[berlin / 24.06.2016] tresor: new codes

ja, richtig gelesen. innerhalb von drei wochen zwei mal. ist ja fast wie in alten zeiten, aber auch ein ergebnis von spontaneität.

tresor20160624

teilt sich dann so auf:

tresor
00h00 inga mauer
02h30 sigha live
03h30 samuel kerridge
06h00 felix k

globus
00h00 nadja chatti
02h30 optimo
04h30 marco bernardi
06h00 sling + samo

ohm
00h00 ancestral voices
01h30 sam kdc
03h00 felix k / ena
04h30 presha

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

doch, die spontaneität hat sich gelohnt, auch wenn ich nicht wesentlich länger als vier stunden dort war und ich den globus kaum betreten habe. an den joey-beltram-remix für „mad dog“ von the advent bei sling + samo erinnere ich mich noch, als ich gegen 6h30 ging.
positiv überrascht hat mich die geduld des publikums im ohm. während es bei sam kdc noch durchaus tanzbar zuging (interessante mischung aus reduziertem drum&bass neuerer schule mit industrial-sounds, und damit im groben das, was auf samurai horo passiert), deklinierten ena und felix k einige taktarten, tempi und stile durch, wozu auch mal ambient zählen konnte. das publikum blieb an ort und stelle und hörte interessiert zu, was meinen eindruck vom ohm als versuchslabor einmal mehr bestätigt hat.

die andere koordinate war eben der tresor, wo ich tatsächlich von jedem etwas mitbekam. solides warm-up von inga mauer, sigha mit modularsystem und tr-8, die mit ihren geschlossenen hihats auch für die momente sorgte, die am besten ankamen. bin aber nach einer halben stunde rüber ins ohm, um wieder pünktlich zu samuel kerridge zurückzukehren, der für mich fortan als universalwaffe gilt, da er mich als live-act und als dj überzeugt. so brachte er gegen ende seines sets mal eben (stark heruntergepitcht) „the hacker“ von jeff mills oder kurz zuvor „cydonia“ von scalameriya & haka, scheute sich aber auch nicht, zwischendrin auch mal drones zu spielen. wieder mal klasse, mein favorit des abends. das zweite set von felix k geriet etwas tooliger (mit der kalon auf sandwell district), aber mit der aussicht auf wahrscheinlich drei stunden zum schluss sind langfristig geplante sets auch nicht verkehrt. bekam ich dann jedoch nicht mehr mit, weil die staub am gleichen nachmittag noch rief, ich der kondition also nicht mehr zumuten wollte und somit heimwärts rollte.

doch, guter abend. auch mit schönem andrang, jedenfalls reichte die schlange um kurz nach 2h00 bis fast zum ende des gebäudes. für einen freitag war das schon alle achtung wert. selbst die fraktion, die sich und die nachwelt mit videoaufnahmen beglücken möchte, ließ sich dieses mal ganz gut ignorieren, was einmal mehr zeigt, dass das eine frage der tagesform ist.

[berlin / 25.06.2016] about blank: staub

die sind dieses jahr auf das monatsende abonniert. die wetterprognosen lassen zwar nicht allzu viel zeit für tischtennis erahnen, aber dann wird eben tanzen die nächstliegende option.

staub20160625

nachbetrachtung
zunächst die chronistenpflicht:

garten
10h00 baby kruger live
11h00 talla
13h00 mareena
15h00 kwaint
17h00 christopher joseph
19h00 i/y

mdf
14h30 miro
17h00 richard
19h30 aña

so, nun aber. zunächst einmal: seit der party habe ich den beinamen „mr strawberry“ weg, da der erdbeerstand am ostkreuz einfach zu verlockend war, um einfach nur vorbeizugehen. ein kilo lässt sich zwar alleine futtern, wäre aber zu egoistisch. daher anderen auf der tanzfläche im garten eine freude damit bereitet, so kam eines zum anderen.

am start war ich jedenfalls von 14 uhr bis zum schluss. mareena war gartentypisch eher melodischer mit acid-einschlag unterwegs. da ich leider nur in wenigen punkten mit der discographie des in der woche vor der party verstorbenen andreas gehm vertraut bin, kann ich nicht beurteilen, wieviel sie von ihrem vorhaben umgesetzt hat, möglichst viel von ihm zu spielen. kwartz war eher trockener, und dank ihm habe ich mit doq ein berliner label entdeckt. bisher zwei veröffentlichungen von excell, was den verdacht eines autorenlabels nahelegt. schnörkellos, analog, rauh, auf den punkt – mag ich. danach widmete ich mich doch eher dem tischtennis, musik geriet da zur nebensache. miro fand ich drinnen zu perkussiv, erinnerte mich an das, was ich an samuel l. session oder primate um 2001 schon langweilig fand. draußen machten i/y einen auf mich ziemlich unharmonischen eindruck mit wenig flow.
das klappte später drinnen bei aña besser, die aber mit einem schlecht gelaunten xone:92 zu kämpfen hatte, bei dem ein kanal für den technics nur auf halber kraft funktionierte. inhaltlich mit etwas acid, „flash“ von vanguard als schlusstrack, dem ich immer noch nicht viel abgewinnen kann. aber man kann sich das clubleben auch zur hölle machen, wenn man seine dogmen auch dogmen bleiben lässt. oder auf deutsch: ich habe mir keinen zacken aus der krone gebrochen, indem ich dazu getanzt habe.

ergo eine musikalisch für mich eher solide staub mit mareena und kwaint als diejenigen, die mich überzeugt haben – neben dem wetter, das sich als besser als die prognose entpuppte und den garten einmal mehr zum zentralen ort für viele werden ließ.

[berlin / 19.06.2016] else: 10 years hypercolour

am anderen ufer der spree direkt gegenüber der renate liegt deren open-air-ableger: die else. die habe ich vor kurzem als biergarten kennengelernt, als der sie unter der woche geöffnet ist. nun mit diesem line-up und mit größerer lautstärke, wegen der das geschehen ab 22 uhr in die hütte verlagert wird.

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ablauf

else: 10 years hypercolour

12h00 samuel rodd
14h00 edmondson
16h00 cedric maison
19h00 luke vibert
20h00 matthew herbert
22h00 mark henning
01h00 cedric maison b2b lukas wigflex

renate: after
grüner raum
20h00 rydim
23h00 ricardo esposito
03h00 floyd lavine
07h00 michael nadjé
roter raum
22h00 shingo suwa / mr ties

nachbetrachtung

tja, wer eine bis ins detail ausgearbeitete protokollierung der sets der herren vibert und herbert erwartet, wird leider enttäuscht. meine prioritäten lagen dann doch anders, so dass ich nicht mal mehr pünktlich zu herberts letzter platte, sondern schon nach einer guten halben stunde kam, in der mark henning spielte. wenn ich mich nicht verhört habe, könnte er in der zeit sogar etwas von der killa bite 1 gespielt haben, klang jedenfalls verdächtig danach. insgesamt aber geht der besuch in der else an einer meiner kürzesten clubbesuche in meine biographie ein, da die gruppendynamik nach nicht mal 20 minuten in richtung renate führte.
dort (und hier beginnt der interessantere teil mit angedeutetem szenetratsch) fand die kurzfristig anberaumte „after“ statt – initiiert von mr ties, der bis vor kurzem wenige hundert meter den markgrafendamm richtung ostkreuz herunter im about blank mit der homopatik dem club und auch sich selbst einen gewissen popularitätsschub gab. ich hatte mir zwar vorgenommen, mir das auch zu gegebener zeit anzuschauen, aber dann kam doch die staub als stammreihe in die quere, und jetzt ist es zu spät: die homopatik gibt es so nicht mehr, der rest der mannschaft rief (von freitag bis sonntag am vergangenen wochenende) im about blank die erste „buttons“ ins leben, mr ties startete in der renate einen testlauf. der war um 1 uhr, als für mich der aufbruch angesagt war, auch ganz annehmbar besucht. halbvoll ungefähr, jedenfalls genug, um sich nicht alleine zu fühlen und ausreichend platz, ohne dass man sich sorgen um ellenbogen in den rippen machen musste – also ziemlich unaufgeregt. ricardo esposito war dabei techhousig-fordernd, aber für mich hat shingo suwa in der kurzen zeit ganz schön viel richtig gemacht. disco lässt sich aufgrund der unquantisierten rhythmen und dann noch den harmonien schwer mixen, aber das machte er echt bravourös.
mehr bekam ich musikalisch nicht mit, da auch ein guter teil beim plaudern im innenhof oder an der garderobe verbracht wurde. das passte aber alles zu meinem vorhaben, das wochenende auch mal unaufgeregt zu verbringen.

[berlin / 11.06.2016] berghain: klubnacht

auch wenn da heute die polymorphism stattfindet: das mit dem blank war für mich länger klar, und dann wird’s eben „nur“ der sonntag. der nächste interessante freitag ist das achtjährige jubiläum der leisure system anfang juli, dazu dann aber zu gegebener zeit mehr.

klubnacht

berghain
00h00 fiedel
04h00 tb arthur live
05h00 blind observatory
09h00 young male
13h00 gunnar haslam
17h00 anthony parasole
21h00 answer code request
01h00 rødhåd

panorama bar
00h00 jamie fry
04h00 spencer parker
08h00 david morales
12h00 peggy gou
15h00 markus suckut
18h00 boris
22h00 ryan elliott
02h00 radio slave

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
(drei jahre und zwei wochen später…)

erst gegen mittag da, noch den rest von david morales mitbekommen, der sich aber gekonnt oben einfügte und sich danach in den sozialen netzwerken erfreut über den underground-vibe äußerte. wenn solche gigs djs in so einer liga erden, haben alle seiten irgendwie was davon. der rest nach acts.

peggy gou: stand zu der zeit am anfang ihres hypes, machte ihren job aber auch sehr souverän (u.a. mit „jack your big booty“ von jody finch).
young male: nur „mixtion“ von uvb in erinnerung, der als hit damals immer noch strapaziert wurde.
gunnar haslam: nichts erwartet, mit einem genreübergreifenden, gut gemixten und geschmackssicheren set belohnt worden. könnte gerne öfter spielen. trackauswahl (in meinen notizen steht hier etwas mehr, aus dem ich im nachhinein aber echt nicht schlau werde. hatte mir seitdem vorgenommen, eindeutigere stichwörter zu nehmen und das glücklicherweise auch eingehalten.):
zeigen


markus suckut: begann mit andré michelle (a2), später noch „run (uk)“ von dj funk. ergo: vorzeigbar.
answer code request: funktional, „organic deformation of oz“ von alex bau notiert, vor rødhåd gegangen, auch wegen der üblichen sonntagsfülle.

gunnar haslam klarer favorit, auch peggy gou genoss ihre vorschusslorbeeren zurecht. insgesamt (auch drei jahre später noch): guter bis sehr guter berghain-durchschnitt.

[berlin / 10.06.2016] about blank: decoded for confused

schöner flyer, noch tolleres aufgebot, daher gleich einfach vor- sowie rückseite hier als anschauung.

aboutblank20160610-front
aboutblank20160610-back

ablauf

mdf

00h00 mo probs
02h30 ekman live
03h30 axiom
05h30 ultradyne live
06h50 mad alba

lobby
02h00 a_o_k_i
04h00 dj overdose
06h00 the social lover b2b randstad

nachbetrachtung

am 6. februar 2024, mit keinerlei notizen oder shazam-verlauf oder erinnerungen.

soweit ich das noch zusammenkriege, war ich nicht von anfang an und ganz sicher nicht bis zum ende da. axiom wird wie immer eine gute figur gemacht haben, ultradyne mit eher konzertcharakter als flüssigem set. aber wann ich genau gegangen bin, weiß ich mit fast acht jahren dazwischen echt nicht mehr.

war also wohl nicht besonders schlecht (das hätte ich dann auch so benannt), aber auch nicht so weltbewegend als dass ich mich zeitnah dazu geäußert hätte. daher mache ich einen haken dahinter und kümmere mich nicht weiter darum.

[berlin / 05.06.2016] velodrom: moderat

moderat20160605

sollte eigentlich wie bei der tour zum zweiten album in der columbiahalle stattfinden, wurde aber aufgrund der enormen nachfrage ins velodrom verlegt, in das maximal 12.000 leute passen (zum vergleich: bestenfalls ein drittel davon passt in die columbiahalle). damit wird die entwicklung fortgesetzt, wie sie sich vor zwei jahren schon andeutete, aber gegönnt sei es ihnen nach wie vor. premiere im doppelten sinn für mich: velodrom sowie das erste über ticketswap gekaufte ticket. ansonsten freue ich mich auch über ein paar songs von den ersten beiden alben – nicht, dass das dritte schlecht wäre (im gegenteil), aber „ilona“ fehlte mir vor zwei jahren schon.
darüber hinaus gibt es shed im vorprogramm – auch ganz schön toll.

nachbetrachtung

eine gelungene premiere für alle beteiligten. das mit den tickets über ticketswap hat jedenfalls geklappt, die organisation ebenfalls – zumindest musste ich nirgends lange warten, um ans ziel zu kommen. das geschah zugegebenermaßen aber auch recht zielstrebig: eingang bis innenraum recht weit vorne.

im warm-up zum warm-up gab es ralf köster, der weite teile des (hervorragenden) „under the sun“-albums von mark pritchard auf warp spielte. bei shed hatte ich den eindruck, dass er sich mit der größe der halle und des publikums etwas schwer tat – so exponiert, wie er auf der großen bühne mit dem eigenen namen hinter sich auf der leinwand stand. nach seinen letzten live-sets würde ich behaupten, dass er sich bei club-auftritten eher wohlfühlt. im velodrom waren es zwar tolle tracks, aber ein wirkliches set-gefühl kam dabei nicht zustande. aber gut, man hat es auch selten, dass das vorprogramm den hauptact übertrifft.
womit ich beim thema wäre: auch wenn ich seit dem modeselektor-auftritt zur fête de la musique anno 2013 im mauerpark weiß, dass sie ein großes publikum glänzend bei laune halten können, blieb immer noch ein bisschen restsorge, ob das im velodrom nicht zu eine große distanz sein könnte. anderthalb stunden später war das alles im nichts aufgelöst. sie spielten das aktuelle album fast komplett, vom ersten „a new error“ (zweiter track) und „rusty nails“ (ungefähr in der mitte), vom zweiten durfte „bad kingdom“ nicht fehlen. „last time“ hatte es ja leider nicht auf „ii“ geschafft, aber dafür auf eine single danach – und ins konzert. letzter song / track war überraschenderweise „animal trails“, der im live-kontext eine ganz schön wuchtige energie entfachte.
unnötig zu erwähnen, dass die visuals der pfadfinderei wieder einmal perfekt passten und die drei jungs mit der ihnen typischen mischung aus bescheidenheit und rampensäue das publikum schnell auf ihrer seite hatten. das nächste berlin-gastspiel fällt auf den september 2017 in der wuhlheide. das ist schon mal im terminkalender markiert, obwohl das witterungstechnisch schon knifflig werden könnte.

[berlin / 03.06.2016] tresor: tresor presents kern vol. 3 pre-release

an sich wollte ich das mit mehreren parties an einem abend vermeiden, aber hierfür mache ich gerne eine ausnahme. objekt hat eine mix-cd für tresor gemacht, das wird gefeiert, bevor sie im juli veröffentlicht wird. da er im tresor von mitternacht bis 3 den anfang machen (und später noch gemeinsam mit call super im ohm spielen) wird, war das für mich der grund, hier zuerst vorbeizuschauen, um dann zur griessmuehle weiterzuziehen.

tresor20160603

tresor
00h00 objekt
03h00 radioactive man live
04h00 dj bone
07h00 reka

+4 bar
00h00 shanti celeste
02h30 laurel halo
05h00 idit frenkel

ohm
00h00 call super
03h30 machine woman live
04h30 call super b2b objekt

nachbetrachtung
war nur kurz da, daher auch kurzgefasst.

aus musikliebhabersicht freut es mich ja, dass es um 2 uhr eine kleine schlange gab und es drinnen allerorten gut gefüllt war. es gibt auch tatsächlich so etwas wie eine türpolitik, die ich aber nicht ganz durchschaue. da werden drei durchaus passende englischsprachige jungs und später ein älterer weggeschickt, aber ähnliche sowie leute, die ich hingegen woanders hingeschickt hätte, sind drin. muss daher ehrlich gestehen, dass ich mich beim letzten mal mit marcel und neil wohler gefühlt habe. hatte schon ein wenig was vom fabric: viele touristen, fotoverbot existiert immer noch, wird aber nach wie vor nicht konsequent durchgezogen. daher halten viele ihre erinnerungen mit hochkantvideos im nebel fest und kamerascheuere leute wie meine wenigkeit sehen zu, nicht vor die linse zu geraten. könnte sich parallel zum tanzen auch zu einer clubaktivität entwickeln, auf die ich jedoch gerne verzichten würde.
darüber hinaus auf der eher negativen seite: es gibt keinen internen durchgang zum ohm. man muss daher raus, im ohm nochmal den stempel zeigen (und zurück wieder umgekehrt). bei einer milden frühsommernacht wie der letzten kein problem, aber bei kälteren temperaturen oder regen überlegt man sich das mehrmals.
sehr gut hingegen die kombination aus tresor und +4 bar. letztere hat sich wirklich sehr gemausert und sieht jetzt wie eine kleinere variante des alten globus aus. der sound ist auch ok, licht unspektakulär. macht deutlich, dass der schwerpunkt an den freitagen im keller liegt, was für mein empfinden auch goldrichtig ist.

musik: objekt konsequent unter bzw. um die 120 bpm, auch um 3 uhr noch. electronica, melodisch, manchmal mit vocals. kannte gar nichts davon, fand ich auch nicht so zwingend, aber immerhin herausfordernd wie immer. die leute hatten dazu ihren spaß, was mich ehrlicherweise schon ein bisschen überraschte. aber vielleicht war’s auch der tresor-legendenbonus.
radioactive man war mein höhepunkt. nur mit hardware: zwei mpcs, ein analog rytm von electron, ein electribe und ein echo-delay (keine ahnung, welches fabrikat). super-routiniert, da saß einfach alles. stil: electro, klar. ganz wenig gerade kickdrums, weniger sphären, mehr basslines. einfach toll aufgebaut und präsentiert. laurel halo war in der +4 bar in den paar minuten, die ich dort verbrachte, eher housig bis techhousig unterwegs. machine woman bekam ich noch zur hälfte mit, in der sie einen doch recht interessanten bogen von electronica um die 110 bpm zu vocals spannte. zumindest ersteres wird jedoch dazu beitragen, dass ich mir ihre discographie nochmal daraufhin anhören werde.

raus bin ich gegen 5 uhr, als dj bone im tresor dem publikum das gab, wofür der club bekannt ist: techno mit detroiter einschlag. ich bin jedoch an einem wunderbaren samstagmorgen durch das noch verschlafene kreuzberg richtung griessmühle geradelt. und auch wenn sich das jetzt nicht so begeistert liest, ist das booking, das musikalische experimente bis zur peak-time ermöglichte, für mich definitiv eine zierde für den laden. es mag auch an mir gelegen haben, von manchen gästen etwas zu sehr angenervt gewesen zu sein.

[berlin / 03.06.2016] griessmühle: 8 jahre killekill + esch-floor

vom suicide in die griessmuehle, das finde ich schon mal gut. soweit sich das jetzt schon abzeichnet, finden auch weite teile des krake-festivals dort statt. wird vor ort eruiert, ob sie die neue heimstätte ist.

killekill20160603

killekill-floor
00h00 fist van odor
02h00 bintus live
03h00 jerome hill
05h00 neil landstrumm live
06h00 dj flush b2b hanno hinkelbein

esch-floor (im silo)
22h00 ganymed
01h30 milena kriegs live
02h30 von grall
05h00 n.akin b2b thnts
08h00 sebastian kökow

open air
08h00 alienata
11h00 alienata b2b dj flush b2b hanno hinkelbein b2b sebastian kökow

start
22 uhr

eintritt
13 euro

nachbetrachtung
fazit zuerst: schön war’s. sehr. auch wenn ich mich direkt zu beginn der party (man mag meinen, dass ich aus den anfängerfehlern gelernt habe) in kaugummi gesetzt habe.

ab 8 tatsächlich drei floors parallel und richtig gut besucht war es für einen freitag – in jedem fall mehr als noch vor zwei wochen bei erwan, wobei das wetter dort auch erst noch in die gänge kommen musste.
meine favoritin: alienata. chicago, detroit („the dance“ von derrick may), wave, electro, house – alles schön ineinander verwoben, damit für draußen nicht zu seicht, sondern eher fordernd. wurde ab 11 von fist van odor flankiert, der für die etwas abgedrehtere note sorgte. sebastian kökow bretterte sogar noch im silo, als ich um 13 uhr ging. u.a. mit dem ur-remix von maurizios „ploy“ oder monolith auf sonic groove. hatte in den ersten zwei stunden schon einen merklichen ebm-einschlag. neil ravig, nicht so trocken wie im tresor (wo ich ihn jedoch besser fand), dj flush und hanno ergänzen sich als team super, auch wenn ich den übergang von flush von der „storm“ von dave clarke zu einer echt melodischen vocal-nummer die mit techno nicht so viel zu tun hatte, schon etwas seltsam fand. egal, dafür passte beim rest einiges, ging auch schließlich bis kurz nach 12.

fühlte sich richtig gut und hörte sich für mich auch besser an als im suicide. alleine die möglichkeit im sommer mit drei floors mit einem größeren außenbereich, den man sogar bei regen bespielen kann, weil die tanzfläche überdacht ist – das noch garniert durch einen club, der beim line-up freie hand lässt: für mich passt das.
womit ich beim thema wäre, das ich jedoch nicht allzu konkret behandeln werde: griessmühle anstatt suicide? bleibt das jetzt so? dazu gibt es eine kurze antwort: ja. wer möchte, kann (bzw. sollte) nochmal meine nachbetrachtung zum sechsjährigen killekill-jubiläum gegenlesen. kurz rekapituliert: inhaltlicher tiefgang wurde damals der wirtschaftlichkeit des suicide geopfert, was flush in die lage versetzte, kompromisse beim freitags-booking eingehen zu müssen. geändert hat sich seit kurzem, dass der suicide jetzt konsequent auf techno machen möchte. fremdveranstaltungen wie samstags, der eher techhousig klang und somit publikum anzog, sind raus, und das muss sich bei der harten konkurrenz bemerkbar machen. das blieb an flush, der mit der experimentielleren killekill-reihe eh schon einen schwierigeren stand hatte, hängen und nun muss er sich als konsequenz um erfolg oder misserfolg des suicide-bookings zumindest keine unmittelbaren sorgen mehr machen. von daher steht der achte killekill-geburtstag ein bisschen im zeichen des neuanfangs: die labels werden aufgeteilt, und es gibt neben der griessmühle noch (was mich wenigstens genauso freut) das about blank, das mit flush zusammenarbeiten möchte.
aus sicht eines bookers, dessen monatliches gehalt sicher war, ist das natürlich erstmal ein tiefschlag, aber killekill mittlerweile breit genug aufgestellt, dass das erstmal passen sollte. ich habe jedoch auf lange sicht das gefühl, dass es das beste ist, was flush passieren konnte, dem durch booking-vorgaben sowie die arbeit an scr dark series die hände sowie eine menge arbeitszeit gebunden waren. es muss viel mühe gekostet haben, killekill als booking-agentur und label parallel so auszubauen, wie es den eigenen vorstellungen entspricht. zumindest hat er jetzt zwei clubs in petto, die weniger kompromisse erfordern. es könnte also eine art befreiung sein, was sich jedoch erst im laufe der zeit herausstellen wird.

interessante zeiten für killekill also, die darauf neugierig machen, wie das zum neunjährigen aussieht. der suicide ist mir damit als club jedenfalls endgültig egal. das schließt zwar nicht aus, dass ich da irgendwann mal wieder als besucher auftauchen werde, aber neben den üblichen verdächtigen (berghain, blank, griessmühle, tresor) ist er für mich nun noch ein bisschen mehr unter ferner liefen. er wird’s verkraften.

[berlin / 28.05.2016] berghain: klubnacht

natürlich lasse ich mir den monatlichen termin nicht nehmen. dazu mit dem münchner label, das mir mit dem skee-mask-album und der letzten stenny-ep dieses jahr schon viel freude bereitet hat. oscar mulero habe ich auch noch nie gesehen, von daher wird das wohl ein recht tageslichtarmer sonntag.

klubnacht

berghain: ilian tape showcase
00h00 skee mask
04h00 andrea live
05h00 zenker brothers
10h00 stenny
14h00 marcel dettmann
18h00 dvs1
22h00 oscar mulero
02h00 don williams

panorama bar
00h00 massimiliano pagliara
04h00 mattheis live
05h00 jori hulkkonen
09h00 abstraxion
13h00 max graef b2b glenn astro
17h00 the drifter
21h00 ed davenport
01h00 roi perez

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
mache ich’s mal anders als gewohnt und fange beim schluss an, der für mich auf die letzte stunde von oscar mulero fiel. mag daran gelegen haben, dass es für mich schon die zehnte/elfte stunde bei der zweiten schicht und die konzentration somit nicht mehr die beste war. andererseits ging mir das bei der ersten schicht ähnlich, als ich zu skee mask aufschlug, dessen set einen anderen effekt hatte. aber dazu unten mehr.
mit herrn mulero ging es mir jedenfalls so wie mit dem meisten, was auf polegroup passiert: der harte, an melodiesequenzen orientierte stil hat seine nische, aber bei mir bleibt da wenig bis gar nichts hängen. pure geschmackssache jedoch – es war definitiv ein aufbau im set vorhanden und damit vom monotonen marschieren entfernt, aber die wieder mal gut gefüllte hütte riss das mehr mit als mich.
bei ed davenport hatte ich oben den eindruck, dass er ähnlich wie unten spielt, nur etwas langsamer. ich mag’s ja, wenn die panorama bar mal mit techno gefordert wird, aber mehr als zuhören vom logenplatz an der ecke aus war da auch nicht mehr drin. zum rest in der oberen etage und auch zum garten kann ich nichts sagen, weil ich schlicht und ergreifend im berghain festhing.

der dvs1-fanclub mag jetzt kurz die stirn kräuseln, aber mich hat der herr am sonntagnachmittag tatsächlich das erste mal so richtig überzeugt. häufig genug bretterte er mir einfach nur in einer tour vor sich hin (und die meute liebte es) und ich fragte mich, ob er der allgemeinheit auch mal eine verschnaufpause gönnen möchte. sonntagnachmittag war ganz schön dynamik drin, und auch electro (drexciya!) sowie andere tracks ohne gerade kickdrum. das lockerte auf, und auch sonst lag sein schwerpunkt mehr auf einem breiteren spektrum als auf gebretter. fand ich in anbetracht der uhrzeit aber auch passend.

bei herrn dettmann trat wieder mal das ein, was vor gut einem halben jahr schon der fall war: hatte mich von anfang an gepackt, so dass ich nicht von der tanzfläche wollte (außer zum wasserholen). dafür verantwortlich u.a. der felix da housecat-remix von „your only friend“ – youtube (den er aber mit großer zuverlässigkeit regelmäßig spielt) oder „drop out“ von room 506 / ancient methods (youtube).
ansonsten gab es noch (so zwischen 16:30 und 17:30) die gute alte claude young, die pete anno 2005/6/7 immer mal gerne zum schluss ausgepackt hat (und die echt mal nachgepresst werden sollte): youtube
und in seinen ersten beiden stunden abgeschaut: hbng – sudden death (soundcloud) sowie diesen zadig-remix, der zwar ziemlich an „spastik“ erinnert, aber tools wie diese klingen dort einfach nicht nur nach tools: youtube

kurzum: er hat (wieder mal) von anfang bis ende alles richtig gemacht. wenn er irgendwann mal wieder ein schluss-set abbekommt, wird das mit dem umschlagen des pendels in richtung „leichtsinn“ wohl schneller gehen als gedacht.

bei stenny bekam ich tatsächlich nur den letzten track mit. war zwar schon früher da, aber (da kann jetzt mal jeder lachen) gut fünf minuten an der garderobe damit beschäftigt, meine musicsafes aus dem kleinen döschen zu pulen. hat mich schon geärgert, da mir die breakbeats von oben echt gut gefielen. aber nicht nur deswegen ist der wechsel auf elacin quasi schon beschlossene sache, er muss nur noch umgesetzt werden.

andrea wie auf den eps melodisch, in der ersten hälfte eher breakig, in der zweiten gerader, was als brücke von skee mask zu den zenker-brüdern aber auch vollkommen klar ging. dennoch war die schlafpause danach dringend notwendig.

und damit wäre ich bei dem herrn, von dem ich auch jetzt noch (zwei tage später) schwer beeindruckt bin. kurz vor 2 uhr im laden, er spielt electro der eher sphärischen sorte. habe es selber eher mit den vom funk beeinflussten sachen (aux 88!), aber sowas lief in der letzten stunde (zw. 3:15 und 3:45) in form von detroit in effect – detroit party train: youtube

kurz nach 2:00 dann auf einmal derbe verknotete rhythmen, allgemein irritierte blicke auf der tanzfläche, er selbst breit am grinsen, ich so am nachgucken. da war der track tatsächlich von der erst kürzlich veröffentlichten (und auch von mir gekauften) autechre: acdwn2, lässt sich am besten hier nachhören: ae-bleepstore
lief nicht in voller länge, aber doch wenigstens zwei, drei minuten solo. ab da deutete sich für mich an, dass hier wohl keine kompromisse in puncto „nach dem gusto des publikums spielen“ gemacht werden sollen.

die annahme war auch richtig. alleine in der nächsten halben stunde liefen dann dinge wie „untitled 1“ von robert hood (ursprünglich von der „moveable parts chapter 1“, nochmal vertreten auf der zusammenstellung für 20 jahre m-plant, genauer: der zweite track auf der hier – bleep), kombiniert mit „bom dia“ von konono no1 (bleep), oder levon vincent mit „making headway“ (red eye), „faces drums 2“ (phonica).
als ob das noch nicht genug gewesen wäre: alva noto mit „uni acronym“ (youtube), direkt darauf dann eine nummer, die grime super mit hartem techno kombiniert: na – definite sentence (soundcloud), bandshell mit „landfill“ (bleep).

nach dem drum&bass-intermezzo (war jedoch mit der eher vocallastigen variante nicht mein beuteschema), das er innerhalb einer viertelstunde von 180 wieder auf um die 140 bpm herunterkochen konnte, gab es dann auch eine der schönsten dubstep-techno-crossover-tracks: bury da bwoy (youtube), dann noch dj vague (youtube), später dann noch was für die tresor-fraktion: jeff mills – jerical (youtube), direkt darauf eine delroy edwards (youtube) und so in richtung schluss 326 – just like heaven in der version von armando (clone).

das sollte genug beleg dafür sein, dass der junge herr meinen geschmack in wenigstens 90% der fälle getroffen hat, was selten genug vorkommt. wenn ich etwas in der b-note abziehen müsste, wäre dies wegen des flows. manch übergang verpuffte, weil die tracks jeweils so viel charakter hatten. evtl. wäre der eine oder andere track vom kaliber „definite sentence“ (oder was anderes in der richtung – die „club constructions“-serie auf night slugs, manches auf hessle audio oder trax couture sind da so meine optionen) als überbrückung nicht verkehrt gewesen. aber das ist erstens das gezielte suchen, ob nicht doch ein haar in der suppe ist und zweitens hättewärekönnte – schließlich stand er da oben und ging die ganze zeit risiken ein, was ich allemal höher bewerte als übergänge, die so wirken als seien sie am reißbrett entstanden.

für die „tl;dr“-fraktion: skee mask für mich klarer favorit. da muss herr dettmann mit seinem hausherr-bonus ausnahmsweise mal den kürzeren ziehen, geht aber dicht dahinter ins ziel. mit kleinem abstand folgt (für mich endlich mal) dvs1, bei dem ich gespannt bin, ob er dieses gespür für dramatik beibehält. schön fände ich’s ja.

[berlin / 28.05.2016] about blank: staub

der plan für dieses mal: früh erscheinen, da ich nicht bis zum ende bleiben kann.

staub20160528

eintritt
10 euro (zumindest war dies letztes mal so)

nachbetrachtung

zur chronik:

garten
10h00 antonio vásquez
13h00 caleb esc
16h00 glasersfeld
19h00 solaris b2b subkutan

mdf
15h00 simone gatto
18h00 greenbean & leon

zum mdf kann ich bei der gelegenheit rückblickend gar nichts sagen, muss wohl also nicht sonderlich weltbewegend gewesen sein. andererseits war die visite mit gut fünf stunden von 13 uhr bis nach 18 uhr auch recht kurz.

draußen bekam ich jedenfalls das gesamte set von caleb esc mit, das wieder einmal wie aus einem guss wirkte. sicher zählt dessen melodischer sequenztechno nicht zu meinem beuteschema, aber kaum erwischt man mal jemanden, der sich darauf spezialisiert und das mit einem auf und ab verpackt, das ein gutes set braucht, sollte man sich auch fallenlassen können. das schaffte er jedenfalls problemlos. wiedererkannt: „dungeon“ von planetary assault systems, abgeschaut: eine weitere mote evolver und die „cuts vol. 2“ von dj deep auf deeply rooted house.
glasersfeld knüpften daran jedoch auch sehr schön an. „shufflephunk“ von richie hawtin bspw., und auch „2“ von breaker auf forbidden planet, die ich schon diverse male gehört, wahrscheinlich sogar nachgeschaut haben müsste. aber nach dem samstag habe ich sie dann doch endlich mal auf die wunschliste gesetzt und mittlerweile sogar gekauft (sowie offiziell verbraten).

aber wie schon weiter oben angedeutet: andere verpflichtungen ließen es nicht zu, länger zu bleiben. mich hätte das zusammenspiel von solaris mit subkutan im garten schon interessiert, aber dann eben bei nächster gelegenheit. und obwohl’s eher kurz war: musikalisch sehr gute unterhaltung, zumindest draußen.