[berlin / 19.09.2015] berghain: klubnacht

die untreue hält dieses mal nur für eine nacht.

klubnacht

berghain
00h00 norman nodge
04h00 francois x
09h00 hd substance
13h00 stenny
17h00 kobosil
21h00 marcel dettmann
01h00 len faki

panorama bar
00h00 steve mizek
04h00 rroxymore live
05h00 dj sprinkles
08h00 christopher rau
12h00 margaret dygas
16h00 discodromo
21h00 the black madonna
01h00 function

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
so um die 12 stunden war ich da, von 1 (nachmittags) bis 1 (nachts), und nachmittags war das vor der tür und drinnen sehr entspannt. gewechselt habe ich die etagen in der zeit mehrmals. nicht, weil es langweilig war – allerdings war der sonntag von niemandem eine musikalische offenbarung. achtung, jammern auf hohem niveau: guter durchschnitt von jedem, wobei herr dettmann in durchschnittlicher form ja immer etwas besser als der rest ist. war für meine begriffe auch dieses mal so.
bei stenny hatte ich gehofft, dass er wieder so experimentiell mit unterbrochener kickdrum wie beim letzten mal spielt, allerdings war das sehr geradlinig (jedoch wieder mit „quoth“). margaret dygas war geschmeidig wie immer unterwegs, aber nicht zu trocken. da ward auch zwischendrin „fly life“ von basement jaxx zu hören oder (abgeguckt) „synthetic flemm“ von theo parrish. spätestens bei kobosil (besser als beim letzten mal, alleine wegen des rabih beaini-edits von „tanki tanki“) wurde es wieder deutlich voller, was direkt vor dem beginn des dettmann-sets vor der tür fast absurde ausmaße annahm: die reguläre schlange bis zum häuschen und die für gästeliste / bereits abgestempelte reichte bis zum garten. da wird es irgendwie schwierig, nur mal eben vorbeischauen zu wollen.
auf der tanzfläche war es unten jedenfalls besser auszuhalten. lag nicht an the black madonna, die mich in der kurzen zeit, in der ich mich oben ins gedränge stürzte, sehr gut mit trockenen chicago-sachen (reine drumtracks von farley jackmaster funk) kriegen konnte. langfristig ging das für mich jedoch mit ständigem körperkontakt nicht – das war unten besser, wobei marcel dettmann mich auch als erster so richtig packte. schluss war bei ihm so gegen 1:15 uhr mit „space invaders are smoking grass“, das war dann auch für mich der schlusspunkt.

gute klubnacht. überaus solide im musikalischen, jedoch sehr wertvoll im mentalen sinne, weil u.a. trotz des füllgrades am sonntag abend eine erstaunlicherweise echt harmonische stimmung herrschte und obendrein noch nette menschen um mich waren, die das auch zu einer sozialen angelegenheit werden ließen.

[berlin / 18.09.2015] tresor: tresor meets tectonic & vanguard sound

normalerweise ist es ja so, dass ein gutes tresor-line-up von dem am wriezener karree noch übertroffen wird. auch heute ist es ein kopf-an-kopf-rennen (electromotive force, ectomorph spielen live, dazu gibt’s dj hell), aber das zehnjährige tectonic-jubiläum ist es mir definitiv wert, der köpenicker straße den vorzug zu geben. auch, um mal wieder zu schauen, was sich so getan hat.

tresor meets tectonic & vanguard sound

tresor: 10 years of tectonic
pinch
peverelist
shed
2562

globus: vanguard sound!
amir alexander
hakim murphy
chris mitchell

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
da mein typ samstagmittag anderweitig verlangt worden war, konnte ich es nicht allzu lang werden lassen. daher waren es auch nur fünf stunden, aber für normale verhältnisse ist das ja auch schon was.

wie so häufig und gerne steige ich mit den kritikpunkten ein: ich fand die tür irgendwie seltsam. ohne schlange gegen 1 hingekommen, fragend guckend kurz davor stehend, bis ich ermuntert wurde, doch hineinzugehen. keine ahnung, ob ich mittlerweile so konditioniert bin, dass ich mich erstmal reinbitten lassen muss (wahrscheinlich doch zu viele clubs mit türpolitik besucht), aber ich hätte es schöner gefunden, mit einem kurzen „n’abend, kurzen augenblick bitte“ oder sowas begrüßt zu werden.
ein anderer wäre die immer noch vorhandene inkonsequenz beim durchsetzen des fotoverbots (was somit eher nach einer bitte anstatt einer regel aussieht). so schlimm wie im fabric ist es aber bei weitem nicht, dafür steht die party dann doch eher im vordergrund.
dann noch der letzte: es gibt keinen merchandising-stand mehr im garderobenbereich, stattdessen ist das ein eher stiefmütterlicher abschnitt mit kleiner bar, an dem man sich wahrscheinlich ganz gut ohne störenden durchgangsverkehr unterhalten kann. wirkt aber ein bisschen abgeschottet.

das war es aber auch mit den negativen seiten, es überwiegt tatsächlich das positive. nicht nur beim kleinen umbau unten im tresor: die zuvor mit den alten schließfächern irgendwie notdürftig hinimprovisierte linke hintere ecke ist wieder offen – keine schließfächer mehr, stattdessen eine weitere sitzecke. und es gibt absorber an der decke – wie die sich jetzt genau auf die akustik auswirken, kann ich jetzt nicht benennen. allerdings ist der sound unten tatsächlich nicht nur ordentlich, sondern für meine begriffe tatsächlich echt gut. leichter minuspunkt: tracks abgucken oder den dj durch das gitter fragen geht irgendwie schlecht, wenn der subwoofer direkt vor dem pult steht. naja, muss man vielleicht etwas mut aufbringen und nach hinten gehen.

musik gab es ja auch noch. zwar bekam ich nur die reste des dubstep-sets alter schule von pev und pinch zum anfang mit, war jedoch erstaunt, dass es besser funktionierte als 2008 (man erinnert sich: marcel heese und ich waren unsererzeit kläglich gescheitert, das mittwochs in der ersten stunde probieren zu wollen). zwar war es kein nach mehr schreiender mob, aber durchaus interessierte leute, wo ich fast das gefühl bekam, dass sie tatsächlich gezielt für das tectonic-jubiläum gekommen waren. peverelist gehörte dann die nächste gute stunde, in der er zum größten teil mir unbekannte (wahrscheinlich auch wie üblich so manch unveröffentlichte) tracks spielte, die sich aber im fahrwasser dessen abspielten, was auf livity sound und dem rückwärts betitelten schwesterlabel so passiert. pinch sorgte danach (fast wie zu erwarten) für das set des abends und legte gleich mit den brachialen rave-tracks der marke „mumdance & logos“ los. er blieb auch irgendwie in techno-gefilden, aber kaum mit gerader bassdrum. „fixed action pattern“ von surgeon war da eine ausnahme.
shed spielte so einiges aus den hotflush-anfangstagen („the knowledge“ von toasty bspw.) und in der zweiten hälfte auch (insgeheim erhofft) uk-hardcore. als produzent und live-act ist er mir jedoch lieber. kurz nach der übernahme durch 2562 musste / wollte ich auch schon wieder los, aber das bisschen war technisch und vom aufbau her schon sehr vielversprechend.
die ausflüge von oben waren nur kurz. amir alexander habe ich mir eine viertelstunde angehört und angesehen (rein optisch beim mitgrooven eine völlig andere welt als shed unten, aber das ist letztendlich auch immer eine typenfrage), was sehr schön nach melodischen neueren chicago-sachen im alten gewand klang.

wenn man die tatsache berücksichtigt, dass mit der electromotive force im berghain und anderen freitags geöffneten clubs durchaus andere schwergewichte um die gunst des publikums buhlten, war es für einen freitag mit tresor und globus doch erstaunlich gut gefüllt – für meine begriffe sogar richtig angenehm. das kann man tatsächlich auch über das publikum sagen. jedenfalls bin ich niemandem begegnet, bei dem ich aggressionspotential oder dergleichen befürchtet hätte. so simpel wie es sich auch liest, aber der tresor ist ein club, in dem die leute unkompliziert einfach mal zu hartem sound abfahren wollen. schön zu sehen, dass das freitags auch in einem von tectonic mittlerweile sehr offen definierten stil möglich ist. mein positiver eindruck vom letzten jahr, dass der tresor wieder auf dem richtigen weg ist, wurde mit dem tectonic-jubiläum bestätigt. es ist also an mir, wieder häufiger nägel mit köpfen zu machen und freitags (wenn nicht gar samstags) in richtung köpenicker straße aufzubrechen. eher freitags, weil mich die kombination aus tresor und +4-bar interessiert.
ich will nicht zu viel versprechen, aber ein weiteres jahr möchte ich damit sicher nicht warten. lieber wäre mir eine monatliche beobachtung, aber das artet mit den anderen pflichtterminen (berghain, staub) dann ja fast in arbeit aus, was für mich im privaten nun echt nicht sein muss. wird sich zeigen, was sich wann wie unterbringen lässt. zurück auf dem monatlichen radar ist der tresor jedenfalls.

[leipzig / 12.09.2015] institut für zukunft: clubnacht & same old madness

wenn ich schon mal hier bin…

clubnacht & same old madness

trakt 1
abdulla rashim
perm
solaris b2b subkutan

trakt 2
dj sotofett
dj peak
faq

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
aufgrund von vorschlafen war ich erst nach 2h30 dort, aber als berliner gleich positiv aufgrund der kurzen wege in leipzig überrascht. mit dem fahrrad von der „karli“ (quasi die simon-dach-straße leipzigs) bis zum ifz braucht man vielleicht eine viertelstunde – und dabei hetzt man sich auch nicht ab.

ohne lange um den heißen brei herumzureden: den positiven ersteindruck vom letzten jahr hat das ifz mehr als bestätigt. den außenbereich (am eingang geradeaus anstatt nach links rein) finde ich zwar etwas karg, daraus ließe sich noch gerne mehr machen. aber drinnen hat sich vieles zum positiven verändert: der trakt 1 hat nun ein paar echte strobos, wenn auch an der seite hinter dem pfeiler – zwei davor wären auch gar nicht schlecht. außerdem fällt sofort ins auge, dass das dj-pult nun an der ecke zwischen treppe und rechter wand steht und der monolith an subwoofern aufgeteilt worden ist. eine hälfte steht nach wie vor an der wand, die andere an der treppe. klangtechnisch ist es definitiv immer noch eine wohltat.
sie haben auch tatsächlich beim darkroom nägel mit köpfen gemacht – der ist jetzt hinten links in der unteren etage. beiden etagen gemeinsam ist aber ein gewisser hindernisparcours aus sitzgelegenheiten, die sich linker- und rechterseits abwechseln. schnurstracks geradeaus stampfen geht also eher nicht. in der oberen etage gibt es zudem jetzt (hinter dem ursprünglichen „darkroom“, der jetzt etwas lounge-charakter hat – etwas verniedlichend könnte man auch „knutschgrotte“ dazu sagen) weitere toiletten. man muss also nicht mehr quer durch den gesamten club, um dorthin zu kommen.
bei trakt 2, also dem housefloor, bleibt immer noch etwas zu tun. abgesehen vom bartresen gibt es keine sitzgelegenheiten, aber einen funktion-one-subwoofer, der den sound schon sehr satt macht. aber das lichtpult steht bspw. für jeden frei zugänglich herum und der dj direkt daneben. kleine emporen an den rändern empfände ich als ganz gute idee, aber mal schauen, auf was sie so kommen. fest steht, dass ich (endlich!) mal einen nicht so überzeugten eindruck revidieren muss: ich hatte sotofett letztes jahr im blank-garten als noch etwas zu zerfahren und meinetwegen auch unmotiviert in erinnerung. aber im ifz hatte ich meine freude daran, wie er von house über chicago („noise“ von paul johnson bspw., damit man mal weiß, wo michael forshaw so gesamplet hat) zu drum&bass kam, und das innerhalb von 20 minuten. acht stunden hatten sie ihm gegeben, und da hätte ich schon ganz gerne eine couch gehabt, um das einfach mal sitzenderweise zu genießen. so blieb ich eher stiller, am rande stehender beobachter.
tanzen ging auch alleine wegen des lichts und der räumlichen gegebenheiten wegen auf dem mainfloor besser. abdulla rashims set verblieb zwar auch in der richtung, wie sie auf semantica und prologue zu hören ist, jedoch war es dabei nicht statisch. die eine oder andere 303 ward auch zu hören, ansonsten nahm er mit mal mehr, mal weniger perkussiven elementen spannung raus bzw. baute sie wieder auf. klassischer fall von „nicht mein beuteschema, aber ich kann sehr gut spaß dazu haben“.

das duett von solaris mit subkutan bekam ich nur zum anfang mit. trotz vorschlafen gab es ein defizit, das nicht noch weiter befüttert werden wollte. daher bin ich kurz nach 7 uhr wieder los, jedoch nicht ohne das schon im letzten jahr beim ersten besuch feste vorhaben, sich wirklich regelmäßiger dort blicken zu lassen.

[leipzig / 11.09.2015] dr. seltsam: all night long

im noch kleineren rahmen als im staubsauger, wurde mir gesagt. house, acid, techno als grobe koordinaten – eventuell mit etwas pop, mal schauen.

drseltsam20150911

all night long
holger s. (electronic nights)
saša sora (drs)
stype (killekill)

start
22 uhr

nachbetrachtung
mehrfache premiere: mit dem fernbus fahren, so gut wie neues macbook pro retina im clubbetrieb nebst neuer soundkarte austesten, und das ohne netzteil. letzteres war zwar dabei, aber ich wollte mal sehen, wie weit ich komme.

der fernbus hatte schon mal anderthalb stunden verspätung, was aber reichte, um gegen 21 uhr in leipzig zu sein. daher waren wir auch pünktlich im dr. seltsam, das schlicht und einfach nur urig ist. tagsüber eine fahrradwerkstatt, abends eine bar mit kleiner tanzfläche. für eine geburtstagsparty im kleinen rahmen (in dem fall für holger) definitiv eine gute wahl.
saša sora sehr vielfältig, disco, house, krudes auf berceuse heroique. holger konsequent housig mit melodie, war gut im fluss, fand ich. meine wenigkeit hat ab 2h30 innerhalb von einer halben stunde mal wieder einmal gut die leute dezimiert, was aber wohl auch eh die zeit ist, in der man sich von der bar aus entweder auf den weg nach hause oder in den club macht. davon abgesehen war das set jetzt auch nicht so meine sternstunde. eröffnet habe ich mit „ocean“ von mole people und versuchte dann, ähnlich weiterzumachen. ich war aber auch nicht unglücklich drüber, als holger nach einer guten stunde ankam und fragte, ob wir nicht gemeinsam spielen wollen. noch eine premiere: vinyl und ableton live – auch das ging, genauso wie der akku die ganze zeit hielt.

feierabend gemacht haben wir dann gegen 5 uhr, was für barverhältnisse meinem eindruck nach auch voll in ordnung geht. randnotiz: die rückfahrt mit dem fernbus am sonntag verlief absolut reibungslos.

[berlin / 29.08.2015] mensch meier: bewegungsfreiheit #6

fast fünf monate sind seit der letzten bewegungsfreiheit im about blank vergangen, und gerade in den letzten fünf wochen ist einiges passiert, was an deutschland anno 1992 erinnert – nur dieses mal auch mit unterstützung aus dem (klein)bürgerlichen lager, das mit ressentiments gegenüber den fremden, die sich in den leerstehenden gebäuden der nachbarschaft niederlassen, nicht mehr hinter dem berg hält.
denen sei gesagt, dass das flüchtlingsproblem nicht nur hierzulande offensichtlich ist – auch in england lässt es sich bspw. nicht mehr verleugnen. nur wird das dort wenigstens gleich als europäisches problem begriffen, das haben sie uns als ehemalige kolonialmacht mit entsprechend bunt durchmischter bevölkerung wohl voraus. vielleicht ist es zu kurzsichtig von mir gedacht, die massenbewegungen in richtung europa aus nicht nur von kriegen, sondern auch aus den von humanitären krisen geprägten ländern als strukturelles problem zu sehen, an dem die eu einen nicht geringen anteil hat. die politische hilflosigkeit tut da ihr übriges – wohlstand ist als opium für’s volk nicht zu unterschätzen, daher ist dessen sicherung als prämisse zur wahrung des status quo (lesen als „sichern der eigenen pfründe“) so schnell nicht vom tisch zu bekommen.
wie brüchig dies ist, merkt man ja jetzt. europa – mit deutschland als wirtschaftlichem triebmotor – verheißt frieden, sicherheit, humanitären mindeststandard. so sicher kann man sich bei allen von den drei genannten faktoren nicht mehr sein. zwar ist es gut gemeint, wenn man mit „pack“ deutliche worte gegenüber dem braunen mob findet, aber das beseitigt die ursachen nicht und wird einigen eher noch ansporn sein.
nicht nur beim „pack“, sondern auch generell wird in puncto flüchtlingsakzeptanz noch einiges zu leisten sein, da an den für die flüchtlingsbewegungen zugrundeliegenden ursachen so schnell nicht gerüttelt wird – das wäre einfach zu fundamental.

daher also die sechste bewegungsfreiheit im mensch meier – einen besseren grund für meinen zweiten besuch dort gibt es nicht.

bewegungsfreiheit20150829

line-up

meinfloor
00h00 brick
02h00 dj flush
04h00 alland byallo
06h00 akmê

theater
01h00 tobias gullberg
03h00 manamana
06h00 daniela la luz live

räuberhöhle
23h00 red rack’em
02h00 bewegungsfreiheit special

garten
06h00 janoma & doob
10h00 miriam schulte
12h00 wasn & wunderwaffel

eintritt
21-23 uhr: spende
23-01 uhr: 7 euro
ab 01 uhr: 10 euro

nachbetrachtung
hiermit habe ich mir fast zwei jahre zeit gelassen (wir schreiben den 10. juli 2017). nichtsdestoweniger ist mir bricks gelungene premiere in einem größeren club (mit „tanzmaschine“ von knarz), ein wie immer gut zwischen heidelberg (alex cortex) und der insel (planetary assault systems) vermittelnder dj flush sowie ein ordentlich gefüllter garten in der frühe gegen 9 uhr in erinnerung. auch das einbinden der flüchtlinge ins konzept hat gut gepasst, dennoch war die ganze angelegenheit etwas komplexer als im about blank – gerade was absprachen anging. und das mensch meier musste damals noch seinen platz im nachtleben suchen, was in der immer noch etwas verlassen wirkenden ecke an der grenze zu lichtenberg nach wie vor nicht leicht ist. will heißen: beim about blank profitieren beide seiten von dessen lage, der stamm- sowie laufkundschaft und der jahrelangen bindung, was die bewegungsfreiheit dort noch runder macht.

dennoch: passte und lieferte damit einen grund für die wiederholung in 2016.

[london / 22.08.2015] xoyo: 3rd birthday

aller guten dinge sind drei, und auch hier mit beteiligten, die man aus der heimat kennt – bis auf mr ties. die homopatik steht komischerweise immer noch auf meiner to-do-liste.

xoyo 3rd birthday
raum 1
bicep
andrew weatherall
mr ties
raum 2
nd_baumecker
swoose & cromby

start
21 uhr

eintritt
gbp 13,50

adresse
32-37 cowper street, shoreditch

nachbetrachtung

nachdem ich mich nachmittags an einem der letzten richtigen sommertage in london bei gut 28 grad im schatten im hyde park herumgetrieben hatte und von dort aus noch zum buckingham palace richtung big ben / westminster abbey weitergelaufen bin, ging es ohne zwischenstation abends wieder einmal nach shoreditch. neben dem village underground liegt auch das xoyo in der gegend. auch das zählt zu den clubs, die zur vermittlung ihrer partyphilosophie bilder auf facebook hochladen, nach deren betrachtung meine erwartungen in kombination mit dem abend aus der fabric nicht besonders hoch waren.

da ich schon in der gegend war und es echt keinen sinn ergeben hätte, wenn ich nochmal heimgefahren wäre, war ich schon kurz nach 21 uhr vor und danach im club. die tür sticht schon mal durch ihre kommunikations- und hilfsbereitschaft hervor. offen war nur der zweite raum, der noch mit musik aus der konserve beschallt wurde. erinnerte mit den couches und sesseln eher an eine britische bar und ich fragte mich kurz, wohin das noch führen sollte, um direkt danach meinen kindle zur hand zu nehmen, um „life“ (die keith-richards-autobiographie, nur zu empfehlen im übrigen) weiterzulesen. war ja schließlich fast alleine im club, aber als gesprächsaufhänger hat es später gereicht, als mich im raum 1 eine dame als „kindle-guy“ identifizierte – es geht also auch so.

es mag bis ca. 22 uhr gedauert haben, bis swoose & cromby anfingen und mit ihrem housigen set einen besseren eindruck hinterließen als pacific state am abend zuvor im nest. außerdem wurden die sessel zeitnah von der tanzfläche getragen, so dass die bilder, die ich im fb-profil des xoyo gesehen hatte, auch wieder passten.

es passte auch sonst sehr viel an dem abend. mag zwar sein, dass die anlage oben in raum 2 nicht die beste ist (guter standard wie im nest, würde ich sagen, aber nichts, was jetzt nach oben heraussticht) und auch diese lichtgirlanden unten in raum 1 sind geschmackssache. dafür ist die anlage dort satter und vor allem die atmosphäre im gesamten club sehr angenehm. vor allem das publikum ist kommunikativer und umsichtiger als im fabric. klar kommt auch hierbei durch, dass ausgehen in london vor allem ein ding der jüngeren ist, jedoch gesellen sich auch einige ältere hinzu, woran aber auch sicher das booking von andrew weatherall seinen anteil hatte. ihn fand ich übrigens gar nicht so weltbewegend, klang für mich nach mnml-revival – verzeihung: mnml-rvvl. dafür war ich vom bicep-warm-up unter 110 bpm sehr angetan, mr ties habe ich auch hier kaum mitbekommen, nd_baumecker lieferte oben dafür einfach einen guten standard ab. hatte ihn zwar schon besser gehört, aber mit ihm ist es (um den ewigen vergleich mit anderen berghain-residents zu ziehen) wie mit pete oder marcel dettmann, die auch in mittelprächtiger form besser als der durchschnitt sind.

klar kann man darüber streiten, ob die laser den gesamten abend über in raum 2 wirklich hätten sein müssen, wo es doch bei nds letztem track gegen 3 uhr („these boots are made for walkin'“ – in der version von lee hazlewood) schon eher nach technofloor aussah. im nachhinein jedoch müßig und auch nicht weiter wichtig. das xoyo hatte mich mit seinem personal und dem irgendwie gelösteren publikum so oder so davon überzeugt, dass es doch ziemlich helle lichtblicke in londons nachtleben gibt. einzig der heimweg per nachtbus geriet mit einer stunde mal wieder zur geduldsprobe, dafür kann das xoyo jedoch nichts. war allerdings überrascht, wie schnell man gegen 4 uhr aus shoreditch wegkommt und wie viele leute dort noch auf der straße sind. ist allerdings auch mit amsterdam vergleichbar, wenn alle um 5 nach draußen strömen, weil die sperrstunde greift.

[london / 21.08.2015] the nest

ein paar nummern kleiner als das fabric (oder sollte es „die“ fabric sein?), nördlich von hackney / shoreditch, wo ich heute gerade war, und das einen kreativ-quirligen eindruck macht. zwar sind die anzeichen dafür da, dass sich die kreativen in unmittelbarer nähe des finanzdistrikts erstmal austoben können, bevor auch dort die gentrifizierungsspirale so richtig in schwung kommt (wenn sie es nicht schon ist), aber the nest ist davon noch einen weiteren schuss entfernt. mag man nicht für möglich halten, wie man drei, vier straßenzüge weiter bereits in einem völlig anderen stadtteil zu stehen scheint.

the nest
redshape live
pacific state

start
22 uhr

eintritt
10 gbp

adresse
36 stoke newington road

nachbetrachtung
berlin hat london ja wenigstens eines voraus: die öffentlichen verkehrsmittel fahren zum wochenende in berlin nachts durch. das sollte in london mitte september 2015 eingeführt werden, hat aber u.a. im august zu tariflich bedingten streiks geführt, die gerade in london für alle spürbar sind, da die tube dort das meistgenutzte und auch effizienteste fortbewegungsmittel ist. aktuell (mitte oktober 2015) ist immer noch unklar, wann dies starten soll.

es lässt sich aber definitiv nicht bestreiten, dass dies (zusammen mit der sperrstunde) das nachtleben nach vorne verlagert – so auch zwangsläufig für mich, im osten londons untergebracht, aber gut an die tube und die overground angeschlossen, so dass der hinweg zum nest mit einmal umsteigen kein problem war. das dauerte vielleicht eine halbe stunde, aber ich war eben schon vor mitternacht dort, und somit auch unter den ersten 20 gästen.

das nest selbst ist gemütlicher und auch nicht so aufgekratzt wie das fabric. wer fast zehn jahre zurückblättert, kann hier einträge zu parties im mal pais finden, das es damals (jedoch schon seit geraumer zeit nicht mehr) in der friedrichshainer sonntagstraße gab. die aufmachung hat mich sehr daran erinnert: ein langgezogener kellerschlauch mit kleinen séparées zum plaudern, wenig variationen beim licht, gut dimensionierte anlage. auch vom menschenschlag her fand ich es angenehmer als im fabric. zwar ist das publikum eher jung, zuweilen auch gestylt, aber nicht zu sehr von sich selbst eingenommen. auch hier jedoch allseits präsente smartphone-kameras, und bei redshape (wie zu erwarten der höhepunkt des abends, spielte er doch härter als gewohnt) hatte ich auf der tanzfläche den eindruck, meinen platz eher verteidigen zu müssen. so recht genießen konnte ich es direkt da vorne also nicht, aber der rückzug in richtung bar ging immer noch.
pacific state fand ich nicht wirklich spektakulär: es ist ein veranstalter/-dj-duo, das wahrscheinlich durch die veranstaltungen an auftritte kommt. jung sind sie beide (schätzungsweise anfang 20), brennen sicherlich auch auf neuigkeiten sowie die musikhistorie, aber nur bei dem größeren der beiden (blonde haare, seitenscheitel) fand ich sowas wie eine klare linie im set. bei dem kleineren, dunkelhaarigen (der von anfang bis gut nach mitternacht alleine spielte) war mir dies zu sehr kraut und rüben, inklusive unpassend zusammengemixter harmonien – grob fand das alles im (acid-)house-kontext statt. nach redshapes set machten sie noch zu dritt eine stunde lang weiter, was dann schon fast lupenreiner techno à la berghain war. komischerweise passte dies (trotz oder gerade wegen der spontaneität) ganz gut.

ganz guter laden also, den man durchaus besuchen kann, wenn einem unbedingt nach ausgehen ist. so richtig beeindruckt war ich davon jedoch nicht. gutes mittelfeld jedenfalls.
auf dem heimweg fragte ich mich jedoch, ob das fahrrad (wie in amsterdam) nicht manchmal doch das bessere fortbewegungsmittel wäre. mangels fahrender tube bleibt einem um 4 uhr zur sperrstunde nichts anderes als die nachts fahrenden busse, wodurch sich eine strecke von 8 km bis zur dusche bzw. zum bett mal eben auf eine stunde summieren kann, da es keine direktverbindung gibt und man daher zwei mal umsteigen muss. gut, das taxi wäre noch eine option, aber alleine war es mir das definitiv nicht wert.
geklappt hat es auch so, und zum ausnüchtern ist das für manche wahrscheinlich auch nicht verkehrt, aber wenn man bspw. im westen londons wohnt, überlegt man sich das ohne nacht-tube sicher drei mal, ob man sich das wirklich antun möchte. kann der stadt also nur gut tun, wenn sie endlich ihren betrieb aufnimmt. das wird zwar nur teilweise geschehen, mit der option, im jahr 2017 weitere linien nach den instandsetzungsarbeiten hinzuzunehmen. aber besser als nichts.

[london / 15.08.2015] fabric

wenn ich schon in berlin in die läden gehe, die bei den touristen hoch im kurs stehen, kann ich das als tourist selber auch. interessant nur, dass mit marcel dettmann und scuba dann gleich zwei namen auf dem programm stehen, die gleich ein gewisses gefühl von heimat (lesen als: „in der heimat schon x male gehört“) vermitteln.
mal schauen, was der club aus seinen vorschusslorbeeren so macht.

fabric20150815

nachbetrachtung

da es mit dem vorab-ticket über residentadvisor nicht geklappt hat, war ich recht früh vor mitternacht da. man kennt ja die szenen, die sich vor den clubs abspielen, die bei eben genanntem informationsportal in der jeweiligen region auf den ersten plätzen stehen. und keine sorge, der vergleich mit dem berghain kommt noch früh genug, ich nehme das trouw allerdings noch mit dazu.

anstehen musste ich dafür quasi gar nicht, höchstens einen herrn vor mir bei der security abwarten. notwendig überall in london beim ausgehen: der ausweis. es gibt direkt danach auch eine schleuse, bei der man fotografiert wird. taschen zur kontrolle abgeben, sich abtasten lassen, kennt man mittlerweile auch aus berlin, ist auch ok. übermäßige freundlichkeit erwarte ich da nicht, geht im fabric auch noch klar, im trouw wurde mehr im dialog gearbeitet.
taschen müssen abgegeben werden, insofern ist man kurz nach dem eintritt mal eben 24 britische pfund los (22 für das ticket, es gibt keinen stempel, also sollte man besser drin bleiben, wenn man nicht nochmal bezahlen möchte, sowie 2 für die garderobe).

vorteil der frühen ankunft: es war – wie allerorten üblich – noch nicht so viel los. insofern ließ sich der club in ruhe erkunden. toll daran ist die anzahl der verschachtelten gänge und ebenen, welche das fabric zu einem kleinen labyrinth machen. raum 3 war ja leider nicht offen, das wäre noch interessant gewesen, wo der sich genau befindet.
tolles design auch bei den toiletten, bzw. dem raum mit den waschbecken. und der dj-arbeitsplatz ist sowohl in raum 1 als auch 2 beispielhaft. shure-nadeln an den technics (m44/7 oder whitelabel), wenigstens drei cdjs, keine penetrante, aber ausreichende beleuchtung und auf kopfhöhe hängende monitore. in raum 1 sogar zwei setups mit insgesamt vier technics, von denen zwei an einem normalen xone:92, die anderen beiden an einem rotary-mixer von allen&heath hingen (craig richards spielte später damit). in beiden räumen gibt es separate bühnen für die live-acts, die aber auch vom publikum in beschlag genommen werden können, wenn die sonst nicht gebraucht werden.
außerdem gut: die sitzgelegenheiten am rande von raum 2 beim übergang zu den toiletten / der bar / raum 1, die auch dezent mitbeschallt werden. ach ja, die beschallung: vielgelobt wurde die anlage im voraus ja, zu beginn des abends fand ich das jedoch (zumindest in raum 2) nicht so berauschend. änderte sich aber bei steigendem füllgrad sehr zum positiven – schön ausdefinierter, satter, warmer bass, der den rest auch etwas dominiert. finde ich persönlich jedoch nicht schlimm.

ansonsten wirkt der club etwas steril und mit den backsteinen wie das matrix anno 2001 (was damals noch ein technoclub war, sollte noch dazugesagt werden). die ständig präsenten runner haben daran ihren anteil, und irgendwie kann man sich daran gewöhnen, dass glasscherben nicht existent sind. dafür muss man eben damit leben, dass man sein kaltgetränk in einem plastikbecher bekommt. einzige nicht-alkoholische getränke neben wasser (es gibt übrigens auch gratis-wasser, bei dem chlorgehalt allerdings offensichtlich aus der leitung) scheinen drei red-bull-varianten zu sein, andererseits habe ich es auch nicht probiert, mir eine cola zu bestellen. (nachtrag vom 29. september 2015: nicht-alkoholische kaltgetränke gibt es in läden wie dem xoyo aus schläuchen, das wird im fabric auch nicht anders sein, daher ist der vorherige satz hinfällig.) weiterer pluspunkt: das konsequente rauchverbot. den raucherraum hab ich nicht finden können, war für mich als nichtraucher aber auch unerheblich.
wesentlich größeren anteil an der sterilität haben jedoch die securities, davon mindestens zwei pro floor, die in ihren westen auch nicht zu übersehen sind. dafür gibt es gleich mehrere gute gründe: erstmal scheint es in londoner clubs ein grundlegendes problem mit dem diebstahl von telefonen und ein noch größeres mit übergriffigem verhalten zu geben. außerdem lassen sie keine unautorisierten fotos oder videos zu, daher greifen sie zu beginn des abends auch schon mal bei leuten durch, die mit ihrem telefon die leute fotografieren oder filmen. mit zunehmender dauer des abends scheint das aber unmöglich zu werden – während neil landstrumms set fielen mir alleine sechs leute (gleichzeitig) auf, die munter filmten. in den meisten fällen dürfte dabei übersteuerter, verwackelter schrott herausgekommen sein, aber jeder wie er mag. warum sollen sich die meisten darum scheren, wenn schon eine hausfotografin selbst fotos macht? ist also nicht wirklich konsequent zu ende gedacht, zumindest an diesem ende.
leider auch nicht an anderen. ich hab mich ständig beim gang durch den club gefragt, wie es sein kann, so ein geschmackssicheres musikalisches (und auch ästhetisches) konzept wie mit der fabric-mix-cd-reihe, aber auch mit houndstooth als haus-und-hof-label, mit einer quasi nicht existenten türpolitik zu verwässern, die leute in den club spült, bei denen ich vermute, dass sie ihren teil zu den oben genannten problemen beitragen. hätte ich etwas zu entscheiden gehabt, wäre ein drittel der leute nicht reingekommen, wobei man sich an hemd- oder anzugträger in london wohl gewöhnen muss. aber es ist offensichtlich, dass einige dabei waren, die das ausgehen eher als sport zum abschleppen begreifen und sich nicht im klaren darüber sind, dass das in der szene nie das vorherrschende thema war. gut, man kann nun argumentieren, dass das eben der lauf der dinge und techno kein nischenprodukt wie vor 15 jahren mehr ist. andererseits kann es auch nicht zuviel verlangt sein, sich bei der clubauswahl schon mal vorab zu informieren, worauf die szene eigentlich so basiert.
insofern sieht man im fabric auch einige gestylte herren mit sonnenbrille und gel im haar, überhaupt (vielleicht kam es mir auch nur so vor) herrscht ein ziemlicher überschuss an typen. frauen sieht man aus guten gründen entweder mit ihrem männlichen oder weiblichen anhang. meinem eindruck nach schon etwas stylish, aber noch nicht überkandidelt. das testosteron ist im club jedoch schon fast greifbar und die lgbt-vertreter meinem eindruck nach quasi nicht präsent. dementsprechend wirkte es sich jedenfalls auf meinen eindruck der atmosphäre aus: aufgrund der ständigen präsenz des personals mit den „is your phone safe?“-shirts und anderen alphatieren auf der tanzfläche kam so etwas wie ein wohlfühlfaktor – der komischerweise im trouw gleich nach zwei, drei minuten vorhanden war – nicht auf. zwar gehen die leute an den passenden stellen toll mit (arme in der luft, johlen bei einsatz der bassdrum, da müssen die berliner erst wieder hinkommen), aber von fremden mal ein lächeln zu bekommen (ja, das geht im berghain und im trouw sehr gut), ist auch eher glückssache. kann aber auch an mir gelegen haben. mit der umgehängten gürteltasche unter dem arm auf meine wertsachen achtend konnte ich mich auch nicht so lockermachen.

komme ich mal wieder zu den positiven aspekten: musikalisch fand ich’s ansprechend bis super. „ansprechend“ trifft eher auf raum 1 zu, in dem mr top hat & alfie sowie scuba techhouse ohne nennenswerte erkennungsmerkmale spielten. craig richards fand ich in der kurzen zeit, die ich ihn dort hörte, noch am besten. neils set fand ich zwar auch besser als die meisten seiner veröffentlichungen in der letzten zeit, hatte aber auch einige treffsichere uk-rave-zitate dabei und eher weniger seiner verzerrten chicago-reminiszenzen aus seinen frühen sativae- bzw. tresor-zeiten. dennoch ändert sich nach wie vor alle vier takte was im set, es bleibt somit immer vital, jedoch fehlt irgendwie der biss aus früheren tagen.
wesentlich mehr zeit verbrachte ich in raum 2, was nicht nur an marcel dettmann (auch auswärts in großer form), sondern auch am duo gamble / morelli lag, die in den ersten vier stunden back2back spielten und sich dabei auf einen herrlichen rauhen sound einigen konnten (beispiele: „skippah“ von substance/pete, „faces drums 2“  auf muzique oder „buck!“ von james t. cotton). wenn jemand der mitlesenden hier fabricfirst-mitglied ist und die beiden sets verfügbar gemacht werden, wäre ich sehr glücklich darüber, dann kurz informiert zu werden.

nachtrag, 29. september 2015: zwei stunden vom dettmann-set sind dankenswerterweise vom fabric selbst hochgeladen, lässt sich hier nachhören:
[soundcloud url=“https://api.soundcloud.com/tracks/225349801″ params=“color=ff5500&auto_play=false&hide_related=false&show_comments=true&show_user=true&show_reposts=false“ width=“100%“ height=“166″ iframe=“true“ /]

gegangen bin ich gegen 7h30, nachdem herr dettmann in raum 2 etwas überstunden machen durfte. besonderes bedürfnis, mir noch den rest von scuba anzuhören oder generell noch länger bleiben zu wollen, hatte ich nicht.

würde ich wiederkommen?
so schnell erstmal nicht. zwar war es gut, sich das fabric mal angeschaut zu haben, aber umgerechnete gut 30 euro eintritt sind mir das nicht alle tage wert. sicher war der auch im trouw nicht niedrig, aber da stimmte der vibe. die leute waren offener, die security eher feiernder- als beobachtenderweise ein teil des clubs und vip-bereiche durch anmietbare tische nicht vorhanden – trotz angeschlossenem restaurant. das trouw hatte jedoch eine einlasspolitik mit klar vorher definierten regeln und wirkte auf mich irgendwie bodenständiger als das fabric, wo ich irgendwie das ungute gefühl hatte, dass profit generiert werden muss – was schade ist. inhaltlich könnten sie es sich leisten, mehr kante gegenüber denjenigen zu zeigen, die man nicht mal als zaungäste dabei haben möchte. aber vielleicht ist das auch nur zu elitär von mir gedacht.

[olganitz / 31.07.-02.08.2015] nachtdigital

und wieder ein wochenende, das mit der berühmten frage „habe ich auch nichts vergessen?“ beginnt. ich poste erstmal nur den link zur homepage. das line-up mit uhrzeiten folgt, wenn ich vor ort bin.

nachtdigital

openair
21:00 mo probs
00:00 andy stott
01:00 vai
02:00 monolake
03:00 electric indigo
05:00 konstantin
07:00 ateq
09:00 dustin
11:00 pause
17:00 neel
18:00 luke abbott
19:00 map.ache
20:00 ben ufo & prosumer
00:00 rude 66
01:00 helena hauff & i-f
04:00 karenn
05:00 barnt & joy orbison
08:00 pachanga boys
11:00 ende

zelt
21:00 lena willikens & steffen bennemann
00:00 rroxymore
01:00 young wolf
02:00 traxx
05:00 pause
22:00 sandrien & carlos valdez
01:00 chino
02:00 mix mup
03:00 polo
06:00 ende

tf member mix 036

tfmembermixcover_web

das technoforum gehört ja schon zu den institutionen, die mich seit meinen internet-anfangszeiten begleiten. es hat über mittlerweile mehr als 15 jahre allen technischen und finanziellen widrigkeiten getrotzt und ist einfach noch da. auch wenn es nicht zu bestreiten ist, dass sich die kommunikation oder diskussion auf andere kanäle verlagert hat und sich die software auf dem stand von 2003 befindet, ist gerade diese art von konservatismus (keine sorge, musste selber nachschauen, ob ich den begriff richtig verwende) irgendwie charmant.

wie auch immer: es gibt dort seit drei jahren die tf-member-mix-reihe. einmal monatlich darf ein mitglied, das gewissermaßen regelmäßig etwas gepostet hat, einen mix beisteuern. das hatte ich nur am rande mitbekommen, weil ich – zugegeben – abseits vom hochladen und ankündigen eigener mixe in der dortigen set-sektion selten zu finden bin. typischer fall von überfrachtung auf allen kanälen, was dennoch schade ist – so geht bestimmt einiges verloren, was hörenswert wäre. insofern war ich schon überrascht, als ich mitte juni gefragt worden bin, ob ich den mix für den juli machen möchte.
da ich eh wieder von mir hören lassen wollte, kam mir die gelegenheit ganz günstig. alleine die nahende fusion und die arbeit führten zu einem gewissen druck, ein resultat abliefern zu müssen (im arbeitsleben-sprech nennt man das wohl „deadline“). dazu kam (wieder einmal) eine gewisse techno-sinnkrise, da mich diese ganzen stereotypen veröffentlichungen mit industrial-anleihen nicht unbedingt überforderten, aber doch daran zweifeln ließen, ob mich etwas richtig mitzureißen vermag. andererseits fiel auch in diversen unterhaltungen auf, dass sich die tracks so gleichen, dass es schwierig wird, überhaupt etwas davon im kopf behalten zu können.
aber ich schweife ab. da mein interesse ja noch in andere gefilde ausstrahlt, dachte ich mir, mich über den stil anzunähern, der den hype schon so hinter sich hat, dass niemand heute mehr zugeben möchte, es zu hören: die rede ist von dubstep, bzw. dem, was aus dessen affäre mit techno hervorgegangen ist. das intro stand bereits fest, als ich das album gehört hatte, der schluss auch und zwischendrin auch so ein bis zwei tracks. den rest habe ich drumherum gebastelt und mich dabei lustigerweise auch wieder irgendwie mit (auch aktuellem) techno versöhnt.
entstanden ist das ganze am mittwoch abend vor der abfahrt zur fusion. ein anlauf, dann war’s im kasten. gemessen an den sonstigen längen ist das hier eine kurze angelegenheit, die sich durchaus sogar auf cd brennen lässt (wer das flac dazu haben möchte, kann mir per mail bescheid geben). es gibt das unvermeidliche aufwärmen, einen kleinen höhepunkt ca. in der mitte und das trommelfeuer kurz vor schluss, bevor es mit shackletons hang zur finsternis ausklingt.

die tracklist spare ich mir hier aus bequemlichkeit, da die zum teil auf dem cover nachzulesen ist. nachhören lässt sich das alles jedenfalls hier:

download

lob, kritik, verrisse bitte gerne auch hier hinterlassen – viel spaß dabei.