Aug 102018
 

normalerweise ist die oton-nacht am zweiten samstag im august. stimmt auch dieses jahr, dann auch mit dem fast-rundum-angebot (berghain, panorama bar, halle, garten), aber nachdem bereits zum csd am sonntagnachmittag eine ansehnliche masse vor der tür stand, wird es zu dem anlass sicher nicht besser. der fairness halber ist aber zu sagen, dass es drinnen zum csd stets auszuhalten war.
dieses mal wird der freitag und statt der panorama bar die säule mit einbezogen. wie das gemeinsam mit dem berghain funktioniert, war bereits bei phuture zu erleben (nämlich ziemlich gut, völlig unbegründete sorgen vor überlappungseffekten). im berghain ausschließlich live-acts auftreten zu lassen, von denen ich insgeheim auf mark als drum&bass-update sowie barker am meisten gespannt bin, und in der säule dann noch die residents aufzubieten, die für den stilistisch umfassenden blick stehen, ließ mich nicht lange überlegen.

ostgut ton nacht

berghain
00h00 atom tm & tobias. live
04h00 mark live
05h00 barker live
06h00 vatican shadow live

säule
00h00 answer code request
03h00 fiedel
06h00 martyn

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
toller abend, wieder einmal musikalisch in sechs stunden mehr erlebt als an manchem sonntag. kam mir wie das muntere warumlaufen auf sonntag / montag vor – alles so angenehm unaufgeregt.
es gab nur zwei negativpunkte. erstens (selbstverschuldet): mein vorschlafen, und damit answer code request verpasst zu haben. zweitens: beim licht war im berghain mehr potential. war mir gerade während des mark-sets etwas zu statisch.

sind aber beides haare in der suppe. spätestens, als fiedel den für mich immer noch besten jemals produzierten drum&bass-track spielte (photeks „ni ten ichi ryu“), war für mich klar, mit dem besuch auf dem freitag die richtige entscheidung getroffen zu haben. und wieder einmal habe ich dank shazam gelernt, dass ich nach dem katalog von moving shadow den von suburban base durcharbeiten muss. in dem fall war’s der noise of art & double d-remix von „johnny ’94“. etwas schade nur, dass fiedel zur drum&bass-phase des sets nicht wirklich mehr als zehn leute vor sich hatte. aber damit blieb mehr platz für diejenigen, die es zu schätzen wussten.

von mark hatte ich erhofft, dass er direkt im stil seiner unterton-ep spielt, aber drum&bass gab es „nur“ in den letzten zehn minuten. davor jedoch eine wirklich tolle mixtur aus breakbeats in uk-hardcore-tradition und eine gerade 4/4-kick durfte es auch gerne mal sein. für eine liveset-premiere mehr als nur ordentlich, sollte man auf dem zettel haben – also gerade das, was da an veröffentlichungen noch kommen könnte.
das weiß man bei barker ja schon länger, der im stile der „debiasing ep“ spielte. also zuweilen ohne richtige kickdrum, aber mit richtig gutem gespür für harmoniewechsel und trotz komplexität für diejenigen kompatibel, die sich sonst bei der klubnacht einfinden. wobei vatican shadow die bedürfnisse der sonntagsfraktion zum schluss am besten bedienen konnte.

bei martyn hat mir etwas der rote faden gefehlt, wobei er aber auch bis 8 uhr darunter litt, dass sich so gut wie alle noch eine etage höher herumtrieben. als dort dann feierabend war, wurde es in der säule auch voll. aber dennoch: zu beginn war’s mir zu trocken und manche tracks wollten gar nicht zueinander passen. wo future sound of london allerdings bisher weniger mein fall waren: „pulse state (831 am mix)“ ist ein track, der mich schon früher hätte vom gegenteil überzeugen sollen. daher danke für die nachhilfe und für „infinition“ von quadrant sowieso.

Mrz 192018
 

klar, ein weiterer puzzlestein in der promo zu seinem unlängst erschienenen berghain-mix. aber interviews können neben der konzeptidee hinter dem mix auch noch in die tiefe gehen. wenn dabei aspekte aus dem privaten und der (musik)sozialisation beleuchtet sowie aktuelle entwicklungen rund um die szene kommentiert werden, die ich allesamt so unterschreiben würde, packe ich mir das als lesezeichen gerne hierher.

„das bin ich, das mache ich nachts.“

Feb 102018
 

ja, die wax treatment gibt es auch noch, bzw. schon seit geraumer zeit wieder in der griessmühle. das letzte mal ist bei mir ewigkeiten her (januar 2011 im horst krzbrg, gerade geschaut) und es wird alleine aus dem grund interessant, wie es andernorts sonntagabends so mit dem besucheraufkommen aussehen kann.

ablauf
18h00 fiedel
19h30 tallmen 785
20h45 soundstream
22h10 shackleton
23h10 pete
00h30 alienata

nachbetrachtung
auch wenn sieben jahre dazwischenlagen: das wesentliche hat sich nicht geändert. die leute tanzen immer noch in richtung des soundsystems und musikalisch ist das erlaubt, was den sammlern gefällt. hatte für mich die ganze zeit über etwas von einer betriebsfeier, auf der sich die belegschaft gegenseitig die sachen vorspielt, die sie neu oder wieder entdeckt hat. dann lädt man noch ein paar bekannte ein, damit man nicht völlig unter sich bleibt und schon kommt ein abend zustande, der einem mit dem gefühl entlässt, dass sich nicht alles um ablaufpläne und der auf nummer sicher gehenden funktionalität dreht. ich hatte vielmehr den eindruck, dass soundsystem, hardwax und der ruf der wax treatment immer noch einen menschenschlag anzieht, der sich im club überraschen lassen möchte oder einfach darauf vertraut, dass die mit der musikalischen unterhaltung betrauten protagonisten einen guten job machen.

fiedel hatte sich anfangs dem hiphop ganz alter schule verschrieben, da waren also sachen dabei wie „survival“ von grandmaster flash oder „breakdown (dance your pants off)“ von the unknown dj. abgeschlossen hat er mit einer reihe von missy elliott-instrumentals, u.a. „get your freak on“ und manch anderen, was timbaland aus dem ärmel geschüttelt hat.
tallmen 785 dann mit jungle und frühem drum&bass: „the helicopter tune“ von deep blue, „winey winey“ von two on a tip oder „gangsta“ von trinity.
der übergang von ihm zu soundstream und dessen disco- bzw. frühen house-tracks war schon ein wenig hart, aber nichtsdestotrotz (bzw. gerade deshalb) auch musikalisch wertvoll: „you can’t hide (your love from me)“ von david joseph, „mph“ von joe oder auch „my party“ vom letzten errorsmith-album auf pan, das sich zu einem kleinen hit entwickelt zu haben scheint.
shackleton wie die letzten male eher trippig, ohne den subbass-bereich so auszunutzen, dass es richtig treibt. klar ist das ein spiel mit den hoffnungen derjenigen, die ihn früher gehört haben. und auch wenn mir da etwas fehlt, muss ich gestehen: die entwicklung ist nicht zu überhören.
pete war dann einmal mehr eine überraschung, indem er strikt drum&bass spielte. dabei notiert: freestyles – play the game, dillinja – so damn tuff oder „subway“ von ed rush.
alienata hatte zwar technisch nicht ihren besten tag, bewies aber mit ihrer sehr electro-lastigen auswahl einmal mehr geschmack: „1.9.8.3.“ von third electric, „surgery“ von the wreckin‘ kru, „the dj“ von aux 88 (die letzteren beiden erkennt man im schlaf, wenn man die beiden electro boogies von dave clarke gehört hat) oder „adriatic front“ von antonio.

für mich also von anfang bis ende eine musikalische fortbildung, bei welcher der einzige kritikpunkt meinerseits daraus besteht, dass man doch mit dem licht mehr machen könnte. aber evtl. ist das auch eine so gewollte entscheidung.
es wird definitiv keine weiteren sieben jahre brauchen, bis ich wieder einmal hingehe – vielmehr ist die wax treatment fast wie aus dem stand in der liste für die quasi-stammtermine gelandet, da sie gemeinsam mit der version die von der sub:stance hinterlassene lücke sehr gut kompensiert.

Dez 292017
 

wie das nun mal so ist mit liebgewonnenen traditionen.

neu: den jahreswechsel im club verbringen zu können und dem zur normalität gewordenen wahnsinn mal eben 24 stunden mehr gönnen. einen großteil davon werde ich nicht mitbekommen – peile die ankunft grob zwischen martyn und i-f an, ende offen.

silvester klubnacht

berghain
samstag, 30.12.2017
24h00 kobosil
sonntag, 31.12.2017
04h00 dvs1
08h00 dr. rubinstein
12h00 rødhåd
16h00 kangding ray
20h00 boris
24h00 marcel dettmann
montag, 01.01.2018
04h00 norman nodge
08h00 etapp kyle
12h00 somewhen
16h00 answer code request
21h00 lsd
dienstag, 02.01.2018
02h00 ben klock

panorama bar
samstag, 30.12.2017
24h00 gerd janson
sonntag, 31.12.2017
04h00 roi perez
08h00 efdemin
12h00 the black madonna
16h00 volvox
20h00 steffi
24h00 nick höppner
montag, 01.01.2018
04h00 anthony parasole
08h00 tama sumo
12h00 ryan elliott
16h00 virginia
20h00 danny tenaglia
24h00 massimiliano pagliara

lab.oratory
sonntag, 31.12.2017
21h00 skatebård
montag, 01.01.2018
01h00 gideön
05h00 nd_baumecker
09h00 soundstream
13h00 i-f
16h00 discodromo

halle am berghain
montag, 01.01.2018
01h00 jenus
05h00 rainforest spiritual enslavement
08h00 martyn
11h00 atom™
15h00 b12 live
17h00 nathan fake
20h00 fiedel

eintritt
38 euro

nachbetrachtung

vorab: am fazit der vorjahre ändert sich nichts. es war auch dieses mal das beste silvester seit dem letzten silvester. gliedern werde ich das resümee in die schilderung der sause aus meiner perspektive zum ersten und zum zweiten in der evaluation meines ausgehverhaltens. wer sich an die zusammenfassung vom letzten jahr erinnert (oder sie nochmal nachschlägt), wird ein paar durchaus selbstkritische töne darin finden. und da für mich gerade wieder einmal die zeit der selbstreflektion gekommen ist (muss die jahreszeit sein), kann ich ja mal schauen, was vom eigenen anspruch so übrig geblieben ist.

vielleicht erstmal so viel: ich hatte mir als option offen gehalten, den rekord vom letzten jahr (also 24 stunden im club) einzustellen, für mich war es aber dienstag mittag nach dem ende von massimiliano pagliara in der panorama bar (kurz nach 12 uhr, wer’s genauer haben möchte) nach 22 stunden völlig in ordnung, nun zu gehen. dabei hatte ich insgesamt nicht mal mehr als eine halbe stunde dort oben zugebracht, aber der discoide schluss rundete das alles für mich in dem moment gut ab.

dazwischen lag:

  • eine stunde warten am montagnachmittag, wobei die tür einen insbesondere an den umständen gemessenen lockeren eindruck machte. in den folgestunden wurde die schlange für beide eingänge auch nicht gerade weniger, bis es den einlassstopp am montagabend gab und die bändcheninhaber zügig abgefertigt werden konnten. eine verringerung des eintrittspreises gab es bis zum schluss nicht, worüber man sicherlich diskutieren kann. als abschreckung, nicht noch mehr leute anlocken zu wollen, wäre das noch ok, andererseits wäre die hälfte des preises ab der zweiten hälfte der party auch noch in ordnung gewesen.
  • die mittlerweile bekannte routine des personals: drei garderoben, und mit dem entsprechend taktischen gespür für die richtige bar zur richtigen zeit musste man auch nicht übermäßig lange warten. kompliment auch an den essensstand in der halle, der selbst bei ausgefallenem licht so weiterarbeitete als sei nichts geschehen.
  • ein i-f in ähnlicher form wie zum csd, jedenfalls mit dem gleichen ende: „gimme gimme gimme“ von abba.
  • answer code request, der in der kurzen zeit, die ich mitbekam, besser, fordernder spielte als letztes jahr.
  • eine halle, die genauso dekoriert war wie zum geburtstag, plus videoinstallation an der rückseite. gute idee auch mit der riesigen tafel und dem himmelbett im essensbereich. das wichtigste: sie war gut geheizt. meine kleine decke plus pullover im beutel kamen also nicht zum einsatz. stattdessen ließen sich dort tolle sets genießen: b12 waren davon am funktionalsten, stellenweise auch mit 4/4-kick sowie 303, was auch durchaus an einem sonntagmorgen gegen 4 oder 5 uhr ins berghain gepasst hätte (wo ich sie 2006 das letzte mal gehört habe). verlockte manche zum tanzen, war aber auch beim zuhören nicht unangenehm aufdringlich und der dicke applaus zum ende mehr als verdient.
    bei nathan fake habe ich gelernt, dass er auch als ambient-dj eine sehr gute figur macht – auswahl (u.a.): „vi scose poise“ von autechre, „radioland“ von kraftwerk, „faure in chrome“ von actress, „sandsings (boards of canada remix)“ von mira calix, „the work of art in the age of cultural overproduction“ von tim hecker.
    fiedel machte danach auch bis 4 uhr einen außerordentlich guten job, darunter mit „solanus (extracted)“ von vainqueur, burial – wounder und „happy cycling“ von boards of canada direkt danach, rhythm & sounds „roll off /b“ auf 45 statt 33 und (völlig unverhofft, daher so gut) „llorando“ von rebekah del rio (wer „mulholland drive“ gesehen hat: die szene aus dem theater, bei der die sängerin auf der bühne kollabiert.). war damit bis zum schluss (zugemacht wurde gegen 8) der ort, an den ich mich sehr gerne zurückgezogen habe.
  • im berghain rissen mich lsd unerwarteterweise so richtig mit. wer bei dem namen die stirn kraus zieht: es handelt sich um ein triumvirat dreier gestandener herren aus dem techno-bereich – luke slater, steve bicknell und david sumner (function). bei dem set kam irgendwie alles zusammen, was mir in 20 jahren auf den club-tanzflächen gänsehaut bescherte: rotzige tracks mit rauher energie und einer ständigen dynamik im set, bei der irgendeiner der drei immer wieder etwas draufsetzte. das licht: eher blitzend anstatt umherschweifend, dabei werde ich die angeblinkten einzelnen säulen mit der silhouette der leute auf den podesten so schnell nicht vergessen. das war noch die sahne obendrauf: die leute stiegen richtig willig darauf ein. ja, es war voll, allerdings auch nicht voller als an einem sonntagabend in den letzten jahren, der ja manchmal mit (fast schon wörtlich) um sich greifender rücksichtslosigkeit steht und fällt. davon war dieses mal aber so gut wie nichts zu merken. wiedererkannt: sehr wenig. nur zwei slater-tracks als planetary assault systems: „dungeon“ und „surface noise“.
  • discodromo im lab habe ich nur beim umherlaufen mitbekommen, auf der tanzfläche an sich war’s zu voll und am rande zu viel durchgangsverkehr. zwei mal technotronic in eigenen edits von „pump up the jam“ und „get up“, später noch „flash“ von green velvet und „unfinished sympathy“ von massive attack um 6:30 uhr zum schluss. damit haben sie keine 16 stunden gespielt wie im jahr zuvor, sondern „nur“ 14-einhalb (hier bitte ein großes augenzwinkern meinerseits einsetzen).
  • ben klock ist eben ben klock. da kann man sich auf den pünktlich erscheinenden und lange bleibenden fanclub verlassen. ich hab’s in der frühe gegen 10 uhr versucht, da war wieder schön platz auf der tanzfläche. aber mich unterhielt das nur für 20 minuten. insbesondere mit der dynamik des lsd-sets zuvor im hinterkopf passierte mir da nicht genug, als dass ich gebannt gewesen wäre. das problem ist aber meinerseits nicht neu und der erfolg gibt ihm ja recht. als hit noch im gedächtnis: „atol“ von surgeon.
  • tolle idee auch: die exklusiv frauen sowie transgender vorbehaltenen toiletten in der säule. könnte (wenn es nach mir ginge) auch bei regulären klubnächten schule machen.

wer’s kompakt haben möchte: personal sowie publikum ziemlich entspannt (jedenfalls dort, wo ich war), lsd im berghain, b12, nathan fake sowie fiedel in der halle grandios, i-f und discodromo im lab in gewohnter form. silvester / neujahr ist und bleibt dort einfach eine institution.

und wie lief das so mit dem vorsatz, 2017 nicht mehr auf rekordjagd gehen zu wollen?

rückblickend ganz gut. die 20-stunden-marke kam sehr selten in sichtweite, und die male, die ich das berghain nachts betreten habe, lassen sich an ein bis zwei händen abzählen – dabei handelte es sich meistens um die freitage. bei den live-acts muss für mich samstag / sonntag schon jemand außergewöhnlich gutes im angebot sein, dass ich mich früh auf den weg mache. der tagsüber-rhythmus hat sich für mich also (nicht zuletzt auch durch die staub) etabliert und zieht sich meistens so um die 12-16 stunden, was immer noch sportlich ist und immer noch gewisse konzentrationsdefizite zu wochenbeginn fördert. das ist aber zu erwarten und auch auszugleichen, wurde aber durch eine gewisse überbeanspruchung in der zweiten jahreshälfte 2017 konterkariert. ein mangel an konzentration, gar motivation, war also abseits von arbeit und dem hier nachzulesenden ausgleich an den wochenenenden gang und gäbe und schlug sich vor allem leider auf mein verhalten als musiksammler und mittlerweile auch serienkonsument nieder. daher war insbesondere ab dem letzten quartal 2017 (aber auch bereits davor) die absicht vorhanden, der leidenschaft – und so abgedroschen es klingt: mir selbst – wieder mehr zeit einräumen und dabei die arbeit geringer zu priorisieren.
teilzeit steht daher groß auf der agenda für 2018. nicht, um wieder auf rekordjagd gehen und den montag bis zum mittag im berghain verbringen zu können (um ehrlich zu sein, ist der dortige allgemeinzustand zu fortgeschrittener stunde bei durchschnittlicher musik für mich immer noch ein grund zum gehen). vielmehr herrscht seit monaten das gefühl vor, dass ich mich nicht so eingehend mit der musik beschäftigen kann, wie ich es gerne möchte. sinnkrise in puncto techno hin oder her – die existiert nach wie vor und wird wohl so lange nicht schwinden, wie es die auch mittlerweile industrielle verwertungskette für djs inklusive mittelklassiger veröffentlichungen zum anhäufen von gigs gibt. es macht für mich nach wie vor die breite, und da hat sich auf der festplatte einiges angesammelt, das noch nicht strukturiert (heißt: in die logik eines sets überführt) werden konnte.
um den bogen zum berghain zurück zu spannen: auch sie haben im laufe von 2017 mit der säule das signal gesetzt, dass sie sich nicht nur auf den technoclub reduzieren lassen möchten. mit dem fokus der freitage auf den im vergleich zur panorama bar kleineren raum ist das der mutige entschluss, lieber weniger publikum in kauf zu nehmen und dafür inhaltlich weniger kompromisse eingehen zu wollen. das vorhandensein dieses experimentierfelds könnte für mich bedeuten, freitags öfter dorthin zu gehen und damit den nachtmodus zu reaktivieren.

manche monate in 2018 könnten daher daraus bestehen, sonntags mal gar nicht, aber dafür ein, zwei male „nur“ in die säule zu gehen. der offensichtliche vorteil daran wäre, den rest des wochenendes dann noch vor sich zu haben. ihr seht: das „weniger ist mehr“ war 2017 wohl das richtige und kann gerne so fortgeführt werden. andererseits ist auch das vorhaben da, anderen clubs neben dem berghain und dem about blank mehr einräumen zu wollen. der tresor hat sich bookingtechnisch so positiv entwickelt, dass ich dies öfter wertschätzen und somit einen besuch abstatten sollte. den humboldthain-club kenne ich immer noch nicht, das ohm vernachlässige ich auch zu sehr. problem bei all den genannten: sie sind eher auf die nächte ausgelegt.

es bleibt also so spannend wie ich es zulasse.

Nov 172017
 

und es geht direkt vor ort weiter. das angebot im november lässt mich allerdings auch schwach werden (es wird noch ein drittes mal folgen).

klubnacht

berghain
00h00 lucy
05h00 orphx live
06h00 kobosil
10h00 fiedel
14h00 answer code request
18h00 norman nodge
22h00 rolando
01h00 vril live
02h00 rødhåd

panorama bar
00h00 ben ufo
08h00 tama sumo
12h00 cassy
16h00 dorisburg live
17h00 heidi lawden
21h00 gerd janson
01h00 nick höppner

eintritt
16 euro

Aug 122016
 

vor genau einem jahr war ich im fabric, wo mit marcel dettmann wenigstens einer der residents spielte. das fabric bleibt aufgrund von zwei drogeninduzierten todesfällen in jüngster zeit am kommenden wochenende zu und ich bin eh nicht in london sondern hier. meine erwartung bzgl. publikumsandrang liegt bei irgendwas zwischen dem silvester-, csd- und verdoppelten sonntagabendwahnsinn, aber zumindest mein plan sieht danach aus, dass ich mich eher entgegen dem strom tagsüber (angedacht ist so ab sonntag vormittag) in der halle und im garten herumtreiben werde.

ostgut ton nacht

berghain
00h00 kobosil
04h00 vatican shadow live
05h00 function
09h00 terence fixmer live
10h00 fiedel
13h00 etapp kyle
16h00 norman nodge
19h00 ben klock
23h00 marcel dettmann
03h00 answer code request / boris

panorama bar
00h00 barker
04h00 matthew styles
08h00 virginia
12h00 dvs1
16h00 nick höppner
20h00 doms & deykers live
21h15 ryan elliott
01h15 efdemin

garten
12h00 tama sumo
16h00 nd_baumecker

halle
06h00 jenus
10h00 alekzandra
14h00 red stars over tokyo
17h00 the 7th plain
20h00 tobias.
24h00 len faki

eintritt
18 euro

nachbetrachtung
wie das mit plänen nun mal so ist – es kommt gerne mal was dazwischen. in diesem fall eine runde trivial pursuit im privaten rahmen, weshalb ich sonntagfrüh um 8 uhr noch wach war. ohne vorherigen schlaf wollte ich jedoch nicht hin. wäre zwar gegangen, aber ich hätte mir dann eher nur den stempel geholt, wäre vielleicht zwei stunden geblieben und am frühen abend wiedergekommen.

es wäre am ende eh auf das gleiche hinausgelaufen, was mit gesundem menschenverstand irgendwie nur schwer nachvollziehbar ist. brutto war ich von 16h00 bis 3h30 da, netto von 20h00 bis 3h30. die differenz von vier stunden besteht aus dem warten in der schlange – nicht in der normalen schlange, die wohl bis höhe baumarkt angewachsen war, sondern in der für stempel-/listenplatzinhaber. die reihten sich bis zu den betonteilen richtung nirgendwo / aldi auf. so bekam ich nd wenigstens von draußen etwas mit, vocallastig wie häufig, aber für den nachmittag sehr passend. irgendwann in höhe der rückseite der garderobe verschwamm der sound aus dem garten zu einem brei mit der panorama bar, und eine kurze runde improvisiertes yoga, gefolgt von trivial pursuit-fragen aus dem kopf verkürzte die zeit.
jeder mit etwas vernunft wäre wahrscheinlich umgekehrt, ich sah das jedoch eher positiv unter dem aspekt, sonntags mal endlich an die frische luft zu kommen. etwas sonnenschein war inklusive, regen gab es auch nicht, die temperaturen ließen einen nicht verdursten (obwohl der herr vom imbiss-stand in höhe des häuschens wahrscheinlich eurozeichen in den augen hatte), und im nachhinein kommt es mir auch nicht wie vier stunden vor. am ende dürfte man an beiden schlangen eh ungefähr gleich lang gewartet haben, was ich wiederum ganz demokratisch finde, da einem so vergegenwärtigt wird, sich mit stempel, stammgaststatus oder listenplatz nicht zu einer höheren kaste gehörig fühlen zu müssen.

für mich also eher draußen eine neue stufe des irrsinns, drinnen war es wirklich sehr gut auszuhalten. ich hatte sich durch die gänge schiebende menschenmassen erwartet, fand zwar einen mehr als sehr gut gefüllten club vor, aber das war insgesamt auch nicht mehr als das, was man sonntagabend mittlerweile erwarten kann. das gilt für die gesamte zeit, die ich da war.
nach vier stunden schlangestehen und noch mit etwas nachholbedarf an schlaf im hinterkopf hatte ich mich jedoch eher für die rolle des zaungastes entschieden, wobei ich (man lese und staune) ben klock beim reinkommen gegen 20h30 schon mitreißend fand. das hatte mehr perkussive elemente und vor allem mehr groove, aber wenn schon mal die halle offen ist, muss das auch ausgenutzt werden. das taten bei tobias. auch einige, bei dem ich zwei der düsteren tracks von der „selected ambient works 2“ erkannte. düsterer auch das licht in der gesamten halle, bei dem die roten lampen immer unter den sitzgelegenheiten platziert waren, womit das licht nicht nennenswert nach oben streuen konnte. sehr gelungen, die riesenprojektion von neujahr kann einfach nicht erreicht werden.
dem dasein als zaungast folgend streifte ich dann eben umher. ben klock blieb für meine ohren besser als ich es von ihm kenne. ryan elliott spielte oben auch ganz schön fordernd, efdemin passte in den minuten, die ich von ihm mitbekam, für meine ohren auch besser in die panorama bar als ins berghain. marcel dettmann war für mich im vergleich zu seinen letzten hervorragenden sets in „nur“ solider form (und damit immer noch besser als der durchschnitt), answer code request machte gleich von beginn an klar, dass hier eine schippe draufgelegt werden soll, während len faki bei mir mit „amo bishop roden“ von boards of canada wirklich pluspunkte sammelte. überhaupt war’s mal schön, ihn in dem kontext zu hören, obwohl er im vergleich zu tobias. tracks mit rhythmus spielte, aber dies immerhin so divers, dass es mich als faki-skeptiker schon freute, dass er es anders kann.

wäre die liebe lohnarbeit am montag nicht gewesen, wäre ich gerne länger geblieben, auch wenn dies einen langen atem erfordert hätte: schluss war wohl montagnachmittag um 15 uhr.
exzess mit ansage für andere – so lässt es sich für mich ganz gut zusammenfassen. lob an die tür, dass es drinnen zwar gut gefüllt, aber für den gast stets erträglich blieb. ich hoffe dennoch, dass sich das nicht zum standard für kommende sonntage entwickelt und konzentriere mich erstmal wieder auf den freitag, an dem man im berghain musikalisch herausgefordert wird – in dem fall die polymorphism anfang september.