r.i.p. chris rea

verfasst am 23. dezember 2025, jedoch bereits gestern verstorben und daher zurückdatiert.

natürlich dieser tage mit „driving home for christmas“ auf vielen kanälen zu hören – und unter den weihnachtsstücken aus dem rock/pop-bereich ist das auch eines, dessen ich nicht müde werde.
dennoch: julia, josephine, let’s dance, on the beach, road to hell – erfrischend unprätentiöse hits, die zu seiner erscheinung als person passen. auch wenn er selbst angab, dass der pankreaskrebs ihn anno 2001 zu einer bescheideneren person gemacht hat und er sich fortan nur auf blues spezialisierte (und richtig: etwas weiteres für meine hausaufgabenliste).

er ist nun mit 74 jahren nach kurzer krankheit verstorben.

r.i.p.

[berlin / 20.12.2025] berghain: klubnacht

geburtstag war letzte woche, was zu den gelegenheiten zählt, die ich mittlerweile auslasse. wäre anders gelagert, wenn sie die halle geöffnet hätten. meine hoffnung geht für dieses mal in die richtung, dass manche exil-berliner*innen sich bereits auf dem weg richtung heimat befinden und es etwas überschaubarer wird. jedenfalls wird „nur“ das berghain geöffnet sein, der ablauf kommt meinem sonstigen tagesablauf bzw. gewohnheiten auch noch entgegen.

klubnacht

berghain

00:00 dustin zahn
04:00 beatrice
08:00 measure divide
12:00 sev dah
16:00 mareena
20:00 stojche
00:00 chami b2b olivia mendez

nachbetrachtung

rein: 11:50 uhr
raus: 0:20 uhr

meine hoffnung auf entspanntere verhältnisse hat sich größtenteils erfüllt. den ganzen tag sowie abend über gab es keine schlange vor dem club, drinnen war’s bis zum nachmittag zu drei vierteln gefüllt. also ausreichend platz, ohne sich in die quere zu kommen. gegen abend bot sich das gewohnte bild, ohne dass es zwar wirklich in richtung überfüllung ging, aber zu dem zeitpunkt war mir bereits nicht mehr danach, mich mitten ins getümmel zu stürzen.
vom geburtstag in der woche zuvor waren noch die extra-lichter (led-panels) sowie die an den fenstern auf der rückseite sowie der hauptbar angebrachten muster übrig. insbesondere letztere kokettierten sehr mit dem image des berghain als kirchenähnliche institution für den sonntag.

sev dah hat mich echt positiv überrascht. seine produktionen fand ich bislang solide, jedoch befand sich darunter nichts, das mich zum kauf bewogen hätte. aber den slot, an dem das publikum aus der nacht zu einem teil noch da ist und die neuen vom sonntagmorgen sich schon etwas warmgelaufen haben, hat er richtig gut ausgefüllt. trocken nur dann, wenn es sein musste, dub-chords gehen immer, und ich hab gelernt, dass dustin zahn bessere robert-hood-artige tracks produziert als robert hood selbst seit geraumer zeit.
bei mareena war es voll genug und das publikum aufnahmebereit, so dass sie sich nicht zurückhalten musste. sprich: ordentlich fordernd, konsequent mit vinyl, konsequent gut, hat durch josi devil mit dubstep zwischendrin einen schönen kontrast gesetzt. stojche hat nahtlos anknüpfen können, jedoch habe ich weite teile seines sets verquatscht.

ergo ein weitaus weniger hektischer sonntag als in den letzten jahren üblich. schlug sich direkt in der stimmung wider, die etwas familiäres wie vor 12 bis 16 jahren hatte. war somit für mich die insbesondere nach dem unerwartet vollen november entspannteste klubnacht des jahres. schön, dass das noch geht. noch schöner, wenn dies von dauer wäre.

notierte tracks

sev dah

dustin zahn – lucid dreams
dustin zahn – smoking in silence
sev dah – inat kuca
marcal – angry teleprinter
markus suckut – 10 y
ctrls – crash

mareena

dold – simple workout
adlas – more or less
hurdslenk – rain
cirkle – shamanic
altinbas – tide
cirkle – silent rage
the subjective – tremmer (the advent remix)
storm on earth – signal
ignacio – virton
josi devil – m.e.s. (feat. tsvi)
dj shufflemaster – slip inside you
randomer – stupid things i do (new school mix)
off / grid – still deviant

stojche

robert hood – master builder
dave clarke – way of life
regis – speak to me

r.i.p. rosa von praunheim

ehrlicherweise: sein film über rex gildo ist der einzige, den ich von ihm kenne. objektiv hat er eine menge für die sichtbarkeit und akzeptanz schwulen lebens geleistet. dabei durchaus riskant, wenn mensch sich die outings anderer prominenter durch von praunheim anno 1991 vergegenwärtigt – was sich rückblickend zwar ausgezahlt hat, aber zwischenmenschliche sowie gesellschaftliche schäden hätte anrichten können.

er ist mit 83 jahren verstorben.

r.i.p.

[berlin / 13.12.2025] about blank: staub

und dann gibt’s noch den monatlichen stammtermin.

ablauf

zelt

12:00 i.nez
15:00 insa
17:00 ed davenport
19:30 resom

mdf

15:00 v:sonntag
18:00 caleb esc
21:00 magna pia

nachbetrachtung

rein: 16:30 uhr
raus: 23:30 uhr

und ich kann’s kurzhalten: eine staub im guten musikalischen durchschnitt, menschlich wie immer aus dem bilderbuch. 100-200 gäste mehr hätte ich der ausgabe schon gewünscht, aber als netten nebeneffekt hatte ich selbst in den schlussminuten auf dem mdf unbehelligt genügend platz.
caleb esc dort zwischen trippig und rauh mit subtilerem aufbau als magna pia. dessen erste 20-30 minuten seines sets waren für mich etwas statisch, in der letzten halben stunde fand ich ihn dafür wesentlich besser.

ed davenport im zelt housig/techhousig, mal melodisch, mal basslinig, schön in wellen. resom mit der von ihr gewohnten vielfalt mit schwerpunkt auf house, spielte in wohnzimmerlautstärke nach 22:00 uhr etwas weiter.

notierte tracks

caleb esc

jokasti & nek – sleep spindles
linear phase – mandatory
deas – block

resom

italojohnson – itj05b1 (bambounou remix)
x-press 2 – say what! (london underground mix)
moloko – forever more (francois k & eric kupper vocal mix)*

magna pia

astronomical telegram – amarilla

*: durch hilfe von außerhalb identifiziert. hatte roisín murphy solo vermutet und den songtext missverstanden.

[berlin / 11.12.2025] uber arena: radiohead

dieses mal war es der digitale wiederverkauf anstelle des analogen. zwar weit im oberrang, aber das sollte hoffentlich reichen, um „idiotèque“ identifizieren zu können. und somit eine weitere band auf der „möchte ich abgehakt haben“-liste.

nachbetrachtung

als fazit vorab: zum fan haben radiohead mich mit diesem konzert nicht konvertiert, aber das soll ihre qualitäten als musiker und live-band absolut nicht schmälern. die sind gleichermaßen großartig. kleine fehler gehören dazu und machen darüber hinaus sympathisch.

hat sicherlich daran gelegen, dass ich in der letzten reihe gefühlt unter dem hallendach gesessen bzw. gestanden habe. dort ging (trotz leinwänden) eine menge von der sicht und auch etwas von der akustik verloren, die aufgrund des layouts mit runder bühne eh schon schwierig war. an meinem standort fand ich’s ok. hatte mich ohnehin mit der tatsache arrangiert, den größten teil der stücke abseits von „kid a“ (eines der alben auf meiner ewigen bestenliste) nicht zu kennen und zu sehen, wie die fans reagieren. und da war ich positiv erstaunt, dass radiohead auch ein jüngeres publikum ansprechen, so dass von 20 bis 60 alles vertreten war.

„kid a“ hatten sie überraschenderweise im set, das live für mich richtig gut funktionierte. „idioteque“ leider weniger, weil sie das hektisch mit ca. 150 bpm gespielt haben – das original ist deutlich langsamer. „15 step“ habe ich von den neueren stücken noch erkannt, „videotape“ ist mit „in rainbows“ auf dem gleichen album, aber das war für mich der heimliche höhepunkt im set. abschluss mit „no surprises“ nach gut zwei stunden, in denen der großteil der bandmitglieder an verschiedenen instrumenten über die bühne wirbelte. in der hinsicht konnte der runde bühnenaufbau seine qualitäten völlig ausspielen.

wenn sie erneut nach berlin kämen, würde ich wieder hin. wahrscheinlich genauso „gut“ (also gar nicht) vorbereitet in der rolle des zaungastes. noch gespannter wäre ich, wie ein neues album klänge, wenn sie sich nochmal darauf einigen können. ansonsten könnte ich auch sehr gut mit touren wie dieser leben, wo sie sich in eindrucksvoller form präsentiert haben.

[berlin / 12.12.2025] rso: jeff mills – 30 year anniversary of the liquid room mix

ohne jegliche übertreibung: diese mix-cd war für mich der urknall. eine rauhe intensität sowie ein brachiales mixtempo, dabei nicht vor gewollten dramaturgischen brüchen zurückscheuend. 1995 eine werkschau zeitgenössischer tracks sowie denen aus der anfangszeit in detroit und chicago – heutzutage beinahe alle durch die bank weg klassiker. und damit der stoff, die cd als verpflichtend für diejenigen zu sehen, die sich beginnen, für techno zu interessieren.
für mich spielte sie jedenfalls eine entscheidende rolle dabei, den tresor bei erreichen der volljährigkeit aufsuchen zu wollen. zugleich war sie eine art einkaufsliste, die mir dabei half, mich im hardwax und der space hall zurechtzufinden.

jeff mills tourt anlässlich des jubiläums durch die lande und macht im rso station. das sieht dann wie folgt aus:

23:00 toresöffnung
23:30 filmvorführung
00:00 jeff mills
02:00 christian ab
04:00 jeff mills
06:00 christian ab

tickets gibt es mit etwas glück im resale bei ra.

nachbetrachtung

vor ort: 1:20 uhr
rein: 2:20 uhr
raus: 7:00 uhr

beim anblick des pulks vor der tür hatte ich befürchtungen, es überhaupt zum zweiten set zu schaffen, aber das rso hat den ansturm zu der zeit echt gut bewältigt. drei schlangen: abendkasse, gästeliste, tickets. alles gleichermaßen fair abgearbeitet, daher ging die eine stunde wartezeit locker klar.

die tanzfläche habe ich erst um 4:30 uhr betreten und bis dahin geplaudert bzw. an der bar gewartet. es scheint sich bei mir eine genügsamkeit einzustellen, wenn schon weit im voraus klar ist, dass mit einer großen anzahl an leuten zu rechnen ist. auch drinnen setzte sich mein eindruck fort, den ich von der tür hatte: keine übermäßige hektik, stattdessen routiniertes abarbeiten.

weit hinein habe ich’s im robus nicht geschafft bzw. schaffen wollen. natürlich auch hier hoher füllgrad mit ansage, was sich am hinteren rechten ende an der treppe nach unten zu den darkrooms jedoch sehr gut aushalten ließ. jeff mills hatte sich zunächst auf rave-kompatibles aus der ersten hälfte der 1990er festgelegt, aber verwob das mühelos mit minimaleren oder tooligen tracks. dabei technisch den allergrößten teil der zeit auf den punkt, so dass alt und jung ihn in bestechend guter form erlebt haben. und booker*innen hoffentlich das signal bekommen haben, keine weiteren 12 jahre zu warten, bis er mal wieder als techno-dj in berlin spielt – er wäre dann 74.

christian ab war mir zu melodisch, aber das ist mein problem. glücklicherweise war die tanzfläche bei ihm auch noch dreiviertelvoll, insofern konnte er objektiv eine echt gute visitenkarte abgeben und den undankbaren endslot gut ausfüllen.

notierte tracks

jeff mills (set 2)

human resource – dominator
ecstasy club – jesus loves the acid
cyrus – enforcement
truncate – control
sleeparchive – meson
steve bicknell – why? and for whom? #8
the vision – liquification
kaay alexy – my my my
surgeon – fivo (direkt danach)
killa bite 1 (b2)
green velvet – i want to leave my body (direkt danach)
dj rush – rain dance

[berlin / 04.12.2025] about blank: treuhandtechno

in kurzform: die abwicklung des veb narva seitens der treuhand, die vom kollektiv panzerkreuzer rotkäppchen in form eines theaterstücks präsentiert wird. gab es anno 2021 und 2022 an ort und stelle schon mal, wird jetzt erneut aufgeführt.

mehr infos und tickets gibt es hier. und am 4. dezember eine aftershowparty mit diesen beiden damen:

21:00 cora s.
22:30 barbara hofmann

r.i.p. jimmy cliff

am 26. november 2025 verfasst, jedoch auf den 24. november (todestag) zurückdatiert.

hat reggae mit auf die musikalische landkarte gesetzt, steht in meiner musiksozialisation jedoch leider im schatten von bob marley. daher leider nur der oberflächliche hinweis, der einem nachruf und seinen verdiensten nicht mal ansatzweise gerecht wird.

er ist mit 81 jahren auf jamaica verstorben.

r.i.p.

r.i.p. albert gabriel

am 26. november 2025 verfasst, jedoch auf den 23. november 2025 (todestag) zurückdatiert.

erste (mehr oder minder einzige, jedoch prägende) begegnung mit ihm unter seinem alias „arj snoek“ durch house-tv auf viva mit „i can people know“. hat in seiner trockenen einfachheit wunderbar die letzten jahrzehnte überdauert und wird das in den nächsten sicherlich auch. für mich sein bester track und „dizko queen“ weit voraus.

mit nur 45 jahren verstorben, er hinterlässt frau und tochter.

r.i.p.

p.s.: eine frühere version des artikels hat den 25. november als todestag genannt, obwohl es tatsächlich der 23. november war. dies ist entsprechend korrigiert. danke an eva in den kommentaren für den hinweis.