[kp3/hq2.0 / 05.10.2007] freiburg 4.0 – microsite

irgendwie schade, dass neue pages nicht auch zugleich im blog auftauchen. gibt bestimmt ein wordpress-plugin dafür, aber auf die suche danach mache ich mich jetzt mal nicht, sondern weise auf dem gewöhnlichen wege darauf hin, dass am freitag wieder musikalische abendunterhaltung ansteht. dahinter steckt auch die absicht, damit wieder eine gewisse regelmäßigkeit einkehren und die fangemeinde (sofern vorhanden) nicht mehr zwei jahre warten zu lassen. wer – wo auch immer – eine einstimmung für das wochenende braucht, kann sich also am 5. oktober abends vor dem rechner einfinden.

genaueres gibt’s dort, wo man – im gegensatz zu hier – auch kommentieren kann.

[studio kp3 / 05.10.2007] freiburg 4.0

das motto in anlehnung an das console-cover von tocotronic. wer irgendwelche vorschläge zur findung eines universell einsetzbaren namens für die ungezwungenen zusammenkünfte auf dem herzen hat, kann sie gerne in den kommentaren unterbreiten. bis dahin muss die fangemeinde mit solchen provisorien leben.

freiburg stimmt aber insofern, als dass tk der hauptstadt einen längeren besuch abstattet, nachdem er vor ziemlich genau einem jahr in richtung südwesten gezogen ist. genau so lange hat man ihn auch hier nicht mehr an den plattentellern gesehen, also wird es mal wieder zeit. da uns eh daran gelegen ist, die pause zwischen den einzelnen streams drastisch zu verkürzen, lässt sich bei so einem anlass das angenehme mit dem nützlichen ideal verbinden – allerdings, ohne es in einen tagelangen exzess ausarten lassen zu wollen. ein abend mit offenem ende – das sollte reichen.

freiburg 4.0

start: freitag, 5. oktober 2007, 20 uhr
ende: offen

line-up

dj’s
tk (klangterroristen / freiburg)
16 lux (myspace.com/16_lux / berlin)
kaethe (myspace.com/djkaethe / berlin)
d. ment (klangterroristen / berlin)
stype (klangterroristen / berlin)

cam (& stream)
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mit irc-client:
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/join #elektrofahndung

mit browser (benötigt java):
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hausmusik verlässt die bühne des vertriebsgeschehens oder: gedanken zur zukunft des umganges mit musik

ich habe jetzt nicht mehr im hinterkopf, wieviele labels efa seinerzeit unter den fittichen hatte, bei hausmusik waren es aber ebenfalls einige liebhaberstücke (es reicht aus, alleine basic channel zu nennen), und so langsam wird die frage echt akut, was die zukunft der musikdistribution und vor allem deren verkauf angeht.

wer – gerade in jüngster zeit – hier mitgelesen hat, wird auch meine gewachsene affinität zu mp3-käufen bemerkt haben. auch wenn die hardware-software-lösung bei mir alleine aus finanziellen gründen noch aussteht, gewöhne ich mich tag für tag mehr an den gedanken, zukünftig höchstens mit einem notfallpaket an platten im club aufzutauchen, in dem im idealfall ein stabil laufendes system fest installiert ist, wo man höchstens noch seine externe festplatte anschließen muss, um loslegen zu können.
eine schöne utopie, so liegt es jedenfalls nahe. der bandscheibenvorfall, zurückzuführen auf den transport von 50 plus x platten, rückt erstmal in weite ferne. man läuft nicht gefahr, dass die nach 4 jahren suche für 20 euro endlich ergatterte ep einer bierdusche im club ausgesetzt wird, von ständiger besorgnis um die vollständigkeit des tascheninhalts und dem sonstigen verschleiß ganz zu schweigen. auch diverse quadratmeter in den eigenen vier wänden müssen nicht mehr so schnell mit weiteren bonde-regalen verstellt werden, weil ein großer teil der einkäufe nunmehr auf 3,5 statt auf 12, 10 oder 7 zoll lagert. eine sicherheitskopie des ganzen lagert dezentral und sicher, so dass man sich sicher sein kann, die sammlung im notfall wieder beisammen zu haben.
im grunde könnte man also frohlocken, dass diesem schweren, verschleißanfälligen, empfindlichen tonträger namens „schallplatte“ 25 jahre nach der cd sein vermeintlich wirklich letztes stündlein geschlagen hat und die zukunft den vergleichsweise klar klingenden dateien gehört, in welchem format auch immer sie angeboten werden, nur hat die medaille eben auch eine andere seite.

stolziert man aufmerksam durch die beiden in berlin neueröffneten giganten der unterhaltungselektronikmärkte (saturn am europa-center, media-markt im alexa – verteilt auf fünf, bzw. vier etagen), wird man in der tonträgerabteilung neben der obligatorischen cd-auswahl sicherlich das angebot an vinyl bemerken. der trend war in den letzten jahren schon zu beobachten, dass das schwarze gold nicht mehr nur im bereich dj-relevanter musik gefragt ist, sondern auch im rock-sektor wieder alben veröffentlicht werden. auf der ifa kürzlich begegnete meinem vater und mir am marantz-stand ein mitarbeiter, der auf unsere feststellung, dass sie auf einmal wieder plattenspieler ausstellen (und dies wohlgemerkt nicht extra in einer high-end-halle, wo man sie neben transrotor und co. vermuten würde), nur entgegnete, dass die nachfrage dazu tatsächlich vorhanden wäre.
ist natürlich begrüßenswert. vinyl: kein drm, schönes großes cover, die eben angesprochene schwäche der empfindlichkeit des tonträgers wird auf einmal zur stärke, weil ein vorsichtiger umgang mit ihm zugleich die identifikation mit der erworbenen musik steigert. und wenn man doch mal ehrlich ist: selbst cd-player mit durchsichtigem deckel, von wo aus man den silberling in seinen drehungen beobachten konnte, sind absolut nichts gegen eine sich drehende schallplatte, durch die sich ein tonarm mit einem angenehm klingenden tonabnehmersystem arbeitet. der im vergleich zur cd alles andere als perfekte klang macht seine defizite im hoch- und mitteltonbereich (gerade je näher man in richtung mitte gelangt) durch eine schöne analoge wärme mehr als wett. gerade djs können ob ihres augenmerks auf bassbetonter musik außenstehende mit ihren diskursen über die masteringqualitäten von diesen oder jenen studios zur weißglut treiben, womit ich sie auf eine stufe mit den audiophilen puristen stelle, deren höchstes vergnügen es zu sein scheint, die unterschiede zwischen verschiedenen pressungen von pink floyds „dark side of the moon“ zu analysieren. über die wiederauferstandenen hifi-puristen war demletzt in der zeit zu lesen, das würde hier zu weit führen.

die grenzen zwischen den musikhörern scheinen neu gezogen zu werden. den großteil der konsumenten scheinen diejenigen auszumachen, die sich ihre musik massenweise – legal oder illegal – aus dem netz holen und dabei keinen gedanken darauf verschwenden, mit welchen methoden der codec in der dateiendung arbeitet. m4a, aac, ogg, wma, mp3 – hauptsache, der rechner spielt es irgendwie und ich kriege es hin, mir davon meine lieblings-cd zusammenzustellen. neben der retorten-qualität derzeitiger popmusik, welche die schwäche einer gesamten industrie offenbart, die besser auf nummer sicher geht und den schnellen euro mit acts macht, auf die man bereits monate im voraus ausgiebigst via halbseidenen casting-formaten vorbereitet wird, ist dieser neue umgang mit musik, der einen nicht mehr dazu zwingt, sich gesamte alben anhören zu müssen (hand auf’s herz: die guten alben der meisten one-hit-wonder lassen sich wirklich an einer hand abzählen.), der hauptgrund dafür, weshalb das albumformat – und damit künstler mit tatsächlichem profil – nicht mehr so gefragt sind wie noch vor einem jahrzehnt.
am anderen ende steht der musikfanatiker – eine mindestens vierstellige anzahl an tonträgern im haus, inkl. sich ständig darüber beklagendem oder wenigstens kopfschüttelndem lebensabschnittspartner, findet jeden tonträger innerhalb von fünf minuten auf zuruf, kann einem wenigstens was zum erscheinungsjahr sagen, wo, in welchem laden, in welcher lebensphase man das alles gekauft hat, und als dj sogar noch, welche tanzfläche man damit leergefegt hat.

um die letzte spezies geht es mir primär. ist da nicht ein umbruch im gange? serato, traktor scratch, ableton live – sind das nicht alles systeme, die mittlerweile so ausgereift sind, dass der umgang damit nicht mehr länger zum haareraufen führt, sondern tatsächlich einen derartig reibungslosen ablauf gewährleisten, dass es sogar richtig spaß macht und man es keine sekunde bereut, das schwere case daheim gelassen zu haben?
sind sie. und darin liegen sowohl fluch, als auch segen des ganzen. wie an dem hausmusik-ende erkennbar wird, scheinen es independent-labels mittlerweile richtig schwer zu haben, überhaupt noch richtige tonträger abzusetzen, sofern sie nicht auch auf digitale vertriebswege setzen. ich gebe selbst zu, dass auch ich mittlerweile nach labels differenziere, bei denen ich dank online-verfügbarkeit geld, zeit und platz spare, und den sahnestücken, die es nicht digital zu kaufen gibt und auch z.t. als prestigeobjekt ins regal wandern müssen. viele beklagen den massiven einbruch von plattenverkäufen in den letzten jahren, was ich bislang nicht so recht wahrgenommen habe. besuche beim hardwax oder bei der space hall zeigen nach wie vor ein anderes bild: die regale sind voll, die belegschaft macht nicht den eindruck, als würde sie sich den lieben langen tag vor lauter untätigkeit fragen, weshalb man heute überhaupt aufgestanden sei, aber hört man sich bei labelmachern (abseits von mobilee und anderen konsens-labels der groove-charts) oder vertrieben um, scheint es mit dem umsatz veritabler tonträger echt nicht rosig auszusehen.
so komfortabel die vertriebsanhängigen portale (wo wordandsound gerade mit whatpeopleplay.com einen neustart gewagt hat, der dem alten portal schon jetzt im beta-stadium locker den rang abläuft) auch sind: sie können einen kompetenten plattenhändler nicht ersetzen, bzw. der prozess der vorab-selektion, welche die einkaufspolitik der hiesigen plattenläden so prägt, liegt komplett bei einem selbst. ist zwar schon wieder gut, weil man damit im idealfall die neuheiten ungefiltert zur verfügung hat, andererseits weiß jeder, dass es nach der 20. minimal-platte einfach keine laune mehr macht, sich auch noch die nächsten vier dutzend anzuhören – in der hoffnung, dass etwas gutes dabei ist. sicher, dann kann man sich auch fragen, weshalb man sich überhaupt dafür entschieden hat, weite teile seines netto-monatseinkommens dafür aufzuwenden, wenn man es nur so bequem wie möglich haben will, und ich glaube, auch beim virtuellen einkauf werden schnell die mechanismen greifen, wie sie sich ein jeder nach zwei bis drei jahren intensiveinkauf angeeignet hat. allerdings ist das repertoire vertriebsanhängiger downloadportale oder mp3-supermärkte à la beatport so groß, dass es für eigentlich gute veröffentlichungen schwieriger wird, sich im mittelmaß zu behaupten, weil sie gefahr laufen, darin unterzugehen. betrachtet man es realistisch, ist es mit dem einzug von mp3 wesentlich leichter geworden, mittelmäßige musik anzubieten, wenn sich einem label schon nicht die frage nach presskosten etc. stellt. auch da werden hoffentlich bald – wie im vinyl-sektor – die gesetze des marktes greifen.
mir machen daher die leidenschaftlichen plattenhändler etwas sorgen – dieser für außenstehende merkwürdige menschenschlag, von denen so gut wie jeder einzelne 10.000 plus x titel kennt und neben dem wahren des musikalischen erbes (welcher richtung auch immer) auch ein ohr für künftige trends hat. ich genieße es eigentlich immer, sofern jemand dieser plattenhändler auch irgendwo in einem namhaften club spielt, weil ich mir sicher sein kann, dass dabei keine x-beliebigen charts oder nur die heißesten promos gespielt werden, nur um zu zeigen, dass man mit dieser oder jener clique ganz dicke ist. sie sehen lieber zu, dass sie den leuten im club das bieten, was sie in ihrem vollzeitjob hinter der ladentheke auch am meisten beeindruckt hat – auch nachvollziehbar, wenn man sich weite teile des geschäftslebens mit beliebig austauschbaren platten auseinandersetzen muss. solchen leuten ist es zu verdanken, dass musik mit profil in den clubs zu hören ist, und dieses profil spiegelt sich zugleich im angebot des jeweiligen ladens wider. je nach präferenz wandert man als käuferlemming eben häufiger dorthin.
falls es – und die zeichen stehen eindeutig dafür, wirft man einen blick auf die entwicklungen bei dj-hardware – darauf hinausläuft, dass der handel mit musik nicht mehr auf physischen tonträgern basiert und fast ausschließlich dezentral stattfindet, bricht den plattenläden – und letztendlich auch manchen vertrieben – die existenzgrundlage weg (es sei denn, man startet den verkauf längst vergriffener raritäten, von denen sicherlich nie dateien in portalen auftauchen werden). sicher, den musikalischen anspruch werden die nun arbeitslosen plattendealer weiterhin wahren und ihre dj-existenz hoffentlich nicht an den nagel hängen, aber so lobenswert ein community-ansatz wie bei playwordandsound auch ist – er ersetzt die soziale interaktion im laden in keinster weise. schön zu wissen, dass ein laurent garnier diese oder jene platte in seine sets einbaut, aber die entdeckung verborgener schätze auf gestempelten whitelabels beim wühlen im neuheitenregal bleibt damit auf der strecke. im plattenladen riskiert man es eher, mal ein paar sekunden dafür zu investieren, bei den mp3-stores ist aufgrund der fülle des angebotes eine unendliche geduld notwendig.

klar, der clubgänger macht sich über sowas eher weniger gedanken. solange irgendetwas mit identifizierbarem takt aus der pa erschallt, ist die welt auch in ordnung. dem dj oder intensiven musikkonsumenten droht aber der verlust der instanzen, die den musikalischen geschmack neben den clubs schulen und erweitern, was auf parties – an orten, wo musik unmittelbar erfahren wird – wegen der dienstleistung am hedonistisch umtriebigen kunden nur bedingt möglich ist. ich hoffe daher, dass liebhaberlabels sich nicht der musikalischen beliebigkeit preisgeben und sich aus bequemlichkeit für den ausschließlich digitalen vertriebsweg entscheiden, sondern mit tatsächlichen tonträgern dazu beitragen, dass die spezies der vinylnerds doch nicht so schnell in vergessenheit gerät. dazu hänge ich einfach zu sehr am gesamten ablauf.

[berlin / 29.09.2007] berghain: klubnacht

mein nachtleben beschränkt sich derzeit nur auf zwei locations, aber nur zwangsläufig auf konsens-sound abzufeiern, nur damit man mal was anderes sieht, ist auch nicht meine welt. da vertraut man doch lieber auf bewährtes. im übrigen hat man in der köpenicker in den ersten zwei oktober-wochen vom booking her wieder mal locker die nase vorn. dafür gibt’s im berghain abseits vom samstag nettes programm.

klubnacht
berghain
00h00-04h00: norman nodge (mdr / berlin)
04h00-07h00: dj bone (subject detroit / detroit)
07h00-ende: boris (careless / berlin)
panorama bar: circus company nacht
00h00-04h00: sety
04h00-05h00: noze live
05h00-08h00: dave aju live-/dj-set
08h00-11h30: konrad black (wagon repair / berlin)
11h30-15h00: carsten klemann (my my / berlin)
15h00-ende: dinky (cocoon / berlin)

12 euro

[berlin / 22.09.2007] tresor: tuning spork / toys for boys / suburban knight residency

sehr gute (und vor allem zügige) entscheidung, mr pennington den resident-status zu verpassen, noch mit im boot befindet sich selten in diesen breitengraden gehörte belgische unterstützung, oben wird es sicher auch nett.

tresor: suburban knight residency
suburban knight (darkprint / detroit)
t quest (fuse / brüssel)

batterieraum: tuning spork / toys for boys
dan curtin (klang / berlin)
sierra sam & jeik (toys for boys / berlin) live
michal ho (toys for boys / zürich) live
jeik (toys for boys / belgium)

ab 23 uhr
12 euro

einkäufe vom 29. märz 2007

ich bin etwas hinterher, zugegeben. da kommt aber ein brocken hinterher, der noch weiter zurückliegt. war ein sonniger donnerstagabend im hardwax, viel wanderte nicht mit.

convextion
miranda (remixes)
[matrix records (detroit) matrix1.5]

beim warten auf diese platte konnte man sich – metaphorisch – die beine in den bauch stehen. weit vorher angekündigt, musste sie scheinbar diverse male bei nsc zum mastering, ehe der cut saß. das fällt besonders bei einem track schwer, der schon mitte der 1990er furore machte und mir im laufe der letzten jahre diverse male in sets unterkam. die hoffnung steigt dann in ungeahnte höhen, wenn es auf einmal heißt, dass man nicht mehr hohe zweistellige beträge für das original ausgeben muss, aber wenn der track einen derartig guten eindruck hinterlassen hat, wird man doch leicht ungeduldig.
schlussendlich war sie da, doppelvinyl, wieder limitiert (mir schleierhaft, warum man das auch dieses mal so handhabt), original plus drei remixe. einmal psykofuk (sean deason), der sich die bassdrum bei carl craig klaut und in der zweiten hälfte die originalen chords einbaut. auf der zweiten platte gibt es mit deepchord und echospace bewährt dubbiges material. gerade die letzten beiden remixe sind ihr geld zwar auch schon wert, aber gegen das original kommt wirklich immer noch nichts an.

maurizio
m-4.5
[maurizio m-4.5]

für mich die schnittstelle zwischen den chordig-melodischen tracks der 3 und 4 und den restlichen drei eher vom echo geprägten platten, die noch folgen sollten. natürlich über jeden zweifel erhaben, war die letzte, die mir noch fehlte.

einkäufe vom 16. august 2007

im virtuellen kompakt, der über das c/o-pop-wochenende alle tracks für 99 cent das stück angeboten hatte, was bei eps und erst recht bei alben zum automatischen klick-reflex führt. ist also eine menge dabei, was schon länger fällig war, sogar mal nach labels und dann noch nach aufsteigenden katalognummern geordnet.

portable
cycling
[background bg037]

tatsächlich schon sein zweites album, wobei ich den erstling auch schwächer finde. hat damals noch in südafrika gelebt, ist mittlerweile nach umweg über london in lissabon angekommen, aber das nur am rande. sind fakten, die man eh schon weiß, dennoch nicht ganz unwichtig, weil es die atmosphäre der tracks gut erklärt.
die wird nämlich von ambient-artigen höhen getragen, die teilweise von sequenzen oder kurzmelodien, wenn nicht sogar sprachsamples ergänzt werden, und unter allem (ausnahme „i dream you dream of me“, was völlig ohne beats auskommt) liegt ein derart warmer bass, der die tracks auf ihre eigene art und weise hypnotisch treibend wirken lässt.
definitiv eine perle im background-katalog.

portable
flicker
[background bg041]

„liquid crystal display“ ist einfach ein kunstwerk, was mit tiefem bass, unprätentiöser bassline und klopflauten beginnt, um sich später um ein frauenvocal-sample zu drehen. das stück endet ohne bass, aber mit takt und den bereits erwähnten programmatischen ambient-sprenkseln.
die beiden tracks auf der eigentlichen b-seite sind dann eher was für die kopf-fraktion, auch wenn sich tanzen dazu nicht automatisch verbietet, nur dürften sie den meisten clubgängern (leider) zu wenig treibend sein. musikalisch dennoch wertvoll.

deadbeat / monolake
random brown ep
[cynosure cyn019]

das original ist ganz nett groovender minimal, der bei höheren lautstärken sogar dampf unter dem kessel hat, aber da gibt es heutzutage selbst in dem bereich tracks mit mehr profil.
herr henke ist mal wieder der grund, dennoch geld auszugeben, weil er das original in ein bestens passendes techno-korsett bringt, auch wenn er nicht mehr macht als einzelne spuren zu modulieren. nur weiß er eben, wie man sowas auf die interessante tour gestaltet, und so kriegt man als dj mehr als nur ein bloßes tool geliefert.

lusine
serial hodgepodge
[ghostly international gi-37]

sicherer lieferant für emotionale tiefe, dennoch kristallklar produzierte und zu weiten teilen auch noch super tanz- und spielbare tracks, weswegen man ihn immer auf dem zettel haben sollte. enttäuscht wird man sicher nicht, erst recht nicht bei diesem album.

sog
speicher 49
[kompakt extra komex49]

nanu? speicher? wie kommt der auf einmal darauf?
zugegeben, manches auf dem kompakt-sublabel hat man irgendwo (wenn nicht sogar auf dem mutterschiff) schon mal – und teilweise auch noch besser – gehört, aber dann kommt auf einmal ein anonymer produzent daher, dazu limitiert man das ganze als vinyl noch, und fertig ist erstmal das mysterium.
gut, solche dinge reichen noch nicht aus, um sich das ganze auch kaufen zu wollen, also muss musikalisch was geboten werden, und das ist hier sowas von trockener minimal, wie man ihn teilweise auf profan durchexerziert hat. wegen der wenigen spuren könnte man fast den vergleich mit sähkö wagen, aber die sind dann doch eine spur düsterer. die flöte auf der a-seite sorgt für die nötige portion kitsch, auf der b-seite fehlt sie wiederum, und es werden einfach nur die sequenz und die claps über dem beat gefiltert. das klingt dabei aber sowas von sexy, dass man manchen minimal-vorzeigelabels um die ohren hauen möchte. so geht das nämlich.

robag wruhme
wuzzelbud kk lp
[musik krause mk cd 001]

kam zu der zeit raus, als sein „kopfnikker“ noch die tanzflächen bestens in schwung hielt und überrascht mit unerwarteten downbeat-, bzw. r’n’b-tracks, und sogar ambient ist mit an bord. wirkt dabei nicht aufgesetzt, sondern sogar authentisch, und da die minimal-tracks auch allesamt keine qualität zum einschlafen bieten, überstrahlt das album auch heute noch einiges, was in dem bereich in diesem format erscheint – leider auch bei musik krause.

marcel dettmann
quicksand / getaway
[ostgut tonträger o-ton 03]

kam im berghain – wen wundert’s? – schon häufig genug zum einsatz, und wie es nun mal bei labels mit clubzugehörigkeit so ist: die tracks sind dafür einfach wie gemacht. daheim kommt die a-seite vielleicht etwas schwach auf der brust daher, aber die echo-sequenz verfehlt mit der nötigen anlage und optischer untermalung ihre effekte nicht. die b-seite ist tranciger, nicht mein fall.

jake fairley
cn tower
[sender send007]

was hat er für tolle platten gemacht, bevor auch er in poppigere gefilde abdriftete. andererseits kann niemand verlangen, davon noch dutzende neue aufgüsse zu bringen, weil das irgendwann wirklich langweilig wird. man sollte sich also lieber hieran erfreuen, weil das nach wie vor schön tiefe techhouse-tracks sind, denen man die sechs jahre auf dem buckel wirklich nicht anmerkt. war definitiv seine beste phase als produzent, jede sender von ihm eigentlich blind zu kaufen und die hier somit überfällig.

carsten jost
pinksilver
[sender send016]

mit ein paradebeispiel, wie man mit wenig mitteln dennoch tracks mit atmosphäre und dem nötigen druck erzeugt. auf der b-seite besonders deutlich, weil dort nicht mal erhöhtes tempo vonnöten ist. die a-seite brennt sich mit ihrer melodie eh ins gehirn. immer noch makellos.

jochen heib
arise
[senior solution management ssm02]

wenn es ein neues label aus dem kompakt-vertrieb verstanden hat, mit qualität zu überzeugen, dann dieses. kaufen kann man alle drei, die wahl fiel nur erstmal auf die, weil der titel wirklich wörtlich genommen werden kann, da die sequenz sich tatsächlich erst von ihrer lautstärke her erheben muss, um im letzten drittel zusammen mit der hintergrundmelodie ihren zenith zu erreichen. zeigt mal wieder, dass es die einfachsten ideen immer noch bringen.
die „version“ auf der b-seite ist das selbe nochmal ohne fläche, dafür mit mehr knarz, voll funktional und die ep damit der beste beweis, wie minimaler techno heutzutage möglich sein kann, wenn man denn will.

the black e
found on the floor of the foundry
[sleep debt sd005]

cristian vogel und ben mallott, die mal eben spaß daran finden, bei „y-o-y jack“ ihre variante von acid-house zu kredenzen, „spider power“ ist schon fast typisch düsterer vogel-bassline-techno, bei dem das langsamere tempo sein übriges tut. der „? remix“ des openers filtert das sprachsample und fügt eine bassline alter schule hinzu. ist nett, mehr aber nicht. „ho ho ho“ war bereits auf der „seed records presents… soviet„-compilation drauf, die für kurze zeit für lau über bleep zu haben war, wurde hier auch schon besprochen.