[berlin / 07.11.2015] griessmuehle

hat nicht so ganz geklappt, in den sommermonaten vorbeizuschauen. dann eben im herbst.

griessmuehle20151107

nachbetrachtung

endlich mal wieder eine vor-ort-berichterstattung, ehe die erinnerung verblasst ist.

erwan habe ich leider verpasst, war aber auch ein wenig die eigene schuld, da ich erst um 2:15 uhr in der schlange stand und es eine dreiviertelstunde brauchte, bis ich drin war.

es gibt einen leichten aufwärtstrend bei den toiletten, aber seife ist mangelware und die hälfte der waschbecken (2) ist entweder überschwemmt bzw. außer betrieb oder es fehlt eine ecke. ist also realistisch betrachtet immer noch eine baustelle.

positiv zu vermerken: der klang auf dem kleineren floor ist wesentlich druckvoller als im letzten jahr, so dass man einen klar definierten bass an so gut wieder jeder stelle auf der tanzfläche spürt. nicht so gut sind diese led-kreuze auf dem hauptfloor, die nicht heller leuchten als die bar. akzente lassen sich da schwer setzen.

zu meiner überraschung spielten die für mich interessanten leute auf dem kleinen floor, passte jedoch. insbesondere das set von delta funktionen hat einen durchweg positiven eindruck hinterlassen: technisch auf den punkt, techno / electro / acid, und auch ein wenig was zum abgucken.

danach nike.bordom und renken im duo. bei ersterer ist das mit den gelungenen übergängen aufgrund (sagen wir mal) „individueller zustände“ zur hälfte glückssache, die andere passt meistens irgendwie. renken schien mit der technik auch nicht 100-prozentig zufrieden und wirkte dementsprechend leider etwas demotiviert. ein wirklich richtiger flow kam dabei bisher (kurz vor 9:00) nicht zustande. großes „aber“: die auswahl reißt es ganz gut nach oben. so weiß ich jetzt, dass ich mich doch eingehender mit frustrated funk beschäftigen sollte, special request schon vor seinem album auf houndstooth tolle sachen gemacht hat („hardcore ep“) und es noch leute gibt, die sweet reinhard auf profan spielen („der dritte weg“), noch dazu houz’mon und auch nitzer ebb (wenn auch mit dem überhit „let your body learn“). es wird gerade (kurz vor 9) bei nike.bordom etwas geradliniger, was dem mixing ganz gut tut, habe aber entschieden, dass für mich um 9:00 uhr feierabend sein wird.

drüben auf dem großen floor lief unter dem wrong era-banner eher house, bzw. gerade italo-disco (sehr sicher gemixt übrigens), da lichten sich die reihen jedoch.

auch wenn sich das wie das große meckern liest: musikalisch fand ich alle drei beteiligten im silo klasse, davon geht delta funktionen jedoch (auswahl- sowie aufbau-)technisch eindeutig als sieger hervor. von daher war es alleine wegen ihm goldrichtig, den weg richtung sonnenallee anzutreten, um auch bei ihm zu verifizieren, ob er die vorschusslorbeeren zurecht genießt. dem ersten eindruck von vorhin nach: definitiv. kommt daher in den pool der erweiterten auswahl.

[berlin / 31.10.2015] berghain: klubnacht

der club ist ja bereits im dezember zehn jahre alt geworden, ostgut ton folgte im august. pünktlich ist dieser tage die 10er-vinyl-box / 3-fach-cd / 30 dateien umfassende „zehn“-compilation erschienen, und das wird morgen im techno-bollwerk mit den namen gefeiert, die man für gewöhnlich im backkatalog und auf dem line-up finden kann. substance / pete ward als live-act jedoch noch nicht im berghain zu hören, soweit ich weiß (scion ausgenommen), da mag man mich aber gerne korrigieren. in der panorama bar nur gäste, darunter erfreulicherweise rahaan, der nach seinem letzten überzeugenden gastspiel schnell wiederkommen darf.

klubnacht

berghain
00h00 norman nodge
04h00 kobosil
08h00 function b2b inland
13h00 substance live
14h00 fiedel
17h30 marcel fengler
21h00 planetary assault systems live
22h15 answer code request
01h45 anthony parasole

panorama bar
00h00 roger 23
04h00 automatic tasty live
05h00 lunar disco dj team
09h00 john heckle
12h00 schmutz
16h00 partok
20h00 rahaan
24h00 san soda

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
ein doppelbesuch: die erste schicht richtig kurz, die zweite dafür mit überlänge.

hatte mir vorgenommen, etwas vor petes live-set da zu sein und wurde in der halben stunde zuvor auch mit einem ordentlichen rave-gewitter à la 1992 von function und inland begrüßt. hätte ich zu der uhrzeit nicht erwartet, schlug aber sehr gut ein.
bei pete fragte ich mich nur, warum er so wenig von dem veröffentlicht, was er daheim zusammenbastelt. es kann auch nur sein, dass ich nur sehr wenig erkannt habe, weil er als remixer ja doch relativ umtriebig ist (seinen remix für monolake spielte er jedenfalls). aber an dem set gab es nichts zu bemängeln: von der ersten sekunde an packend, fordernd, kurze atempausen lassend, für mich damit das drittbeste live-set an ort und stelle anno 2015 (shackleton vom mai ist einfach nicht vom thron zu stoßen und convextion / e.r.p. im november ist eh eine liga für sich). aufgrund anderweitiger pläne bin ich jedoch mehr oder minder direkt danach wieder los.

zurück zu rahaan, der wie beim letzten mal mit gewohnter routine die discokugel rotieren ließ. planetary assault systems war für mich ein grund, wieder nach unten zurückzukehren, aber musikalisch blieb da nicht wirklich viel bei mir hängen. das geht mir auch mit seinen letzten veröffentlichungen auf mote evolver so – eine irgendwie verspulte, hypnotische glockenartige sequenz kann man hin und wieder ja mal machen, aber auf dauer zündet mir bei sowas einfach nicht. bei vielen anderen jedoch schon: in kombination mit der sonntagabendfülle musste man sich seinen halben quadratmeter auf der tanzfläche schon suchen.
ich blieb danach auch mal eher oben, da san soda nun eher housige tracks richtig nahtlos aneinander mixte und es auch von der fülle her entspannter war. von anthony parasole hatte ich mir im voraus einfach nichts erhofft, wurde aber mit einem set überrascht, dass mit gut 135 bpm vorwärts preschte, dabei zwar gut und gerne melodisch war, jedoch auch verstörende momente („killer bees“ von green velvet beispielsweise) und auch hits („crispy bacon“ und irgendein „flash“-remix) beinhaltete . motivierte zum schluss jedenfalls nochmal ordentlich, und „purple rain“ von prince als letztes stück war bei komplett in violett getauchtem licht einer dieser „ich möchte im augenblick nirgendwo anders sein“-momente.

unter’m strich: guter abend. substance als klarer gewinner, anthony parasole als positive überraschung, rahaan einmal mehr die lässigkeit in person, und generell war es in der panorama bar abends etwas entspannter als eine etage tiefer, wo es dafür ab 2-3 uhr so richtig angenehm wurde, bis um 11:10 uhr montag vormittag das putzlicht anging.

[berlin / 30.10.2015] berghain: blackest ever black / pan

blackest ever black wird fünf jahre alt und feiert dies im berghain mit konzert plus party (wovon ich „nur“ die party mitnehmen werde). bei letzterem kriegen sie eine etage höher noch schützenhilfe von pan, was als ergänzung gut passen sollte.

berghain20151030

berghain: blackest ever black
21h00 death # disco
22h00 diät live
23h00 tropic of cancer live
00h00 death # disco
02h00 raime live
03h00 regis live
05h00 prurient live
06h00 felix k

panorama bar: pan
00h00 bill kouligas & m.e.s.h.
03h00 objekt
05h30 josey rebelle
08h00 lee gamble

start
21 uhr (konzert, ausverkauft)
24 uhr (party)

[berlin / 10.10.2015] about blank: staub

zwei ausgaben verpasst, wird wieder mal zeit.

staub20151010

eintritt
7 euro

nachbetrachtung

erstmal das nachgereichte line-up:

lobby
12h00 jandrik rothstein
14h00 gandalf
16h00 acierate
18h00 sthlm murder girls

mdf
15h00 david gomez
18h00 mad alba

war erst gegen 16h00 da, von daher habe ich ein gutes drittel verpasst. acierate aus dem gravure-umfeld (sonst in der griessmühle umtriebig) vollzog den spagat zwischen alt und neu, hin und wieder haperte es beim mixing, worüber er sich jedoch sichtbar selbst am meisten ärgerte. „elektrostatik“ von plastikman lief jedenfalls und 47 als label vom gleichnamigen tommy muss ich nochmal unter die hörmuschel nehmen. war jedenfalls eine der abgeschauten platten.
die sthlm murder girls im anschluss mit dem ping-pong-modus, jede mit zwei tracks. fand den wechsel zwischen perkussiv-treibend zu reduzierteren tracks manchmal etwas hart, aber für „argon“ von surgeon gibt es alleine deswegen einen pluspunkt, weil es mein heimlicher favorit der platte ist, von der alle welt entweder „atol“ oder „magneze“ spielt.

mad alba (sonst bei der homopatik zu finden) auf dem mdf war für mich die krönung. auch hier manch harscher spannungsabbau, der aber jeweils schnell wieder auf dem ausgangsniveau war. schaute auch gerne über den techno-tellerrand hinaus, bspw. mit tesselas „horizon“ auf r&s, und die meute ging mit. auch sonst erstaunlich viele platten, die ich mir abgeschaut habe – u.a. „in pure form“ von developer, die „last edges of realism“ auf arkita (wahrscheinlich hat sie ihren track gespielt, muss ich noch nachhören), die erste veröffentlichung auf viktoria records und vor allem die erste parassela – ein nebenprojekt der analogue cops und blawan, das mir vor drei jahren total entgangen ist. dank discogs ging es schnell, dass die in meinen besitz wanderte. zum recht pünktlichen schluss kurz nach 22h00 gab es von ihr noch „scientist“ von dopplereffekt.

sonst die gewohnt schöne mischung an leuten, technoclub-würdige hitze auf dem mdf und das dortige licht ist auch mal ausdrücklich zu loben. hatte also staub-typisch einigen spaß, je später es wurde.

[berlin / 03.10.2015] berghain: klubnacht

und hier der sonntag, von dem ich eben sprach.

klubnacht

berghain
00h00 function
04h30 karenn live
05h30 sunil sharpe
09h30 mark broom
13h30 rødhåd
17h30 boris
21h30 sven von thülen
01h30 pete

panorama bar
00h00 soundstream
04h00 honey dijon
07h00 simoncino
11h00 massimiliano pagliara
15h00 carl craig
18h00 gonno
21h00 tama sumo
01h00 ben ufo

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
das war eine doppelschicht, und zwar eine, die in vielerlei hinsicht erhellend war.

die erste davon geriet wesentlich kürzer: karenn bis ungefähr zur letzten stunde von simoncino. in der zeit war’s allerorten sehr angenehm gefüllt, wirkte ein bisschen wie die ruhe vor dem sturm, der wohl spätestens mit carl craig eintraf.
karenn für meine begriffe solide und dann am besten, wenn der sägezahn durchkam. hab nur nicht nachgeschaut, ob das eine echte 303 auf dem pult war. ohne frage gut gekonnt für improvisation, hätte aber etwas brachialer sein können, wenn es nach mir ginge (da ist ihr erster berghain-gig für mich immer noch der maßstab).
zackiges tempo gepaart mit rauhem schliff gab’s dafür bei sunil sharpe. „la real“ von surgeon, aber auch electro wie „mr blunt“ von dexter.
techhousig-treibend hingegen bei simoncino oben, allerdings reicht meine expertise da auch nur für offensichtliche gassenhauer wie „groove la chord“.

zweite schicht: 1 uhr in der nacht von sonntag auf montag bis 8:30 uhr. man muss sich ja die kosten für getränke und smoothies ja irgendwie verdienen. da es aber schon ewigkeiten her war, dass ich pete dort den schluss habe spielen hören, habe ich mir diesen leichtsinn mal gegönnt. alleine wegen „punisher“ von ur um 5 uhr früh sowie den sich stetig leerenden und somit angenehmer werdenden floor war es das wert – in musikalischer hinsicht sowieso, auch wenn er nicht so hart spielte wie bei den schlusssets jahre zuvor.
dieser harte übergang von der parallel- zur normalwelt hatte auch etwas für sich, das mich leicht grinsen ließ. allerdings war mir spätestens beim regenerieren klar, diesen leichtsinn in keinem fall zur regel werden zu lassen.

[berlin / 02.10.2015] suicide: acid ist fertig

auch wieder eher kurz als lang vorbeischauen, der sonntag wird lang genug.

acidistfertig20151002

line-up
hardfloor live
frank horn
soolee
john hussey

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
am start war ich von 2 bis 6, mitbekommen habe ich in der zeit tatsächlich alle. soolee zum anfang, weniger acid, mehr tribal-tools. frank horn fand ich danach wesentlich besser. nicht nur, weil er sich ans motto hielt, sondern auch mehr tracks mit identität oder zum abgucken spielte (vin sol auf clone jack for daze beispielsweise – erfindet das rad nicht neu, bedient sich aber sehr gut bei der chicago-tradition). hardfloor können es einfach immer noch und begnügen sich nach mehr als gut 20 jahren nicht mit einem best-of und arbeiten auch sehr gerne mit tempiwechseln. schön zu sehen, dass das publikum dabei mitging. ob john hussey bis zum schluss gemacht hat, weiß ich nicht. frank horn kam mir mit seiner einen stunde etwas kurz. aber mr hussey brachte die geschichte auch auf einen guten 303-nenner mit ausflügen zu robert hood oder green velvet / harvard bass („laser beams“ – eine der neueren relief, die an mir vorbeigegangen sind, weil ich nach „whatever“ irgendwie nichts mehr mit ihm anfangen konnte).
insgesamt eine ordentliche sache, aber so wirklich angenehm finde ich das, was sich um das suicide und um das raw-gelände abspielt, wirklich nicht mehr. da wird ausnahmslos jeder von einer gruppe an der treppe angetanzt und dabei der griff an hosentaschen gewagt. selbst wenn man klar verdeutlicht, dass man dies nicht möchte, wird unter dem deckmantel der wochenendlichen hochstimmung nicht lockergelassen. scheine selber ein gutes timing erwischt zu haben, aber beim warten unten beim suicide vor der tür kriegt man so einiges in der richtung mit, das mich jetzt so ungewollt konservativ schreiben lässt. drinnen lässt es sich schon aushalten, aber im vergleich bietet der tresor für mich mehr wohlfühlpotential. potential deswegen, weil ich im schnitt immer noch häufiger im suicide bin, das aber zum wohle der langzeitbeobachtung mal ändern sollte.

[berlin / 30.09.2015] about blank: refuge

das wird meinerseits eine richtig kurze visite, aber der grund für diese party ist eben frappierend aktuell und mir beim spenden sowieso wohler, wenn ich genau weiß, wo es hinfließt.

refuge20150930

nachbetrachtung

am start war ich gegen 23:30 uhr, womit ich zwar leider barker & baumecker verpasst hatte (spielten von 21-23 uhr auf dem mdf), aber neben dem guten zweck war eh objekt das ziel, und der war von 23-1 uhr in der lobby zugange.

was mich im positiven sinne überraschte, war der füllgrad zu der uhrzeit, bei der man sich üblicherweise auf der tanzfläche beobachtet fühlen könnte, weil man der einzige ist. aber stattdessen reges treiben und ausgelassen gefeiert wurde auch noch.
objekt kriegte mich auch recht zeitnah, als ich ca. zehn minuten im club war. geht mit „do da doo“ im plastikman-remix auch sehr leicht, zugegeben. bis ca. 0:30 blieb es auch techno mit ausflügen zu electro, und mit hilfe eines ambient-tracks drosselte er das tempo um geschätzte 10 bpm, um mit house der eher rauheren sorte weiterzumachen. auch wieder schön hierbei, dass die leute das mitmachten.

bin ganz diszipliniert nach seinem set gegangen. hätte zwar gerne noch sachspenden dabei gehabt, aber zur inventur des kleiderschranks blieb einfach keine zeit. so eben nur finanziell, aber auch das müsste sich gelohnt haben – dem füllgrad und der ganz kleinen schlange vor dem eingang nach zu urteilen. zeigt, dass mit solidarität doch einige erreicht werden können – auch bei den beteiligten musikunterhaltern, die wahrscheinlich selbst großzügig verzichtet haben, um ein line-up zu ermöglichen, das mancher club gerne an einem wochenende hätte. angesichts der politischen lage nehme ich sehr stark an, dass dies nicht das letzte mal gewesen ist und man in absehbarer zeit mit trittbrettfahrern rechnen muss, die den solidaritätsgedanken eher dazu nutzen, sich selbst eine goldene nase zu verdienen. beim blank mache ich mir jedoch keine sorgen, dass sie sich schon die richtigen organisationen heraussuchen.

[berlin / 26.-28.09.2015] about blank: grizzly nation

das about blank schließt die gartensaison wie in jedem jahr mit einer geburtstagsfete, die sich alleine schon wegen des line-ups gewaschen hat.

grizzlynation20150926

lobby
00:00 filburt & peter invasion
04:00 aera live
05:00 silva rymd & diwa
09:00 main (void) live
10:00 alex.do
21:00 sportbrigade sparwasser
00:00 perm live
01:00 elisabeth
03:00 akmê

mdf
00:00 miami müller
03:00 perel live
04:00 manamana
07:00 schlepp geist live
08:00 gene siewing

garten
23:00 toni mahoni & band live
00:30 grizzly
02:30 ralf köster
04:30 nina
08:00 c.love live
09:00 rouge mécanique live
10:00 rss disco
12:00 m.rux live
13:00 mira
15:00 rampue live
16:00 jochen discomeyer
18:00 anne clark feat. herrb live
19:00 steffen bennemann
21:00 lake people live
22:00 red panda live

nachbetrachtung
war zwei male da, wobei das erste nicht so wirklich zählen kann: mitternacht bis ca. halb eins. war zum stempelholen gedacht, weil ich annahm, dass die schlange tagsüber bis zum ostkreuz-knick reichen könnte. war aber auch ein irrglaube, wie sich später herausstellte.

reste von toni mahoni plus gitarristen (= „band“) mitbekommen: chansons mit berliner mundart. das kriegen schon leute wie fil oder alexander spree gut hin, herr mahoni macht da keine ausnahme. schade, dass ich’s nicht vorher geschafft habe.

zweite schicht grob von 1 bis 1, alex.do drinnen nicht zu hart, eher melodisch, mit einigen hits („falling up“ im carl-craig-remix, einiges von mathew jonson, bspw. „marionette“ oder „magic through music“), hielt aber den nachmittag über die leute gut bei laune.
ab 17 uhr war ich dann doch mal draußen, wo jochen discomeyer gerade „sign o‘ the times“ von prince spielte, womit man mich ja immer kriegt. der rest inklusive des auftritts von anne clark (mit gleicher tracklist wie auf der fusion übrigens) fand für mich dann bis zur dämmerung an der tischtennisplatte und spätestens wieder bei lake people (besser als in der panorama bar vor einigen monaten) auf der tanzfläche statt. das ambient-set von red panda setzte der party – und wahrscheinlich auch der gartensaison – noch eine kleine krone auf. komischerweise trug dazu auch die laserinstallation bei, obwohl ich das sonst (gerade nach der erfahrung aus dem fabric) auf parties eher nicht so begrüße. der eh schon bezaubernde blank-garten hat davon aber echt profitiert – kann gerne nochmal so stattfinden.

die sportbrigade sowie perm habe ich nur am rande vom sofa im toilettenbereich aus wahrgenommen, weil mir nach dem ende im garten sehr nach sitzen, aber noch nicht ganz nach heimgehen zumute war. schlecht war beides nicht, aber losreißen konnte / wollte ich mich dort erst, als es wirklich zeit zu gehen war.

wie zu erwarten: rundum angenehm. die leute verteilten sich gerade tagsüber sehr gut, so dass kein gedränge herrschte. eventuell habe ich mich aber auch zu den stoßzeiten – wie bei anne clark – einfach nur den bereichen mit erhöhtem andrang entzogen.

[berlin / 19.09.2015] berghain: klubnacht

die untreue hält dieses mal nur für eine nacht.

klubnacht

berghain
00h00 norman nodge
04h00 francois x
09h00 hd substance
13h00 stenny
17h00 kobosil
21h00 marcel dettmann
01h00 len faki

panorama bar
00h00 steve mizek
04h00 rroxymore live
05h00 dj sprinkles
08h00 christopher rau
12h00 margaret dygas
16h00 discodromo
21h00 the black madonna
01h00 function

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
so um die 12 stunden war ich da, von 1 (nachmittags) bis 1 (nachts), und nachmittags war das vor der tür und drinnen sehr entspannt. gewechselt habe ich die etagen in der zeit mehrmals. nicht, weil es langweilig war – allerdings war der sonntag von niemandem eine musikalische offenbarung. achtung, jammern auf hohem niveau: guter durchschnitt von jedem, wobei herr dettmann in durchschnittlicher form ja immer etwas besser als der rest ist. war für meine begriffe auch dieses mal so.
bei stenny hatte ich gehofft, dass er wieder so experimentiell mit unterbrochener kickdrum wie beim letzten mal spielt, allerdings war das sehr geradlinig (jedoch wieder mit „quoth“). margaret dygas war geschmeidig wie immer unterwegs, aber nicht zu trocken. da ward auch zwischendrin „fly life“ von basement jaxx zu hören oder (abgeguckt) „synthetic flemm“ von theo parrish. spätestens bei kobosil (besser als beim letzten mal, alleine wegen des rabih beaini-edits von „tanki tanki“) wurde es wieder deutlich voller, was direkt vor dem beginn des dettmann-sets vor der tür fast absurde ausmaße annahm: die reguläre schlange bis zum häuschen und die für gästeliste / bereits abgestempelte reichte bis zum garten. da wird es irgendwie schwierig, nur mal eben vorbeischauen zu wollen.
auf der tanzfläche war es unten jedenfalls besser auszuhalten. lag nicht an the black madonna, die mich in der kurzen zeit, in der ich mich oben ins gedränge stürzte, sehr gut mit trockenen chicago-sachen (reine drumtracks von farley jackmaster funk) kriegen konnte. langfristig ging das für mich jedoch mit ständigem körperkontakt nicht – das war unten besser, wobei marcel dettmann mich auch als erster so richtig packte. schluss war bei ihm so gegen 1:15 uhr mit „space invaders are smoking grass“, das war dann auch für mich der schlusspunkt.

gute klubnacht. überaus solide im musikalischen, jedoch sehr wertvoll im mentalen sinne, weil u.a. trotz des füllgrades am sonntag abend eine erstaunlicherweise echt harmonische stimmung herrschte und obendrein noch nette menschen um mich waren, die das auch zu einer sozialen angelegenheit werden ließen.

[berlin / 18.09.2015] tresor: tresor meets tectonic & vanguard sound

normalerweise ist es ja so, dass ein gutes tresor-line-up von dem am wriezener karree noch übertroffen wird. auch heute ist es ein kopf-an-kopf-rennen (electromotive force, ectomorph spielen live, dazu gibt’s dj hell), aber das zehnjährige tectonic-jubiläum ist es mir definitiv wert, der köpenicker straße den vorzug zu geben. auch, um mal wieder zu schauen, was sich so getan hat.

tresor meets tectonic & vanguard sound

tresor: 10 years of tectonic
pinch
peverelist
shed
2562

globus: vanguard sound!
amir alexander
hakim murphy
chris mitchell

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
da mein typ samstagmittag anderweitig verlangt worden war, konnte ich es nicht allzu lang werden lassen. daher waren es auch nur fünf stunden, aber für normale verhältnisse ist das ja auch schon was.

wie so häufig und gerne steige ich mit den kritikpunkten ein: ich fand die tür irgendwie seltsam. ohne schlange gegen 1 hingekommen, fragend guckend kurz davor stehend, bis ich ermuntert wurde, doch hineinzugehen. keine ahnung, ob ich mittlerweile so konditioniert bin, dass ich mich erstmal reinbitten lassen muss (wahrscheinlich doch zu viele clubs mit türpolitik besucht), aber ich hätte es schöner gefunden, mit einem kurzen „n’abend, kurzen augenblick bitte“ oder sowas begrüßt zu werden.
ein anderer wäre die immer noch vorhandene inkonsequenz beim durchsetzen des fotoverbots (was somit eher nach einer bitte anstatt einer regel aussieht). so schlimm wie im fabric ist es aber bei weitem nicht, dafür steht die party dann doch eher im vordergrund.
dann noch der letzte: es gibt keinen merchandising-stand mehr im garderobenbereich, stattdessen ist das ein eher stiefmütterlicher abschnitt mit kleiner bar, an dem man sich wahrscheinlich ganz gut ohne störenden durchgangsverkehr unterhalten kann. wirkt aber ein bisschen abgeschottet.

das war es aber auch mit den negativen seiten, es überwiegt tatsächlich das positive. nicht nur beim kleinen umbau unten im tresor: die zuvor mit den alten schließfächern irgendwie notdürftig hinimprovisierte linke hintere ecke ist wieder offen – keine schließfächer mehr, stattdessen eine weitere sitzecke. und es gibt absorber an der decke – wie die sich jetzt genau auf die akustik auswirken, kann ich jetzt nicht benennen. allerdings ist der sound unten tatsächlich nicht nur ordentlich, sondern für meine begriffe tatsächlich echt gut. leichter minuspunkt: tracks abgucken oder den dj durch das gitter fragen geht irgendwie schlecht, wenn der subwoofer direkt vor dem pult steht. naja, muss man vielleicht etwas mut aufbringen und nach hinten gehen.

musik gab es ja auch noch. zwar bekam ich nur die reste des dubstep-sets alter schule von pev und pinch zum anfang mit, war jedoch erstaunt, dass es besser funktionierte als 2008 (man erinnert sich: marcel heese und ich waren unsererzeit kläglich gescheitert, das mittwochs in der ersten stunde probieren zu wollen). zwar war es kein nach mehr schreiender mob, aber durchaus interessierte leute, wo ich fast das gefühl bekam, dass sie tatsächlich gezielt für das tectonic-jubiläum gekommen waren. peverelist gehörte dann die nächste gute stunde, in der er zum größten teil mir unbekannte (wahrscheinlich auch wie üblich so manch unveröffentlichte) tracks spielte, die sich aber im fahrwasser dessen abspielten, was auf livity sound und dem rückwärts betitelten schwesterlabel so passiert. pinch sorgte danach (fast wie zu erwarten) für das set des abends und legte gleich mit den brachialen rave-tracks der marke „mumdance & logos“ los. er blieb auch irgendwie in techno-gefilden, aber kaum mit gerader bassdrum. „fixed action pattern“ von surgeon war da eine ausnahme.
shed spielte so einiges aus den hotflush-anfangstagen („the knowledge“ von toasty bspw.) und in der zweiten hälfte auch (insgeheim erhofft) uk-hardcore. als produzent und live-act ist er mir jedoch lieber. kurz nach der übernahme durch 2562 musste / wollte ich auch schon wieder los, aber das bisschen war technisch und vom aufbau her schon sehr vielversprechend.
die ausflüge von oben waren nur kurz. amir alexander habe ich mir eine viertelstunde angehört und angesehen (rein optisch beim mitgrooven eine völlig andere welt als shed unten, aber das ist letztendlich auch immer eine typenfrage), was sehr schön nach melodischen neueren chicago-sachen im alten gewand klang.

wenn man die tatsache berücksichtigt, dass mit der electromotive force im berghain und anderen freitags geöffneten clubs durchaus andere schwergewichte um die gunst des publikums buhlten, war es für einen freitag mit tresor und globus doch erstaunlich gut gefüllt – für meine begriffe sogar richtig angenehm. das kann man tatsächlich auch über das publikum sagen. jedenfalls bin ich niemandem begegnet, bei dem ich aggressionspotential oder dergleichen befürchtet hätte. so simpel wie es sich auch liest, aber der tresor ist ein club, in dem die leute unkompliziert einfach mal zu hartem sound abfahren wollen. schön zu sehen, dass das freitags auch in einem von tectonic mittlerweile sehr offen definierten stil möglich ist. mein positiver eindruck vom letzten jahr, dass der tresor wieder auf dem richtigen weg ist, wurde mit dem tectonic-jubiläum bestätigt. es ist also an mir, wieder häufiger nägel mit köpfen zu machen und freitags (wenn nicht gar samstags) in richtung köpenicker straße aufzubrechen. eher freitags, weil mich die kombination aus tresor und +4-bar interessiert.
ich will nicht zu viel versprechen, aber ein weiteres jahr möchte ich damit sicher nicht warten. lieber wäre mir eine monatliche beobachtung, aber das artet mit den anderen pflichtterminen (berghain, staub) dann ja fast in arbeit aus, was für mich im privaten nun echt nicht sein muss. wird sich zeigen, was sich wann wie unterbringen lässt. zurück auf dem monatlichen radar ist der tresor jedenfalls.