r.i.p. lemmy & guru josh

zugegeben: ich wurde mit motörhead nie wirklich warm. das wird sich jetzt posthum auch nicht ändern, aber lemmy gebührt ganz großer respekt für seine kompromisslosigkeit, die er sich in dem geschäft bewahrte und von dessen „mir egal was ihr macht oder wollt, ich zieh hier mein ding durch“-attitüde sich so einige was abschneiden sollten. verstorben ist er an krebs wenige tage nach seinem 70. geburtstag, aber wenigstens scheint es schnell gegangen zu sein – was besseres kann man einem gestandenen rock&roller nicht wünschen.

bei guru josh sind die hintergründe noch unklar. wurde nur 51 jahre alt, ist auf ibiza verstorben. im (an allen ecken und enden hinkenden) vergleich zu lemmy ist sein musikalisches vermächtnis abseits von „infinity“ eher überschaubar, nichtsdestoweniger wird nun etwas wehmut mitschwingen, wenn diese prägnante saxofon-melodie im radio oder im club läuft. das gilt aber irgendwie auch für „ace of spades“.

r.i.p. ihr beiden.

[berlin / 26.12.2015] berghain: holy klubnacht

auftakt einer berghain-woche, schließlich wird ja noch das jahr gewechselt. davor erstmal aufwärmen, findet jedoch nicht wie in den letzten jahren nur in der panorama bar, sondern eine etage tiefer statt. mit am interessantesten wird für mich wohl, wie viele extra den weg nach berlin auf sich nehmen. das aufgebot ist (wie so häufig) ja nicht ohne.

holy klubnacht

berghain
00:00 sa pa
04:00 ateq live
05:00 edward
07:00 dj dustin
10:00 moritz von oswald
12:00 polo
17:15 ateq
19:00 vrilski live
20:00 levon vincent
23:00 konstantin b2b prince of denmark

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
angekommen: ca. 9:30
gegangen: ca. 3:30

was sich als tatsächlich sehr entspannter sonntagvormittag anließ, wurde abends zum mittlerweile gewohnten massenauflauf, der so bis ungefähr 2:00 anhielt. ab da entspannte sich die lage auch wieder und konstantin rückte von den funktionalen tracks mit relativ austauschbaren sequenzen ab, die er gegen fiesere, sich subtil ins hirn schraubende nummern eintauschte. leider muss hier die beschreibung reichen, abgeschaut habe ich davon nichts.

die restlichen 30 house-lastigen minuten mit dustin waren zum ankommen definitiv das richtige. der einzige vorwurf, den ich moritz von oswald im anschluss (spielte mit ableton live) machen würde (zählt aber zur kategorie „haar in der suppe suchen“), wäre der zu forsche start, da er direkt mit techno begann. klang nach alten robert hood-sachen, von denen später im set auch welche auftauchten. er nahm in der zweiten stunde wieder etwas druck heraus, daher dachte ich mir, dass der umgekehrte aufbau an sich ganz passend gewesen wäre. aber allen unkenrufen zum trotz: es bleibt für mich das beste set während der ganzen zeit, da er zum einen neben einigen maurizio-sachen die seinerzeit im tresor etablierte berliner und detroiter schule präsentierte, sie jedoch zugleich mit von dubstep beeinflussten tracks zu kombinieren wusste. da lief etwas vom „unbalance“-album von 2562 als letzter track und wenig zuvor „vancouver“ von martyn, und es harmonierte alles hervorragend miteinander. wenn man also die tatsache berücksichtigt, dass er eher weniger für das auflegen bekannt ist, hat er das echt bravourös und in jeglicher hinsicht stilsicher gemeistert.
perfekt harmonisch aufeinander abgestimmte tracks und übergänge gab es erst recht bei polo, bei dem ich keinen zweifel mehr daran hatte, dass melodien nach „big room dj tool techno with white noise“ der neueste schrei sind. kleines problem nur: für mich ist beides auf dauer nichts. als jemand, der bislang eher wenig mühe auf harmonielehre aufgewendet hat, muss ich jedoch nicht ohne neid anerkennen, dass das mixtechnisch mit vinyl ganz große klasse war. einzig den tracks fehlte abseits der melodiesequenzen gerne mal etwas richtig treibendes, so dass altgediente klassiker aus den 1990ern wie „marauder“ von dj hmc (der fast bei jedem meiner berghain-besuche läuft) und (endlich mal) „higher states of consciousness“ von josh wink bei mir die besten eindrücke hinterließen. geschmackliche fragen mal außen vor lassend: es passte perfekt zum raum und zur zeit, und da pom pom durch abwesenheit glänzte, konnte er auch gleich mal eine gute stunde länger spielen.
ateq danach zur überbrückung bis vrilski: für mich kein großer ausreißer nach oben oder unten, ich hab da aber auch eher geplauscht. vrilski selber wie auf dem nachtiville: bedingungslos treibend, auch mal mit breakbeats, nutzten damit die steilvorlage, dass der club sich wieder mehr als ordentlich gefüllt hatte.
levon vincent war danach für mich der zweite favorit nach herrn von oswald – alleine weil er mit „sacred cycles“ von lazonby begann (was vor ihm schon mal marcel fengler getan hatte, aber die nummer wird auch nicht alt). im gegensatz zu polo hielt er mich mit stilistischer bandbreite eher bei laune – da lief dann der westbam-remix von fad gadgets „collapsing new people“ oder später auch „acid creak“ von spokesman. konstantin wie bereits erwähnt: eher funktional, während der prince of denmark zwar an seiner seite zu sehen war, jedoch höchstens an den cdjs tracks heraussuchte und konstantin das mixen überließ. da ich eh mal wieder viel länger als geplant dort war, dachte ich mir jedoch konsequenterweise, dass man gehen sollte, wenn es am schönsten ist. auch wenn sich die von vielen so geschätzte entspannte stimmung zum schluss da gerade einstellte, kann man das auch an anderen abenden wieder haben.

in kurzform: ein weitestgehend entspannter besuch, bei dem für mich moritz von oswald und levon vincent für mich als klare gewinner hervorgingen und die fehlende panorama bar ganz gut musikalisch ausgeglichen wurde.

[berlin / 12.12.2015] berghain: klubnacht – elf jahre berghain

es kommt mir fast wie gestern vor, die nachbetrachtung zum zehnten abgeschlossen zu haben (ist auch was wahres dran, war gut und gerne ende oktober), da wird der laden auf einmal schon 11 jahre alt. wie im letzten jahr mit dem elektroakustischen salon, bei dem ich trevor jackson wohl leider verpassen werde. dafür mit mike dunn eine der lebenden legenden in der panorama bar.

klubnacht – elf jahre berghain

berghain
00h00 jeff deringer
04h30 trade live
06h00 speedy j
11h00 juho kusti
15h00 abe duque
17h30 len faki
20h30 dvs1
00h30 answer code request / kobosil

panorama bar
00h00 dan beaumont
04h00 portable live
05h00 soundstream
09h00 jinjé live
10h00 maya jane coles
13h00 swoose & cromby
17h00 mike dunn
20h00 kim ann foxman
00h00 massimiliano pagliara

elektroakustischer salon
06h00 circlesquare
10h00 trevor jackson
14h00 the black dog
18h00 polar inertia
22h00 steffi

eintritt
18 euro

nachbetrachtung
es lief auf zwei besuche hinaus. der erste eher kurz von 2 bis 6, der zweite dann aber etwas länger von 16 bis 1 uhr. und der ehrlichkeit halber war der erste auch eher vom zwanghaften versuch, sich wachzuhalten, geprägt. das lag aber nicht an stimmung oder musik, sondern einzig an einem konditionellen tief.

sei es wie es sei: es hat dafür gereicht, sich ein bild machen zu können. jeff deringer ist neben black madonna ein weiterer vertreter aus der smart bar in chicago. spielte mit ableton live, ließ auch manchen berghain-konsens-track der letzten jahre nicht aus („running“ von dvs1 bspw.), wirkte aber insgesamt etwas statisch. eine etage weiter oben bei dan beaumont ging es schon etwas melodischer zu, so dass er portable eine ganz gut gefüllte tanzfläche übergeben konnte. bei „ganz gut gefüllt“ ist nebenbei bemerkenswert, dass es drinnen auf beiden etagen trotz großen andrangs vor der tür bei regen immer noch sehr human zuging.
bei portable verstand ich fast die welt nicht mehr. da produziert jemand so schön melancholische, intime house-chansons, räumt damit auf perlon-nächten ab, aber die zu drei vierteln gefüllte panorama bar leerte sich bis zum ende seines sets gut zur hälfte. wenn man mich fragt, ist das ihm absolut nicht anzulasten – fand es im gegenteil bewundernswert, wie er trotz jonglieren zwischen seinen gerätschaften stimmlich und vom timing her sicher blieb. falsche zeit? abwandern der ersten touri-schicht? alle wollten nach unten? wahrscheinlich ein bisschen was von allem.
ach ja, unten: trade. wer angenommen hatte, dass das kopflastige modular-wissenschaft wird, hatte nur halb recht. vom energielevel her war das so treibend wie das erste karenn-set an ort und stelle (woran ich pariah und blawan heute immer noch messe und was sie so bisher nicht mehr erreicht haben). einzig meine kondition kam mir hier dazwischen, so dass ich eher zuhörte, bzw. im sitz im bereich der klobar mit 136 bpm im hintergrund wegnickte – schade, dies. sollte es ein nächstes mal geben, werde ich vorab für mehr schlaf sorgen.

zurück zu abe duque, den ich bislang noch nicht wirklich zielgerichtet gehört hatte. auch er spielte überraschenderweise mit ableton live, aber damit ist der direkte vergleich zu jeff deringer möglich, den mr duque klar für sich entschied. zwar spielte er manche tracks zu kurz an, bzw. mixte zu schnell hinein, um dann auch wieder zum ursprünglichen track zurückzukehren. aber „where’s your child“ geht ja immer, und der rest spielte sich in ähnlich acid- oder bassline-lastigen regionen ab.
der rest bis 1 uhr war ein stetiges umherschwirren, ohne irgendwo wurzeln zu schlagen. das klappte am ehesten noch bei mike dunn, dem großes lob erstens für seine makellose technik und zweitens für seine auswahl gebührt, die sich nicht nur auf chicago und seine homies ende der 1980er oder anfang der 1990er beschränkte, sondern auch zeitgemäßen techhouse (wovon mir alles nichts sagte) oder auch „burnin'“ von daft punk umfasste. eine legende, die den sprung ins jetzt geschafft hat, sozusagen. auch bei kim ann foxman blieb ich sehr gerne länger, alleine weil sie mit „novelty waves“ von biosphere anfing und auch sonst ohne grenzen das spielte, wonach ihr war. dadurch kam ich zum ersten mal seit der e-werk-schließung anno 1997 mal wieder dazu, „monkey say, monkey do“ von westbam im club zu hören.
die halle gab es auch noch, aber die empfand ich als ein wenig hell und nicht so gemütlich wie zu neujahr 2015 oder auch zum geburtstag vor einem jahr. etwas frisch war es dort auch, was sich aber besserte, je mehr leute dort waren. insofern reicht es für dort und beim rest der floors eigentlich nur für streiflichter: the black dog konsequent mit ambient, bei polar inertia blieb ich tatsächlich auch mal länger, weil ich das sehr gut fand („goodnight vienna“ von lfo wiedererkannt), len faki fand ich beim durchgehen auch erstaunlich okay für meinen geschmack. (endlich mal) überraschend gut war für mich dvs1, dem ich ja sonst gerne mal statische funktionalität vorwerfe. aber diesmal spielte er melodischer, mal mehr, mal minder treibend und hielt mich damit auch gerne mal 20 minuten bei laune. war deshalb so kurz, weil es da schon sonntagstypisch ordentlich voll wurde und ich den anderen ihren spaß bei fortwährendem körperkontakt lassen wollte.
steffi zeigte in der halle währenddessen, dass auf sie als resident wirklich überall verlass ist. da liefen dann auch tracks mit beats, u.a. „pete standing alone“ von boards of canada, gefolgt von einem der vielen björk-remixe. das, was ich von massimiliano oben mitbekam, ging ziemlich in die richtung aktueller legowelt-sachen, aber in anbetracht einer weiteren arbeitswoche und der fülle war es für mich an der zeit, das gratulieren dem rest bzw. der sonntagabend-schicht zu überlassen.

schöner geburtstag, bei dem trade, portable, polar inertia, kim ann foxman, (endlich mal) dvs1 und mike dunn für mich die höhepunkte waren. wäre zwar hier und da gerne länger geblieben (bspw. bei steffi), aber ich hatte mich schon früh mit der tatsache angefreundet, einfach im club meine runden zu drehen und mal hier und mal da zu schauen.
die halle war mir zwar ein bisschen zu hell, musikalisch aber wie immer eine bereicherung und vor allem nahm sie etwas den druck aus der herrschenden fülle. ich fände es mittlerweile an der zeit, dass die tür sonntagabend etwas früher den einlassstopp verhängen könnte. zwischen 20 und 2 uhr ist das unten im berghain eher ein permanentes suchen von lücken oder durchlassen von leuten. zwar ist es bewundernswert, dass das der guten stimmung keinen abbruch tut (und vielleicht würde ich auch anders darüber reden, wenn ich frisch angekommen wäre), aber etwas weniger wäre hierbei mehr.

[berlin / 12.12.2015] about blank: staub

nachdem die letzte ausgabe aufgrund des ausflugs in die holländische badelandschaft für mich ausgefallen ist, wird es jetzt zum ausgleich die vorweihnachtliche.

staub20151212

nachbetrachtung

erstmal der chronistenpflicht nachkommen und den ablauf für die statistik nachreichen:

lobby
12:00 qu er
15:00 rndm
18:00 daniela la luz live
19:30 silva rymd

mdf
16:00 area phillips & tempre
19:30 invite

die zweite hälfte habe ich mitgenommen und war erstaunt, dass es in der lobby vom füllgrad her recht übersichtlich war. an rndm lag es nicht. der spielte zwar weniger hart, dafür mit groove (vom prince of denmark-album auf forum bspw.), aber nach einem kurzen ausflug auf den mdf wurde die prioritätensetzung sowohl bei der planung als auch beim publikum schnell deutlich: der mdf war die dunkle, warme technohölle, in der auch das sparsame licht sehr stimmte. in der lobby war’s dann eher zum hüftschwingen – insbesondere bei daniela la luz, deren set schon einige house-anklänge, jedoch auch einen deutlichen 303-anteil hatte.

area phillips & tempre bestehen zumindest zu einer hälfte aus yacoub von i/y. da freute ich mich besonders über einen track der „index man ep“ von herrn landstrumm. noch mehr grund zur freude bot jedoch das set von invite, der perkussiv und treibend spielte. stilistisch wird er sich dabei wohl ganz gut und gerne aus der tool-ecke bedient haben, die ende der 1990er von schweden, großbritannien und auch den niederlanden mehr als reichlich bedient worden ist. er hat daraus jedoch ein echt kurzweiliges set mit tollem flow gestrickt, das kurz nach 22:00 uhr mit „klang der familie“ einen tollen abschluss fand.

silva rymd war drüben in der kurzen zeit, die ich dort verbrachte, eher zurückhaltend als bretternd bei der sache („omega“ von robert hood oder „silhouette“ von delta funktionen), was sich jedoch gut in die erwähnte aufgabenverteilung einfügte.

summa summarum: eine staub im guten mittelfeld, unaufgeregter als manch andere ausgaben der letzten monate, was in puncto hype-anheizen auch manchmal nicht verkehrt sein kann.

[berlin / 18.12.2015] salon zur wilden renate: der wilde freitag

es hatte schon seine bewandtnis, dass ich mir den neuen floor bei marcel anschauen wollte. die spielzeit der anderen weiß ich noch nicht, jedoch bin ich selbst ab 7 uhr nach eduardo de la calle dran, der dann wohl von 4 bis 7 spielen wird.

renate20151218

schwarzer raum
00h00 carlos valdez
03h00 eduardo de la calle
06h00 stype

roter raum
01h00 moderna
04h00 joel alter
07h00 mutlu

grüner raum
02h00 thomash
05h00 mika dutsch
08h00 samanta fox

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
da dem gig noch die wöchentliche lohnarbeit vorausging, waren ein paar stunden schlaf zuvor angebracht und ich daher leider erst um 5 uhr im club. ging dann auch ohne umwege in den schwarzen raum, der erstmal einen satteren sound als drei wochen zuvor bei marcel und damit auch mehr publikum hatte. mehr variationen beim licht inklusive stroboskop taten ihr übriges und mit eduardo gab es einen überaus sympathischen headliner obendrauf, der viel von ostgut ton (die letzte martyn) und als letzte platte „detroit: one circle“ von robert hood (ja ja, ich weiß: the vision) spielte. also ganz im stile seiner produktionen, die weniger durch extrema, sondern vielmehr durch understatement auffallen.

das anknüpfen verlief dann glücklicherweise unfallfrei, im gegensatz zum letzten mal an einem freitag morgen nach alexander kowalski eine etage weiter oben. hatte mich zum einstieg für „freeze cycle“ von pearson sound entschieden, der zwar klar bei sleeparchive (dessen „senza titolo“ später zum zuge kam) abgekupfert hat, aber ein ganz gutes fundament lieferte.
„ganz gut“ passt auch für die selbsteinschätzung. ich war überrascht, wie gut das publikum mit fordernden tracks klarkam, was zum munteren weiteren gas geben einlud. etwas auf der strecke blieb jedoch der gang in die tiefe oder in die stilistische breite. letzteres ließ sich durch marcels mutiges, aber beim damaligen restpublikum auf wenig verständnis stoßendes intro mit vielen livity-sachen schieben, aber nicht entschuldigen. zumindest sollte auch ich eine gewisse kompromisslosigkeit zeigen, wenn sie mir in anderen sets schon gefällt. aber das geht beim warm-up wohl besser, ehe man als derjenige verschrien ist, der den leuten am ende mehrere gründe gegeben hat, rechtzeitig zu gehen.
nachbesserungsbedarf besteht immer noch beim aufbau, bzw. beim schlussset könnte man schon von „abbau“ sprechen. es ist immer noch so, dass ich mich durch zuckende körper vor mir verleiten lasse, einfach so weiterzumachen, dabei aber zu verkennen, dass manche einfach nur noch gemütlich heruntergebracht werden möchten, bevor es heimwärts geht. typisches dj-ego, wovon ich wohl nicht frei bin (dafür fehlt auch die praxis): wenn die meute vor einem schon geraume zeit gut unterhalten worden ist, kann man das doch sicher noch etwas länger veranstalten. beim warm-up ist das einfacher: da lässt sich abschätzen, wie voll es werden könnte und was der teil der anwesenden gerne haben möchte. der endpunkt beim schluss bleibt jedoch die große unbekannte, und es scheint wohl in der natur der sache zu liegen, dass jeder sich gerne auf die fahnen schreiben möchte, alle am längsten am kochen gehalten zu haben.

sei es wie es sei: es war nicht schlecht, aber auch keine glanztat. zum hochladen reicht es, es kann also jeder selbst beurteilen, ob einem ab 6 uhr danach der sinn gestanden hätte.

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[berlin / 04.12.2015] berghain: polymorphism #16 x modern love / … get perlonized!

ja, zugegeben: im dezember werde ich von meinem „einmal berghain pro monat“-dogma abweichen. solange sie es sich erlauben können, ihr wunsch-line-up für einen labelabend (naja, eigentlich sind’s zwei, nur zählt perlon schon zum inventar) zusammenzubuchen und mir partout keine bessere ausrede einfällt als „aber andy stott… demdike stare… funktion one“, wird das wahrscheinlich nicht das letzte mal gewesen sein.

berghain: polymorphism #16 x modern love
00h00 sean canty
02h00 rainer veil live
03h00 demdike stare live
04h00 millie & andreas live
05h00 andy stott live
06h00 miles

panorama bar: … get perlonized!
vera
cabanne
sammy dee
zip

eintritt
15 euro

nachbetrachtung

zunächst: oben war ich kaum. habe nur etwas zip gehört (zwischen 1 und 2), das war jedoch gekonnt wie immer. und sammy dee fiel krankheitsbedingt aus.

bei sean canty fällt es mir schwer, sein set irgendwie kategrorisieren zu können. es war elektronisch, irgendwie aber auch nicht. jedenfalls nicht ausschließlich track-, sondern auch songstrukturen, die sicherlich in den letzten monaten bei boomkat hervorgehoben worden sind. erkannt habe ich das shackleton-whitelabel auf dds vom letzten sommer.

rainer veil erinnerten mich in der zweiten hälfte etwas an scorn, jedoch gemäßigter. bei demdike stare gab es die einzigen visuals, jede menge obskuren ambient, aber glücklicherweise auch manche amen-reminiszenzen ihrer testpressings. mit denen kann ich auch wesentlich mehr anfangen als mit den düsteren klangstrukturen – auch wenn das sonst eher mein steckenpferd ist. vielleicht stört mich der etwas okkulte beigeschmack, so genau kann ich den finger nicht drauflegen.

von millie & andrea hatte ich mir eigentlich jungle-reminiszenzen en masse mit ordentlich distortion wie auf „drop the vowels“ erhofft, aber die beiden konnten sich meinem eindruck nach nicht zwischen gas geben und experimentieren mit sounds entscheiden, so dass sich ziemlich viel verlor. hatte daher auch die befürchtung, dass andy stott sich ähnlich entwickelt, er entpuppte sich jedoch als (achtung, wortwitz) bessere hälfte und obendrein als mein höhepunkt des abends. steigerung von ambient zu den sounds, wie sie auch schön in das vorgänger-set gepasst hätten. das ganze noch mit melodien bzw. gesangssamples kombiniert – wahnsinnig gut, wieder einmal. nur erkannt habe ich davon nichts, was wohl darauf hindeutet, dass er einiges an neuem material getestet haben könnte.

gegangen bin ich danach recht zeitnah, eigene gastgeberpflichten am darauf folgenden abend. da muss man es nicht allzu sehr übertreiben. hat sich durchaus gelohnt, auch wenn abende wie der raster-noton-freitag im sommer noch überzeugender waren.

[berlin / 28.11.2015] berghain: klubnacht

den prognosen nach wird es vor den haus- oder clubtüren eher grau mit niederschlag. und da es wirklich nicht oft vorkommt, dass mich ausnahmslos jeder im berghain und die hälfte aus der panorama bar interessiert, brauche ich nicht mal lange nach ausreden suchen, den tag höchstens auf dem hin- und rückweg draußen zu verbringen.

klubnacht

berghain
00h00 pete
04h00 mono junk live
05h00 blawan
08h00 marcel dettmann
12h00 function
16h00 rolando
19h00 luke hess
22h00 steffi
02h00 boris

panorama bar
00h00 goldwill
04h00 aera live
05h00 matt ‚jam‘ lamont
08h00 john daly
12h00 oracy
16h00 convextion live
17h00 virginia
21h00 chez damier
01h00 redshape

eintritt
15 euro

schichtbericht
eingestempelt so kurz nach 2, ausgestempelt gegen 22:30 uhr. daraus kann man schließen, dass es zwischenzeitlich entweder spaß gemacht haben muss oder die zeit für ein paar ausgiebige nickerchen genutzt worden ist.

tatsächlich ist der glücksfall eingetreten, dass das line-up nicht nur auf dem papier gut aussah, sondern auch an ort und stelle so richtig überzeugte. allen voran zu nennen wären marcel dettmann, der weniger bretterte, sondern der uhrzeit angemessen eher bedächtig (schon beinahe housig) mit tiefgang spielte und damit für eine der seltenen gelegenheiten sorgte, dass ich vom ersten bis zum letzten track nicht von der tanzfläche runterwollte. hat einfach alles gestimmt: aufbau sowieso, die fülle war auch angenehm und ich konnte es damit genießen, mich in ein set fallenzulassen. fortbildung betrieb er bei mir auch, indem er „dance you mutha“ von mike dunn spielte.
dicht dahinter convextion, für den das gleiche gilt. paradoxerweise schneller unterwegs als herr dettmann ein paar stunden zuvor unten, hatte er sich für dubtechno im ersten drittel entschieden, bevor er die anderen zwei mit electro bestritt, der zu seinem e.r.p.-alias passte. fast noch schöner war, dass die leute in der panorama bar beides richtig dankend annahmen, wo man annehmen könnte, dass alles andere als house oder disco um die uhrzeit alle verschreckt. eher trat das gegenteil ein.
oracy / don williams ist als kurator des gesamten sonntags oben auch noch als einer der höhepunkte zu nennen, u.a. weil er ohne scheuklappen uk-garage oder auch hits (bspw. sydney youngbloods „if only i could“) spielte, was das set wie so viele andere schön kurzweilig machte.
vom rest gab sich niemand die blöße. pete war zum anfang hin schon fordernd (wie an sich von ihm gewohnt in letzter zeit, wenn er das erste set macht), mono junk zwischen acid und trance, blawan funktional (es lief jedoch auch der answer code request-remix von blue hour), bei rolando bekam ich nur die hitphase mit, als er u.a. „knights of the jaguar“ spielte. hab mir aber sagen lassen, dass das in seinem set die ausnahme war. bei luke hess verschwinden so langsam die details, weil ich dann bereits einige zeit im club war und die fülle an musik, leuten und eindrücken das hirn nicht mehr so viel abspeichern ließ. andererseits saß ich auch weite teile des sets unten an der garderobe und bekam vieles nur am rande mit.

unter’m strich also 20 stunden, von denen ich um die 13 stunden am tanzen war. also eine tolle klubnacht, die für mich das vom flyerpapier gegebene versprechen mehr als einlöste und damit in die top 5 der jahresbestenliste gehört.

[berlin / 27.11.2015] salon zur wilden renate: henriette house

die renate hat einen neuen floor: den schwarzen raum, in dem techno laufen soll. der marcel spielt dort, ich schaue mir das an. er ist auch der einzige, der mir neben october und heimlich knüller etwas sagt.

henriette house
october
marcel heese
federico molinari
jacques bon
heimlich knüller
ricardo esposito
akirahawks
laylla dane
afriqua

start
24 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
jetzt, wo ich im juli auf dem balkon sitze, fällt mir noch auf, dass ich hierzu noch nichts hinterlassen habe. lässt sich aber auch kurz machen, da ich eh nicht besonders lang dort war: 6h30 bis bestenfalls 11h00 müsste das gewesen sein.

marcel tat mir schon leid. bei october vor ihm war es schon bestenfalls halb voll, aber definitiv halblaut. er stieg dann um 7 uhr mit „just getting started“ von bruce sowie anschließend „saltwater“ von peverelist ein, die mit vertracktem rhythmus schon etwas schwerer als gewöhnliche techno-tracks zu verdauen sind, aber zumutbar sind sie definitiv und courage bewerte ich sowieso immer höher. das publikum tat dies jedoch nicht, so dass nach der ersten viertelstunde vielleicht nur noch bestenfalls acht bis zehn leute auf der tanzfläche waren. das späte nachjustieren an der lautstärke bei dann durchgängiger gerader bassdrum änderte daran auch leider nichts mehr, daher war gegen 9 uhr bereits schluss.
wir verbrachten dann noch etwas zeit beim roten raum, in dem heimlich knüller italo-versionen von pop-klassikern wie „fade to grey“ spielte. das klappte dort auch sehr gut. beim schwarzen raum blieb der eindruck, dass er der renate zwar gut tut, aber noch besser in der form, in der ricardo villalobos ihn am wochenende zuvor bespielt hatte – da stimmte auch die lautstärke, natürlich tat sein ruf noch sein übriges.
marcel hatte daher einfach pech, indem er freitags auf halber kraft vor halbvollem haus spielte. allerdings könnte man es auch positiv wenden, indem sich sagen lässt, dass er den floor im entwicklungsstadium bespielte und es zu den anfangsschwierigkeiten gehört, ehe alles ausbalanciert ist. anlasten würde ich ihm (also marcel, nicht dem floor) jedenfalls nicht.

[zeewolde / 13.-15.11.2015] nachtiville

die nachtdigital bekommt einen ableger in den niederlanden, noch dazu in einem ableger der center parcs. diese kombination aus riesiger klassenfahrt sowie fein ausgesuchtem line-up macht einfach neugierig. das wird nachgereicht, sobald der bungalow bezogen und das programmheft wenigstens vier mal durchgeblättert worden ist.

the hall
freitag
22h30 sandrien
00h30 atom tm & tobias. live
02h00 rod
04h00 ende
samstag
23h00 radio slave
01h00 martyn live
02h00 head high
04h00 ende

the center
freitag
21h00 intergalactic gary
23h00 xosar live
00h00 i-f
02h00 gesloten cirkel live
03h00 legowelt
05h00 ende
samstag
21h00 dustin
00h00 kettenkarussell live
02h00 ateq
04h00 vrilski live
05h00 ende
sonntag
20h00 lena willikens
22h00 optimo
00h00 ben ufo
02h00 ende

the joint
freitag
21h00 luc mast
23h00 mattheis live
00h00 jp enfant
02h00 aurora halal live
03h00 steffen bennemann
05h00 ende
samstag
21h00 resom
00h00 benjamin brunn live
01h00 lowtec live
02h00 kassem mosse live
03h00 even tuell
05h00 ende
sonntag
20h00 david cornelissen
22h00 dollkraut live
23h00 dekmantel soundsystem
02h00 ende

the zone
freitag
23h00 api
05h00 ende
samstag
12h00 alex solman
18h00 ralf köster
21h00 c live
23h00 nina
02h00 superdefekt
05h00 ende
sonntag
12h00 onetake & thomas schreiber
19h00 randweg live
20h00 ende

the beach
samstag
14h00 manamana
21h00 ende
sonntag
14h00 job jobse
20h00 ende

nachbetrachtung
jetzt, wo deren newsletter mit der nachlese draußen ist, kann ich ja ins gleiche horn stoßen und erstmal mit den dingen anfangen, bei denen für mich noch verbesserungspotential besteht:

  • die vorabinformationen mit dem transport über den öpnv ab amersfoort stimmten nur so halb. der bus 160 fuhr von amersfoort vathorst aus, was nochmal zwei stationen mit dem sprinter bedeutete, und der bus selber hatte wegen eines staus auf der autobahn auch ungefähr eine dreiviertelstunde verspätung. pluspunkt an den fahrer: einfach jeden durchzuwinken, ohne ein ticket abkassieren zu wollen. von amersfoort selber hätte man auch laut webseite für 40-50 euro mit dem taxi nach zeewolde fahren können, was zu dritt auch kein ding gewesen wäre. aber scheinbar hatte die taxizunft sich darauf geeinigt, diese preise zum anlass verdoppeln zu wollen. für den rückweg ließ sich glücklicherweise noch kurzfristig eine fahrt mit dem maximal-bus nach amsterdam zuid buchen, aber für das nächste jahr wäre ein stündlicher shuttle von amersfoort aus nicht verkehrt.
  • die formalitäten bei der anreise, die wahrscheinlich zur geschäftspolitik der center parcs gehören. aber wenn man von amsterdam aus gerade drei stunden für eine strecke von 60 km unterwegs war und einfach nur ins warme, trockene möchte, hat man nicht unbedingt die lust darauf, einen anmeldebogen für ein 6er-apartment mit persönlichen daten aller bewohner auszufüllen. zu loben ist hier die „abfertigung“ bei den festivalbändchen, was vielleicht inklusive warten zwei minuten gedauert hat.
  • die security vor den einzelnen floors. nicht durch die bank weg, es gab auch lichtblicke (vor dem joint bspw.), bei denen auch während der wartezeit mit den leuten geredet worden ist. aber beispiele von willkür stehen da auf der anderen seite. es hätte so nicht unbedingt sein müssen, einen besucher nicht ins center lassen zu wollen, nur weil er die arme für den geschmack des wachhabenden nicht hoch genug gehoben hat. es gab auch geschichten, bei denen besuchern die festivalbändchen durchgeschnitten worden sind, weil bei ihnen geringste mengen von betäubungsmitteln gefunden worden waren. am beach fanden sonntag promille-stichproben statt, einer aus unserem apartment wurde samstag bereits nicht reingelassen, weil er den herren „zu fertig“ aussah. die „no drugs policy“ wurde zwar im voraus klar kommuniziert, aber es war auch offensichtlich, dass die security zum großen teil keine erfahrung mit technofestivals mitbrachte. von der unsitte, das nachfüllen von wasser auf den toiletten zu unterbinden, will ich lieber gar nicht erst anfangen. komischerweise, aber auch dank der mitreisenden, kam ich die ganze zeit ohne einen einzigen getränkekauf aus, bei dem man zuvor bares gegen festivalmünzen umtauschen musste. klar müssen die bars was verdienen, keine frage. aber wenn es selbst auf der nachtdigital möglich ist, sich leitungswasser in mitgebrachte flaschen zu füllen, was bei konsum von alkohol oder anderen dehydrierenden substanzen sicher nicht die verkehrteste beimischung ist, sollte das auch hier etwas liberaler gehandhabt werden. die herumliegenden plastikbecher mangels pfandsystem: geschenkt.
  • der hälfte der floors fehlte es irgendwie an gemütlichkeit. ein paar matratzen im vorraum des centers, was die einzigen dortigen sitzgelegenheiten waren, drinnen die bunten neonröhren, wie man sie aus dem zelt der nachtdigital kennt, guter sound, aber es ist eben ein tagungsraum mit der typischen styropor-verkleidung an der decke. kleine emporen an den seiten oder an der rückseite hätten das vielleicht etwas kompakter gemacht. die halle selbst war klar auf „megarave“ ausgerichtet, mit dem unterschied, dass der sound dort nur an gewissen punkten ganz ok (aber beim besten willen nicht mehr) war. das glichen die anderen drei floors, auf denen ich war, jedoch locker aus.

damit genug gemeckert, es überwiegen auch hier die positiven dinge:

  • an den standard, der uns mit dem apartment geboten worden ist, kann man sich nicht nur als festivalbesucher, sondern auch als ganz normaler urlauber gewöhnen. tolle betten in drei schlafzimmern, offener küchen- und wohnbereich, drei badezimmer, whirlpool, sauna. gerade letztere war gleich zwei mal dafür verantwortlich, abends etwas später loszukommen als geplant. ich hab das aber auch recht schnell als kurzurlaub mit schöner abendlicher musikalischer unterhaltung begriffen, von daher ging das auch sehr in ordnung. noch mehr in ordnung geht die dortige infrastruktur. auch wenn das ambiente des center parcs unter normalen umständen kitschig-übertrieben ist, passte das unter festival-umständen sehr gut, und vor allem hatte man alles vor ort. der supermarkt war täglich bis 20 uhr (sonntags) bzw. 22 uhr (restliche tage) geöffnet und bot eine gute auswahl zu zwar leicht gehobenen preisen, die aber immer noch unter denen eines hiesigen spätkaufs lagen. selbst vom östlichen ende des geländes aus (wo wir untergebracht waren) konnte man innerhalb von zehn minuten da sein.
  • die beleuchtung des festivalgeländes sowie die deko war für die doch sehr herbstlichen witterungsverhältnisse sehr liebevoll gemacht. manch einer mag bemängeln, dass nicht alle bereiche ausgeleuchtet waren, aber sie haben sich eben auf den hauptteil des geländes konzentriert, bei dem die leute eh zwangsläufig vorbeikommen mussten. auch der schon erwähnte center-parcs-kitsch fügte sich darin echt gut ein, was beim beach auf die spitze getrieben wurde. zwar war der sound dort etwas schrill, aber alleine die tatsache, in einem schwimmbad party machen zu können, weckte schon das kind im manne. obendrein gab es auch noch rutschen, aber auch aqua-aerobic zu techhouse geht sehr gut. job jobse sehe ich zumindest im vergleich zu manamana klar vorne, wobei er am sonntag mit hits echt nicht geizte („the man with the red face“ oder auch „like a prayer“), aber da war auch bei den leuten der punkt erreicht, wo man genau mit sowas blumentöpfe en masse gewinnt. manamana waren da tags zuvor wesentlich trockener unterwegs, was aber zum anbaden gut klar ging.
  • auch wenn die halle bei mir nicht mit ihrer atmosphäre punkten konnte: martyn hat dort mit einem sehr feinfühligen live-set, das irgendwo zwischen techno, house und breakbeats zu verorten war (am besten „falling for you“ auf ostgut ton hören, davon spielte er zumindest den titeltrack), zumindest für meinen musikalischen höhepunkt des wochenendes gesorgt. ein anderer waren dollkraut im joint, die krautrock unüberhörbar als einfluss mitbringen, jedoch auch salsa- oder disco-anklänge hatten. überhaupt bot der joint den intimen rahmen, der mir bei der halle und im center doch fehlte: niedrige decke, dunkles licht, schrie nach technohölle, war es in der zeit jedoch nicht, in der ich da war. herr bennemann spielte zwar ein bisschen acid zum ende und sonst bekam ich darin nur kassem mosse (mix mup fiel krankheitsbedingt aus) neben dollkraut mit. er spielte seinen ihm eigenen deepen house. überrascht war ich über das sehr auf den punkt gebrachte live-set von gesloten cirkel nach wieder einmal solider leistung von i-f im center. bei vrilski hatte ich im voraus vermutet, dass sich eher vril mit seiner dub-hypnose durchsetzt, aber stattdessen war es eher die treibende melodische seite von voiski. ateq machte zuvor im stile alter plastikman-sachen auch nichts verkehrt. optimo hielt ich erst irrtümlicherweise für ben ufo, weil ich einfach nicht nach vorne schaute und nicht wusste, dass sie den slot mit ihm getauscht hatten. fand ich jedoch auch klasse. breakbeats zur auflockerung, aber bei gerader kickdrum durfte es zur sache gehen – hat man also auch leicht mit ben ufo verwechseln können, der in guter form genauso spielt. von ihm bekam ich aber auch nur den auch durchaus soliden anfang mit. musikalisch gab es also für mich keine schwachpunkte, aber festivalüblich habe ich dank sauna oder nahrungsaufnahme auch eine menge verpasst. die zone habe ich mir leider erst sonntagnachmittag kurz angesehen und beim durchgehen auch bereut, es nicht vorher gepackt zu haben. und die ganzen afterhour-bungalows kenne ich nur aus erzählungen bzw. dem halbschlaf, weil einer der floors auch drei etagen über unserem apartment war.

für eine erstausgabe fand ich das schon sehr gelungen, aber an den oben erwähnten stellschrauben sollte schon gedreht werden. glücklicherweise wurden die scheinbar von vielen gästen bemängelt, so dass das ins offizielle fazit bereits eingeflossen ist. insofern wird einfach mal zu sehen sein, was sie sich für die nächste ausgabe einfallen lassen, bei der ich alleine aus meteorologischen gründen nichts dagegen hätte, wenn die zwei bis vier wochen vorher stattfindet. wäre dann zwar zeitlich näher an der nachtdigital, sollte aber zu verkraften sein. für manche festivalbesucher, die sich hierzulande herumtreiben, war der „frühe“ schluss um 5 uhr sicherlich eine bittere pille (von den ereignissen am freitag in paris ganz zu schweigen, was bei so manchen für einen stimmungsknick gesorgt haben dürfte). das kann man jedoch für das nächste jahr im hinterkopf haben, so dass man die abendplanung entsprechend anders gestaltet. grundsätzlich habe ich an der form von kurzurlaub definitiv gefallen gefunden.