[berlin / 31.10.2013] salon zur wilden renate: seriously!?

ja, ernsthaft. unter der woche, vor einem arbeitstag, und ich gehe hin. die renate wollte ich mir schon gerne einmal anschauen, und da marcel zum anfang spielt, überlege ich nicht lange und freue mich dann darauf, dass der freitag möglichst schnell vorübergeht. den rest des line-ups werde ich leider verpassen.

seriously20131031

line-up
anfang: marcel heese
mitte: mørbeck
schluss: derek plaslaiko

eintritt
7 euro

nachbetrachtung

der renate eilt ja ein ähnlicher ruf voraus wie dem kater holzig oder ritter butzke – eine raumausstattung, die sich beim barock genauso bedient wie bei urdeutschen innenausstattungssünden wie dem hirschgeweih und alleine durch die überpräsenz an dekoration fast dazu beiträgt, dass die musik eher im hintergrund stehen kann (aber auch nicht muss). so ist der bevorzugte stil dort auch eher unaufgeregter techhouse, manchen hintergrundmusik für das ausleben des laberflashs, für andere wiederum der grund, sich stundenlang auf der tanzfläche aufzuhalten, manchmal auch schön zurechtgemacht und durch die helleren lichtverhältnisse auch schön inszeniert. kann auch etwas für sich haben, aber wo meine präferenzen liegen, dürfte dem stammleser klar sein.
ergo: ich ging nicht ohne die gängigen klischees und einigen offenen fragen im hinterkopf dahin. wie nimmt das renate-publikum eine techno-reihe überhaupt an? passt das dahin? könnte der schuss nicht nach hinten losgehen? und wie ist die location eigentlich?

auch wenn ich arbeitsbedingt nicht zu lange bleiben konnte, war ich am ende positiv angetan davon, dass alle klischees als das entlarvt wurden, was sie in den meisten fällen sind: unnötig. sicher pflegt die renate dekorationstechnisch ein ähnliches konzept wie die gängigen läden, daran ist aber auch nichts verwerflich. da es sich ja um ein altes wohnhaus handelt, führt es automatisch dazu, dass in dem gebäude eine menge zu entdecken ist. hinzu kam noch, dass nur der eine floor im 1. og bespielt wurde, normalerweise sind es wenigstens zwei. der kleine raum hinter der bar mit sitzgelegenheiten und diversen monitoren hat mich dabei auch beeindruckt.
noch beeindruckender jedoch: die publikumsreaktionen. ich hatte eigentlich eine gewisse reserviertheit gegenüber techno befürchtet, aber nichts dergleichen trat ein. lag sicher auch an der grundsoliden leistung von marcel, der den füllgrad konsequent so steigerte, dass es vom dj-pult bis zur bar schon etwas dauern konnte. nebel war auch vorhanden, einen strobo fände ich (man lese und staune) dort etwas deplatziert, ging auch so offensichtlich sehr gut. anlage dazu noch ausreichend dimensioniert, so dass man durchaus auch kurz mit tanznachbarn ins gespräch kommen konnte (was wiederum die these belegt, dass es solchen clubs sehr daran gelegen ist, viele orte möglicher kommunikation zu schaffen), und das publikum schien mir auch überaus aufgeschlossen.

bin also positiv angetan kurz nach mørbecks beginn gegangen, der sich ausgiebig im „big room dj tool techno“-fach bediente (danke an das hardwax für diese schublade – sonst widerstrebt mir ja dieses einsortieren, aber wenn mich ein set nicht mitreißt, werde ich gerne auf diese kurze, prägnante formel zurückgreifen) und mir damit den abschied gegen 3h30 auch nicht schwer machte. die renate hingegen werde ich zu solchen gelegenheiten gerne wieder besuchen, alleine weil ich auf die anderen räume neugierig bin, die es dort zu entdecken gibt.

[berlin / 26.10.2013] berghain: klubnacht

vier wochen pause, dazwischen liegen mittelmeersonne und einige tage müßiggang. genügend zeit, konditionsreserven aufzufüllen, möchte ich meinen. mit der munich machine ist die gelegenheit sehr günstig, das auf die probe zu stellen. dürfte auch mehr als zehn jahre her sein, dass ich herrn geier das letzte mal gehört habe.
achtung: zeitumstellung. in der nacht von samstag auf sonntag werden die uhren um 3 uhr um eine stunde zurückgestellt. der plan gilt bereits nach winterzeit, d.h. shed spielt vier und skizzo fünf stunden.

klubnacht

berghain
00h00: shed
03h00: answer code request live
04h00: dj hell
07h00: marcel dettmann
12h00: function
16h00: anthony parasole
20h00: danny tenaglia
24h00: ben klock

panorama bar
00h00: skizzo
04h00: point g live
05h00: danny tenaglia
10h00: ryan elliott
13h00: mike huckaby
16h00: volcov
19h00: sadar bahar
22h00: lakuti
24h00: tama sumo
02h00: tama sumo / lakuti

eintritt
14 euro

nachbetrachtung

da mir ab freitag nachmittag mutmaßlicherweise ein käse-ei-sandwich vom bäcker um die ecke oder ein mir nicht wohlgesonnener virus das gesamte wochenende über die vorzüge der zwangsweisen vernunft durch magen-darm-grippe light nahe brachte, kommt die nachbetrachtung nicht von mir, sondern einmal mehr von gastautor spacecake. der legt dafür eine disziplin an den tag, die ich mir zu eigen machen könnte. das fazit zur letzten sub:stance kriege ich noch dieses jahr hin, versprochen.
mit vielem dank für die mühen und dabei nichts beschönigt zu haben, geht’s unter dem kursiven mit dem o-ton los.

da der hausherr spontan verhindert war, übernehme ich mal wieder die nachbetrachtung. ich war besonders gespannt auf den münchner gigolo-chef dj hell. nicht nur hatte ich ihn in meinen gut 15 jahren ravekarriere noch nie gehört, ich wollte auch wissen, wie sich sein sound im berghain so macht.

aus diesem grund war ich für meine verhältnisse auch schon ungewöhnlich früh am ort, pünktlich zum beginn von answer code request. sein live-set war abwechslungsreich, geprägt von schönen tempowechseln bei einem insgesamt eher düsteren sound. hat spaß gemacht und mich in meiner hohen meinung von diesem mann einmal mehr bestätigt.

danach dann hell. der anfang war vielversprechend mit harten, zwingenden bässen. dann aber folgte der typische hell-sound, der auf mich allerdings einen überladenen eindruck machte. schlimmer war allerdings die beliebigkeit, mit der er die tracks aneinanderreihte. kein konzept, inkonsistent, völlig inspirationslos. das wurde noch deutlicher und schlimmer, als er nach etwas mehr als einer halben stunde dazu überging, allseits bekannte techno-bretter abzuspielen. jeder für sich sehr geil und in einem gut aufgebauten set ein garantierter abfahrtskandidat, wie hell aber die tracks präsentierte, wirkten sie völlig belanglos. itunes auf autoplay mit einer gut sortierten library hätte das genauso gut gekonnt, einschließlich der übergänge. die hat sich der gute hell nämlich häufiger ebenfalls gespart oder auf ein minimum reduziert. nach zwei stunden, in denen ich mir das treiben von der seite angesehen und -gehört habe, zog ich es dann vor, die panorama bar aufzusuchen. sollte es in der letzten stunde des hellschen sets noch besser geworden sein – zu spät. meinetwegen braucht dieser mann nicht mehr gebucht werden, ich habe keinen bedarf, ihn noch einmal zu sehen.

danny tenaglia hat oben gefälligen tech-house gespielt, passend für die panorama bar und vor allem deutlich mehr im fluss als das, was unten so lief. zwingend war der sound für mich allerdings nicht. zugegeben, ich war müde und schlecht gelaunt, nicht die besten voraussetzungen fürs feiern. grund genug also, um kurz vor 7 uhr den ersten heimweg anzutreten.

die zweite runde begann um 13 uhr bei function. der spielte zurückgenommenen, vergleichsweise langsamen techno, der mich erstmal zum tanzen einlud. aber auch hier fehlte mir die letzte konsequenz, zumal das set nach 14 uhr wirkte, als seien function die ideen ausgegangen. zwar hat er in sachen tempo und härte drauf gelegt, aber dafür fügten sich die einzelnen tracks nicht mehr so gut ineinander wie zuvor. schade eigentlich, aber eine gute gelegenheit, mich auf dem sofa vom wie immer großartigen licht hypnotisieren zu lassen. dennoch, den besten moment auf der tanzfläche hatte ich bei ihm, als sich wie aus dem nichts ein fieses acid-brett angeschlichen und in meine hirnwindungen gebohrt hat.

ein kurzer ausflug nach oben hat gezeigt, dass mike huckaby eine gut gefüllte panorama bar bespielen durfte. von seinem set ist nicht viel bei mir hängen geblieben, aber das publikum hatte sichtlich spaß. wieder unten habe ich mir dann angesehen, was anthony parasole so veranstaltet. und wieder war ich nicht glücklich. er spielte treibenden, meditativen techno, der jedoch ohne jegliche höhen und tiefen auskommen musste und somit emotional eher flach wirkte. nach etwa der hälfte des sets war ich drauf und dran, die party für mich zu beenden, bin aber im nachhinein froh, es nicht getan zu haben. denn was für mich bis dahin schlicht langweilig klang, hat sich danach als gut geplantes set entpuppt, das nach zweieinhalb stunden ordentlich an fahrt gewonnen hatte – genug, um mich den rest der zeit auf der tanzfläche gefangen zu halten. ein wirklich großes finale dieses insgesamt toll aufgebauten sets und damit auch mein gewinner des tages.

danny tenaglias zweites set habe ich nur am anfang mitbekommen. danach zu urteilen hätte ich noch gut spaß haben können bei ihm. das wusste meine vernunft jedoch zu verhindern.

noch ein paar worte zum publikum, das den nachmittag über seltsam verhalten wirkte. kaum jemand wirklich am ausrasten, selten schreie auf der tanzfläche, das kenne ich so nicht vom berghain. schubweise war es sehr voll auf der tanzfläche, alles in allem waren die menschen aber sehr angenehm. ich habe verhältnismäßig oft in freundlich lächelnde gesichter geblickt.

als fazit bleibt festzuhalten, dass diese party zwei wochen nach einem der höhepunkte des jahres wohl den bisherigen tiefpunkt markiert. hell hat auf ganzer linie enttäuscht, aber auch der rest konnte mich nicht restlos überzeugen. bleibt zu hoffen, dass das dann wohl die ausnahme war, die die vielbeschworene regel bestätigt: in diesem fall, dass das berghain woche für woche eine (techno-)musikalische qualität aufweist, auf die die meisten anderen städte neidisch sein dürften.

[berlin / 28.09.2013] about blank: grizzly nation

wie praktisch, dass das gesamte line-up bereits auf dem flyer steht. das ist zum geburtstag des namenspatrons der party doch sehr üppig ausgefallen, insofern bleibt mir eine menge tipparbeit erspart – vorläufig jedenfalls. wenn der ablaufplan draußen ist, sieht das auch wieder anders aus.

grizzlynation20130928

ablauf

lobby
00h00: jessamine
03h00: map.ache
06h00: peter armster
09h00: nils ohrmann
11h00: (pause)
20h00: kieran behan
22h00: hypnorex
00h00: silva rymd
03h00: artemis

mdf
03h00: grizzly
05h00: c.love live
06h00: paul heimweh
08h00: aera live

zelt/garten
08h00: katovl menovsky
11h00: rampue live
12h00: des wahnsinns fette beute
15h00: pilocka krach live
16h00: the sorry entertainer
18h00: lake people live
19h00: the cheapers

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

vor ort war ich erst gegen 8h00, somit habe ich das set des geburtstagskindes leider verpasst und stieg mit aera ein, der mit recht treibendem dubtechno und chords den mdf gut im griff hatte. voller war es in der lobby, in der peter armster gut anzuhörenden house spielte. etwas mehr funk gab es später bei nils ohrmann, der mir mit einem track von shlomi aber („we don’t fit“) tatsächlich einen floh ins ohr setzen konnte.
draußen entschied man sich, das geschehen nach beginn im zelt auf die eigentlich freiliegende tanzfläche zu verlagern, das passte auch von den temperaturen her noch. musikalisch wurde ich jedoch nur noch mit zwei namen aus dem line-up warm: zum einen pilocka krach, die eine groovige, stellenweise kindlich albern-sympathische one-woman-show darbot, bei der sie sich die zwei zugaben auch redlich verdient hatte. zum anderen lake people, der es schaffte, mir melodiösen house so gut zu verkaufen, dass ich neugierig auf seine veröffentlichungen wurde („uneasy hiding places“ auf permanent vacation, nur so als tipp). sonst war mir gerade der minimale zeitlupen-house, den des wahnsinns fette beute so spielte, nicht gerade das, was mich dazu animiert hätte, die tanzfläche zu stürmen.
ist allerdings auch im about blank eine option unter vielen. eine der anderen ist das soziale miteinander oder nur das beobachten. das ging auch an diesem sonntag vortrefflich. bin dennoch gegen 21 uhr nach hause, was insofern schade war, dass ich silva verpasst habe, aber lohnerwerbspflichten gehen nun mal vor.

summa summarum hatte es sich wegen pilocka krach, lake people sowie nils ohrmann schon gelohnt, aber im direkten vergleich zur blank generation einen monat zuvor bin ich im august eher auf meine kosten gekommen, weil da neben dem sozialen aspekt auch der musikalische stimmte.

[brd / 22.09.2013] bundestagswahl 2013

und wieder eine legislaturperiode ausgesessen. plakate vielerlei couleur zieren das stadtbild und der allgemeine verdruss steht in ungefähr proportionalem verhältnis zum tatendrang der regierung merkel.

auch wenn ich keine großen hoffnungen hege, dass es etwas anderes als eine große koalition wird (am ende schafft es sogar wieder die fdp in den bundestag – schaut mal spaßenshalber hier im archiv nach deren 2009er-ergebnis, ich habe nicht schlecht gestaunt): ich will wenigstens versucht haben, weitere vier jahre politik ohne klare kante zu verhindern. die zeigt der herr steinbrück zwar im wahlkampf, der (sei es die arbeit, sei es die gewohnheit, mich davon nicht beeinflussen lassen zu wollen) in diesem jahr besonders an mir vorbeizieht, aber mir scheint, dass das ein politikstil scheint, der aktuell nicht gefragt ist.

macht also sonntags zwischen der zweiten und dritten afterhour bitte einen ausflug ins wahllokal oder geht vorher zum bürgeramt eures vertrauens. da klappt das mit dem antrag auf die wahlunterlagen mit abstand am schnellsten und ihr könnt das gleich vor ort erledigen. wie ich diese woche lernen durfte, ist eine ungültige stimme auch eine weggeworfene, die genauso viel wert ist wie eine verweigerte. daher macht euch bitte gedanken, was es werden soll, so dass wenigstens die braunen splitterparteien aufgrund zu geringer wahlbeteiligung noch zuschüsse abgreifen.

das wahlegebnis wird dann hier stehen, wenn es vorläufig amtlich ist.

bundesweit (wahlbeteiligung: 71,5%)
spd: 25,7%
grüne: 8,4%
cdu: 34,1%
csu: 7,4%
die linke: 8,6%
fdp: 4,8%
afd: 4,7%
sonstige: 6,2%

für berlin gebe ich zwei ergebnisse an: die meines wahlbezirkes und die von berlin insgesamt, getrennt durch den senkrechten strich („|“).

für den wahlbezirk 607 (wahlbeteiligung: 55,7%, allerdings ohne briefwähler) | berlin (wahlbeteiligung: 72,4%)
spd: 23,1 % | 24,6%
grüne: 25,7% | 12,3%
cdu: 11,4% | 28,5%
die linke: 23,3% | 18,5%
piraten: 8,5% | 3,6%
fdp: 1,8% | 3,6%
die partei: 2,7% | 1,0%
afd: 2,3% | 4,9%
npd: 0,5% | 1,5%
rep: 0,0% | 0,1%
sonstige: 0,7%

bemerkenswert hierbei, dass hier so einige stimmensplitting betrieben haben. hans-christian ströbele wurde mit 48,4% der stimmen direkt in den bundestag gewählt. so gut wie jede zweite stimme wanderte auf dem wahlzettel woanders hin.
sonst freue ich mich über den denkzettel für die fdp und dass die regierungsbildung nicht ausschließlich mit der cdu stattfindet. ich erwarte dennoch keine allzu spannende legislaturperiode / erhoffe mir erzwungene neuwahlen in ca. 12 bis 18 monaten. das mit der mobilisierung scheint hierzulande ja doch tatsächlich zu klappen, auch wenn ich mir die große unbekannte (und mir etwas suspekte) afd beizeiten mal näher anschauen muss.

[berlin / 14.09.2103] berghain: klubnacht

der zeitplan ist draußen, daher kann ich auch den zweiten akt posten.
wird nach aktuellem stand mal wieder eine doppelschicht. jonzon hab ich ewig nicht mehr gehört und bis zu marcel – dessen albumveröffentlichung an diesem wochenende begangen wird – sollte schon drin sein. danach nachmittags bis herrn janson mitnehmen. ist ambitioniert genug.

klubnacht

berghain: marcel dettmann ii record release
00h00: jonzon
03h30: byetone live
04h30: marcel dettmann
09h00: ø [phase]
12h00: francois x
15h00: pete
18h00: shifted
21h00: gerd janson
00h30: marcel dettmann

panorama bar
00h00: margaret dygas
04h00: noze live
05h00: oleg poliakov
08h00: marc schneider
12h00: discodromo
16h00: dinky
20h00: nick höppner
24h00: âme / gerd janson

eintritt
14 euro

nachbetrachtung

erklärung / disclaimer: gerade „rave“ von herrn goetz zu ende gelesen und gedacht, dass ich seinen stil mit dem verbalisierten gedankenstrom doch auch hinkriegen müsste. und auf die gefahr hin, wie eine kopie zu wirken (alles, bloß das nicht!), mache ich das jetzt einfach mal so. wem das miss- oder gefällt, hat hier die bekannten mittel und wege.

2 uhr schon. an sich wollte ich ja mehr von jonzon mitbekommen. gegen diese lethargie nach dem weckerklingeln, der das vorschlafen beendet, muss ich noch eine strategie entwickeln.
jonzon selbst bestätigt das sprichwort, dass männer mit dem alter besser zu werden scheinen. trainiert, die haare abrasiert und nichts von seiner stilsicherheit eingebüßt. verkauft sich wirklich gut, in den ersten stunden da unten.
bekanntes gesicht, ich so: „hallo.“ – „hätte ich ja nie gedacht, dass ich dich hier sehe.“ – grinsend antwortend: „wenigstens einmal im monat.“ üblicher partysmalltalk auf der tanzfläche, im takt wippend, damit das gewissen beruhigt ist. schließlich regen mich die zaungäste, die wertvollen platz mit der analyse von was auch immer blockieren, mit schöner regelmäßigkeit auf.
also, immer noch gut, dieser jonzon. understatement, alte schule, mixing ok, sein kollege rok dürfte ihm da immer ein bis zwei schritte voraus gewesen sein. egal, auswahl und gespür für publikum zählen wenigstens genauso mit, das passte.

byetone erstmal mit sperrigem beginn, also zur abwechslung nach oben. margaret dygas hat nachmittags für gewöhnlich schöne momente, aber das herumspielen an den filtern strapaziert sie dieses mal über.
vor dem beginn des nôze-sets den logenplatz neben bühne und mit blick aus dem fenster eingenommen. kommen gerade rechtzeitig, bevor es losgeht und dann lässt der eine silberne laptop mit dem leuchtenden apfel sich ewig zeit beim hochfahren. abbruch des ganzen, zweiter versuch, startet erst gar nicht. war und bin ich nicht sonst immer dabei, apple-hardware über den grünen klee zu loben? nach einer kleinen weile am netzteil die sich drehende sonne, eine gefühlte halbe ewigkeit später (verspätung des setbeginns unausweichlich, ablenkung schafft wie immer der blick auf das geschehen vor der tür) zeigt sich der desktop. was machen diese musiker eigentlich mit ihren betriebssystemen, dass die so launisch reagieren? oder anders: muss sich der safari mit drei anderen programmen wirklich beim systemstart in den arbeitsspeicher mogeln?
also wieder runter, byetone immer noch unbequem. sets, bei denen man weiß, dass sie polarisieren werden. somit auch das bekannte publikumsverhalten: ein drittel sucht das weite oder die bar, der rest weiß damit in unterschiedlichen schattierungen etwas anzufangen. gut, dass und was er spielt.
nôze sind auch ganz ok, die letzte langsame nummer lädt zum schunkeln ein. panorama bar 25 sozusagen.
runter zu herrn dettmann, mit bekannten gesichtern plaudern. war die letzten male irgendwie zwingender, also der marcel. aber irgendwie trotzdem gut, dieses mal. oh, „losing control“. geht immer, nehm ich mit, auch wenn der kleine zeiger erst so zwischen 7 und 8 steht. sonst fehlt der moment, in dem marcel und mit ihm das publikum explodiert. dafür geht die reise tiefer. funktioniert auch, wenn man einfach mal lostanzt.
trotzdem pflichtbewusst nach dem set zur schlafpause. ein plan ist ein plan, bleibt ein plan und so weiter.

komisch, diese aufstehlethargie war an diesem nachmittag nicht wie sonst vorhanden. halbwegs stolz um viertel vor drei nachmittags an der tür, drinnen erstmal wieder an die lichtverhältnisse gewöhnen. mal wieder richtig viele gays hier, später nebenher erfahren, dass es eine große fetischveranstaltung in berlin gab und einige davon abends weitergemacht haben. kann ich nur gutheißen, sowas.
„inversion“ von cyrus läuft. wahnsinn, diese von basic channel in ewigkeit gegossene schönheit des dubtechnos, die ich mit ihren industrial-flächen schon ewig mal im berghain hören wollte. habe ich auch direkt pete als einstiegsplatte zugeschrieben, jedoch weit gefehlt: war die letzte von francois x. so hat pete mehr als zehn minuten zeit zur vorbereitung, sie spielen nämlich den gesamten track, worüber ich mich so offen freuen muss, dass ich mit einem leisen lächeln in der mitte der tanzfläche wippe.
berechtigter szenenapplaus, pete beginnt mit einer reduzierten dubstep-nummer und sorgt in den nächsten drei stunden bei mir für einen zustand, den ich seit ewigkeiten nicht mehr hatte. dieser augenblick, in dem die verbindung zwischen gehör, haut und körper dem hirn nur noch signalisiert, dass das viel zu toll ist, um jetzt irgendwie langsamer zu machen und absolut nicht zaghaft danach verlangt, bitte mehr adrenalin zu produzieren, woraufhin das hirn entgegnet: „ich find’s auch klasse. nachschub folgt prompt.“ schöner bewegungsdrang, jäh unterbrochen von einem tanzflächenüberquerer mit wenig gespür für solche zustände, gegen dessen schulter ich mit meinem kopf gerate. grimmiger blick meinerseits, keine platzwunde, überhaupt keine blessur, also weiter das set genießen. bleibt auch den rest der zeit über toll.
gar nichts von shift erwartet, eher so stereotypen berghain-whitenoise-techno, aber der herr überrascht positiv, insbesondere mit der „soul dancer“ von heiko laux. nach oben zu dinky zur entspannung, mir ist die tanzfläche jedoch zu voll und die couch an der bar oder vor den klos aufgrund des reality-tvs eh interessanter.
gerd janson sorgt wenig später für eine tolle geschichtsstunde, die auch bei der dritten schicht an besuchern gut ankommt. tolles finale mit „drama“ von derrick may. marcel tritt gegen halb eins zum zweiten mal ans pult, so dass ich mich zum aufbruch zwingen muss. berufliche pflichten eben, bei denen sich die sehnsucht nach einem dettmann-abschluss (ewig her, diese zeiten) hinten anstellen muss.

also ab zur garderobe, über den umweg über die in grellem blau erleuchtete panorama bar, in der kristian von âme bereits zugange ist. dies ist jedoch immer garant für latent vorhandene fülle. mit den üblich trägen beinen und der leichten hüftsteife, die sich nach mehreren stunden tanzen auf beton einstellt und dem leichten ohrensausen zu fuß nach hause. immerhin wartet dort noch restlasagne im ofen und sechs stunden schlaf reichen auch mal aus. dennoch die latente frage im hinterkopf, ob dies alles den halbwöchentlichen durchhänger wert ist. das schlechte gewissen hat jedoch auch in den tagen danach sendepause, dafür war’s einfach zu gut.

[berlin / 13.09.2013] berghain: finest friday

schon vorab ein eintrag mehr für die liste der noch ausstehenden nachbetrachtungen und so nebenher der erste von zwei berghain-akten am kommenden wochenende. bei diesem termin – ausnahms- und passenderweise im berghain anstatt in der panorama bar – wird erstmal ein haken hinter einem weiteren legendären electro-act aus detroit gesetzt, und auf ein erneutes set von stingray freue ich mich sowieso.

finest friday
00h00: shed
03h00: ultradyne live
04h00: stingray
06h00: steffi
08h00: lucretio and marieu

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

ehe ich wieder in verzug gerate, nehme ich das resümée lieber in angriff, bevor ich hier gehe. gerade ist’s 8h57, bin somit sechs stunden hier und das reicht angesichts des morgigen programms auch.

ich steige bei ultradyne ein, da ich nur sheds letzte platte mitgekriegt habe. tolle tracks, ohne frage, aber die form der darbietung leuchtete mir nicht ein. war konzertartig, am anfang dachte ich, dass beide macbooks synchron abgestürzt wären, da der track mitten in der sequenz aufhörte. wurde zum ende hin besser, aber wenn beide schon mit ableton live spielen, kann man sich doch um sowas wie bloße beats (meinetwegen auch nur eine achtel-hihat) für den übergang kümmern. so war ein stück irgendwann mal zu ende, dann fünf bis zehn sekunden wartezeit und weiter ging’s.
wie gesagt, die tracks reißen es hoch.

stingray fing erstaunlicherweise mit berghain-kompatiblem techno an, so dass ich ein auf-nummer-sicher-gehen-set annahm. hat jedoch schnell auf electro gewechselt, zwischendrin gab’s kleine ausflüge zu dubstep und auch wieder techno (an einen track der „never engine“ von herrn vogel erinnere ich mich). dabei war er so stimmig, dass er für mich klar als gewinner hervorgeht.
steffi hat mich jedoch auch (erneut) positiv überrascht. knüpfte an die electro-vorlage von stingray an, spannte den bogen zu chicago und zeitgemäßem techno, nahm am ende für meine begriffe etwas viel an temperament raus, was marieu zum anlass nahm, nochmal mit detroit und der techno-schule mitte der 1990er gas zu geben. mixtechnisch eher rauh, passt aber zum stil.

schöner freitag, zumal nicht zu voll, ergo platz zum tanzen. ich musste bspw. mangels schlange nicht mal warten. es gibt also doch noch etwas anderes als den ausnahmezustand, kann aber auch die vielzitierte ruhe vor dem sturm (sprich: morgen) sein.
9h17, passt. ab zur garderobe.

[berlin / 01.09.2013] prince charles: it’s bigger than

ausgehen für einen guten zweck. wenn sich die westliche welt darüber den kopf zerbricht, ob (beziehungsweise nach aktuellem stand vielmehr: wann) interveniert werden soll, geht it’s bigger than die tatsache an, dass bereits mehr als eine millionen menschen sich in den nachbarstaaten als flüchtlinge aufhalten. da ist es sicher nachvollziehbarer, denen das geld direkt zukommen lassen. ist mir als handlungsoption sympathischer anstelle des so häufig beschworenen chirurgischen präzisionskrieges, der eh nur eine illusion ist.
noch dazu kommt, dass die startzeit sehr arbeitnehmerfreundlich ist und ich mir somit einen weiteren anderen, relativ neuen club in der berliner landschaft von innen anschauen kann. das ist auch nicht zu verachten.

20130901-biggerthanassad

nachbetrachtung

in aller kürze, weil’s eher ein gemütliches beisammensein mit dj anstatt einer party war. gut, vielleicht war es mit 22 uhr auch etwas zu früh und die vermeintliche schließungsfeier vom kater holzig tat ihr übriges, dass sich nur wenige richtung moritzplatz verirrten, aber dennoch hat es sich gelohnt, andere pfade als die sonst gewohnten zu betreten.
das prince charles an sich ist von der aufmachung her eher auf house getrimmt. erinnerte mich etwas an das cookies in der charlottenstraße, zumindest von der farbgebung her. der glitter am rande der tanzfläche drinnen ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber dürfte zum sonstigen programm passen. die bar liegt direkt neben dem eingang, der an dem abend an sich aber aufgrund des hofes vorverlegt worden war. müsste auch ein interessantes bild ergeben, wenn es in den wärmeren monaten früh hell wird, da sie direkt neben der fensterfront liegt, die sich quasi über die gesamte breite des clubs zieht. die kapazität müsste so bei 250-300 leuten wirklich am limit sein, das ist aber wiederum sympathisch.
als anlage steht drinnen eine funktion one, die aber in der kurzen zeit, in der ich dort war, nicht zum einsatz kam. die sets liefen allesamt draußen im hof, wovon mir vor allem derek plaslaiko sehr positiv in erinnerung geblieben ist. ansonsten auch schön der kicker vor den toiletten, bei dem leider bei einem männchen die beine abgebrochen sind, aber sonst durchaus ein laden, den ich mir bei passendem programm gerne nochmal anschaue.

[berlin / 24.08.2013] about blank: blank generation

ich hatte mir bereits im vergangenen nicht so wirklich berechenbaren sommer vorgenommen, am wochenende öfter im about blank vorbeizuschauen. wie es gekommen ist, könnt ihr hier ja nachlesen. zeit also, dem vorhaben taten folgen zu lassen – auch wenn es danach aussieht, dass ich sven weisemann hinterherreise.

blankgeneration20130824

line-up
boddika
efdemin b2b resom
peter van hoesen
lady blacktronika
sven weisemann
paramida
silva rymd
kris
dj xing

eintritt
24h00-01h00: 8 euro
ab 01h00: 12 euro
sonntags: 7 euro

club
24h00: dj xing
03h00: peter van hoesen
05h00: boddika
07h00: sven weisemann

zelt
02h00: kris

garten
08h00: paramida
11h00: lady blacktronika
14h00: silva rymd
17h00-22h00: efdemin b2b resom

nachbetrachtung

wenn man’s ganz genau nimmt, war ich zwei male da. aber ihr werdet gestatten, dass ich die halbe stunde kurz nach 1 nicht revue passieren lasse, sondern mich lieber auf die 15 stunden ab 6 uhr früh konzentriere. dafür war die kurze schlafpause einfach nötig.
ich denke, die stundenanzahl macht’s schon deutlich: das wetter war nun wirklich perfekt und das ganze drumherum so angenehm kurzweilig, dass ich nach 21 uhr erschöpft, aber mit dem gefühl, mich an dem sonntag für das goldrichtige entschieden zu haben, die zehn minuten heimweg angetreten habe.

offen war erstmal der floor rechts vom eingang, der auch besser zum techno-kontext passt. sie haben umgebaut: am ende des raumes die bühne für live-acts oder bands, rechts daneben an der wand nun das dj-pult. an der anlage scheint auch etwas gedreht worden zu sein – eher bassbetont, nicht mehr so schrill wie noch im letzten jahr. spontanerweise wurde bei dem füllgrad noch der hauptfloor links vom eingang geöffnet, den ich aber nur zum durchgehen besucht habe. nano hat dort gespielt, soviel kann ich sagen.
boddika war für mich nicht mal einer der höhepunkte. an sich okayes mittelfeld, aber beim besten willen nicht mehr. stilistisch ging er eher auf nummer sicher, und das mit tracks, die len faki schon vor fünf jahren spielte. sven weisemann einmal mehr in guter form und vielseitig, mit starkem fokus auf house, aber sehr gefreut habe ich mich über „one more time“ von blake baxter. hätte zwar gerne etwas mehr vom morgen im garten bei paramida mitbekommen, von der ich in der kurzen zeit dubbiges gehört habe, mich zog es aber dennoch eher nach drinnen. da der nachtmanager sven freie hand gab, wann er schluss machen könnte, war es eben gegen 11h30 soweit.
lady blacktronika im garten mit traktor, aber für mich ohne klare linie. „walk 4 me“ von tronco traxx und „kaos“ von houz’mon – tolle tracks, keine frage. aber von derartig forderndem chicago direkt runter auf disco zu schalten, dabei keinen übergang hinzubekommen, was mit der automatischen beaterkennung von traktor (meiner rudimentären erfahrung nach) drin sein müsste, riss mich nicht von der bank neben der tanzfläche, sondern trieb mich eher zum inder, um die notwendigen kalorien für den rest der etappe beisammen zu haben.
zurück zu silva rymd. viel gutes vorab gehört, den eindruck hat sie bestätigt. das war techno mit dystopischem ansatz, nicht zu düster, als dass es drinnen besser aufgehoben gewesen wäre, aber dennoch treibend. sollte man auf dem zettel haben, die dame.
das duo efdemin und resom setzte dem meinem eindruck nach sogar noch einen drauf, was aber auch daran lag, dass resom bei der dämmerung „unfinished sympathy“ von massive attack spielte. meinem eindruck nach trafen die beiden die lücke zwischen house und techno sehr gut, exkurse zu 1980er-pop (yazoo) fügten sich darin auch nahtlos ein, und das publikum im garten ging mit. lerneffekt: auch im about blank wird es mit fortgeschrittener zeit am sonntag immer besser, nicht nur im berghain.

dennoch (und hier wieder etwas für das phrasenschwein): man soll gehen, wenn es am schönsten ist. das tat ich jedoch mit dem gefühl im bauch, das bereits für dieses jahr anvisierte vorhaben nächstes jahr häufiger in die tat umzusetzen, wenn das wetter mitspielt. das about blank ist jedenfalls sehr gut beraten, die hauseigene reihe zu fördern. bei den residents sowie einem passend drumherum gestrickten line-up bin ich gerne wieder mit von der partie.

[berlin / 08.08.2013] about blank: impulse

die anzahl der partytermin-beiträge ohne anschließendes review nimmt hier langsam überhand, nichtsdestotrotz will ein unter der woche liegendes wochenende genutzt werden. die zehn minuten fußweg zum about blank kommen dabei also mehr als recht.

impulse: abyssal

drinnen
ni’en:bhed
ddm
whø?
turrican
effekthasch visuals

draußen
djeez

eintritt
5 euro

review
guter standard in jeglicher hinsicht, auch wenn ein paar besucher mehr nicht geschadet hätten. bei der unsicheren witterung war das aber nachvollziehbar, womit djeez im garten das schwerste los hatte.
da ich mir bei ausbleibendem zuspruch immer selbst gedanken mache, etwas falsch gemacht zu haben, ein paar aufmunternde worte in seine richtung: nein, an der musik lag es nicht. obwohl querbeet von dj krush bis hin zu dubtechno fand ich es in den minuten, in denen ich draußen war, sehr stimmig.
drinnen legte whø? für den jungen headliner mit der bewährten mischung aus technoiderem dubstep und electro vor, ni’en:bhed brauchte ein wenig, um in schwung zu kommen. wer die breitseite erwartete, wurde enttäuscht. stattdessen regierte die tiefe, bei welcher der einfluss shackletons, pinchs oder malas deutlich wurde. ich finde das immer beneidenswert, wenn jemand bereits frühzeitig so einen sicheren geschmack entwickelt hat (siehe alex.do), ergo: durchaus empfehlenswert.
turrican schaukelte die geschichte wie gewohnt mit aktuellem drum&bass heim. daher gilt die sache mit dem standard für die nachbetrachtung und für den abend gleichermaßen – punkt, fertig. das nächste review bitte.

[berlin / 05.-11.08.2013] krake festival 2013

zwischen erster und zweiter berghain-schicht mal eben auf wordpress 3.6 aktualisieren und die werbetrommel für die 2013er auflage des krake festivals rühren. ich gebe mir am montag, mittwoch und sonntag als gast die ehre.

krake2013

05.08.2013 / passionskirche, ab 20 uhr: opening
monolake live
cristian vogel live
paroah chromium live
prokyon live
adam weishaupt
vorverkauf: 20 euro

07.08.2013 / berghain kantine, ab 22 uhr: a night of glitter and penises
furfriend live
hard ton live
anklepants live
dj flush
dj wawashi
vorverkauf: 10 euro

09.08.2013 / suicide circus, ab 24 uhr
untold
dasha rush live
bill youngman live
phon.o live
karl marx stadt live
hanno hinkelbein
ultraviolett
uta
the apron controller
the29novfilms visuals
vorverkauf: 12 euro

10.08.2013 / suicide circus, ab 23 uhr
dopplereffekt live
fennesz live
frank bretschneider live
traversable wormhole live
gen.hectic
adrian friedrich
dj flush
sebastian kökow
fist van odor
adam weishaupt
vorverkauf: 12 euro

11.08.2013 / kiekebusch, ab 12 uhr
i-f
max cooper live
nathan fake live
dadub
eomac
lxc feat. al haca soundsystem
hubble
alienata
günther lause
axiom
adam weishaupt
vorverkauf: 12 euro, shuttle vom s-bahnhof zeuthen ist eingerichtet.
ablauf
zeigen

nachbetrachtung

montag, 05.08.2013
der eröffnungs-montag von 2012 hatte ja schon einiges an positivem echo gebracht und auch ich war gespannt, wie sich (im weitesten sinne) ambient in der umgebung einfügen kann.
das einzige, was mir von dem abend als unangenehm in erinnerung geblieben ist, waren die sich meldenden knochen nach mehrstündigem sitzen auf der holzbank. ansonsten gab es noch kleinere probleme mit dem linken boxenturm, wodurdt prokyons set eher in mono stattfand. da fand ich es wiederum gut, dass zwischen ihm und herrn vogel eine längere pause gemacht wurde, um der sache auf den grund zu gehen. half auch, den rest des abend über gab es gar keine probleme mehr.
paraoh chromium fand ich als gesamtkonzept schon interessant. spielt schon bei seinem auftreten mit der altägyptischen ästhetik, und diese art synthetische oboe, deren sounds er stetig verfremdete, passte da super ins bild. schöne eröffnung, dies.
prokyon war nicht minder schlecht, für die soundprobleme konnte er am wenigsten was, aber schöne symbiose zwischen musik und visuals.
cristian vogel führte sein konzept der „eselsbrücke“ vor, und dazu sollte man erst sein paper gelesen haben. das ist noch um einiges abstrakter als das, was er mitte der 1990er-jahre auf mille plateaux gemacht hat. wer sich noch an die trurl & klapaucius auf supremat erinnert, kriegt einen ganz guten anhaltspunkt. schwer verdaulich, ohne frage. auch ich finde sein tanzflächenfutter immer noch um einiges ansprechender, dennoch schön, dass er sich nicht auf dem technischen und inhaltlichen status quo ausruht.
mit monolake gab es die möglichkeit, vom eher passiven zuhörerdasein zum aktiven bestandteil einer party zu wechseln. auch wenn ich erstmal das gewissen befragen musste, ob es okay ist, in einer kirche zu tanzen, sah ich nach zehn minuten keine probleme mehr darin. es schien einigen anderen ähnlich zu gehen, es war jedoch schön zu beobachten, wie immer mehr leute über ihren schatten sprangen und sich zu den wie immer toll arrangierten rhythmen und sounds von herrn henke inklusive wieder mal tollen visuellen effekten von tarik barri bewegten. robert henke selbst sammelte mal wieder menschliche pluspunkte, als er ein stück kurz anspielte, es unterbrach, mit den worten „geht gleich weiter, muss mir nur erstmal mein bier von hinten holen“ verschwand und dann direkt weitermachte. um die zugabe musste man ihn auch nicht lange bitten – er hatte sichtlichen spaß an dem abend.
klasse eröffnung.

mittwoch, 07.08.2013
kam direkt zu hard tons set an, was eine eindrucksvolle performance dessen war, was die queere gay-kultur so ausmacht. er gehört zu der sorte an performern, die sich ihr publikum nicht lange erobern müssen, sondern durch verkleidung, schminke und vor allem einer wahnsinnig guten stimme von der ersten sekunde an packend sind. es steht auf einem anderen blatt papier, dass die art von discoidem house nicht ganz mein stil ist, aber es war mitreißend, was nicht zuletzt das saunaklima in der berghain-kantine bestätigte.
furfriend ebenfalls als optisches gesamtkunstwerk, nehmen ihren projektnamen sehr wörtlich mit langhaar- und -bartperücken, was bei gefühlten 40 grad raumtemperatur bestimmt an den körperlichen flüssigkeitshaushalt ging. musikalisch war’s mir über weite strecken zu trocken, aber der politische kommentar (russische flagge, in einen becher gestopft, „let me urinate on that“ als ansage, um dann kurze zeit später die regenbogenfahne hervorzuholen) kam genau zur richtigen zeit.
da es für mich das ende einer arbeitswoche war und die müdigkeit ihr übriges tat, war mein besuch damit auch schon wieder beendet, aber die besucherzahl konnte einen schon ziemlich neidisch machen, was an einem mittwoch im sommer dort so gehen kann.

sonntag, 11.08.2013
keine ahnung, wie das mit dem shuttle so funktionierte, hatte sowohl auf dem hin- als auch auf dem rückweg das glück, mich in einer fahrgemeinschaft einklinken zu können. der ort liegt tatsächlich etwas versteckt und der kiessee an sich wirkte auch etwas trostlos, aber der ort an sich war zum wohlfühlen. nur schade, dass die etwas abgekühlten temperaturen doch ein paar leute in berlin bleiben ließen, so dass axiom wie immer schöne electro-sachen quasi für sich alleine spielte und der zweite floor als konsequente und richtige entscheidung auch frühzeitiger geschlossen wurde.
ein glück konnte ich noch gut die zweite hälfte des i-f-sets mitbekommen, das er querbeet durch electro, acid, italo-disco und abba („lay all your love on me“) richtig schön kurzweilig gestaltete. max cooper und die eomac-zugabe gerieten beide schön technoid-treibend, und nathan fake sorgte beim schluss nochmal für die sphärisch-hymnischen momente. ganz bis zum ende habe ich es nicht mitbekommen, da ich zu mitfahrangeboten bei so einer lage schwer „nein“ sagen kann. guter abschluss, dem entweder eine bessere witterung und somit mehr leute oder dann doch eine location innerhalb berlins aber doch ganz gut gestanden hätten. so bleibt der montag tatsächlich mein favorit.