[berlin / 08.07.2016] berghain: leisure system.28

und erneut ein jubiläum, auch wenn sie strenggenommen zwei monate zu früh mit dem achtjährigen dran sind. solche kleinlichkeiten beiseite: gut und wichtig, dass es sie gibt.

leisuresystem20160708

berghain
00h00 gonsher
02h30 basic rhythm
03h30 dj deeon
05h30 lory d live
06h45 danny daze

panorama bar
00h00 n>e>d
03h00 egyptian lover live
05h00 paul woolford
07h30 moxie
09h30 barker

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
(die am 24. juni 2019 entsteht, ohne irgendwelche notizen, nur ein kurzes posting in der restrealitaet und drei shazam-einträge zu haben. das kann ja was werden…)

es war der abend, an dem ich gleich zwei herren alter schule auf der liste abhaken konnte: davon hat mich dj deeon wesentlich mehr überzeugt als lory d. letzterer mit einem gerade noch so soliden set, dj deeon mit neubearbeitungen seiner alten tracks, ohne aufsehenerregende tricks wie seine footwork-kollegen wie traxman. ein lässig aus dem handgelenk geschütteltes set. egyptian lover kam da leider ein wenig zu kurz, aber der war als live-act ja bereits bei der leisure system zu gast.
danny daze könnte mit seiner letzten nummer einige puristen gegen sich aufgebracht haben, die aber zeigte, dass bei reihen wie dieser sowas geht: „rush rush“ von paula abdul.
barker startete oben schnell um die 160 bpm, drosselte aber zeitnah, spielte mit „game one“ von infiniti einen der schönsten tracks, die detroit jemals hervorgebracht hat (ja, ich weiß, zusammen mit orlando voorn). sonst noch zwischen uk-rave und neuerer bass-schule vermittelnd: „don’t go (kicks like a mule mix)“ von awesome 3, „beach scene“ von hyetal, „safe wave“ von santorini. ein für sonstige verhältnisse in der panorama bar ungewöhnlicher set-aufbau, aber (gerne noch einmal) zum aufbrechen von strukturen gibt es den freitag mit solchen reihen ja.

[lärz / 29.06.-03.07.2016] fusion festival

wie letztes jahr: die nachbetrachtung für das vorjahr steht noch aus (dafür ist die für 2014 immerhin fertig), aber die vorfreude ist (wieder einmal dank erfolgreicher wunschkandidatur) riesig. ein bisschen wehmut schwingt mit, weil 2016 auch für die fusion in ihrem 20. jahr eine zäsur wird, indem der jährliche modus verlassen wird, so dass sie fortan alle zwei jahre stattfindet. aus logistischen gründen ist das aber nachvollziehbar und nimmt den stimmen hoffentlich ein bisschen wind aus den segeln, die dem festival beim wachstum in den letzten jahren selbstbereicherung vorgeworfen haben.

die nachbetrachtung folgt dann irgendwann so im juli 2017.

nachbetrachtung (30. juli 2017)

an sich hatte ich das mit dem anvisierten datum eher kokett gemeint, werde aber nun doch von der realität / dem arbeitsalltag eingeholt. nun ja, keine weiteren ausreden, sondern nägel mit köpfen gemacht.

also zunächst mal richtiggestellt: die fusion nimmt 2017 eine auszeit, es ist kein auf alle zwei jahre beschränkter rhythmus. es weiß zwar noch niemand, wie sie sich 2018 präsentieren wird. aber wie schon in den letzten jahren (ihr ahnt es) war bereits bei der rückfahrt klar, dass das wochenende um die sommersonnenwende auch 2018 freigehalten wird. auf den letzten monat rückblickend kann ich schon mit fug und recht behaupten: die hat schon echt gefehlt dieses jahr.

also mal schauen, was die erinnerung anhand von fotos und festivalplan so freilegt…

toll war:

  • es entwickelt sich wirklich zu einem running gag, aber im positiven sinne: wieder einmal bei sixt hochgestuft zu werden. dieses mal zu einer weißen mercedes c-klasse, deren helle ledersitze so viel stil hatten, dass ich nur hoffte, dass es nicht regnen wird und ich im wagen nicht unnötig viel schmutz hinterlasse. ist alles nicht passiert. die fahrt auf den family space über den rad-/fußgängerweg inklusive süffisanten kommentaren wie „auf die karre wirst du aufpassen müssen“ wird im gedächtnis bleiben. und ja, ein anteil von schlechtem gewissen ebenfalls.
  • nach all den jahren ein klapprad dabei zu haben, inklusive licht und schloss. jeder, der entweder hinter den bachstelzen oder wie meine wenigkeit seit jahren beim family space campt, wird die schweren beine am samstag kennen. es bot sich dieses mal die chance, sich ein klapprad ausleihen zu können, dessen einziges manko daraus bestand, dass sich der sattel nach hinten klappte. das führte aber erstens zu lustigen techniken, den wieder beim fahren in die waagerechte zu bringen, und zweitens hatte das gute stück einen gepäckträger. das hilft beim transport von getränkekisten ungemein.
    unnötig zu erwähnen, dass es die entscheidungen, sich mal kurz wieder zurück zum camp zu begeben, erstaunlich erleichtert. ein nachteil zwar, dass ich dadurch gar nicht im content oder der casbah zu finden war, aber auf der haben-seite steht die erfahrung, dass man selbst samstag nacht mit dem fahrrad ganz klasse über das gelände kommt, ohne sich unbeliebt zu machen – ein bisschen umsicht natürlich vorausgesetzt. ich kann’s wirklich nur jedem empfehlen, dessen campinglager mehr als 500 meter entfernt liegt.
  • weniger ein running gag, sondern mittlerweile so eine verlässliche konstante wie das festival selbst: fil. nach dem content anno 2015 dieses mal wieder auf dem roten platz am freitag mittag und damit auch wieder vor der anzahl an leuten, die er verdient.
  • modeselektor haben nach einigen jahren eines der besten turmbühnen-schlusssets hingelegt, das ich mir vorstellen konnte. zugegeben: das setting war auch super, mit teilen des line-ups neben ihnen auf dem pult tanzend, das wetter, die beleuchteten raupen von 2010 über der bühne. aber der eklektizismus, mit dem sie von besinnlichen nummern wie „king in my empire“ von rhythm & sound in kurzer zeit zu „the vamp“ von outlander, direkt gefolgt von „the bells“ kamen, war einfach beispielhaft. überzogen auch mal eben um anderthalb stunden.
  • hgich.t in der tubebox. das hatten einige andere schon eher vorausgesehen, so dass eine menschentraube davor stand und nur nach dem prinzip „einer raus, einer rein“ verfahren wurde. klappte aber zu den letzten takten von „tutenchamun“ noch, und da war noch nicht schluss.
  • serge im querfeld, der als herrscher über das clone-imperium eh aus dem vollen erfahrungsschatz seit den 1980ern schöpfte.
  • feine sahne hitfilet in der räuberhöhle. wenn ich mich nicht irre, war es ein trompeter und der drummer einer mittlerweile doch recht bekannten deutschen punkrock-combo, die dort am freitag abend soul und r&b wie von den jackson 5 spielte und bei treibhaustemperaturen richtig viel spaß hatten.
  • youth man in der datscha, mit einer frontfrau, für die das wort „energiebündel“ erfunden worden ist. hardcore-punk, schön laut vorgetragen und sie gerne beim pogo in der menge. für mich eine der überraschungen der fusion.
  • eine andere: sasha perera im kolkata (ehemals karl kutter), die zeigte, dass stile wie trap oder footwork auch bei sonnenaufgang inklusive crowdsurfing funktionieren können.
  • vor ihr an der seebühne genossen: pinch. erstmal gut, die leute nach tanith mit techno zu ködern und sich dann zu dubstep und grime zu steigern. natürlich: highlight.
  • gar nicht mal schlecht: rampue, der die tanzwüste samstag abend eröffnete. klar zählt melodischer techhouse nicht zu dem, was ich mir in den warenkorb packe, aber im festivalkontext war da absolut nichts auszusetzen. hat das set mit seinem „sympathy for the devil“-bootleg am schluss ganz einfach mal eben selbst gekrönt.
  • das mapping auf der rückseite der turmbühne.
  • pantéon rococo bei den triebwerken. leider nicht komplett mitbekommen, aber bei der stimmungsgarantie für eine der nächsten ausgaben auf den zettel gesetzt.
  • dakhabrakha auf dem roten platz am samstag nachmittag. ukrainische folklore, von den stimmen getragen. etwas besinnlich, aber bei der innenpolitischen situation im land wäre alles andere nicht authentisch gewesen.
  • oliver huntemann sonntag nachmittag auf der turmbühne. eine unaufgeregte rave-stimmung war das. erinnere mich nur an „die schallplatte“ von wassermann, in dem stil verlief auch das set.
  • giegling sonntag früh auf der tanzwüste. da habe ich zumindest mehr als eine stunde verbracht. in jedem fall war konstantin mit von der partie, der andere könnte sa pa gewesen sein. passte aber ebenfalls zur morgenstimmung.
  • wieder einmal der kleine „geheimfloor“ neben dem sonnendeck. dort im gedächtnis neben „smells like teen spirit“ geblieben: „fick die uni“ von der antilopen gang. kannte ich bis dahin echt nicht, hat aber nicht zuletzt wegen der textsicherheit der anderen gäste beim herumspringen ganz schön viel spaß gemacht. dann noch die fast verzweifelten anfragen des „barkeepers“, ob nicht jemand sein telefon anklemmen wolle, um die einmalige chance wahrzunehmen, ein dj auf der fusion zu werden.
  • scheissediebullen im schuhkarton samstag nachmittag. alleine wegen des namens hingegangen, schön harten punk gehört, der sich auf bandcamp sogar richtig melodisch anhört. vor ort war das einige spuren brachialer.

nicht so toll war:

  • wieder kein theaterstück gesehen, aber nach dem für 2017 günstigen termin beschlossen, mit der at.tension ernst zu machen. jetzt muss das auch nur noch hier mit dem ticket klappen.
  • wer die stehpisser vermisst: wird’s sicher gegeben haben, aber da ich mit fahrrad unterwegs war, habe ich sie nicht so sehr wahrgenommen. sehr positiv übrigens, dass vermehrt auf komposttoiletten gesetzt wird.
  • robert babicz auf der turmbühne. gut, fan von ihm werde ich in diesem leben wohl echt nicht mehr, aber nach den jahrzehntelangen erfahrungen als live-act mag man ja annehmen, dass er harmonien und dramaturgien aus dem handgelenk beherrscht. hatte bei der gelegenheit aber nicht den eindruck.
  • kein mir bekannter breakcore-act in der tubebox donnerstag nacht. auch im bassline circus habe ich das vermisst, der nach einem jahr aussetzen wieder an bekannter stelle stand und somit hätte einspringen können. auch da habe ich viel zu wenig zeit verbracht, was aber eher an meiner koordination lag.
  • acid pauli auf dem sonnendeck verpasst zu haben.

r.i.p. carlo pedersoli

direkt weiter geht es mit dem nächsten schauspieler, den alle welt besser als „bud spencer“ kennt. spätestens zu der zeit, in der ich auch wrestling toll fand, hatte ich auch meine freude an seinen haudrauf-mit-terence-filmen. wie jungs um die 10 jahre halt so sind. auch heute noch sind sie für mich, den wiederholungen sei dank, immer noch herrlich absurd überzeichnet und damit charmant.

er ist im alter von 86 jahren verstorben.

r.i.p.

r.i.p. götz george

mit einer ganzen menge galgenhumor kann man meinen, dass 2016 wenigstens auch bei den besten außerhalb der musischen zunft zulangt. bevor das hier aber noch pietätloser wird: was verbindet mich mit ihm?

nicht unbedingt schimanski. als das losging, war ich noch zu jung, um den tatort ohne bleibende schäden verarbeiten zu können. auch jetzt bei den wiederholungen und der neuauflage war ich nicht dabei.
„schtonk!“ sowie den „schulz & schulz“-dreiteiler im zdf habe ich wohl mit als erstes gesehen, „rossini“ dann später. bei ersterem hatte er mit uwe ochsenknecht, bei letzterem mit mario adorf (auch so ein großer), heiner lauterbach und auch joachim król tolle mitspieler.
brillant, bis zur letzten faser elektrisierend war er für mich jedoch in der rolle des fritz haarmann im „totmacher“. für mich seine glanzleistung – alleine nur weil er das kunststück fertig brachte, aus dieser offensichtlichen ein-mann-show keine zurschaustellung von eitelkeiten zu machen, sondern seine qualitäten schlicht und einfach nur abzurufen, ohne dabei gezwungen zu wirken. stattdessen machte er den wahnsinn mit einer unheimlichen intensität zu einer unmittelbaren erfahrung und stellte sich dabei (hier etwas für die wortspielkasse) in den dienst der rolle.

gestorben ist er bereits nach kurzer krankheit am 19. juni, 77 jahre wurde er alt.

r.i.p.

[berlin / 24.06.2016] tresor: new codes

ja, richtig gelesen. innerhalb von drei wochen zwei mal. ist ja fast wie in alten zeiten, aber auch ein ergebnis von spontaneität.

tresor20160624

teilt sich dann so auf:

tresor
00h00 inga mauer
02h30 sigha live
03h30 samuel kerridge
06h00 felix k

globus
00h00 nadja chatti
02h30 optimo
04h30 marco bernardi
06h00 sling + samo

ohm
00h00 ancestral voices
01h30 sam kdc
03h00 felix k / ena
04h30 presha

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

doch, die spontaneität hat sich gelohnt, auch wenn ich nicht wesentlich länger als vier stunden dort war und ich den globus kaum betreten habe. an den joey-beltram-remix für „mad dog“ von the advent bei sling + samo erinnere ich mich noch, als ich gegen 6h30 ging.
positiv überrascht hat mich die geduld des publikums im ohm. während es bei sam kdc noch durchaus tanzbar zuging (interessante mischung aus reduziertem drum&bass neuerer schule mit industrial-sounds, und damit im groben das, was auf samurai horo passiert), deklinierten ena und felix k einige taktarten, tempi und stile durch, wozu auch mal ambient zählen konnte. das publikum blieb an ort und stelle und hörte interessiert zu, was meinen eindruck vom ohm als versuchslabor einmal mehr bestätigt hat.

die andere koordinate war eben der tresor, wo ich tatsächlich von jedem etwas mitbekam. solides warm-up von inga mauer, sigha mit modularsystem und tr-8, die mit ihren geschlossenen hihats auch für die momente sorgte, die am besten ankamen. bin aber nach einer halben stunde rüber ins ohm, um wieder pünktlich zu samuel kerridge zurückzukehren, der für mich fortan als universalwaffe gilt, da er mich als live-act und als dj überzeugt. so brachte er gegen ende seines sets mal eben (stark heruntergepitcht) „the hacker“ von jeff mills oder kurz zuvor „cydonia“ von scalameriya & haka, scheute sich aber auch nicht, zwischendrin auch mal drones zu spielen. wieder mal klasse, mein favorit des abends. das zweite set von felix k geriet etwas tooliger (mit der kalon auf sandwell district), aber mit der aussicht auf wahrscheinlich drei stunden zum schluss sind langfristig geplante sets auch nicht verkehrt. bekam ich dann jedoch nicht mehr mit, weil die staub am gleichen nachmittag noch rief, ich der kondition also nicht mehr zumuten wollte und somit heimwärts rollte.

doch, guter abend. auch mit schönem andrang, jedenfalls reichte die schlange um kurz nach 2h00 bis fast zum ende des gebäudes. für einen freitag war das schon alle achtung wert. selbst die fraktion, die sich und die nachwelt mit videoaufnahmen beglücken möchte, ließ sich dieses mal ganz gut ignorieren, was einmal mehr zeigt, dass das eine frage der tagesform ist.

[berlin / 25.06.2016] about blank: staub

die sind dieses jahr auf das monatsende abonniert. die wetterprognosen lassen zwar nicht allzu viel zeit für tischtennis erahnen, aber dann wird eben tanzen die nächstliegende option.

staub20160625

nachbetrachtung
zunächst die chronistenpflicht:

garten
10h00 baby kruger live
11h00 talla
13h00 mareena
15h00 kwaint
17h00 christopher joseph
19h00 i/y

mdf
14h30 miro
17h00 richard
19h30 aña

so, nun aber. zunächst einmal: seit der party habe ich den beinamen „mr strawberry“ weg, da der erdbeerstand am ostkreuz einfach zu verlockend war, um einfach nur vorbeizugehen. ein kilo lässt sich zwar alleine futtern, wäre aber zu egoistisch. daher anderen auf der tanzfläche im garten eine freude damit bereitet, so kam eines zum anderen.

am start war ich jedenfalls von 14 uhr bis zum schluss. mareena war gartentypisch eher melodischer mit acid-einschlag unterwegs. da ich leider nur in wenigen punkten mit der discographie des in der woche vor der party verstorbenen andreas gehm vertraut bin, kann ich nicht beurteilen, wieviel sie von ihrem vorhaben umgesetzt hat, möglichst viel von ihm zu spielen. kwartz war eher trockener, und dank ihm habe ich mit doq ein berliner label entdeckt. bisher zwei veröffentlichungen von excell, was den verdacht eines autorenlabels nahelegt. schnörkellos, analog, rauh, auf den punkt – mag ich. danach widmete ich mich doch eher dem tischtennis, musik geriet da zur nebensache. miro fand ich drinnen zu perkussiv, erinnerte mich an das, was ich an samuel l. session oder primate um 2001 schon langweilig fand. draußen machten i/y einen auf mich ziemlich unharmonischen eindruck mit wenig flow.
das klappte später drinnen bei aña besser, die aber mit einem schlecht gelaunten xone:92 zu kämpfen hatte, bei dem ein kanal für den technics nur auf halber kraft funktionierte. inhaltlich mit etwas acid, „flash“ von vanguard als schlusstrack, dem ich immer noch nicht viel abgewinnen kann. aber man kann sich das clubleben auch zur hölle machen, wenn man seine dogmen auch dogmen bleiben lässt. oder auf deutsch: ich habe mir keinen zacken aus der krone gebrochen, indem ich dazu getanzt habe.

ergo eine musikalisch für mich eher solide staub mit mareena und kwaint als diejenigen, die mich überzeugt haben – neben dem wetter, das sich als besser als die prognose entpuppte und den garten einmal mehr zum zentralen ort für viele werden ließ.

r.i.p. andreas gehm

die vorrede à la „was läuft bei dir eigentlich falsch, 2016?“ – geschenkt.

in den letzten wochen war in den sozialen netzwerken schon zu lesen, dass es ihm gesundheitlich alles andere als gut ging. schmerzen, erbrechen, keine wirkliche diagnose, dafür finanziell so angeschlagen, dass er um spenden bat. eine solidaritäts-compilation konnte man auf bandcamp erwerben. nun ist er gestern abend verstorben, womit eine der koryphäen in sachen chicago, acid, house und auch electro hierzulande wegfällt. das am tage erfahren zu müssen, an dem die musik eigentlich gefeiert werden soll, gibt noch einen extra-bitteren beigeschmack.

r.i.p.

nachtrag, 24. juni 2016, 20:28 uhr:
die oben erwähnte compilation lässt sich immer noch kaufen, der erlös kommt jetzt den begräbniskosten und dem, was drumherum anfällt, zugute.

[berlin / 19.06.2016] else: 10 years hypercolour

am anderen ufer der spree direkt gegenüber der renate liegt deren open-air-ableger: die else. die habe ich vor kurzem als biergarten kennengelernt, als der sie unter der woche geöffnet ist. nun mit diesem line-up und mit größerer lautstärke, wegen der das geschehen ab 22 uhr in die hütte verlagert wird.

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ablauf

else: 10 years hypercolour

12h00 samuel rodd
14h00 edmondson
16h00 cedric maison
19h00 luke vibert
20h00 matthew herbert
22h00 mark henning
01h00 cedric maison b2b lukas wigflex

renate: after
grüner raum
20h00 rydim
23h00 ricardo esposito
03h00 floyd lavine
07h00 michael nadjé
roter raum
22h00 shingo suwa / mr ties

nachbetrachtung

tja, wer eine bis ins detail ausgearbeitete protokollierung der sets der herren vibert und herbert erwartet, wird leider enttäuscht. meine prioritäten lagen dann doch anders, so dass ich nicht mal mehr pünktlich zu herberts letzter platte, sondern schon nach einer guten halben stunde kam, in der mark henning spielte. wenn ich mich nicht verhört habe, könnte er in der zeit sogar etwas von der killa bite 1 gespielt haben, klang jedenfalls verdächtig danach. insgesamt aber geht der besuch in der else an einer meiner kürzesten clubbesuche in meine biographie ein, da die gruppendynamik nach nicht mal 20 minuten in richtung renate führte.
dort (und hier beginnt der interessantere teil mit angedeutetem szenetratsch) fand die kurzfristig anberaumte „after“ statt – initiiert von mr ties, der bis vor kurzem wenige hundert meter den markgrafendamm richtung ostkreuz herunter im about blank mit der homopatik dem club und auch sich selbst einen gewissen popularitätsschub gab. ich hatte mir zwar vorgenommen, mir das auch zu gegebener zeit anzuschauen, aber dann kam doch die staub als stammreihe in die quere, und jetzt ist es zu spät: die homopatik gibt es so nicht mehr, der rest der mannschaft rief (von freitag bis sonntag am vergangenen wochenende) im about blank die erste „buttons“ ins leben, mr ties startete in der renate einen testlauf. der war um 1 uhr, als für mich der aufbruch angesagt war, auch ganz annehmbar besucht. halbvoll ungefähr, jedenfalls genug, um sich nicht alleine zu fühlen und ausreichend platz, ohne dass man sich sorgen um ellenbogen in den rippen machen musste – also ziemlich unaufgeregt. ricardo esposito war dabei techhousig-fordernd, aber für mich hat shingo suwa in der kurzen zeit ganz schön viel richtig gemacht. disco lässt sich aufgrund der unquantisierten rhythmen und dann noch den harmonien schwer mixen, aber das machte er echt bravourös.
mehr bekam ich musikalisch nicht mit, da auch ein guter teil beim plaudern im innenhof oder an der garderobe verbracht wurde. das passte aber alles zu meinem vorhaben, das wochenende auch mal unaufgeregt zu verbringen.

xlr8r: rückblick auf 25 jahre bunker records

als berliner muss man immer noch „records“ mit dazuschreiben, dazu sind die erinnerungen an den gleichnamigen club immer noch zu gegenwärtig. daher lieber gleich missverständnisse ausräumen, auch wenn es mittlerweile generationen gibt, denen man beibringen muss, dass dieser hochbunker an der reinhardtstraße in nähe des deutschen theaters mitte der 1990er für eine andere form von kunst als die stand, die sich heute nach voranmeldung bei herrn boros bestaunen lässt.

um den ehemals härtesten club der welt geht es beim xlr8r-artikel jedoch nicht, sondern vielmehr um die hausbesetzer-clique um guy tavares und ferenc van der sluis aus den haag, die bis heute als labelkonglomerat und nicht zuletzt durch intergalactic fm von sich reden machen. die parallelen zur hiesigen, insbesondere der ostdeutschen techno-szene in den kinderschuhen können definitiv gezogen werden, auch wenn labels wie tresor hierzulande schnell den anschluss an novamute schafften, was ganz andere budgets mit sich brachte. dahingegen blieb die kontrolle bei bunker und den angeschlossenen schwestern wie viewlexx oder murder capital stets in den eigenen händen, was bis heute finanziell auf kante genäht ist. der künstlerischen integrität schadet dies jedoch nicht – eher bewahrheitet sich mal wieder die alte, von underground resistance (zu denen gleich am anfang des artikels vergleiche gezogen werden) kolportierte these, dass gute musik nur dann entstehen kann, wenn profitabilität so überhaupt kein thema ist.

dann auf die nächsten 25! klick.

rückblick über 20 jahre raster noton bei residentadvisor und in der taz

die feierlichkeiten im berghain sind so lange noch nicht her, daher passt als nachreichung zum rückblick auf die party zum einen der eher überblickshafte artikel in der taz (mit mal wieder formidabler überschrift) und zum anderen ein in die tiefe gehendes interview bei residentadvisor mit den drei vätern (olaf bender / byetone, frank bretschneider, carsten nicolai / alva noto).