[berlin / 01.01.2026] berghain: silvester klubnacht – nachbetrachtung (plus vorprogramm im mahalla)

silvester klubnacht

berghain

1. januar 2026
01:00 juri heidemann
06:00 red rooms
09:00 temudo
12:00 jelena
15:00 phara
18:00 beste hira
21:00 kwartz
2. januar 2026
00:00 philippa pacho
03:00 lolsnake
06:00 oph

panorama bar

1. januar 2026
01:00 bennet
05:00 yen sung
08:00 vera
11:00 tom peters
14:00 fabian garrido
17:00 lea occhi
20:00 john talabot
2. januar 2026
00:00 ogazón
04:00 andré galluzzi

lab.oratory

1. januar 2026
06:00 bell towers
10:00 dj subaru
13:00 budino
16:00 curses
19:00 the hacker
22:00 broccoli b2b kidcat
2. januar 2026
01:00 sound metaphors djs

nachbetrachtung

vorwort

ich hatte mich noch am 31. dezember nicht final entschieden, wohin ich gehen wollte. meine tendenz war: zu 60% ins berghain, zu 37% ins mahalla, zu 3% ins about blank. die reddit-beiträge am 1. januar mittags zur schlangensituation beim berghain kehrten die reihenfolge um. lag zu wesentlichen anteilen auch daran, dass die staub beim von den bachstelzen im mahalla auf die beine gestellten silvester-alternativprogramm einen floor bespielen durfte (von 3 uhr nachts bis 18 uhr) und es damit für mich niedrigschwelliger war. im klartext: ich hatte halbpreisliste. den rest des verlaufs hielt ich mir offen.

im mahalla

rein: 14:45 uhr
raus: 20:00 uhr

keine schlange vor der tür, kasse ging auch zügig, drinnen bewahrheitete sich das, was in der restrealitaet zu lesen war: der große teil der floors ließ sich schwierig bis gar nicht beheizen. aber der reihe nach…

das mahalla habe ich bislang nur im letzten jahr bei der abyss erlebt und mich darüber gefreut, dass es solche orte in berlin überhaupt noch gibt. für die bachstelzen war es die erste party seit gut zehn jahren. und obwohl ich mich bei ihnen zu den neutraleren beobachtern zähle, der ihren floor auf der fusion bestenfalls sporadisch besucht und die kalten temperaturen im mahalla sicher angekreidet werden sollten bzw. einige vom kommen bzw. bleiben abgehalten haben dürften: mein respekt für das, was sie dort auf die beine gestellt haben, überwiegt bei weitem. ich hoffe sehr, dass sie nicht zu sehr draufzahlen müssen oder es sich idealerweise gerechnet hat.
fakt ist: die floors, auf denen keine kälte herrschte, waren diejenigen, die auch normalerweise im betrieb sind: im pressure island, wo die staub gastierte (und auch die abyss stattfand, wodurch ich die dort verbaute turbosound hören konnte – und die reichte mehr als dicke aus), und im black ballroom, was mit seinen led-lampeninstallationen und mannigfaltigen sitzgelegenheiten eine der eindrucksvollsten chill-out-flächen war, die ich bislang sehen durfte.

in der riesigen, normalerweise leeren halle eine kleine sauna in der mitte, catering sowie bar bei den toiletten, leere fläche wurde mit riesiger deko gefüllt. fast der gesamte keller war zugänglich und der machine-floor im pausenmodus.
das studio war bei dorian paic wegen der kälte bestenfalls viertelvoll und ich habe dort das gemacht, was ich sonst auf vollen tanzflächen nicht toll finde: geplaudert.

im pressure island fühlte ich mich während anja zaube sowie caleb esc in meine anfangszeiten im tresor zurückversetzt: viel nebel, so wenig licht wie möglich, aber kein strobo. anja wie üblich etwas dystopisch mit recondite als lichtblick, caleb esc ist und bleibt richtig gut, wenn er beherzt brettert.

auf dem plaza sitzend verquatscht, die temperaturen dort selbst in jacke zunehmend niedriger werdend, dann gegen 19:45 uhr bei einem gang in den black ballroom auf reddit lesend, dass vor dem berghain momentan keine schlange ist, dies meine begleitung wissen lassend – 20 minuten später saßen wir in einem miles-auto.

zwischenschritt: lebenstipps zur elektromobilität beim carsharing

wenn ihr bei miles einen vw id.3 mietet, diesen mit weniger als 15% batteriestand abstellt und die miete beenden wollt: das wird nicht funktionieren. glücklicherweise gibt es auf der straße der pariser kommune eine ladestation. der anschluss sowie das aktivieren der ladesäule funktionierte auch, jedenfalls zeigte sie an, dass der wagen geladen wird. nur ließ sich die miete immer noch nicht beenden.

nach gefühlt einem dutzend versuchen, die app zu schließen, erneut zu öffnen, das mit der beendigung der miete (vergeblich) erneut zu versuchen und einem anruf bei der miles-hotline bin ich schlauer: fahrzeugtür öffnen und wieder schließen. dann merkt der id.3, dass er lädt. vielen dank an vw für kalte finger im eisigen abendwind am ostbahnhof und an den miles-mitarbeiter im kund*innenservice, der das ganze in einer minute klären konnte (nach gefühlt zehn minuten wartezeit, aber dafür konnte er nichts).

im berghain

rein: 21:30 uhr
raus: 11:30 uhr

die ganze odyssee hatte dank vw eine dreiviertelstunde gedauert, somit gab es dann doch eine kleine schlange vor dem club, jedoch lediglich innerhalb der gitter. nach vielleicht 20 minuten wartezeit drinnen und mich einfach gefreut, dass ich der neujahrstradition einmal mehr nachgehen konnte.
da ich den akku meines iphone 13 mini noch nicht habe tauschen lassen (zur erinnerung: maximale kapazität bei 73%) und das ganze vorprogramm (mahalla und miles) zu einem akkustand von weniger als 40% geführt hatte, traf ich die entscheidung für den flugmodus und gegen shazam. sicher: in pausen ging ich online, um mir vereinzelte tracks zu notieren oder neujahrsgrüße abzusetzen. in summe hat das ganze für eine der klubnächte mit der geringsten bildschirmzeit seit langem gesorgt und ich war mehr im moment – kann ich nur empfehlen. ich erwähne es deshalb, weil ich entgegen sonstiger gepflogenheiten nicht mit einer ausschweifenden tracklist dienen kann. hatte mich darauf verlegt, einfach nur das im hinterkopf bzw. in den notizen abzulegen, was ich kenne und shazam allerhöchstens im falle akuter musikalischer begeisterung bemühen zu wollen.

gleich vorab: eine musikalische offenbarung war diese silvester klubnacht für mich nicht – bis auf kwartz, der die meute im berghain größtenteils erbarmungslos vor sich herpeitschte und sich damit als einer derjenigen empfohlen hat, wegen denen ich gezielt hingehen würde. natürlich wurde das lab seiner rolle wieder mal gerecht, wobei ich die sound metaphors djs ende november in der panorama bar kohärenter fand. aber: jammern auf hohem niveau und nicht der punkt, den ich machen möchte.
vielmehr ist es die tatsache, dass großkampftage wie dieser auch das beste aus den leuten herauskitzeln können. mensch kann ja viel über den aktuellen status der sonntage im berghain meckern. deren ungebrochene popularität bei sonntagabendlicher überfüllung ist der hauptgrund, weshalb ich meine sonntagsbesuche anno 2025 zurückgeschraubt und auch den 21. geburtstag ausgelassen habe. meine erwartungen an silvester / neujahr waren entsprechend niedrig – oder richtig kalibriert, je nachdem. im zweifelsfall bietet das lab trotz kleiner, stets überfüllter tanzfläche stets etwas entspannung. zudem fand die revolting anno 2025 nur einmal statt, insofern gab’s für mich was nachzuholen.
in den 14 stunden meiner anwesenheit habe ich mich (und andere) mehrfach gefragt, ob irgendwas in der luft lag oder die tür es irgendwie geschafft hat, eine mischung an umsichtigen leuten zustande zu bekommen. laut reddit schien die erste hälfte der party von zahlreichen zaungästen sowie touristen geprägt, insofern war wohl auch glück im spiel. künftig ist wahrscheinlich die strategie geboten, erst zur zweiten hälfte aufzuschlagen.

jedenfalls freut es mich immens, dass der club sich an diesem für mich sehr symbolisch behafteten datum (mein persönliches berghain-jubiläum) von seiner besten seite gezeigt hat. bei richtig schön schnörkellosen harten, stellenweise basslastigen techno von kwartz die treppe nach oben kommen und eine zwar volle tanzfläche zu sehen, auf der allerdings jede*r feierwütig ist, ohne dabei zu viel raum einnehmen zu müssen – das hat mir erneut verdeutlicht, dass es nicht unbedingt vom füllgrad abhängt, ob es gut wird. wenn leute um einen herum versammelt sind, die genauso auf abfahrt und umsicht zugleich geeicht sind wie mensch selbst, ist das nicht nur die halbe miete. an sich gab es zu keiner zeit wirkliche schwierigkeiten, im berghain auf der tanzfläche einen platz zu finden. für mich stand und fiel es mit der musik. philippa pacho machte auch keine gefangenen und bretterte zügig, aber nach 15-20 minuten war mir das irgendwie zu statisch. dem größeren anteil der leute hat’s gefallen, also zeit, mal kurz die panorama bar aufzusuchen und dann doch eher im lab herumzustreunen.

die halle war nur zu einem kleinen teil offen: dem hinteren beim zugang vom berghain aus. der war als zugang zur schlackehalle (und damit zum lab) gedacht. beinhaltet eine fest verbaute treppe mit lift für behinderte – sehr löblich. ansonsten weniger mit aufenthaltsqualität, da nicht beheizt. die schlackehalle allerdings schon. wohlwissend, dass es die produktionskosten explodieren lässt: der elektroakustische salon fehlt mir sehr.
bei lolsnake im berghain ein ähnliches bild wie in den stunden zuvor: eine meute, die auf abfahrt aus ist, eine dj, die liefert. hab sie zum ersten mal gehört, nichts erwartet, melodischen, schnellen techno mit ein paar rave-elementen bekommen und die zeit daher eine etage tiefer im lab verbracht. da brauchten die sound metaphors djs etwas, um über 120 bpm zu kommen, aber am ende war’s die übliche musikalische mischung mit pop-einschlag, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. sie endeten um 10:30 uhr mit „guten morgen sonnenschein“ von nana mouskouri. zählt definitiv zu den momenten, die mich bis ans ende meiner tage begleiten werden. trotz der augenblicke, in denen ich mich sonntags vor ort in den vergangenen jahren über gebühr gestresst gefühlt habe: bei sowas weiß ich, warum der club einen platz in meinem herzen hat. musste herzhaft kurz lachen, als ihre stimme durch die anlage erklang.

ich wünschte, ich könnte mehr über die panorama bar schreiben, aber dort habe ich nur mal interessehalber vorbeigeschaut, ob andré galluzzi oder die sound metaphors djs länger machen dürfen. herr galluzzi hat gewonnen und in der zeit, in der ich ihn hörte, auch ziemlich guten, basslinigen techhouse gespielt. immer noch konsequent mit vinyl und technisch super.
oph unten im berghain ebenfalls mit platten, aber er brauchte manchmal hörbar, bis etwas wirklich synchron lief. ich fand es jedoch gut, dass er nach lolsnake tempo sowie die intensität spürbar herausnahm – klar auf langstrecke vorbereitet und nach dem schluss im lab auch mit der richtigen balance, die leute nicht zu überfordern, ohne gleich deutlich zu machen, dass die party auf der zielgeraden ist. meine kondition hätte das bis 14 uhr wahrscheinlich sogar gepackt (mit besten grüßen an den konsequent schiebenden verlängerten espresso von der säulen-bar), aber musikalisch hat mich sein ebenfalls chordig-melodischer techno leider nicht mehr mitgerissen. angesichts der vielleicht dreiviertelvollen tanzfläche mit immer noch enthusiastischem publikum zwar schade, aber nichtsdestoweniger eindeutig die beste möglichkeit, das neue jahr zu begrüßen. ich habe die entscheidung zur verlagerung der feierlichkeiten keine sekunde bereut.

notierte tracks

bei caleb esc ausschließlich shazam, der rest aus den notizen.

anja zaube

recondite – cleric

caleb esc

lewis fautzi – epidemic of wellness
kashpitzky – erath

kwartz

jeff mills – alarms
gary martin – casa caugat

sound metaphors djs

two tons o‘ fun – i got the feeling
grace jones – i need a man
paul young – sex
pet shop boys – it’s a sin (disco remix)
fleetwood mac – big love
sylvester – medley #2: could it be magic / a song for you (live at the opera house)
nana mouskouri – guten morgen sonnenschein (zum schluss)

[berlin / 20.04.2024] berghain: klubnacht

auch hier wird’s mal wieder mehr als der einmal monatliche besuch. mehr dazu in gut einer woche, erstmal das hier. angedacht ist wie üblich der vormittag und dann mal gucken.

klubnacht

berghain
00:00 efdemin
04:00 terence fixmer live
05:00 don williams
09:00 mary yuzovskaya
13:00 kwartz
17:00 gigi fm
21:00 rødhåd
01:00 aurora halal

panorama bar
00:00 yamour
04:00 luzie
08:00 violetta
12:00 frits wentink
16:00 nd_baumecker
20:00 mr tophat
00:00 mystery affair

säule
19:00 mathew jonson live

nachbetrachtung

rein: 12:00 uhr
raus: 02:30 uhr

höhepunkte sind klar: nd, mathew jonson, kwartz. mary yuzovskaya leider nur in ihrer letzten stunde auszugsweise mitbekommen, war mit vinyl aber sehr kohärent und für die uhrzeit genau passend – nur so fordernd, wie es sein musste, etwas trippig, nicht zu verkopft.

frits wentink laut reddit mit ausschließlich eigenem material, deshalb hat shazam auch keine ergebnisse zutage gefördert. ließ mich ohnehin häufig im stich und den bug zwischen der mangelhaften kommunikation zwischen der apple watch und dem iphone gibt’s immer noch. daher ist die trackauswahl etwas kürzer als üblich. kam mir eher wie eine aneinanderreihung als ein richtiges set vor, in dem der kommende track die energie des vorherigen aufnimmt und auch der fluss als ganzes im auge behalten wird. allerdings: auch nur eine gute halbe bis dreiviertelstunde mitbekommen. dann bekam der soziale aspekt überraschender- und wichtigerweise die oberhand. es deutete sich zuvor schon an, dass er besser ins set fand.

kwartz hat seinen eindruck vom letzten mai bei mir nochmal deutlich untermauert. wenn sonst noch jemensch auf der suche nach djs der neueren garde ist, die techno neueren datums servieren können, der nicht austauschbar klingt und durch quasi permanentes mixing zweier tracks noch mühelos mit der dynamik spielen: sei wärmstens empfohlen.
gigi fm komplett verpasst, dafür war nd (laut instagram-eigenaussage zu 96% mit vinyl) wie üblich eine bank. vermittelte mühelos zwischen piano-, vocal-, acid-house und hatte die panorama bar damit fest in seinem griff.

mathew jonson spielte anstatt der anderthalb stunden vom september mal eben zwei und hatte sichtlichen spaß dabei. gab dieses mal (im vergleich zu vor einem halben jahr) „decompression“ im original-tempo zum besten, modulierte außerdem über weite strecken die hook von „return of the zombie bikers“ sowie (wie auch im vergangenen september) dem für mich immer noch unterschätzten (wenn auch von cobblestone jazz) „india in me“. trotz hohem füllgrad in der säule ging das gedrängetechnisch dort tatsächlich noch in ordnung. selbst die unschlüssig auf der tanzfläche herumstehenden kleingruppen hielten sich in grenzen.

überhaupt fand ich das publikum ziemlich entspannt. im berghain war tanzen bis zum nachmittag echt gut möglich, in der panorama bar die ganze zeit meines besuches über. die schlangensituation draußen deutete ab 17/18 uhr jedoch schon an, dass der sonntagabend anstrengend werden kann. trat unten spätestens ab rødhåd ein, wo für mich außer am linken rand der tanzfläche nichts ging. er selber lieferte schlicht und ergreifend ab.
wesentlich angenehmer war’s für mich oben. mr tophat mit analogem, rauhem, basslinebetonten house vor halb- bis zweidrittelvollem haus. das war ein ziemlicher kontrast zum geschehen eine etage tiefer, manchen für die uhrzeit vielleicht ein bis zwei gänge zu zurückhaltend, aber ich fand das schon ziemlich gut so. zumal mystery affairs zum closing in puncto energie zulegte. hinkend vergleichbar zu massimiliano pagliara: ähnlich melodisch, mit etwas mehr punch.

bei aurora halal könnte ich nächstes mal überlegen, den montag freizunehmen, wenn sie wieder den schluss machen darf. einstieg mit gefühlten zehn bpm weniger als rødhåd, dann noch mit electro. und in den anderthalb stunden, die ich von ihr mitbekam, mit betonung auf dem groove. dazu mystisch, trippig, eine prise acid noch dazu – also so, wie mensch sie kennt. die situation auf der tanzfläche entspannte sich nach ihrem start auch merklich, aber für mich sind lange sonntagabende/-nächte mit kurzer erholungszeit zum produktiven montag keine dauerlösung.

tracks
(bis auf aurora halal allesamt aus shazam)

kwartz
planetary assault systems – atomic
oscar mulero – generator
developer – the pusher

nd_baumecker
jolly roger – acid man
polymod – pg1000
crustation – flame (borderline insanity dub)
diskop – blow up

aurora halal
rrose – waterfall

[berlin / 06.05.2023] berghain: klubnacht

(teil der nachgereichten nachbetrachtungen, so dass das tagebuch möglichst vollständig ist und ich jahrzehnte später noch ggf. alibis vorweisen kann. das veröffentlichungsdatum habe ich auf den tag des besuchs zurückverlegt.)

klubnacht

berghain
00:00 valentino mora
04:00 answer code request
08:00 kwartz
12:00 justine perry
16:00 the lady machine
20:00 dasha rush
00:00 kangding ray

panorama bar
00:00 audrey danza
04:00 regularfantasy
08:00 gideön
12:00 gene on earth
16:00 heidi lawden b2b lovefingers
20:00 massimiliano pagliara
00:00 binh

nachbetrachtung

eingestempelt um 11 uhr früh, ausgestempelt gut 12 stunden später. und obwohl es ein für sonstige verhältnisse entspannterer sonntag war, wurde mir klarer, dass ich mir die sonntagabende unten eigentlich schenken kann und das gedränge eigentlich sogar bereits nachmittags startet. so habe ich weniger von the lady machines premiere betanzt als ich eigentlich wollte.
das lag nicht an ihr. vielleicht gibt’s meinerseits mehr bewusstsein über das, was mich an vollen tanzflächen und gruppendynamiken so nervt. eventuell bin ich auch noch sensibler geworden (wenn das überhaupt geht), aber ich kann sets nicht genießen, wenn meine antennen ständig das umfeld fokussieren, um zu antizipieren, welcher fuß auf oder unter meinem landen kann oder wer von wo als nächstes die tanzfläche durchpflügt. von den kandidat*innen, die sich wie selbstverständlich in eine kleine lücke drängen und dann erwarten, dass die anderen gäste schon platz für sie machen werden, fange ich lieber nicht an.
es sind halt solche dinge, die weiterhin zum strategischen denken beitragen. also nicht nur kurzfristig, wie ich vor ort von a nach b komme, ohne körperkontakt zu anderen gästen zu haben (wobei ich das mittlerweile als herausforderung für mich sehe, wie das mit dem durchschlängeln auch weniger invasiv geht), sondern auch nach den uhrzeiten zu gehen, was schon seit jahren thema ist. es ist zumindest unten für mich seit geraumer zeit nicht mehr selbstverständlich, dass ich mich wirklich auf sets einlassen kann. wenn es klappt, ist es super. aber das funktioniert nur zu den randzeiten (opening / closing – beides aus rücksicht auf die biologische uhr keine dauerlösung) oder eben sonntagfrüh zum schichtwechsel bis zum frühen nachmittag.

oder halt oben, wozu ich abgesehen von massimiliano pagliara nicht mal viel sagen kann. in jedem fall abwechslungsreich genug, wenn ich mal da war, aber er spielte für meine begriffe trockener, mehr acid-lastiger als sonst. und das steht ihm ziemlich.
kwartz war für mich unten die eigentliche überraschung bzw. wäre bei einer wiederholung ein grund, für ihn hinzugehen. gerne auch für die gleiche uhrzeit, dann schäle ich mich früher aus den federn. das war in der letzten stunde richtig gut nuancierter dunklerer, trippiger, leicht angedubbter techno (kommt nicht von ungefähr, dass er auf polegroup veröffentlicht), bei dem die spannung durch den mix der tracks entstand. justine perry der uhrzeit völlig angemessen eher trippig. the lady machine immer noch komplett mit vinyl, wird auch hoffentlich nochmal eingeladen. dasha rush zog (auch sonntagabend-typisch) das tempo deutlich an, verfiel dabei aber nicht in das gängige rave-geballer, das ich (um aller negativität zum trotze auch mal was positives zum sonntagsgeschehen zu sagen) seit geraumer zeit nicht mehr im berghain gehört habe, was nicht heißt, dass das dort nicht mehr stattfindet.

unter’m strich eine solide angelegenheit. ich kann aber nicht verhehlen, dass die reef-freitage mir durchaus mehr geben, weil sich dort mehr musikalisches risiko mit weniger füllgrad vereint.

trackbeispiele (*: shazam)

the lady machine:
dj boss – medziposchodny*
decka – subversion*
richard bartz – subway (a1)
suburban knight – infra red spectrum
dave clarke – wisdom to the wise

dasha rush:
regal & alien rain – acid affair pt. 1*