[2]kontakt rtw – download

hinter diesem kryptischen titel verbirgt sich nichts weiteres als ein neuer mix von richie rich hawtin, den er im laufe der minus-tour rund um den globus (womit sich auch die abkürzung erklärt) zusammengestellt hat. exklusive tracks von artists des hauses, zu guten teilen nicht so minimal wie befürchtet.

eigentlich ist es eine cd, die man im direkten kontakt mit einem der artists auf tour bekommen kann. der download ist für diejenigen gedacht, die sich nicht trauen, nicht die möglichkeit haben oder sich das gedränge auf berliner tourstopps nicht antun wollen. selbst für audiophile ohren gut encodiert, 35 minuten und 30 sekunden lang, 68,4 mb groß. hier zu kriegen.

adieu, ladenschluss

böse zungen können jetzt behaupten, dass wir damit den ersten schritt auf dem weg zur metropole gemacht haben, und ganz unrecht haben sie auch nicht. aber ich kann mich noch an zeiten erinnern, wo läden unter der woche um 18h30 schlossen und der donnerstag mit öffnungszeiten bis 20h30 was ganz besonderes war. dies auf die ganze woche bis 20h auszudehnen, war schon mal ein deutlicher schritt in die richtige richtung. wenn man bis 18h beruflich oder bildungstechnisch zu tun hat, können einem die zwei zusätzlichen stunden schon mal nützlich werden.
die debatte um eine totale freigabe loderte trotzdem immer mal wieder auf, und nun, da die föderalismusreform diesbezügliche entscheidungen den ländern überlässt, wurden hier in ungewohntem tempo nägel mit köpfen gemacht. heute (pünktlich 17 jahre nach dem mauerfall, aber auch 68 jahre nach der reichspogromnacht – sollte man auch noch erwähnen) ging das gesetz im abgeordnetenhaus durch und soll schon zum weihnachtsgeschäft gelten. im detail: von montag bis samstag gelten keinerlei beschränkungen mehr. an den vier adventssonntagen dürfen die geschäfte von 13 bis 20 uhr öffnen, sonst an weiteren sechs sonn- und feiertagen.
„noch mehr kohle scheffeln,“ höre ich einige bz-leser tönen, die auch ruhig mal was neues erzählen könnten. wer sich von der lockerung eine explosion des konsums erwartet, liegt komplett daneben. die gründe dafür liegen auf der hand, spätestens ab dem jahreswechsel noch deutlicher. weshalb ich diese entscheidung trotzdem mehr als begrüße, ist einfach die größere belebung der innenstadt, die gerade zur späten uhrzeit junge leute anzieht. manche amerikanische touristen mussten sich erst noch daran gewöhnen, nach 20 uhr hier etwas gründlicher nach einem laden mit lebensmitteln zu suchen. sicherlich werden aldi und co. jetzt nicht gleich zum 24-stunden-rhythmus übergehen und ob sich das ganze in den außenbezirken (bvg-tarifbereiche b und c) überhaupt lohnt, wird sich noch herausstellen, aber mit der erfahrung der öffnungszeiten der geschäfte im ostbahnhof im hinterkopf (montag bis sonntag 8 bis 22 uhr), sehe ich einem entspannten einkauf ohne zeitdruck im hinterkopf sehr erwartungsfroh entgegen. ob der einzelhandel das zum anlass nimmt, mehr teilzeit-aushilfen einzustellen, kann ich nur hoffen. notwendig wäre es eigentlich und würde bestimmt einigen in dieser strukturschwachen region zur bestreitung ihres lebensunterhalts nicht ganz ungelegen kommen. wenn zu deren finanzierung die preise erhöht werden, damit diese arbeitskräfte wiederum etwas kaufkraft (zurück)gewinnen, mit der sie wiederum den wirtschaftlichen kreislauf etwas in schwung bringen können, soll mir das nur recht sein.

hardwax und co. sollten die chance auch nutzen und ihre öffnungszeiten den tagesabläufen der djs anpassen, also bitte bis mindestens 24 uhr öffnen. bin echt gespannt, ob das zum hoffnungslosen chaos ausartet und man sich listen mit den jeweiligen öffnungszeiten anlegen muss, weil der aldi an der revaler straße eine andere regelung verfolgt als der am eichborndamm. außerdem, wie sich das im stadtbild niederschlägt. ich freue mich drauf.

(via tagesspiegel – mal wieder)

paket vom 06. november 2006

via ebay.

suspicious
love waves
[low spirit recordings 851 589-1]

die rave-vergangenheitsbewältigung schreitet voran, und für 2 euro sagt man zu sowas nicht nein.
die werte marusha hatte ihren (bzw. klaus jankuhns) remix im reformation-set anno 1995 in der westfalenhalle gespielt, und schon damals war ihre affinität zu breakbeats deutlich. abgesehen davon dürfte der auch heute noch zur untermalung eines werbespots mit duracell-häschen passen. der suspicious-remix und das original unterscheiden sich unwesentlich, wobei ich beides wohl bis zum anschlag hochpitchen würde, weil das erst ab 160 bpm die impulse im gehirn auslöst, bei denen man sich nur noch weiße handschuhe herbeiwünscht. raver’s nature sind von allem noch am zahmsten, gute laune machen aber alle vier.

k. hand
global warning
[warp wap 55]

erinnert sich noch jemand an das interview von kelli mit disko irgendwann 1997 oder 1998 auf viva, wo er ganz verdutzt erfuhr, dass die stimme im titeltrack ihr gehört?
die „message“ hätte genauso gut auf ur gepasst, sonst mit simpelsten mitteln produziert, die sequenz zollt eben nochmal jeff mills tribut. die rückseite beginnt mit einem seltsamen acid-track, in dem das rhythmus-pattern und die sequenz nicht so recht zusammenpassen. jedenfalls in meinen ohren. bei „edge water“ ist hingegen marschieren angesagt – monoton und stur geradeaus. aber beim mixen sollte man wegen der leicht verschobenen perkussiven elemente vorsichtig sein. zwei volltreffer, für detroit-fanatiker eh ein muss.

edge of motion
motionz beyond
[djax-up-beats 147]

auf der ist echt für jeden was dabei. eine runde schweben mit 303 im hintergrund, abfahrt ohne umschweife mit dreckigen beats und einem repetitiven ton, fiese, krachige breakbeats, reminiszenzen an larry heard, oder leicht trance-angehauchte tracks. empfiehlt sich als geheimwaffe, gerade die a-seite.

hausarbeit: transportiert das global operierende hollywood politische botschaften?

aller guten dinge sind drei und damit auch erstmal genug für heute politisiert.

dies ist die hausarbeit zum bereits im juli erwähnten seminar „die usa – einzig verbleibende supermacht“, was sich für mich durch die neuerung auszeichnete, dass jeder der teilnehmer (und das waren mit ca. 60 plus x bis zum ende mehr als genug) zu jeder sitzung in der lage sein sollte, zum jeweiligen thema ein kurzreferat halten zu können. welche literatur man verwendet, blieb jedem selbst überlassen, nur sollte man ein papier mit drei thesen verfassen, die zusammen mit der hausarbeit abgegeben werden sollten. das klingt erstmal nach schikane, führte aber dazu, dass die sitzungen sich eben nicht dadurch auszeichneten, dass vorne drei, vier, fünf leute referieren, während der rest sich dem tagträumen hingibt, sondern tatsächlich lebhafter diskutiert wurde. didaktisch hervorragend, gelangweilt habe ich mich da jedenfalls in keinster weise.
die hausarbeit ist wegen dieser thesenpapiere auch deutlich kürzer als für ein hauptseminar üblich, also gerade mal 12 seiten, locker nebenher zu lesen. eigentlich wollte ich über die wirkung politischer botschaften auf das amerikanische publikum schreiben (förderung des patriotismus – ja oder nein?), mir wurde nur bei der lektüre klar, dass abseits der vermarktungschancen bisher kaum publikumsforschung bezüglich inhaltlicher fragen in den usa betrieben wurde. daher lag es nahe, sich besser mit überhaupt vorhandenen botschaften auseinanderzusetzen, zwei außenpolitisch wichtige felder (kalter krieg, vietnam) und deren entsprechung im amerikanischen kino zu betrachten, um diese mit der entwicklung zum blockbuster-kino ab den 1970er jahren abzugleichen. klingt ambitioniert, und wenn es danach ginge, wäre eine genre-analyse wahrscheinlich passender gewesen, nur hätte die den rahmen von 12 seiten locker gesprengt. alleine der western gibt genügend material für eigene bücher her.
es ist daher „nur“ ein überblick über das mainstream-kino ab dem zweiten weltkrieg geworden, und wer das in den letzten jahr(zehnt)en beobachtet hat, wird die antwort auf die frage (ja, die überschrift der arbeit sollte tatsächlich als frage formuliert werden – wieder was angenehm anderes) auch ohne die lektüre wissen.
wer aber daran interessiert ist, wie man mit einer eigentlich kulturhistorischen arbeit in den politikwissenschaften trotzdem eine 2,0 kriegen kann (den schein habe ich mir heute abgeholt), klickt hier. ist als pdf online, zitieren: gerne, ein verweis wäre dann aber klasse.

rot-rote neuauflage in berlin perfekt

wenn ich schon die trommel für die wahl rühre, ist eine nachlese obligatorisch. ich weiß: das kommt etwas spät, allerdings wurde der poker um die posten gerade heute beendet und das wahlergebnis ist zwischenzeitlich auch amtlich.

zweitstimmenergebnisse (in klammern die differenz zum ergebnis von 2001):
spd: 30,8% (+1,1)
cdu: 21,3% (-2,5)
die linke: 13,4% (-9,2)
grüne: 13,1% (+4,0)
fdp: 7,6% (-2,3)
graue: 3,8% (+2,4)
rep: 0,9% (-0,4)
npd: 2,6% (+1,7)
wasg: 2,9% (+2,9)

wahlbeteiligung: 58%
gültige stimmen: 98% (rest logischerweise ungültig)

volksabstimmung (zur erinnerung: neuregelung von volksentscheid und -begehren):
ja: 84%
nein: 16%

den detaillierten bericht des landeswahlleiters gibt es hier als pdf.

weiter zu den senatorenposten. die spd behält davon fünf: inneres (jetzt neu mit sport), finanzen, justiz, stadtentwicklung und bildung, die linkspartei drei: wirtschaft / frauen, arbeit / soziales / migration, neu ist gesundheit / umwelt / verbraucherschutz. sie gibt allerdings wissenschaft (wird der bildung angegliedert) und kultur ab, was im klartext bedeutet, dass thomas flierl kein amt mehr bekleidet. um kulturelle belange kümmert sich unser regierender persönlich. während die personalfrage bei der linkspartei kein geheimnis mehr ist, hält man sich bei der spd noch bedeckt und möchte sich erst nach dem parteitag am 18. november dazu äußern. kurz darauf wird wohl auch der neue koalitionsvertrag stehen, aber das steht hier dann nochmal extra.

(via tagesspiegel)

tagesspiegel: kommentar zur stimmungslage vor den us-kongresswahlen

damit erkläre ich diesen montag zum politischen tag der woche.

am dienstag / mittwoch wird in den usa mal wieder gewählt. zwar werden wir uns noch weitere zwei (mit sehr viel trickserei pech noch mehr) jahre an george w. bushs anblick erfreuen dürfen, aber wie dünn die luft aus diversen hausgemachten gründen für ihn geworden ist, kommentiert christoph von marschall im tagesspiegel für jedermann anschaulich.

klick

downloads from the artist formerly known as the artist for the artists

damit ist nicht der funk-gott aus minneapolis gemeint, sondern ex-aeox-mitglied (die gibt es im übrigen damit auch nicht mehr, leider) al.x.e alias l.x.a, kennt man ein wenig von null (website seit geschätzten vier jahren im bau) und erst recht von zinch. die tracks von den streng limitierten 10-inches gibt es neben einigen anderen auf seiner website, auf der weniger das design, und vielmehr der inhalt zählt.

www.tafkatafta.de

genug musik, um den server ackern zu lassen.

p.s.: eine neue scandinavia ist von ihm ebenfalls dieser tage erschienen.

bilanz oktober 2006

kurz und knapp:

8462 aufrufe, lassen sich auf 273 pro tag aufrunden. im vergleich zum september leicht besser, obwohl die posting-anzahl quasi gleichblieb.

suchbegriff-top-5:
1. cam fog
2. berghain
3. random noise generation so36 (ja, war geil, mitschnitte wird’s davon nicht geben)
4. highco (knapp daneben)
5. musik cover schaltstufe 13 (die machen auch erstmal zwangspause)

egal, ist eh alles nur der form halber erwähnt. danke euch allen, zieht euch warm an, meine erste erkältung befindet sich gerade auf dem rückzug.