grass
dopplereffekt – plastiphilia
jaydee – plastic dreams (abschlussplatte)
bleibt damit auf dem radar.
von machine woman hatte ich ihre veröffentlichung auf peder mannerfelts label im hinterkopf und war entsprechend enttäuscht, dass sie ein ziemlich statisches techno-set spielte. für mich wäre also vor dem hintergrund ihrer produktionen weitaus mehr drin gewesen, zumal experimente in dem rahmen auch locker möglich, wenn nicht gar erwünscht sind.
djrum machte dafür von anbeginn an klar, dass vielfalt, experimentierfreude und tanzbarkeit sehr schön hand in hand gehen können und war beim setaufbau logischer als beim letzten mal im ohm.
auswahl (bis auf den ersten track musste shazam helfen): zeigen
kaotic chemistry – drum trip ii
toasty boy – splash
djrum – showreel part 2
jack sparrow – terminal
emalkay – crusader
milanese – vanilla monkey
the fear ratio – gba live
aqxdm – ballad 002
konx-om-pax und beckett fingen erst einmal mit drum&bass an, was nicht nur oben im berghain toll klingt, sondern dank der einige zentimeter dicken betonwände auch in der säule ganz schön massiv. der gewollte tempibruch zurück auf techno war auch dabei. ob sie das noch ein weiteres mal getan haben, vermag ich nicht zu sagen, da ich bereits um 7 uhr gegangen bin. gefreut habe ich mich jedenfalls über „beep street“ vom für mich immer noch besten squarepusher-album sowie modeselektors „raveanthem“.
die nächste ausgabe ist dann ende august, was dann auch gleich das zehnjährige jubiläum wird. da hoffe ich einfach mal darauf, dass sie es wieder eine nummer größer begehen.
da wird einer der schönsten orte berlins schon acht jahre alt und trotzt nach wie vor dem geschehen drumherum am ostkreuz. auf dass dies noch lange so bleiben möge. werde mehrere male vorbeischauen, die gründe dafür folgen in den nächsten tagen.
der ablauf
eintritt
für das gesamte wochenende: 25 euro
tageweise: 15 euro
nachbetrachtung
aller guten dinge waren hier drei (runden).
runde 1 mit dem sektempfang und der fundsachenversteigerung ist schon eine visitenkarte der sympathie an sich. klar, irgendwie auch ein ritual, aber ich möchte das nicht missen. hab mir dann noch das konzert von kaput krauts angehört, das aber am rande. bin dann recht zeitnah rüber in die säule.
runde 2 vor dem mensch meier, wieder zu den konzerten im zelt. einstieg mit feministischem hiphop aus zwei perspektiven: bei preach um artikulation weiblicher interessen mit r&b-ähnlichem gesang (ganz grob kann man an tlc denken), bei den römischen votzen eine persiflage auf maskuline sichtweisen, indem die männer anstelle der damen gesetzt werden. und das alles in einem herrlich nöligen, betont leicht prolligem unterton. also eine ziemlich augenzwinkernde weise, einem die soziale differenz zwischen den geschlechtern zu vermitteln, wodurch der gerne mal als dogmatisch und bevormundende verschriene feminismus eine charmante note bekommt. sprich: so kommt das bei den typen an.
station 17 war dann astreiner krautrock und es spricht für das blank-geburtstagspublikum, den wechsel geduldig abzuwarten und sich von dem stilistischen wechsel nicht beeindrucken zu lassen. danach ging’s für mich weiter richtung mensch meier.
runde 3 ab sonntagabend gegen 17:30 uhr, womit ich noch die avicii-tributnummer von barnt im garten mitbekommen habe, der eine woche zuvor verstorben war. barnt hat daher „levels“ als letzten track gespielt. für -iaac- war es das letzte set, wofür er vom blank eine choreo auf dem dach bekam. einer der letzten tracks: ein remix von tocotronics „im zweifel für den zweifel“.
dann war’s auch schon zeit für dr. rubinstein. wie üblich mit viel acid und ihrem charakteristischen lächeln. da sind sämtliche befürchtungen wegen drohender überfüllung nicht eingetreten und ich habe daher schön und ziemlich unbehelligt tanzen können.
am ende also wie jedes jahr: der blank-geburtstag ist und bleibt einer der termine, die man sich am besten freihält.
da will ich seit ewigkeiten mal hin, und dann fällt das gleich hiermit zusammen. eine partyreihe, die viele stile vereinbaren möchte und auf der ich mich daran versuchen darf, techno und drum & bass miteinander zu verweben. mal schauen, ob das was wird.
eintritt
10 euro, davon wird ein teil an das kinder- und jugendheim „heinrich zille“ in ludwigsfelde gespendet.
nachbetrachtung (gut ein und ein viertel jahr später am 26. september 2019.)
um mit aller nötigen bescheidenheit einzusteigen: das set war für mich eine art wendepunkt. aber der reihe nach.
da ich mich schon bei der anfrage rückversichert hatte, ob es auch klar ginge, wenn ich techno und drum&bass spiele und mir daraufhin nur ein „deshalb wollen wir dich dabei haben.“ entgegnet wurde, wollte ich vorab noch testen, ob die anlage das überhaupt hergibt. es gibt dafür im humboldthain praktischerweise (jeder/m empfohlen, um die ersten schritte mit vinyl im club zu versuchen) den dienstag mit tischtennisplatten auf der tanzfläche und einer liste, in der man sich für einen 30-minuten-slot eintragen kann. habe also einige no-u-turn-sachen aus der sammlung mitgenommen und bin anderthalb wochen vor der party nach der arbeit hin. zwar ist die anlage etwas schwächer als die im blank auf dem mdf, aber es ließ sich dennoch damit arbeiten. punkt 1 ließ sich auf der liste also schon mal abhaken.
punkt 2 war schwieriger und ich tüftelte auch bis freitag vor der party daran herum: den übergang von minimalerem techno zu drum&bass in ableton live ohne überblendung zu ambient oder white noise, sondern stattdessen über den rhythmus hinzubekommen. und das dann auch wieder zurück, falls drum&bass so gar nicht ankommt. die lösung: polyrhythmie. damit war ich zumindest theoretisch auf alle eventualitäten vorbereitet. letztlich waren es auch nur zwei stunden und etwas mehr als die hälfte der in live geladenen tracks spielten sich im techno-bereich ab. selbst wenn drum&bass die tanzfläche leergefegt hätte, wäre immer noch genügend material zum erneuten aufbau vorhanden gewesen.
punkt 3 (auch selbstverschuldet) trat direkt auf der party auf. es hätte geholfen, früher aufzubrechen und eine s-bahn früher zu nehmen. so war ich zehn minuten vor set-beginn im club, musste dann relativ hastig aufbauen und dabei feststellen, dass es eine ordentliche brummschleife gibt, wenn ich das magsafe-netzteil anschließe. ein glück war der akku noch aufgeladen und leistungsfähig genug für die nächsten beiden stunden. der laptop stand am ende links von allem, mein controller am rechten cdj. also war spazierengehen angesagt. zu allem überfluss bekam ich das mit dem vorhören nicht hin (typischer anwenderfehler: an der traktor audio 2 beim entsprechenden regler einfach in die falsche richtung gedreht).
zusammengefasst: kein vorhören, das setup irgendwie über das pult verteilt, dann noch ein durchaus ambitioniertes musikalisches vorhaben – an sich recht gute parameter dafür, dass das gründlich schiefläuft.
es trat jedoch das gegenteil ein. einstieg mit pan sonic und monolake, alva noto, und den tempowechsel über polyrhythmie habe ich bereits nach 27 minuten absolviert (mit der seitdem ziemlich strapazierten „passage 2“ von theme auf samurai music, wenn das jemand ebenso versuchen möchte). dann über halftime von etch und „trench cadence“ von gila (auch so eine perle unter den 2018er veröffentlichungen) zu hidden hawaii, pessimist und auch der seinerzeit frisch erschienenen krust auf 31 vorgearbeitet – und das klappte. mal abgesehen vom mitgebrachten fanclub waren auch einige gäste abseits davon auf der tanzfläche und nahmen das dankbar auf.
nach insgesamt anderthalb stunden und einer climax mit ruffhouse bin ich dann wieder über den gleichen track zurück auf techno-tempo, stieg dort wieder mit „translocated“ von szare ein, um dann eine halbe stunde später mit shed („a100“) zu enden. auch wenn manche kombinationen mangels vorhören nicht so 100%ig passten: das publikum schien zufrieden, die (echt ganz herzliche) syntop-crew war’s definitiv und ich nahm für mich mit, dass drum&bass in berlin alles andere als abgeschrieben werden sollte.
„wendepunkt“ deshalb, weil ich den trick mit der polyrhythmie seitdem öfters angewendet habe und das set mir auch den mut gab, es einfach mal darauf ankommen zu lassen, das publikum anderen tempi auszusetzen. ich höre seitdem bei den neuerwerbungen etwas mehr auf tracks, die rhythmisch mehrfach gelesen werden können. drum&bass macht dank samurai music oder uvb-76 ohnehin seit ein paar jahren wieder viel freude. und wenn techno-neuigkeiten weitestgehend langweilen, warum dann nur in nostalgie schwelgen oder (schlimmer) sachen kaufen oder spielen, weil sie funktionieren, ohne wirklich dahinterzustehen? wäre nicht ehrlich, vor allem sich selbst gegenüber. also trage ich lieber der tatsache rechnung, dass mich seit jeher mehrere stile interessieren und versuche, das möglichst kohärent zu verpacken.
auf der party bekam ich dann nur oben haumy mit, der ziemlich liquid-angehauchten drum&bass spielte, was auf der kleineren tanzfläche aber auch schön funktionierte. spule und rill bretterten derweil munter-fröhlich auf dem mainfloor und hatten damit mehr leute auf ihrer seite als ich zuvor. das lag zum einen am stil, zum anderen aber auch an der simplen tatsache, dass sich der club ab 2 uhr nochmal gefüllt hatte. gegangen bin ich aber zum sonnenaufgang gegen 5 uhr und seitdem nicht mehr in den humboldthain zurückgekehrt. auch die syntop-crew ist auf der suche nach einer neuen location, nachdem die konditionen vom humboldthain sich für sie nicht mehr rentiert haben.
perfektionist, der ich nun mal bin, habe ich das set nochmal daheim nachbereitet und nachgemixt, das sei hiermit verlinkt. die gesamte tracklist ist im tag enthalten.
ein weiteres kapitel im auswärtigen clubtest wird geöffnet. da kommt es gelegen, dass das pesach-fest am 7. april offiziell endet und the block damit mal eben für 24 stunden öffnen kann. ich werde das wohl nach dem stadtbummel nachmittags angehen, um nicht völlig aus dem biorhythmus zu kommen.
eintritt
von 14-18 uhr: 80 nis
ab 18 uhr: 150 nis (mit clubkarte 120 nis)
nachbetrachtung
da beeile ich mich extra noch mit dem reichhaltigen essen ganz in der nähe, ganz in sorge, dass noch hunderte andere die idee haben, früh zu erscheinen, um beim eintritt beträchtlich zu sparen und damit wie beim berghain erstmal wenigstens eine stunde (womöglich noch in praller sonne) anzustehen – und was ist? um 16 uhr stand niemand sonst außer mir an.
der club verdient das internationale lob übrigens zurecht. das fängt direkt an der tür an, wo man erstmal ein paar verhaltensregeln erklärt bekommt:
1. rauchen nur in yard & squat.
2. smartphones sind auf den tanzflächen tabu, am rande aber in ordnung. und bitte keine fotos.
3. im falle irgendeiner belästigung sofort dem personal bescheid geben.
ich gebe zu: beim yard war ich erstmal enttäuscht. hatte so etwas wie einen innenhof unter freiem himmel erwartet. stattdessen ist das die halle innerhalb der städtebaulichen fehlplanung, die eine kombination aus zentralem busbahnhof und einkaufszentrum werden sollte. der busbahnhof ist nach wie vor um die ecke, der club teilt sich von dem gesamten komplex eine ecke ab.
wie es sich bereits vor der tür vermuten ließ: es war so gut wie noch gar nichts los, was aber meinem prall gefüllten magen ganz entgegen kam – so konnte ich lange zeit auf einer der sitzbänke verbringen, was übrigens eines der mankos ist: es gibt derer ziemlich wenig. kann man aber auch positiv sehen: so fällt die motivation leichter, in richtung tanzfläche zu gehen und man stolpert nicht über irgendwelche barhocker.
musikalisch war es im yard zunächst unaufgeregt: house, recht trocken vom clouds collective. das wurde bei mandar wesentlich fordernder, die als dreier-team von 17 bis 21 uhr erstaunlich gut miteinander harmonierten (klassische gretchenfrage beim back-to-back-spielen). von benji bekam ich nur die letzten 30 minuten mit, da ich erstens angenommen hatte, dass der floor erst um 18 uhr öffnet und die gravitation meiner sitzgelegenheit erst dann nachließ.
beim ersten herumlaufen (und in den weiteren stunden) festgestellt: ein kleines labyrinth ist der club schon, mit eigenwilliger aufteilung bei den klos. ein sehr großer bereich für die herren, drei kabinen für die damen. liest sich diskriminierend, wird aber dadurch egalisiert, dass die kabinen für die herren auch unisex sind und (weiterer pluspunkt) vor dem frauenklo jemand als security sitzt. das ist also als option gedacht.
die security ist dann auch so, wie man es sich wünscht: hält sich im hintergrund, ist dennoch erkennbar und dürfte auch zur stelle sein, wenn etwas geschehen sollte. und damit wäre ich bei dem teil, ob der verhaltenskodex eingehalten wird, den jeder an der tür erklärt bekommt. die überraschende antwort ist: ja, absolut. trotz männerüberschuss (geschätzt 70:30) habe ich nicht erlebt, dass jemand übergriffig geworden wäre. andererseits sind die damen an sich wahrscheinlich vorsichtiger und kommen gleich in männlicher begleitung oder bleiben in gruppen. das publikum ist stellenweise (wen wundert’s bei den eintrittspreisen?) etwas schicker, aber auch hipsterig und (wieder ein pluspunkt): the block zieht auch lgbt-publikum an.
müll liegt auch erstaunlich wenig herum, was an der tatsache liegt, dass man den größten teil der getränke in plastikbechern bekommt und an jeder ecke mülleimer herumstehen. ist also nicht so wie in london, dass jemand ständig durch die leute rennen muss, um die becher hinterherzuräumen. das geschieht hier wesentlich diskreter.
das soundsystem genießt seinen ruf ebenfalls zurecht. dabei handelt es sich um eine eigenkonstruktion, die bei hellerem licht wahrscheinlich komplett improvisiert wirkt, aber einen ziemlichen perfektionismus widerspiegelt. man hat an jeder stelle des clubs einen sound in adäquater lautstärke und muss auch kein schlechtes gewissen haben, wenn man seinen gehörschutz vergessen hat – die anlagen sind überall eher bassbetont und warm. falls es zu viel wird, geht es auf einer der emporen auf dem hauptfloor immer noch leiser. beim licht dachte ich zunächst, dass da schon noch mehr als rot und die hellen spots am rande geht, aber mit einer dauer von 21 stunden kann man echt nicht erwarten, dass gleich das ganze potential geliefert wird. spätestens mit mano le tough hatte sich das schon geändert, der das warm-up für mich gefühlt mit unter 120 bpm auf dem floor nochmal startete. wieder ein irrglaube meinerseits, indem ich annahm, dass er zwei stunden hätte. es war mit fünf stunden spielzeit allerdings nur zu verständlich, dass er einen langgezogenen aufbau verfolgte.
david elemelech hatte in der lounge mit die beste auswahl („vamp“ von outlander bspw.), sehr acid-house-lastig, allerdings mit merkwürdigen brüchen zu disco zwischendrin. da ist in puncto „roter faden“ und technisch noch etwas zu tun, aber in puncto geschmack muss man sich keine sorgen machen.
gegangen bin ich um 23 uhr, mit dem gefühl, dass der club mich definitiv nicht zum letzten mal gesehen hat (bin immer noch begeistert über die kommunikationspolitik an der tür, die gerne nach berlin exportiert werden kann).
wenn es um musikalische favoriten geht: mandar, david elemelech und mano le tough – in dieser reihenfolge.
vor fast genau einem jahr konnte bei ungefähr 20 grad beinahe die inoffizielle garteneröffnung stattfinden. jetzt sieht das eher nach spätwinter aus.
ablauf
lobby
10h00 t_c & sören cy
13h00 kasper melchior & henrik krog
16h00 t_c & sören cy
19h00 kasper melchior & henrik krog
mdf
14h00 prantel
17h00 nur jaber
20h00 wrong assessment
zelt
14h00 banu
16h30 gela
19h00 philipp melon
nachbetrachtung
aufgrund anderweitiger verpflichtungen (im back2back2back2… auf einer geburtstagsfeier in der radio bar spielen) musste es hier pünktlich wieder zur nächsten etappe gehen. allerdings war neben der eh beispielhaften staub-atmosphäre (gut, kann auch am menschenschlag liegen, der sich im about blank einfindet) auch die musikalische unterhaltung zwischen 16 und 21h30 passend.
die lobby war in der hand von vier jungs aus kopenhagen, die auch mit hits nicht geizten. lag aber an der konzentration von 1990er-tracks, die ich in meiner entdeckerphase gekauft habe und damit auch leicht zu identifizieren waren: zeigen
dj rush – crobar
roy davis jr – heart attack (felix da housecat’s radical mix)
damon wild – avion
f.u.s.e. vs lfo – loop
robert hood – parade (direkt danach)
bam bam – where’s your child (dj rush remix)
anthony rother – don’t stop the beat
renato cohen – pontapé
sleeparchive – 5 (direkt danach)
planetary assault systems – booster
sonst noch erwähnenswert:
philipp melon im zelt, der dort nach electro-start (dabei per shazam entdeckt: „apex predator“ von privacy) ebenfalls u.a. das beste der 1990er spielte, u.a. „life force“ von joey beltram, „down deep and cold“ von the mover, „steps to enchantment“ von jeff mills direkt darauf sowie einen remix von „amphetamine“.
wrong assessment, der auf dem mdf sehr toolig spielte, aber dabei ein beispiel für diejenigen abgab, die damit mehr als gut arbeiten können. die beiden behalte ich gerne im hinterkopf.
prolog:
vor jahren fand ich vor unserem haus stehend einen minidisc-recorder: einen sony mds-je 510. ich hatte bereits den 500er als geschenk zu meinem 18. geburtstag sowie einen portablen sharp-recorder (den vom bild), dachte mir aber, dass es schon nicht schaden könne, den als sicherheit mitzunehmen. die 5er-packung leerer minidiscs daneben nahm ich gerne als bonus.
es stellte sich beim testen jedoch heraus, dass der 510er zwar wiedergeben, jedoch nicht mehr gescheit aufnehmen konnte. beim aufnahmevorgang an sich sah alles normal aus, aber das finalisieren der minidiscs klappte nie – im gegensatz zu dem 500er und dem sharp. die kamen jedoch wegen des siegeszugs des harddisc-recordings daheim und dem wechsel auf das digitale auflegen in clubs (wodurch die notwendigkeit entfiel, aufnahmegeräte mitnehmen zu müssen) immer seltener zum einsatz. der 510er verbrachte die folgejahre (es mögen mehr als sieben gewesen sein) in einer ecke meines zimmers mit dem stetigen vorhaben, ihn irgendwann mal auf ebay für bastler anzubieten.
kapitel 1:
ein sprung ins jahr 2017, das im frühjahr / sommer nicht nur von der entmaterialisierung meinerseits, sondern auch von einigen einsätzen bei umzügen anderer geprägt war. bei einem dieser umzüge kam das thema auf die minidisc-sammlung, die aber nicht angehört oder überspielt werden könne, weil das abspielgerät fehle. eine steilvorlage also, um diese besagte ecke um ein gerät zu erleichtern. chance ergriffen, mund aufgemacht, die fehlende aufnahmefunktion war kein hindernis, abspielen reichte völlig, es war also jemand gefunden, der das gerät so wollte wie es war.
kapitel 2:
mittlerweile schreiben wir den sonntag nach der staub im august. die übergabe des 510ers hatte noch nicht geklappt. eilig hatte es damit von uns beiden niemand, aber ich mir in den kopf gesetzt, als bonus zum ex-recorder-nun-player noch eine minidisc mit einem set von mir beizulegen. es sollte exklusiv sein, das heißt: einmal ableton live bemühen, es analog aufnehmen, anschließend nicht in live sichern, sondern nur auf der minidisc, so dass es nur darauf verbleibt.
der besagte sonntag passte deswegen ganz gut, als dass ich an dem tag rufbereitschaft hatte. an den meisten dieser tage passiert nichts, es ist halt nur notwendig, in reichweite des arbeits-pcs zu bleiben. clubbesuche oder aktivitäten unter freiem himmel sind damit nur mit halbem kopf bei der hoffnung möglich, dass die paging-app nicht anspringt. genuss bzw. entspannung ist etwas anderes, party hatte ich am vortag/abend ja bereits. wenn der kopf sich also eh zur hälfte auf arbeit befindet, kann dies auch anders geschehen als im sinne meines arbeitgebers: heißt also, schon länger auf der festplatte herumliegende digital-einkäufe sowie rips vernünftig zu taggen und in live zu warpen. letzteres liest sich wie bereits vom zwischenstopp bekannt, wobei das problem mit dem kurzzeitgedächtnis und damit einhergehend schwindender konzentrationsfähigkeit seitdem auch aufgrund des arbeitspensums nicht gerade besser geworden war – im gegenteil: es begann, sich im august und september zu verschlimmern. die konzeption eines längeren sets war damit immer noch aufgeschoben, aber 80 minuten einer spazierfahrt der neuerwerbungen ließen sich immer noch zusammenbringen.
den sonntag über warpte ich also fleißig weiter und hatte dann zum abend zusammen mit den ähnlich gelagerten aktionen der vorangegangenen wochenenden (in denen ich meine auf flac basierende sammlung mit der konvertierung der für das auflegen relevanten tracks in aiff sowohl für itunes als auch ableton live kompatibel gemacht hatte, was nebenbei den vorteil mit sich bringt, dass live keine wav-auslagerungsdateien mehr erstellen muss) etwas mehr als 20 tracks zusammen, die auch ein für mich schlüssiges gesamtbild abgaben.
nächster schritt also: aufnahme. ging mit dem 510er ja nicht, also wollte ich mich auf den 500er verlassen. der zeigte aber erstaunlicherweise nun die gleichen symptome. also musste die portable lösung mit dem sharp-recorder her, der nach wie vor zuverlässig arbeitete. disc benannt, in den 510er geschoben, getestet, lief, daher gleich im laufwerk gelassen.
kapitel 3:
die übergabe hatten wir im september absolviert. wie so jeder sich mehr oder weniger wichtig nehmende künstler hoffte ich insgeheim auf etwas zuspruch, kam aber nicht. stattdessen ein umzugsdankeschön-essen im januar, bei dem ich die disc mit den worten „die hast du vergessen, geht leider nicht.“ in die hand gedrückt bekam.
und tatsächlich: irgendwie muss zwischen dem finalisieren im sharp-recorder und dem anschließenden schattendasein im 510er (ich glaube, ich hatte den löschschutz nicht aktiviert) etwas passiert sein, das ich mir technisch nicht erklären kann. mein 500er spuckte die minidisc gleich wieder aus, der sharp-recorder zeigte einen „utoc error“ an.
kapitel 4:
da ich mit dem set im august schon durchaus zufrieden war, gab es mehrere möglichkeiten:
1. das set nochmal auf minidisc nachmixen und als zweiten anlauf in die hand drücken – weiterhin exklusiv.
2. das set als grundlage nehmen und ausbauen, wodurch es nicht mehr auf eine minidisc gepasst hätte (es gibt zwar einen longplay-modus, aber den können sämtliche der endgeräte nicht). damit fällt der exklusivitätscharakter weg, aber es greift der übliche versuch einer verwertungskette: für die allgemeinheit hochladen und mit hoffnung auf multiplikationseffekt posten.
3. mit trial&error versuchen, die minidisc wiederherzustellen.
ich habe mich offensichtlich für variante numero 2 entschieden. dies alleine aus dem grund, dass ich nur noch den beginn (bis zum akkord-track) sowie die schlusskombination der letzten zwei tracks wusste, aber für alles zwischendrin gab es schon erinnerungslücken und ohnehin ein paar neue einkäufe mehr. diese und das set auf besagter minidisc (es ist tatsächlich die vom bild) als grundgerüst führen zu dem, was sich jetzt auf beinahe zwei stunden erstreckt. der titel war naheliegenderweise schnell gefunden.
epilog:
ab mai werde ich hoffentlich mehr zeit haben, mich um die instandsetzung meiner aufnahme-hardware zu kümmern. neben dem 500er muss beispielsweise auch mein tapedeck nochmal zur reparatur, damit sich die bänder nicht aufwickeln.
gerade bei dem set habe ich gemerkt, dass es immens hilfreich ist, tracks in diesem rahmen zu kontextualisieren und somit auch erinnerungsbrücken zu bauen. es sollte mir zwar zu denken geben, dass ich die tracks von yak, akkord und ploy beim nochmaligen probedurchlauf über kopfhörer am tag danach nicht zuordnen konnte. aber ich setze meine hoffnung darauf, dass die ab mai greifende teilzeit, die mir einen freien tag mehr pro woche beschert, mental wieder mehr raum für musik und damit auch für weitere überraschungs-sets zur weitergabe via tape oder minidisc geben wird.
klar, ein weiterer puzzlestein in der promo zu seinem unlängst erschienenen berghain-mix. aber interviews können neben der konzeptidee hinter dem mix auch noch in die tiefe gehen. wenn dabei aspekte aus dem privaten und der (musik)sozialisation beleuchtet sowie aktuelle entwicklungen rund um die szene kommentiert werden, die ich allesamt so unterschreiben würde, packe ich mir das als lesezeichen gerne hierher.
getreu dem motto „vorsätze umsetzen“ wird gleich ein paar stunden vorgeschlafen, um pünktlich zu arpanet (bald mit album auf dem hauseigenen label) da zu sein.
tresor
00h00 sybil jason
02h30 arpanet live
03h30 pete
07h00 richard fearless
globus
00h00 magda el bayoumi
04h00 aux 88 live
05h00 eric cloutier
eintritt
12 euro
nachbetrachtung
solider abend bzw. morgen, nicht mehr, nicht weniger.
das mit der pünktlichkeit zu arpanet hat nicht ganz geklappt – bettschwere beim vorschlafen, der klassiker. zum letzten track kam ich, der ziemlich breakiger techno war und nichts mit dem album zu tun hatte, das wenige wochen später auf tresor erschien.
pete für mich im für seine verhältnisse okayen mittelfeld. wiedererkannt: „reboot“ von distance sowie der surgeon-remix von „ruptured“ vom ersten scuba-album.
überraschend, da unerwartet gut: aux 88. evtl. war es deren präsentation als konzert-act oder ich hab durch die pausen zwischen den einzelnen besuchen meinen frieden mit den pausen zwischen den tracks gemacht. sie hatten den globus jedenfalls fest im griff und dank der stetig beschworenen berlin-detroit-achse passte das dort auch für meine begriffe bisher am besten.
von eric cloutier ist mir als klassiker nur „magic through music“ von mathew jonson in erinnerung geblieben (der track zählt auch schon 15 jahre…), bei richard fearless eine ziemlich gute auswahl bei nicht so gutem mixing: „dex“ von mmm, „kill! kill!“ von mick wills (immer wieder gänsehaut, wird viel zu selten gespielt), „marionette“ von mathew jonson oder „acetat“ von ausgang (vom fiedeltwo-sampler zu dessen berghain-mix).
die ausbaufähige technik hat mich (neben der immer noch hintergründig vorhandenen müdigkeit) auch dazu bewogen, vor 9 uhr zu gehen. der globus war zu der zeit bereits geschlossen und es deutete sich an, dass es im tresor auch nicht mehr allzu lang gehen würde.
mir gefällt diese flexibilität, die freitags vom publikum gefordert wird. entweder man geht gezielt hin und weiß, warum mal nicht die säule, sondern wieder das berghain geöffnet hat oder lässt seine erwartungen völlig auf den kopf stellen. gespannt bin ich auf alle, nur weiß ich nicht, wie die kondition mitmacht.
downwards
00h00 regis
03h00 jk flesh live
04h00 samuel kerridge
07h00 lee gamble
eintritt
12 euro
nachbetrachtung
dank vorschlafen und nicht zeitig aus dem knick kommen hat es gerade mal gereicht, zu jk flesh aufzuschlagen. das war auch ok, aber im gegensatz zu seinen produktionen etwas statisch.
samuel kerridge wie immer eine bank und keiner scheu, auch mal das tempo anzuziehen, so dass er gegen ende bei drum&bass gelandet ist:
underground resistance – the final frontier
autechre – second peng
jung an tagen – 22:53 (0) sets mode
source direct – black rose (ja, im original, nicht im blawan-remix)
doc scott – here come the drumz (remix)
auch lee gamble setzte zum schluss dort an, wo er vor ein paar jahren bei einer leisure system eine etage weiter oben angesetzt hatte. das werden downwards-puristen wahrscheinlich nicht so erwartet haben, aber für leute wie mich, die der sub:stance immer noch etwas nachtrauern, war das goldrichtig:
lamont – titanic
randomer & cadans – angry fiddle
beneath – wonz
walton – flute riddim
pangaea – bone sucka
tessela – helter skelter
hatte also eher den anschein einer leisure system, aber andererseits hat regis auch einen weiteren horizont als industrial, new wave und techno, so dass dieser bass-lastige stil gerade nach hinten raus auch mehr als passte. wieder einmal ein musikalisch wertvoller freitag, bzw. eher samstagmorgen.
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