[berlin / 30.11.2018] polygon club: tanzen für mehr wissen

es ist wieder einmal welt-aids-tag. ich hatte schon seit längerem vor, hier artikel zu posten, die sich mit dem mittlerweile sehr gut möglichen leben mit dem virus ohne ansteckungsgefahr für andere auseinandersetzen. das behalte ich nach wie vor im hinterkopf.
an ungefähr gleicher stelle im kopf befindet sich auch das vorhaben, dem polygon einen besuch abzustatten. zugegeben: besteht schon seit dem kosmonaut, der sich vorher an gleicher stelle befand. nun kommt das angenehme mit dem nützlichen zusammen. ist eine benefiz-party für die lebendige bibliothek und den mercury phoenix trust.

ablauf

mainfloor
00h00 aris
02h00 midge
04h00 daniel boon
06h00 felidae
08h00 jens schwan
10h00 zeitlupen uwe

dunkelkammer
00h00 stype
02h00 zusan
04h00 diana may
06h00 lukas zintel

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

wegen des nun folgenden ist beinahe ein disclaimer fällig. erstens wegen der länge und zweitens weil es als verriss bei halber unkenntnis, wie clubs wirtschaften, verstanden werden könnte. es ist aber definitiv als anstoß für verbesserung gemeint und wurde anderweitig auch bereits zu einem großen teil klargestellt. anflüge von selbstbeweihräucherung lassen sich leider nicht ganz vermeiden. sollte jemand dazu etwas konstruktives beizutragen haben, bieten sich die kommentare dazu an.

das an dem abend erlebte fügte sich in die letzte erfahrung mit der bewegungsfreiheit in der fiesen remise ein. beide male war meine wenigkeit mindestens als dj, in der remise auch organisatorisch etwas involviert. bei beidem handelte es sich um soliparties, beide male wurde das technische equipment von görner & schweizer gestellt (wobei die anlage zur remise gehört, im polygon aber mitgemietet ist). das maß an eigenengagement, damit es freitag nacht überhaupt musik geben kann, hatte jedoch auch für mich eine neue qualität.

wir (entourage plus ich) kamen gegen 23:40 uhr im club an und bekamen zu hören, dass es ein problem mit der anlage gäbe, weshalb der mixer (pioneer djm-900) abgebaut worden ist. es standen also nur cdjs dort. grund: ein massebrummen, das sich partout nicht eliminieren ließ und man hatte den mixer in verdacht. problem(e) war(en) nur: der ansprechpartner bei görner & schweizer war nicht zu erreichen und kein ersatzmixer vor ort. per fernwartung ließ sich also nichts machen.
es war (wir kommen zum teil mit der selbstbeweihräucherung) daher praktisch, mehr oder weniger im gleichen kiez zu wohnen. so bekam ich ein auto an die hand, fuhr selbst heim, baute meinen mixer (ein ecler nuo 3 von vor mehr als zehn jahren) ab, fuhr wieder hin. angeschlossen, eingeschaltet, leichtes massebrummen war immer noch vorhanden, ich hoffte nur, dass das über die f1 einigermaßen passabel klingen würde.
der nuo 3 hat zwar xlr-ausgänge, anschluss an die pa war also sicher. für den monitorausgang ist ein großer klinkenausgang bei den „großen“ wie xone:92 oder djm-800/900 standard, beim nuo 3 gibt es nur cinch. da ich wie gewohnt mit ableton live spielte und monitore für genaueres pitchen kein thema war, konnte ich dem ganzen recht gelassen entgegensehen. aber meine nachfolgerinnen setzten auf cdjs (mit der interessanten meldung auf dem display, dass zwei player mit unterschiedlicher firmware verlinkt sind und diese aktualisiert werden solle), womit es sich (von rekordbox analysierte tracks vorausgesetzt) zwar auch fast wie von selbst mixt, aber kleine korrekturen sind hier und da evtl. doch vonnöten. da sind monitorboxen also hilfreich, wenn man den versatz zur hauptanlage nicht kennt – und den gibt es auch im polygon.
über die nächsten zwei stunden war es den anwesenden technikern nicht möglich, einen adapter von große klinke auf cinch zu organisieren, sprich: die monitore blieben stumm, also musste der vorhandene regler zwischen cue und master am nuo 3 einspringen.
ein glück: das massebrummen hörte man nur in leisen passagen und am laptop lag’s auch nicht. zumindest blieb das brummen, als ich das netzteil kurz abzog.

es ergaben sich im nachhinein (auch basierend auf der erfahrung aus der fiesen remise) mehrere fragen. zugegeben mit dem ziel, jemand verantwortlichen dafür ausfindig machen zu wollen, da mich das ausmaß an unglücklichen umständen schon ziemlich ärgerte. aber so einfach ist es in dem fall nicht.
den anfang machte die frage, ob das equipment bei görner & schweizer überhaupt gewartet wird. dann, was deren reaktionszeiten betrifft und warum nicht das personal zu neuralgischen zeiten wie eben freitags ab 23/24 uhr verstärkt wird, so dass auch tatsächlich jemand rangeht, bevor parties drohen, nicht stattzufinden.
es fängt jedoch hier an, komplizierter zu werden: bei relativ frischen clubs, die sich wie das polygon erst noch etablieren müssen, um sich eigene technik zu leisten, habe ich sogar verständnis, dass sie auf die mietoption zurückgreifen. aber dass das ausmaße angenommen hat, bei denen im club nicht mal ein eigentlich ausgedienter, aber technisch immer noch brauchbarer mixer als reserve vorgehalten wird, war für mich schon ein bisschen erschreckend. für einen xone:62, meinetwegen auch einen alten djm-600 oder besser djm-800, müsste man auf dem gebrauchtmarkt mittlerweile weniger als 1000 euro investieren. klar auch, dass man als club inbesondere bei soliparties wie der gestrigen personaltechnisch eng kalkuliert. aber meiner meinung nach beraubt man sich mit einer derartigen abhängigkeit von technik-vermietern einer gewissen agilität.

ich mag zu idealistisch, gar verbohrt sein. aber das durch diese art von outsourcing eingesparte geld führt zu einem bumerang-effekt für alle beteiligten:

  • organisatoren von soliparties haben einen posten mehr, um den sie sich kümmern müssen, ganz zu schweigen vom stresslevel, kurz bevor die party eigentlich startet. von der beschwichtigungsarbeit gegenüber djs oder anderen acts rede ich besser gar nicht erst.
  • es ist eigentlich sache der technik, für djs akzeptable bedingungen zu schaffen. in zeiten wechselnder setups ist das für techniker nicht einfacher geworden, aber es ist umso wichtiger, dass djs dies im besten fall im schlaf aufbauen können, ein clubeigener techniker die weichen für die machbarkeit stellt und noch zusätzlich fit genug für eine fehlerbehebung ist. idealerweise (so dachte ich bisher) wird das bereits stunden vor der party in die wege geleitet, und den eindruck hatte ich hierbei nicht.

das outsourcing kommt dann als dieser bumerang zurück: djs dürfen sich neben ihrem eigenen setup auch gleich darum kümmern, dass die technischen bedingungen im club es zulassen, dass überhaupt etwas aus den boxen kommt. bisher habe ich es so verstanden, dass ihre aufgabe darin besteht, dass das, was da raus kommt, gut klingt (also bitte clipping vermeiden und dgl.) und bestenfalls noch die leute gut bei laune hält. es ist höchst unangenehm, wenn djs anfangen müssen, beim clubpersonal fehlerquellen zu benennen, dabei auf eigentlich überforderte techniker zu treffen und damit zu enden, das beste aus den gegebenheiten machen zu müssen. ein entspannter aufbau gut 20 minuten vor beginn der party wird es nicht wirklich, wenn stattdessen im hinterkopf steht, dass es am eigenen mixer hängt, ob dieser floor öffnen kann oder nicht.

kommen wir endlich mal zu den positiven dingen:

  • der club hat definitiv potential. allen umständen zum trotz war der sound in der dunkelkammer weit mehr als nur passabel. und als sich dann noch jemand um das licht kümmerte, wurde das eine richtig gescheite techno-atmosphäre. mir gefällt die position des dj-pults irgendwie: mit dem rücken zum eingang, damit eigentlich in der mitte des raumes. ein paar mehr sitzgelegenheiten dahinter wären nicht schlecht – und zumindest eine bank mit halber wand, dass (die aussterbende gattung der) vinyl-djs auch mal cases abstellen können, ohne ständig kniebeugen machen zu müssen.
  • es gibt klos in ausreichender zahl und dazu noch gepflegt – das verdient auch ein lob.
  • über personal sowie tür ist nichts negatives zu sagen.
  • publikum war zwar nicht zahlreich da (leider zu wenig, als dass tatsächlich ein nennenswerter spendenbetrag zusammengekommen wäre), aber fiel bei weitem nicht so negativ auf wie manche überalkoholisierte/-mutige beim abstecher zur deep fried mit einem tollen set von monty luke ins about blank danach. damit ließ sich arbeiten.

es überwiegt aber auch eine halbe woche danach immer noch ein ziemlicher unglaube daran, dass outsourcing auf der einen und mangelnde eigene ausstattung auf der anderen seite es haben soweit kommen lassen müssen. und das in dem wissen, dass die namhaften clubs es hier eigentlich vorgelebt haben, dass die technik neben dem booking ein wichtiger faktor für langlebigen erfolg ist. auch wenn das set ganz passabel lief, wurde ich den gedanken nicht los, dies schon irgendwie peinlich zu finden und dass diese entwicklung hoffentlich keine schule macht. das fehlen der monitore machte sich insofern bemerkbar, als dass die feinheiten schon fehlten, da die f1 in die entgegengesetzte richtung ausgerichtet war. habe das set daher nachgemixt, das wird in den nächsten tagen online gestellt.

[berlin / 17.11.2018] berghain: klubnacht

vorweggenommen: es werden wieder drei male in diesem monat. ich halte mir offen, ron albrecht und karenn mitzunehmen, ganz sicher aber den mittag / nachmittag mit josh wink und das intermezzo abends in der säule.

klubnacht

berghain
00h00 ron albrecht
04h00 karenn live
05h30 vatican shadow
08h30 etapp kyle
12h30 fiedel
17h10 ben klock
21h00 veronica vasicka
01h00 dr. rubinstein

panorama bar
00h00 luigi di venere
04h00 stefan goldmann
08h00 oskar offermann
12h00 cashu
16h00 josh wink
20h00 roman flügel
00h00 margaret dygas

säule
19h00 oren ambarchi, konrad sprenger, phillip sollmann live

eintritt
18 euro

nachbetrachtung
(am 22. januar 2020)
obwohl ich sie gerne mitbekommen hätte: karenn habe ich gezielt verschlafen und die priorität auf josh wink verlegt. beides zusammen wäre auf schlafetappen bzw. schichtbetrieb hinausgelaufen, wonach mir nicht mehr zwingend der sinn steht. es war dennoch mit 13:00 bis 0:30 uhr lang genug und gerade musikalisch überaus zufriedenstellend, wobei die stimmung auch passte.

wegen josh wink hat es sich auch gelohnt. der spielte zwar recht hittig, aber zeitweise auch das bessere techno-set als ben klock. auch wenn letzterer mehr abwechslung in seine sets gebracht hat, reicht das für mich noch nicht, dass ich dem fanclub beitreten möchte. pluspunkt bei ihm aber „solid session“ von format #1 als abschlusstrack.
bei herrn wink hingegen anfangs manuel göttschings „e2-e4“ als überraschung, wobei das mit etwas anderem unterlegt mitlief. sonst „make a move“ von minimal man, „star dancer“ auf red planet oder „crispy bacon“ von laurent garnier. war eine schöne reise.

fiedel war zuvor härter als von ihm und zu der uhrzeit gewöhnt, aber gerade deswegen gut (trackauswahl steht weiter unten) und unten für mich damit auch der favorit.

kurze zwischenausflüge zu cashu gab es: bei ihr stach für mich „superlative fatigue“ vom errorsmith-album letztes jahr hervor, aber sonst gab ich fiedel den vorzug.
roman flügel versteht es einfach, melodisch techhousige tracks so ineinanderzuweben, dass alles wie aus einem guss wirkt, aber mir war’s zu dem sonntagstypischen zeitpunkt auch etwas voll.

veronica vasicka mit ableton live und daher auch mit sequenzen aus tracks, die mit kompletten stücken kombiniert worden sind oder es liefen zwei, drei stücke parallel. doch, war interessant, merke ich mir.

das beste sei zum schluss erwähnt: das trio ambarchi, sprenger, sollmann –  für mich einer der live-acts 2018. modular-synths, e-gitarre mit filtern und anderen effektgeräten, irgendein gerät aus der elektron-reihe und so einiges mehr, was ich alles benennen könnte, wenn ich nur ahnung vom produzieren hätte. das set bestand anfangs aus drones, aus denen sich dann sequenzen herauskristallisierten, die sogar einen rhythmus vorgaben und damit vom ansatz her ganz grob vergleichbar mit der barker-ep auf o-ton in diesem jahr oder dem residentadvisor-podcast von objekt sind. will heißen: alles an spannung geschah durch melodien der sequenzen und durch filterung, ohne dass es eine kickdrum gebraucht hätte. die kam erst kurz vor schluss.
passte super zur uhrzeit sowie in den rahmen und war obendrein noch von vorne bis hinten improvisiert, was eine menge fähigkeiten in puncto hardware und harmonien erfordert.

notierte tracks (°: shazam)
fiedel:
jeff mills – call of the wild
underground resistance – punisher (vor jahren mal von pete zum closing gehört, apropos…)
pete – latifah (in der „duro dub session“-version, glaube ich)
robert hood – combine
perc – hyperlink (tymon-remix)°
randomer – we laugh, we scream
manni dee & ansome feat. ewa justka – london isn’t england (ansome remix)°
3 phase feat. dr. motte – der klang der familie
like a tim – blond break (schöne überraschung, musste jedenfalls laut auflachen)
scan 7 – black moon rising (zum schluss)

veronica vasicka:
dbx – losing control (carl craig remix)
vex’d – angels
bam bam – where’s your child
dj hell & richard bartz – take a shot

[leipzig / 09.11.2018] institut für zukunft: notes from the underground

hat mit vernunft nicht viel zu tun, um mitternacht von berlin aus aufzubrechen, um cora das erste mal seit jahren wieder zu hören. aber sehr viel mit fan-dasein. mehr dann später.

notes from the underground

trakt 1
00h00 krystoff live
01h00 frank bretschneider live
02h00 cora s.
04h00 bird

trakt 2
00h00 len8
01h00 pb
02h30 disrupt
03h30 maos rache
05h00 b2b2b2b

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
ungewohnte position des eingangs. der befand sich nicht der an der seite am ende der rampe, sondern direkt am parkplatz. auch der zweite trakt befand sich woanders: in dem raum, in dem sonst die garderobe untergebracht ist. aber bis auf mal kurz hereinschauen hielt ich mich dort kaum auf. beim rest ist so gut wie alles in den letzten zwei jahren beim alten geblieben, bis auf dass sich das dj-pult auf dem hauptfloor wieder direkt gegenüber vom lichtpult befindet (also an der gleichen position wie zur eröffnung) und der turm mit den bassboxen nun geteilt worden ist, so dass die sich unter anderem bei der treppe befinden, über die man samstags normalerweise den floor betritt.

damit genug der objektiv-nüchternen faktenlage und hin zum völlig voreingenommenen subjektiven teil, der sich am besten mit dem zitat eines besuchers nach 3 uhr einleiten lässt:

„fang doch mal an, musik zu spielen, junge.“

heißt: cora spielt absolut unverändert kompromisslos (das folgende gilt als lob und wirklich kleine stichelei zugleich) das gleiche wie vor gut zehn jahren. da ich erst um 2:30 uhr da war, habe ich den teil mit drum&bass verpasst. aber der rest war ein best-of von 2003-2007.
beispiele? „proud of what?“ von istari lasterfahrer lief, als ich ankam. sonst: einmal bogdan-fan, immer bogdan-fan. von ihm gab es bspw. „bombs over ibiza“ oder die b1 der „i will eat your children too!“ und (wenn mich nicht alles täuscht) ein track der „boku mo wakaran“ auf 33 statt 45. dann noch den track der kesskiyala kru auf der antifaf 01, „bacon“ von doormouse als überbrückung, „dogmind ball“ und (obwohl nicht 100% sicher, aber in jedem fall von der „camels to cannibals“) „the marching morons“ von electric kettle, „break lesson“ von electromeca und „bricks“ vom ersten chris clark-album als set-abschluss.
wo sich das mit dem „best-of“ etwas despektierlich lesen könnte, wird durch die beispiele hoffentlich deutlich, dass sie nach achtjähriger pause vom auflegen im club nicht etwa den weg gegangen ist, ein techno-set zu spielen (wobei ich neugierig wäre, wie sich das aus ihrer feder bzw. dem case mittlerweile anhört – gab es zuletzt vor 15 jahren) und damit sowohl technisch als auch stilistisch auf der sicheren seite gewesen wäre. stattdessen das motto der party und dazu noch die lieblingsplatten mitnehmen, um dem experimentiellen charakter der veranstaltung rechnung zu tragen und mit dem weiterzumachen, was vor mehr als zehn jahren schon klappte: polarisieren. nur klang das selten so gut wie über die kirsch audio und dem optischen eindruck nach hatte sie ab stunde zwei (wo die anfangsaufregung wahrscheinlich schon etwas gelindert war) auch diebischen spaß daran.

bird im anschluss mit techno der sandwell-district-schule, „blood on my hands“ von shackleton im remix von ricardo villalobos, und besonders gefreut habe ich mich über „aerial“ von rhythm & sound. schluss war allerdings bereits um 6 uhr, da besuchertechnisch in der gesamten zeit nicht viel los war. lag zum einen an plakaten, die nicht geklebt worden waren. es gab aber außerdem keinen eintrag bei residentadvisor (was mittlerweile meine erste anlaufstelle ist, um clubtermine durchzugehen), so dass ich nur zwei wochen vorher über kanal blau-weiß davon erfahren habe.

das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser ausflug wegen des wiedersehens und -hörens mehr als nur richtig war. meinem eindruck nach werden heutzutage in clubs eher musikalische erwartungen bedient, weil die sich ja irgendwie rentieren müssen. es findet auch publikum den weg dorthin, das die entstehung von techno alleine aus altersgründen nicht mitbekommen konnte. damit einher gehen andere erwartungshaltungen, andere auffassungen von parties sowie eine wiederauflebung des starkults um djs, wie man es aus der kommerzialisierungswelle der 1990er kannte.
das hinterlässt bei mir den eindruck, dass techno sich wie andere stile mit anfangs radikal anderer ästhetik und auch anderem habitus neben rock, punk und hiphop fest etabliert hat und für die millennials mittlerweile eine ausgehoption unter vielen ist. da in den vergangenen 30 jahren ja bereits einiges an sounds durch die szene hindurch in die radios diverser küchen oder autos sowie kinofilme gewandert ist, hat sich auch das kollektive hören etwas in richtung elektronik bewegt. der schockmoment, wie man ihn anfänglich auch bei rock oder punk hatte, hat sich also verflüchtigt bzw. man muss sich schon anstrengen, um den erneut zu schaffen.
da ist es aus den zitierten wirtschaftlichen gründen einfacher, einen größeren nenner zu bedienen, was berghain, about blank und eben das ifz samstags neben zahllosen anderen aus nachvollziehbaren gründen tun. nur wenige der gebuchten djs brechen daraus wirklich aus und bedienen das bedürfnis nach geraden kickdrums um die 130 bpm, obwohl sie sich wahrscheinlich heimlich wünschen, aus dieser formatierungs-spirale auszubrechen.

um den bogen zurück zu dem freitag, bzw. samstagmorgen im ifz zu spannen und die stichelei von oben zu relativieren: es spricht viel für das ifz, diese experimente (alleine mit trakt 2 als dezidiertem ambient-floor) trotz zu erwartender geringerer besucherzahl ermöglicht zu haben. noch mehr spricht für die dame, die in den anderthalb stunden, die ich von ihr mitbekommen habe, mal wieder gezeigt hat, dass gute musik mit provokationspotential kein verfallsdatum hat bzw. das veröffentlichungsdatum dafür völlig irrelevant ist. wichtiger ist charakter, den das set von vorne bis hinten hatte. diese anti-haltung, nicht nach den mittlerweile klar etablierten techno-codizes zu spielen, kann man als sturheit auslegen, aber (und hier wiederhole ich das, was ich vor zehn jahren plus x schon meinte) gewollte brüche sind wichtig, um alternativen aufzuzeigen und die szene daran zu erinnern, dass es um experimente und nicht um gefallen ging. das mag zwar auf eine komische art und weise wertkonservativ klingen, ist aber meiner meinung nach heute wichtiger denn je, ehe parties gefahr laufen, in ein total berechenbares schema zu verfallen (vulgo: sturheit hat in dem fall ihre positiven seiten).
vor dem hintergrund ist es umso schöner zu wissen, dass es nicht bei dem einen intermezzo seitens coras bleiben wird. das nächste mal ist bereits am 29.12.2018, wieder an ort und stelle. werde ich zwar nicht schaffen, aber darauf hoffen, dass daraus etwas regelmäßiges entsteht. dann habe ich neben dem club an sich noch einen weiteren mehr als nur guten grund, mein vorhaben auch tatsächlich umzusetzen, das ifz einmal pro quartal zu besuchen. da bin ich etwas in verzug.

[berlin / 02.11.2018] panorama bar: panorama bar 07

ausnahmsweise mal nicht als vorankündigung, sondern als nachlese. war mir gestern noch nicht zu 100% sicher und hab mir heute früh kurz vor dem losgehen schon die frage gestellt, ob es das wert wäre. koffein ist aber nach wie vor eine große motivationshilfe. und vorweggenommen: gelohnt hat sich’s.

erstmal der reihe nach…

panorama bar 07
00h00 nd_baumecker
02h30 falty dl
04h30 duplex live
05h30 dave aju
07h30 gen ludd

eintritt
14 euro

ehe ich daheim aus dem knick kam, war es 3h30, als ich im laden war. nd habe ich damit verpasst, der an seinem (runden) geburtstag, der eigentlich zugleich auch veröffentlichungsdatum seines panorama-mixes sein sollte (was nun wiederum anlass für die party war), das pech hatte, dass die lizenzen für manche tracks aus dem set nicht erteilt worden sind.
dem kann man auch was positives abgewinnen: erstens betraf es wenigstens nicht nur einen track, zweitens gibt es die exklusiv-tracks auf ostgut ton seit gestern zu kaufen (womit das mit der release-party durch die hintertür wieder hinhaut) und drittens hatte er leute im line-up, die diversität in ihren sets großschrieben und damit (so hoffe ich) den selbst gesetzten anspruch erfüllt haben.

wenn man nach besucheranzahl geht, muss man sich schon fragen, warum falty dl und auch duplex bzw. das gesamte line-up nicht mehr leute gezogen haben. der füllgrad war bei bestenfalls zwei dritteln, brachte aber für mich einen großen positiven nebeneffekt: es war alles so unaufgeregt. kein warten vor der tür, drinnen kein durchschlängeln bei leuten und kein risiko, jemanden auf der tanzfläche anzurempeln oder umgekehrt. dem entspannten gesichtsausdruck einiger anderer nach zu urteilen, ging wohl nicht nur mir das so.

noch dazu verspürte ich in fünf stunden keine musikalische langeweile. auch wenn falty dl gute tracks auswählte („deep burnt“ von pepe bradock oder „aftermath“ von nightmares on wax), fehlte mir der faden. duplex in detroit-tradition, also melodisch, zum schluss fordernder. dave aju wechselte mühelos zwischen techno und house, so dass neben „take me back“ von herbert auch mal minuten zuvor „lancia delta integrale 16 v“ von neil landstrumm (unter seinem navario sauro-alias) oder auch „compass“ von dave clarke zu hören waren. merke ich mir.
bei gen ludd wurde es zum schluss sehr breakig, was als filter für das publikum seine wirkung nicht verfehlte. dabei „do your do (prod neane)“ von bryte oder „dengue drums“ von superficie. auch für die beiden gilt das alte ebay-prinzip: gerne wieder.

[berlin / 27.10.2018] griessmühle: climate of fear

dritte und letzte station des wochenendes, das dürfte dann auch reichen. die aussicht auf drum&bass in der halle der griessmühle ist zugegebenermaßen verlockend.

climate of fear

halle
22h00 gramrcy
03h00 source direct
05h00 peverelist b2b kowton

silo
00h00 baseline
02h00 laurel halo
04h00 relaxer live
05h00 mama snake

wintergarten
08h00 tasker

nachbetrachtung
eine gelegenheit, bei der mir eher grenzen vor augen geführt wurden, anstatt dass ich inhaltlich viel hätte mitnehmen können. saß weite teile – auch zuweilen im halbschlaf – herum und konnte die sets nicht so wirklich bewusst verfolgen. vermeide seitdem vorhaben mit drei parties an zwei wochenendtagen mit weniger als sechs stunden schlaf dazwischen weitestgehend. hat einfach keinen zweck.

das warm-up im silo durch baseline empfand ich als kraut und rüben. an „numen“ von batu erinnere ich mich noch, aber anstelle von mixing war das eher eine aneinanderreihung von tracks, ohne dass ich einen roten faden erkennen konnte. das lief bei gramrcy wesentlich runder, nein: sogar sehr gut.
was source direct angeht: im nachhinein hat es sich nicht gelohnt, extra wegen ihm zu bleiben. zwar hielt ich bis zum ende des sets durch, aber leider bediente er sich gerne bei den drum&bass-tracks in der schule der 2000er-jahre, die mich haben auf abstand gehen lassen (die mit den breiten sägezahn-basslines). aber gut, solche abende sind ja auch gemacht dafür, sich auch solche eindrücke zu verschaffen. ein paar tracks waren dennoch dabei, die es wert waren, shazam anzuwerfen.
zum startschuss von peverelist & kowton bin ich los. ausschlafen war definitiv wichtiger.

trackauswahl:
zeigen

[berlin / 27.10.2018] about blank: staub

der zweite monatliche pflichttermin ist zugleich zweite etappe des mit ansage ambitionierten wochenendes.

ablauf

lobby
10h00 modschi
13h00 diwa
15h30 rocko garoni
18h00 simone gato
20h00 glasersfeld

mdf
14h00 nur jaber
17h00 sheldon drake
19h00 air liquide
20h00 oscar + paul omen

zelt
14h00 i.nez
17h00 discoish.it + holidays in chernobyl

nachbetrachtung
ein wieder mal feiner samstagnachmittag/-abend, der aber ein wenig unter der extrem guten techno-vorlage von surgeon ein paar stunden zuvor ein paar kilometer weiter westlich gelitten hat. fand mich dafür eher im zelt ganz gut aufgehoben, das übrigens vergrößert worden ist – nicht nur in der fläche, sondern auch in der höhe. die garderobe befindet sich jetzt wieder dort am eingang, der dem club zugewandt ist und liegt hinter der bar. sorgt gleich für eine andere stimmung, obwohl die discokugel fehlte. inez servierte kaliber wie „something isn’t right“ von herbert, „comfortably numb“ von scissor sisters für diejenigen, die auch mit pop können oder „let it go“ von traumprinz. vom tag-team danach gab’s u.a. „dance with me“ von soundstream und „bar a thym“ von kerri chandler.

soll aber nicht heißen, dass es drinnen schlecht war. wo ich letzten sommer bei air liquide noch fand, dass das ein wenig verpuffte (was aber auch an der damals kühleren witterung gelegen haben könnte), war das auf dem mdf richtig (also so richtig) gut. acid in bestform, im tieftonbereich schön abgerundet. auch das langsamere tempo mit industrial-dystopie von sheldon drake zuvor war schön – vor allem interessant zu sehen, wie das nach nur jaber die menge teilte. sie spielte funktional und schnörkellos geradeaus, so wie ich sie die letzten male gehört habe. ich hoffe allerdings darauf, dass sie sich wieder auf die stärken von vor zwei jahren besinnt und trippige, dennoch treibende sets spielt – das zusammenspiel von melodien kann sie meiner meinung nach sehr gut, wohingegen es aktuell nach eher stumpfem abliefern klingt.

[berlin / 26.10.2018] tresor: tresor x carbonate coke club tour collective

ein weiterer getränkekonzern schickt sich an, seine fußabdrücke in den clubs zu hinterlassen. da hierbei aber scheinbar dem tresor-booking freie hand gegeben worden ist, soll mir das recht sein. wird auftakt eines ambitionierten wochenendes.

tresor
00h00 zadig
04h00 surgeon
07h30 hector oaks

globus
00h00 axiom
03h00 moritz von oswald live
04h00 anna haleta
06h30 vco

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
war immerhin kurz vor 2 uhr vor ort und damit noch pünktlich zu axiom, der (wen wundert’s) kein bisschen was verlernt hat und strikt electro spielte.
das branding seitens des allseits bekannten getränkekonzerns war dabei gerade so diskret, wie es sein musste. oben gab einen stand sowie mitarbeiter, die mit getränkemarken für brausen aus deren hause herumgingen (und denen man erklären durfte, weshalb man diese marken ablehnt). unten ein stets beleuchteter „carbonate“-schriftzug auf einem blechschild oberhalb des dj-pults. aber das noch dezent genug, dass das restliche licht nicht davon beeinträchtigt war.

moritz von oswald fing verhalten an, aber nach einer viertelstunde kamen die bekannten qualitäten durch – also ein dubtechno-loop, der quasi ewig weiterlaufen könnte und zum tanzen sowie zur meditation zugleich geeignet war. natürlich reif für eine veröffentlichung. der rest blieb dann wenigstens tanzbar und damit ein sehr schönes beispiel für die peaktime im globus. oder auch: hat er wieder einmal gut gemacht.

surgeon spielt tatsächlich nicht mehr mit ableton live, sondern mit automatisch synchronisierten cdjs. heraus kam an diesem abend eines der für mich besten techno-sets 2018. viele eigenproduktionen (radiance, death before surrender), aber auch von mir unterschätzte tracks wie „phosphene“ von drax im remix von perc & truss, „k tune“ von heiko laux & teo schulte aus den tagen, in denen ich kanzleramt nicht mehr auf dem zettel hatte und  das kurz zuvor neu aufgelegte „last voyage“ von code 6 / joey beltram als abschlusstrack.

hector oaks begann danach tresor-typisch hart, trocken, ließ dabei nicht andeuten, dass viel abwechslung drin wäre. daher war’s einfach, den vorsatz umzusetzen, vor der staub noch eine runde zu ruhen.

[berlin / 23.10.2018] festsaal kreuzberg: orbital

in der diesjährigen mission, konzerte lebender legenden zu besuchen, geht es heute im festsaal weiter. los geht es um 20 uhr, support kommt von delfonic.

nachbetrachtung
mache ich schnell: unaufgeregt-unprätentiöses warm-up durch delfonic, der damit genau richtig lag. orbital haben mit ihren neuen sachen die grenze zum kitsch für mich weit überschritten, aber „halcyon“ mit der aus funk und musikfernsehen bekannten kombination von „heaven is a place on earth“ und „you give love a bad name“ durfte nicht fehlen. „the box“ haben sie aber leider nicht gespielt, was in der extralangen album-variante eine schönere sache gewesen wäre als die meisten neuen.

da ich aber erstens in diesem leben kein trance-connaisseur mehr werde und zweitens nicht jetzt schon in das (schönen dank an die fantastischen vier) „die alten sachen fand ich ja ganz gut“-muster verfallen möchte: ich habe herren im besten alter mit spaß an der freude auf der bühne und als sehr sympathische geste direkt danach noch am merchandising-stand gesehen, bin musikalisch stellenweise mitgerissen worden, kann nun einen haken dahinter machen. muss jedoch nicht nochmal hin, wenn sie hier sind. das ist bei underworld anders.

[berlin / 19.10.2018] berghain: pan x mannequin

die pan-nacht vor zwei jahren war musikalisch mit eine der besten, und wegen objekt ist es eh klar.

berghain: pan
00h00 crystalmess b2b toxe
01h30 slikback
03h00 pelada live
04h00 tzusing
05h30 amnesia scanner b2b bill kouligas
07h00 objekt

panorama bar: mannequin
00h00 jasss
03h00 legowelt live
04h00 identified patient
06h00 alessandro adriani b2b phase fatale

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

am 13. märz 2025, dankenswerterweise hatte ich das in der restrealitaet etwas ausführlicher abgehandelt, den beitrag nur noch nicht hierher kopiert. hier also jetzt endlich in leicht redigierter form.

für mich musikalisch locker in der top 3 der berghain-besuche anno 2019. keinerlei ausreißer nach unten, wenigstens gut (pelada), meistens außergewöhnlich. legowelt gefällt mir immer besser, wenn er rauher spielt. für seine verspielt-verträumteren tracks muss ich in der stimmung sein, glücklicherweise war er hier auf ersteren pfaden unterwegs.
identified patient mit viel electro, kleinem drum&bass-ausflug, tzusing mit viel uk-einschlag und etwas techno zwischendrin. amnesia scanner und bill kouligas zunächst samstags-kompatibel, zweite hälfte aber im positiven sinne ravig („six days“).

(fanboy-brille an) objekt wieder mal kandidat für das set des jahres. begann mit techno (u.a. die neue blawan), war aber nach einer dreiviertelstunde bei hardcore angekommen, wo shazam regelmäßig versagt hat. sollte jemand vor ort gewesen sein, der*die tracks aus dem stegreif weiß, bitte bescheid geben. tippe u.a. auf drop bass network, aber hab deren diskographie nicht mal ansatzweise durchgearbeitet. dann über halftime und polyrhythmie zurück zu electro, womit er das kunststück vollbracht hat, den floor ab kurz vor 9 uhr bei hellem, das ende andeutendem licht nochmal zu füllen, so dass erst um 9:30 uhr schluss war. wahn-sinns-set! (fanboy-brille aus)

notierte tracks

slikback
swimful – bounce
rabit – straps
(beides zum ende seines sets)

identified patient
legowelt – disco rout
photonz – aquarian ball
dj gigola & kev koko – papi

tzusing
ancient methods – swordsplay

amnesia scanner / bill kouligas
e-saggila – pattern obgliation
hdmirror – total
antonio & cristiano – ragga jump (direkt nach der hdmirror)
evil grimace – 3 litres (nach „ragga jump“)
jon piemel – inhale
jimmy j & cru-l-t – six days

objekt
blawan – many many pings
loraine james – london ting, dark as f**k
bryte – mama dey party
hyph11e – tinnitus (direkt danach)
badsista – montagem da xereca
33emybw – 冬虫夏草
doctor jeep – snake eyes
tsvi – realm of jabarut
etch – swirls & spirals
djc – cc101
chants – kitka rhythm
reptant – lizard theme
ganx – really real
quirke – ttransport craving
cobblestone jazz – india in me (direkt darauf)
simo cell – stop the killing
suicide – rocket usa (schlusstrack)

[berlin / 06.10.2018] berghain: klubnacht

nachdem der herr dettmann das letztens mit miss kittin in der oberen etage ganz schön gut gemacht hat, zwei hamburger legenden dort auf dem zettel stehen und mein erklärter lieblings-resident auch noch unten dabei ist, war klar, dass das der oktober-termin für mich wird.

klubnacht

berghain
00h00 pete
04h00 headless horseman live
05h00 xhin
09h00 pär grindvik
13h00 sunil sharpe
17h00 marcel dettmann
21h00 function
01h00 sigha

panorama bar
00h00 murat önen
04h00 or:la
08h00 krystal klear
12h00 justin cudmore
16h00 boris dlugosch b2b klaus stockhausen
20h00 gerd janson
00h00 midland

eintritt
18 euro

nachbetrachtung
ohne wenn und aber: das war für mich einer der top-5-sonntage anno 2018 an ort und stelle, woran die beiden front-residents maßgeblichen anteil hatten.
insgesamt 17 stunden – einmal acht, einmal neun.

pete war wie immer eine bank. dachte so bei mir, dass er schon ordentlich gas gibt, als ich die stufen um 1:30 uhr nach oben ging. aber das baute er feinfühlig ab und wieder auf. headless horseman spielte zu beginn eher bassline-orientiert, zweite hälfte eher industrial-geprägt. nichts zu meckern. xhin gefiel mir gegen 6:30 uhr am besten, als er für 15-20 minuten tracks ohne gerade kick spielte und damit auch den floor um ein drittel leerte. ansonsten nichts für mich nennenswertes.

für justin cudmore und or:la gilt das gleiche: treibend, ohne beliebig zu klingen. merke ich mir. bei letzterer gab es einen schönen streifzug durch diverse stile (electro u.a.). zwar passten ein paar tracks in der letzten halben stunde harmonisch nicht zusammen, aber dafür stimmte die auswahl. schön auch, dass die sounds eher rauh waren.
sunil sharpe (wir sind längst schon bei der zweiten schicht) funktional und technisch versiert wie immer. aber komischerweise spielte sich das geschehen für mich vielmehr in der panorama bar ab, so dass ich von ihm nicht mehr als zehn minuten mitbekommen habe. marcel dettmann vielfältig wie immer, also auch gerne mal wavig oder electro, aber im gegensatz zu function hat er es mit dem gain imho zu gut gemeint. da klangen die mitten mit elacin in den ohren ganz schön schneidend. bei function fand ich es bemerkenswert, dass er die anlage zumindest bis 22h30 nicht so sehr über dem limit betrieben hat wie vor seiner auszeit (maximal bei 110 db). stilistisch eher trippig, so wie seine sandwell-produktionen.

das duo dlugosch / stockhausen spielte einfach jahrzehntelange erfahrung aus. so konnte auch prince („when doves cry“) oder propaganda („p:machinery“) untergebracht werden, ohne dass das fremd wirkte. tolle reise durch gemeinsame drei jahrzehnte geschichte mit tanzmusik, was auch einige in die panorama bar lockte, die vom äußeren eindruck her damals im front dabei gewesen sein könnten.

notierte / per shazam identifizierte oder (das gilt bei den herren dlugosch / stockhausen) restreale schwarmintelligenz zusammengetragene tracks:
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