erst vor gut einer woche wurde mir wieder ins bewusstsein gerufen, dass techno-berlin ohne sie etwas anders dastehen würde. das war auf der ausstellung zum 31-jährigen tresor-jubiläum im kraftwerk, deren besuch ich wärmstens empfehle.
regina baer war diejenige, die beim tresor in der leipziger straße alle administrativen fäden in der hand hielt und in der anfangszeit keinen einzigen abend verpasste. anfängliche improvisation wurde zur routine, anschließend zur haltung. sie gehört daher in einem atemzug mit dimitri hegemann, johnnie stieler und den zahlreichen anderen genannt, die sich wortwörtlich 1991 unter tage die hände schmutzig gemacht haben und damit geschichte schrieben.
regina baer war auch diejenige, die bei der abschlussparty im april 2005 unten im tresor die letzte platte anmoderierte. es handelte sich um „schlangenfarm“ von 3phase. ein track, der direkt in den räumlichkeiten des kellers entstanden war. wortwörtlich kriege ich ihr zitat nicht mehr hin. es war aber etwas in der art wie „dort hatte 3phase sein studio, es war furchtbar.“ und nach ende des tracks herrschte ruhe in den hallen.
sie hat den krebs nicht überlebt.
r.i.p.
nachrufe
groove
[berlin / 16.07.2022] berghain: klubnacht
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.
klubnacht
berghain
00h00 rifts
04h00 boston 168 live
05h30 daria kolosova
09h30 marrøn
13h30 fadi mohem
17h30 jakojako
21h30 lag
01h30 fiedel
panorama bar
00h00 stathis
04h00 naty seres
08h00 i. jordan
12h00 tijana t
16h00 gerd janson
20h00 fred p
00h00 cromby
nachbetrachtung
marrøn war echt gut bzw. hat meinen ersteindruck vom märz bestätigt. bin irgendwie erleichtert, dass leute noch schnell spielen können (hab gegen set-ende mal aus neugierde getappt und war wegen der 147 bpm schon überrascht), ohne dass sie dabei in die verlegenheit kommen, das mit den derzeit gängigen überbordenden rave-elementen zu garnieren. er hingegen schnörkellos, trocken, arbeiten mit tools und perkussion. passte damit blendend zu meiner tresor-sozialisation. shazam hat leider in einer tour versagt (übrigens auch später bei fadi mohem, als es abwechselnd „better off alone“ von alice deejay und „cafe del mar“ von energy 52 vorgeschlagen hat – ja nee, is‘ klar. lief nicht mal ironisch.), so dass ich die paar fundstücke gerade nicht erfolgreich verifizieren konnte.
für ort und uhrzeit schon sehr fordernd, aber die volle tanzfläche hat ihm recht gegeben.
fadi mohem hatte mich am pfingstmontag nicht so abholen können und im direkten vergleich zu marrøn kann ich jetzt wenigstens auch den finger darauf legen, wenn auch jammern auf hohem niveau. anhand seiner hör-sets habe ich mich schon als fan deklariert und dabei die tatsache vernachlässigt, dass die eine stunde jeweils immer nur einen ausschnitt repräsentiert. in der kurzen zeit ist es verständlich, sich auf einen stil festzulegen, ehe das zu wirr bzw. zu unkohärent wirkt.
sowohl bei hör als auch im berghain: seine technik ist grandios. ähnlich wie bei marrøn auch: ein tool reiht sich ans nächste, aber mit minutenlangem tadellosen mixing. weshalb ich marrøn jedoch eine nasenlänge voraus sehe: selbst in der auswahl trockener tracks lassen sich variationen finden: andere perkussive patterns, andere kickdrums, damit mehr dynamik.
bei fadi mohem wirkten die tracks in der ersten hälfte für mich so, als ob (wie bei ben klock auch) eine 909 mit einem programmierten pattern eingeschaltet wird, das nur geringfügig variiert und konstant das tempo hält. sprich: die hör-sets in ausgedehnter form. wie gesagt: müssen djs technisch erstmal hinkriegen, dass das über stunden so wie aus einem guss wirkt und die sounds der tracks im mixing auch super ineinandergreifen. aber mir fehlte in der ersten hälfte etwas unterhalb der trockenen kicks, was die funktion one ohne probleme transportieren könnte: basslines, subbass – irgendetwas, das die dynamik noch anheizt oder auch wieder herausnimmt, um später wieder zurückzukehren. bin da wahrscheinlich durch das, was von der insel in den letzten zweieinhalb jahrzehnten herüberschwappte, zu verwöhnt.
wie auch immer: ist sein stil bzw. markenzeichen. daran kann mensch sich auch anpassen bzw. alternativ auch einfach mal eine etage höher gehen. die zweite hälfte seines sets fand ich richtig gut, so als ob er auf das finale hingearbeitet hat (das wunderbare „transition“ von underground resistance).
jakojako fordernd-dubbig, längst nicht so melodisch, wie es ihre produktionen vermuten lassen. gerd janson melodisch-housig, aber auch mit dem breakbeat-sommerhit 2021: „so u kno“ von overmono.
apropos „breakbeats“ und „jammern auf hohem niveau“: nach gut zehn stunden gefühltem durchmarschieren im berghain dachte ich mir schon, dass es jetzt doch mal ganz nett wäre, wenn jemensch wenigstens etwas mit unterbrochener 4/4-kick spielt. da lag auf mord für mich in der hinsicht bisher meistens positiv herausstach (sonst zitiere ich das gerne als beispiel eines labels mit zuweilen zu stumpfen tracks), war ich neugierig. der beginn seines sets verhieß mit electro auch etwas in dieser art und bei dem ctrls-track (siehe unten) ließen meine endorphine mich denken, dass das in der form auch gerne bis mitternacht weitergehen könnte. es blieb jedoch nur bei dieser verheißung – der wechsel ins 4/4-fach folgte prompt. zwar mit schönen brettern wie „death before surrender“ von surgeon (normalerweise ein signature-track von pete, den ich im line-up der letzten monate allerdings ziemlich vermisse – wohlwissend, dass er im juni gemeinsam mit soundstream im garten spielte), „dungeon“ von luke slater (als p.a.s.) oder (angeteasert) „pride (it’s time)“ von jay denham. gab auch noch eine 140-bpm-bootleg-version von „dub be good to me“ von beats international.
wie so häufig hätte ich mir mehr mut zum risiko gewünscht. hatte nicht den eindruck, dass er das publikum anfangs überfordert hat. andererseits war’s auch das dilemma des prestigeträchtigen slots, wonach mensch der*m letzten dj nicht unbedingt eine halbleere tanzfläche übergeben möchte.
fred p erst vocal-, dann bassline-lastig. da machte das zuhören laune. liegt an mir bzw. der schwindenden kondition, dass es andere kaliber gebraucht hätte, um mich zu der zeit noch nachhaltig auf die tanzfläche zu schicken.
trotz gelebter geradlinigkeit unten: ein echt guter sonntag. trotz stets hohem füllgrad unten gute vibes, endlich prominent platzierte „take care of yourself and your friends“-plakate (vorschlag zur wortwahl: „… and the people around you“ statt der „friends“ – gibt immer noch genügend leute, die entweder alleine hingehen oder ihre peer-group nicht immer um sich haben). immer noch keine direkte ansprache seitens des personals, wohin mensch sich nach unangenehmen situationen wenden kann.
trackauswahl (*: shazam)
fadi mohem
rene wise – tizer*
surgeon – magneze
diego amura – femmena part.4*
dj deeon – r u sure* (shazamed, obwohl ich die nummer habe – hallo beginnende senilität…)
heiko laux – re-televised (original 1998 version)*
ur – transition (das finale)
jakojako
arthur robert – relentless*
rove ranger – the star masters*
lag
ctrls – concept 7*
planetary assault systems – dungeon
surgeon – death before surrender
jay denham – pride (it’s time)
[berlin / 09.07.2022] about blank: staub
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

garten
10h00 i&i (inez & irakli)
12h00 june*
15h00 jacob park
17h00 nadine talakovics
19h00 fiedel
mdf
14h00 prantel
17h00 vp allowed
20h00 kimmy msto
*: großes j, großes n. kleinschreibungsdogma damit umschifft.
nachbetrachtung
wäre gerne früher aus dem knick gekommen, so dass es mehr als nur die anderthalb stunden gewesen wären, die immerhin zum hallo-sagen, updates zu befindlichkeiten sowie ein zwei (dutzend) huftschwünge auf dem ohne gehörschutz ziemlich gut klingenden mdf und einer schnellen abschiedsrunde gereicht haben. aber da mein verstand zur hälfte noch auf dem lärzer acker lag und zur anderen mit der inneren einkehr beschäftigt ist, wurde es leider nur so kurz. aber immerhin: es ging so schnell vorbei wie ein wimpernschlag und war trotz der kurzen zeit aufbauend.
insofern fällt auch das musikalische revue-passieren-lassen so knapp wie selten aus:
nichts zu meckern, jedenfalls zwischen (grob) 16h00 und 17h30. acid im garten, wobei ich etwas brauchte, um zu begreifen, dass das setup von der hütte ins zelt verlegt worden ist, angesichts des april-artigen wetters aber auch nur zu verständlich.
mdf bei vp allowed treibend-trippig. hätte die zeit mir nicht im nacken gesessen, wäre das meine option geblieben. allerdings hat sich der frühere aufbruch für deejaah da-niel (gemeint ist mr ryan-spaulding im columbiatheater) gelohnt.
[berlin / 11.06.2022] about blank: staub xl
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

garten
10h00 messages from concrete lady
12h00 oscar.
14h00 frau b
16h00 kovvalsky
18h00 inez / alex tomb
20h00 derek plaslaiko
lobby
22h00 olin
00h00 generali minerali
01h00 stype
03h00 alex tomb
07h00 modschi / paso
mdf
14h00 ed 1999
17h00 adrestia
20h00 sitsope
23h00 caleb
03h00 denise rabe
06h00 i/y
nachbetrachtung
als gast für mich die staub auf der bank neben dem denkmal im garten. ergab sich irgendwie von selbst, dass die gesprächspartner*innen sich dort eingefunden haben.
hätte mich generell schon früher auf den weg und mir im vornherein (klassiker) weniger sorgen machen können. so war ich „erst“ kurz vor derek plaslaiko am start, der aber mit gewohnter klasse spielte.
kurzausflug zu sitsope auf den mdf zu (getappten) schranzigen 150 bpm und ansonsten am besagten platz neben dem denkmal en passant mitbekommen, was drinnen so passiert. dabei geschmunzelt, dass es doch okay war, den (immer noch sehr fetten) 808-state-remix von „blue monday“ daheim gelassen zu haben, weil olin den spielte.
generali minerali startete gemächlich-breakig, war zum schluss bei footwork-tempo (also um die 160) angekommen. drum & bass hatte ich nicht eingepackt und mich vorab auf einen track mit passendem intro festgelegt, der sich dann mit seinen 128 bpm auch sowas wie eine halbe vollbremsung anfühlte, aber ganz gut die richtung vorgab („preacher man“ von green velvet). das war neben zwei, drei daheim geprobten kombinationen auch so ziemlich das einzige, was irgendwie geplant war. der rest war spielen nach bauchgefühl. und da es das erste mal seit fast zehn jahren war, dass ich mal wieder mit vinyl im club gespielt habe, musste erstmal der kopf besänftigt werden, der überall falltüren vermutet, wo am ende keine sind.
am ende passte bis auf ein, zwei übergänge ziemlich viel. gab eine doppelpremiere: erstens die stanton ds-4 als eigene systeme mitgenommen (waren zuvor immer die shure m44/7), die zwar sehr transparent klingen, aber gerade bei richtig laut gemasterten platten beim cueing nicht wirklich spurtreu sind. läuft die platte erstmal, passt das. aber wenn’s beim übergang mal schnell gehen soll, wird’s brenzlig. da sind die shure klar besser.
zweitens hatte ich das erste mal das vergnügen mit den technics mk7, bei denen ich meine, dass der pitch etwas langsamer reagiert und zugleich leichtgängiger als bei den mk2 ist. als mk2-gewohnheitstier ist es auch keine sonderlich gute idee, die hand links neben dem pitch abzulegen, weil dadurch gerne mal der reset-knopf gedrückt werden kann, der das tempo auf 0 setzt.
das ist aber auch nur einmal passiert und der rest floss dank publikum in den zwei stunden ganz schön gut. angesichts hin- und rückweg mit zehn kilogramm mehr auf rücken und schultern sowie der zeitintensiven vorbereitung (meine schätze habe ich seit nunmehr fünf jahren ausgelagert), dem zustand der platten nicht unbedingt zuträglichen club-klima und der aussicht darauf, das alles jetzt wieder zurücksortieren zu dürfen, bin ich schon froh, die entscheidung pro digital getroffen zu haben – wohlwissend, dass das mit vinyl nach richtig arbeit aussieht. bleibt trotzdem bzw. gerade deswegen weiterhin eine ausnahme.
denise rabe fand ich auf dem mdf schön fordernd und dabei wesentlich feinfühliger als sitsope. caleb esc hatte ich leider aus gründen verpasst. bei alex tomb bleibt mir der sich in die synapsen schraubende „surface noise“ von herrn slater (ja ja, als planetary assault systems) im gedächtnis.
danke staub! tat gut, war nötig.
[berlin / 27.05.2022] oxi: mother’s finest
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.
mother’s finest
floor x
00h00 tempestfeather
02h00 objekt
06h00 hodge
floor o
01h00 dj durbin
03h00 juba
06h00 nasty king kurl
nachbetrachtung
ich war bereits zur mother’s finest im november und fühlte mich dort bereits wohler als in der griessmühle. es fehlt natürlich das rauhe flair eines silos und die location ist an sich auch weniger spektakulär. aber alleine die toilettensituation ist ein gewaltiger schritt nach vorne und – was ich persönlich sehr gerne mag – es ist sehr verwinkelt.
im vergleich zum november haben partys wie die cocktail d’amore spuren im laden hinterlassen. es gibt einen darkroom und im durchgangsfloor zur hinteren bar (die mensch durchaus „rohrbar“ taufen kann und am garten angrenzt) stehen auch séparées, wenn mensch etwas ungestörter sein möchte.
ich fände noch ein bis zwei lichter in der kurve vom ersten zum zweiten floor ganz gut, ehe mensch gefahr läuft, gegen die mauer zu rennen. kann mich erinnern, dass das im november besser ausgeleuchtet war.
die tür habe ich als freundlich, auch sehr gründlich beim bodycheck erlebt. die hauptbar war anfangs (bis 1) unterbesetzt, vielleicht waren’s auch einfach schon zu viele besucher*innen für berliner verhältnisse. garderobe draußen ist in den wintermonaten bestimmt stressig, wenn viele auf einmal ihre siebensachen abgeben möchten. dort gibt’s auch den „normalen“ service, es muss also keine*r ein schließfach nehmen. jedoch erleichtert das die dinge enorm, wenn mensch in gruppen auftaucht. wenn, dann sind’s fünf euro pfand für den schlüssel plus drei euro für den service an sich, und zugang ist jederzeit möglich. finde ich klasse.
publikum erstaunlich international („erstaunlich“, weil’s halt doch etwas abseits liegt), aber auch offen, so dass bei objekt nicht ausschließlich bei den technoiden stellen gejubelt worden ist.
allerdings waren auch die prioritäten klar: war es auf dem ersten floor bis 6 uhr ziemlich gut gefüllt, kam der zweite floor meinem eindruck nach die ganze nacht über nicht richtig in schwung. lag nicht daran, dass dort das gleiche gelaufen oder die sets schlecht gewesen wären. aber den weg dorthin muss mensch tatsächlich erstmal finden und (mein haar in der suppe) ich fand das licht zu statisch, als ich jeweils für ein paar minuten dort war. die vier led-ketten am rande leuchteten quasi permanent, auch die laser hätten akzente setzen können. sollte die steuerung für die lichtanlage an dem abend gestreikt haben, habe ich nichts gesagt.
tempestfeather mit viel garage, gute auswahl, hat leider manchmal bei den übergängen die energie des vorherigen tracks verpuffen lassen. juba breakig mit dubstep-sprenkseln, nasty king kurl mit richtig forderndem electro, hodge ziemlich geradlinig in der halben stunde, die ich von ihm mitbekam. und objekt ist seine eigene liga. ich merke nur, dass ich so richtig aufgeschmissen bin, da shazam nur die letzten fünf track-ids von der apple watch mit der icloud synchronisiert, es aber weitaus mehr waren. habe ich erst im nachhinein erfahren, dass dies tatsächlich das limit ist.
war in jedem fall ein richtig guter ausflug von langsam-geradlinig (um die 120 bpm) zu techno/dubstep zu ambient, zum wiederaufbau mit techno, der sich tempotechnisch bis zu drum&bass steigerte (hier wäre dillinjas „the angels fell“ zu nennen, was mit dem blade-runner-sample auch eine schöne referenz an vangelis war. sonst lassen sich noch „engineers origins“ von low end activist, „the warning“ von codename john, „retro“ von nurve und „strakka“ von authentically plastic als letzte fünf tracks aus der shazam-historie rekonstruieren) und die letzte viertelstunde richtig experimentiell, so dass er mit „can we just be real“ von perila endete. richtig gut.
[berlin / 14.05.2022] about blank: staub
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

garten
10h00 dix
13h00 mike fly
15h00 diamin
17h00 amperia
19h00 steffen bennemann
mdf
14h00 ewa nomad
17h00 rooja
20h00 karapapak
nachbetrachtung
fazit vorweg: war ab ca. 14:15 uhr für neun stunden da und es gibt nichts zu meckern. da spielt wahrscheinlich auch die tatsache mit hinein, dass es (den ostersonntag an der warning-kasse ausgenommen) das erste mal seit fünf wochen war, dass ich mal wieder clubluft schnuppern konnte. vibe, musik, füllgrad – passte alles. gut, es war absehbar, dass letzteres nach 22 uhr auf dem mdf unangenehm werden könnte, aber mein training zum wieder reinkommen hatte ich laut smarter helferlein zu dem zeitpunkt wohl bereits erfüllt (ca. 19.000 schritte). da konnte ich leicht auf die nach zweieinhalb clubjahrzehnten liebgewonnene erfahrung verzichten, leuten den weg durch die menge zu ermöglichen oder blaue zehennägel wegen wiederholten drauflatschens zu riskieren (muss das alter sein, dass ich anderen diesen spaß lieber gönne).
musikalisch bestand gerade draußen kein zweifel dran, dass acid (schon) wieder zurück ist und das finde ich ziemlich gut so. ewa nomad hat (wenn’s eine gerade kickdrum gab) ziemlich ravig und sonst viel breakbeats gespielt. definitiv interessante auswahl, aber mixtechnisch nicht immer sicher – zumindest in den ca. 20 minuten, die ich insgesamt von ihr mitbekommen habe. wenn’s eine aufnahme gibt, überzeuge ich mich gerne vom rest.
diamin hat mich draußen gleich von beginn an gehabt, wahnsinnig gut. konsequent mit vinyl, richtig guter aufbau, genau so fordernd, wie es zum slot passte, klasse auswahl (ich kannte nichts – eine alte raygun hat sie als vorletzten track gespielt, von dem ich im nachhinein nicht verifizieren kann, welcher das ist). in ebay-sprech: gerne wieder! (ich hab ein aufnahmegerät am mixer gesehen. wenn das mitlief und veröffentlicht werden darf, lasst es mich bitte wissen.)
amperia knüpfte dort fordernder an, und die atb-nummer (siehe unten) kam als kontrast zu den tracks mit einer gewissen grundhärte schon ziemlich gut.
rooja drinnen von trippig zu trocken-perkussiv. steffen bennemann draußen erst recht zum schluss ziemlich hittig, aber da bekam ich nur den anfang und die letzte stunde mit, die leider ziemlich leise war, wofür aber sowohl er als auch das :// aus wohlbekannten gründen nichts können. an dem dazwischen scheiden sich wohl die geister. die trackauswahl steht unten, um den textfluss hier nicht zu stören.
karapapak fand ich schön divers. das einzige haar in der suppe (und das bitte nicht als aussage der style-polizei auffassen, der sowas auf dem mdf nicht passt) war für mich die disco-nummer irgendwann gegen 23 uhr. fand ich im kontext des restlichen sets schräg, schmälert aber den wirklich guten gesamteindruck nicht.
trackauswahl
steffen bennemann
scion – emerge (wie bereits erwähnt)
aril brikha – on & on
johannes heil – paranoid dancer (im original, nicht der dj-hell-remix. den spielt irakli gerne mal.)
vice – spectrum
dj rush – freaks on hubbard (dave clarke remix)
green velvet – flash (vorletzter track)
karapapak
dj hmc – cum on
emmanuel top – tone
bruce – i’m alright mate
untold – motion the dance
digital express – the club
green velvet – destination unknown (nach besagt-beklagter disco-nummer)
[test] stanton ds-4 vs. taruya 01-m red
ausgangslage / motivation
(wer an meinen beweggründen, der lieferung und dem ganzen hin und her nicht interessiert ist, kann direkt zur empirie weiterspringen. dort gibt es wav-dateien zum nachhören und mein fazit direkt darunter.)
es war ende 2003, als bei mir der symbolische schritt vom dj-anfänger zum fortgeschrittenen stattfand. da ersetzte ich meinen seinerzeit schon gebraucht gekauften und von beginn an unter launischen kontakten zum audiosignal leidenden numark dm-2000x mit einem ecler concept 3 und meine ortofon pro-s durch das shure m44/7-system. ein auch dem scratchen nicht abgeneigter freund hatte mich sehr schnell von deren geringeren plattenverschleiß bei gleichzeitiger spurtreue überzeugt. und auch der klangliche unterschied zu ortofon war merklich: das m44/7 war lauter, klarer und machte seinem ruf mit einem ausgeprägten hang zum bassbereich alle ehre. kurzum: es klang warm und gleichzeitig präzise. daher musste ich mir sowohl um neu- als auch gebrauchtkäufe keine sorgen machen.
ich war also fan und entsprechend geknickt, als shure anno 2018 den ausstieg aus der herstellung von tonabnehmersystemen sowie -nadeln bekanntgab. jico trat recht zeitnah auf den plan, musste aber aus japan importiert werden. da ich zu der zeit eh bereits weniger in den eigenen vier wänden auflegte und die technics/shure/ecler-kombination zumeist nur zum digitalisieren verwendete, reichten die restbestände noch aus.
dennoch wagte ich es im ersten quartal 2021: im hardwax holte ich mir ein paar tonar 267 ds, die gerüchteweise aus der gleichen fabrik wie die jico-nadeln stammen und nur das branding vermissen lassen. die von shure bekannte schutzkappe fehlt, aber das war für mich sekundär. klanglich sind sie ähnlich feinauflösend und beim normalen, weniger von scratching geprägten auflegen konnte ich auch keinen unterschied zu den original-nadeln feststellen.
ein guter kompromiss – so dachte ich jedenfalls, bis mir beim digitalisieren auffiel, dass der linke kanal im schnitt um gut einen dezibel leiser ist als der rechte. ich schob das auf einen alternden mixer und vielleicht falsches setup des technics und glich dies bei der nachbearbeitung in wavelab elements aus. dann las ich, dass auch andere von diesem problem betroffen waren und machte mir meine gedanken um die haltbarkeit: wenn das bereits bei mir im ziemlich sporadischen gebrauch beim digitalisieren passiert, wie sieht das bei denjenigen aus, die mehrere stunden pro wochen üben oder einfach nur spaß am heimischen auflegen haben?
also rolle rückwärts, da ich noch zwei gebrauchte, aber gut erhaltene originale n44/7 habe. mit einer davon bestückte ich das system, um es zum digitalisieren zu nehmen. mit deutlichem unterschied beim ausgangssignal – das war wieder balancierter und gleich mal um einen guten dezibel lauter. es dient hier daher auch als referenzsystem, so dass stanton und taruya sich dem vergleich zu einem gebrauchten system mit ca. vier jahre alter nadel im zuletzt sehr seltenen gebrauch stellen müssen.
vorspulen auf ende 2021. ich begann also zu recherchieren. ortofon hatte sein portfolio bereits für ein „mk2“-update überarbeitet. dabei schufen sie auch endlich die möglichkeit, die bruchstelle numero eins (gebrochene griffe) austauschbar zu gestalten. nach meiner erfahrung mit den pro-s wollte ich jedoch nicht dahin zurück. da las ich, dass stanton im september ein neues system veröffentlicht hat: das ds-4. bauform zu ortofon sehr ähnlich, nicht ganz so schlank, diskretes schwarz-grau. mijk van dijk pries das system hier als sehr präzise bei gleichzeitig lautem signal. das fasste ich ins auge – und wartete, wie üblich.
dazwischen kam jedoch ein tipp in den restrealen weiten für shure-anhänger*innen, die ersatz für die whitelabel-nadeln brauchten: das taruya 01-m red. gleiche bauweise wie stanton, aber eben in einem knalligen rot, was sich an technics 1210ern eh ganz gut macht. von diesem oberflächlichen merkmal abgesehen war mein gedanke, dass mensch mit der japanischen versessenheit auf qualität und details, die sich gerade im hifi-bereich zeigt, nichts verkehrt macht. also bestellte ich erstmal eines der systeme zum testen – in der festen überzeugung, dass die zweite order für das zweite system inklusive zweier ersatznadeln nicht lange auf sich warten lassen wird.
vorfreude und ernüchterung
der bestell- und versandprozess verlief denkbar unkompliziert. es brauchte nicht mal eine woche aus japan, bis dhl sich meldete, dass zollgebühren fällig werden. die ließen sich aber ganz bequem über dhl direkt bezahlen – genau 27,59 euro. einen tag später konnte das (die vorfreude durchaus steigernde) erlebnis des auspackens starten. ich habe das bildlich festgehalten, um das metaslider-plugin nach jahren mal wieder zu benutzen. schließlich macht heutzutage gefühlt jede*r was mit „unboxing“, da möchte ich nicht hinten anstehen.
auf den bildern lässt es sich bereits sehen: das alles ist aufwändig, sorgfältig und durchaus charmant verpackt, so dass sich beschädigungen ausschließen lassen. der beipackzettel mit der bescheinigung der qualitätskontrolle kommt sogar mit einem handgeschriebenen dankeschön. an sich kann hier nichts schiefgehen – dachte ich.
mit vorfreude am maximum: shure abmontiert, taruya draufgeschraubt, tonarm kalibriert, platte aufgelegt. die wahl fiel auf „trax on da rocks“ von thomas bangalter, auf der ich mich dann vortastete.
der lautere ausgangspegel fiel sofort auf. wo die shure noch zaghaft im gelben bereich beim mixer waren, ging taruya bei unverändertem gain der farbe des systems entsprechend stabil in die ersten striche beim roten. es machte sich schon ohne offenen kanal bemerkbar, dass das system das ausgangssignal von sich aus wesentlich lauter emittiert als ich das von meinen beiden vorgängersystemen kenne. mit offenem kanal jedoch fragte ich mich, ob die pressung bereits immer so mittenlastig klang oder der zahn der zeit (bzw. ich durch das häufige spielen) an ihr genagt hätte.
also: tausch zurück auf shure. und tatsächlich: da waren die feinheiten wieder. zwar auf kosten der lautstärke, aber das ist nichts, was sich nicht durch gain-anpassungen wieder hinbekommen lässt.
da die bangalter eh etwas leiser gemastert ist (mit bis zu drei tracks auf einer seite), probierte ich es mit etwas mehr wucht bei gleichzeitiger höhenpräsenz: „solitude straight“ von shed, mit gewohnt guter vorabbehandlung aus dem hause dubplates & mastering. hier fiel mir beim taruya erst auf, dass die bassline von einem ziemlichen knarzen begleitet wird, was ich (zugegeben: vom ersteindruck ernüchtert) auf den umgang der nadel mit der platte schob. besagtes knarzen war aber mitsamt klareren höhen und insgesamt wärmerem klangbild beim wechsel auf das shure wieder da.
weiterer test: „world in my eyes“ von depeche mode. erster song auf „violator“, die ich vor mehr als zehn jahren gebraucht gekauft habe und die in der eingangsrille auch entsprechend der haarfeinen kratzer etwas knarzt. ändert aber nichts daran, dass es eine verdammt gute pressung ist, auf der das taruya-system besagte kratzer ziemlich hervorhebt und sehr auf die mittenbetonung setzt. so fragte ich mich beim hin und herwechseln zwischen dem 01-m red und dem m44/7, ob ich mir wirklich nur einbilde, dass die sechzehntel-hihats in der ersten strophe beim taruya in den hintergrund gedrückt werden, wohingegen shure alles sanft an seinen platz im spektrum schiebt. gleiches klangbild bei „personal jesus“ (dritter song, gleiche seite).
nächster test: „feel my mf bass“ von paul johnson. nicht in der originalversion, sondern die neuauflage, die anno 2014 glücklicherweise wieder von dance mania unter’s volk gebracht worden ist. klingt so, wie mensch es sich von einer chicago-pressung erwartet: verzerrt in den höhen, insgesamt sehr rauh, würde mich nicht wundern, wenn das vom ursprünglichen vinyl gemastert worden ist.
auch hier: überbetonung der mitten beim taruya, was auf der rückseite bei den s-lauten von „u so silly“ schon beinahe in den ohren schmerzt. shure lindert das ganze ab.
kurzum: ich war einerseits enttäuscht. es mag sein, dass die spurtreue des taruya beim scratchen das qualitätsmerkmal ist, an dem die systeme in der kontrolle gemessen werden. aber erstens wird aus mir in diesem leben kein scratch-dj und zweitens sind die shure in diesem segment quasi heilig, weil sie neben der spur- auch eine gewisse wiedergabetreue gewährleisten konnten. mir will noch jetzt (gut zwei wochen später) nicht in den kopf, wie wenig augenmerk beim taruya auf das klangbild gelegt worden ist. andererseits war ich damit auch erleichtert, mir erstmal nur eines der systeme zum testen bestellt zu haben.
ich dachte mir auch, dass das vielleicht die art und weise ist, wie systeme heute so klingen und setzte nach wie vor neugierig mein eigentliches vorhaben um: ich bestellte mir beim musicstore köln das stanton ds-4, das es als retourware gleich mal günstiger gab.
skepsis, hürde und erleichterung
im besagten test des stanton ds-4 von mijk van dijk zog dieser auch den vergleich zum taruya 01-m red. sogar die nadeln sollten sich tauschen lassen, was bei mir zu einer art tiefflug der erwartungen führte: wenn all diese nadeln in der gleichen fabrik in japan produziert werden, sind da überhaupt qualitative unterschiede möglich oder ist das mehr oder weniger nur ein brei? zumal das stanton auch in der uvp schon günstiger als das taruya ist. aber wie auch immer: jedes system hat seine gerechte chance verdient und so konnte ich es am wochenende nach der bestellung aus der packstation holen. hier das unboxing zum zweiten:
dank meiner geschicklichkeit währte die gegen die skepsis ankämpfende spannung nur kurz: beim abnehmen des plastikdeckels der verpackung kam ich an die nadelkappe, die sich bei der rückwärtsbewegung mit der nadel verkeilte und sie damit verbog. ich probierte es zwar mit depeche modes „world in my eyes“, aber da war nichts zu machen. es kam sehr viel unfreiwillige distortion aus meinen jbl control one pro, bei der ich mir sehr schnell sicher war, dass das keine klangeigenschaft der nadel sein kann. daher zähneknirschend ob meiner grobmotorik eine ersatznadel bestellt, die auch drei tage später (in einem wohlgemerkt gleich großen paket wie das system) eintraf.
dieses mal mit äußerster vorsicht vorgehend: nadel mit kappe auf das system gesetzt, system an den technics schrauben, platte drauf (wieder „world in my eyes“), kappe ab, nadel drauf – und wenige augenblicke später lächeln. all die feinheiten, die ich beim taruya-system gefühlt mit der lupe suchen musste, waren bei zugleich ähnlich hohem ausgangspegel wieder da. q.e.d.: lautstärke muss nicht zu lasten der feinauflösung gehen.
der eindruck bestätigte sich mit den anderen „referenzplatten“ ebenfalls, wobei ich es bis dato nicht nochmal mit der „tracks on da rocks“ probiert habe. zwei neuerwerbungen habe ich bereits mit dem stanton ds-4 digitalisiert und es vor wenigen tagen mit dem auflegen probiert. hier merke ich mit 3g auflagekraft keine probleme, solange ich nicht mit dem exzessiven scratchen anfange – aber siehe oben: das ist und wird nicht mein augenmerk, wobei ich nach ein paar versuchen definitiv festhalten muss, dass die turntablism-fraktion mit einem anderen system besser beraten ist.
jedoch: tolle haptik beim ds-4 durch den halbrunden, sich an den finger anpassenden griff, der sich auch austauschen lässt. auch der einzige punkt, bei dem mich das taruya-system überzeugt hat, bei dem es am griff noch einen kleinen knick gibt, der das alles stabilisiert. und es stimmt tatsächlich: die nadeln lassen sich untereinander tauschen, wodurch die klangeigenschaften des taruya auch direkt mitwandern.
empirie
schreiben kann ich viel. ich denke jedoch vielmehr, dass der unterschied gehört werden muss. vielleicht bin ich mit meinem urteil über das taruya 01-m red zu harsch und andere mögen genau diese frequenzbetonung. vielleicht habe ich hier auch eine montagsnadel erwischt und ganz bestimmt bin ich in dem, was ich mir unter klangtreue so vorstelle höchst subjektiv. an dieser stelle mache ich es mal wie die youtuber: schreibt es mir gerne in die kommentare. insbesondere, wenn ihr klanglich andere erfahrungen mit dem 01-m red gemacht habt. ein teil in mir denkt (nein: hofft) tatsächlich immer noch, dass das nicht der übliche taruya-standard ist und die nadel sonst eine bessere figur abgibt.
es gibt also ein paket, das ich wie folgt geschnürt habe:
technische ausstattung
- technics 1210 mk2 mit mogami-kabel, das mir die herren von 1210berlin vor drei jahren bei der generalüberholung eingebaut haben.
- ecler nuo 3, schon in die jahre gekommen, kratzt aber bei der wiedergabe nicht.
- native instruments komplete audio 6
- wavelab elements 10.0.70, installiert auf einem macbook pro von mitte 2014 mit intel i7 und 16 gb ram.
tracks
vorab: sollte sich irgendwer von den rechteinhaber*innen von den beispielen gestört fühlen: meine e-mail-adresse steht im impressum und ich nehme das bei beanstandung sofort herunter.
- jake slazenger – nautilus
entnommen der x-mix von ken ishii, die ich vor jahren gebraucht gekauft und nie einer reinigung oder dergleichen unterzogen habe. habe wegen der beigeräusche die einlaufrille mitgenommen, um zu zeigen, wie sehr das taruya die haarfeinen kratzer oder ablagerungen durch fingerabdrücke betont. das wäre bei meiner „violator“-kopie zwar noch offenkundiger, aber mir ist nicht so nach ärger mit der rechtsabteilung von depeche mode. - paul johnson – u so silly
erstens um den unterschied bei den s-lauten zu zeigen und zweitens, wie wichtig nadeln mit feingespür bei nicht ganz optimal gemasterten veröffentlichungen oder bei gebrauchtplatten sind. - shed – solitude straight
weil die platte von allen am wenigsten gebraucht, am besten gemastert und der track zeitlos fett ist. bei shed passiert sowohl im subbereich als auch in den höhen mehr als genug, so dass das für den klangeindruck reicht. - mathew jonson – typerope
weniger wucht als bei shed, aber lenkt die aufmerksamkeit mehr auf den höhen- und mittenbereich. auch der sanfte attack bei der kickdrum hat ein wörtchen mitzureden.
vorgehensweise
ich habe den gain auf das lauteste system eingestellt und nach dem wechsel zwischen den systemen so belassen. start: bei jake slazenger wie erwähnt bei der einlaufrille, bei paul johnson einfach vom anfang, bei shed mit dem einsatz der synth-sequenz, bei mathew jonson einfach nach dem ersten viertel. letztere platte muss ich mal reinigen – die aufnahme setzt nach dem hörbaren knacksen ein, das von festsitzenden schmutzpartikeln verursacht wird.
das alles aufgenommen mit 48 khz / 24-bit, zurechtgeschnitten, ausgeblendet, normalisiert. mehr fand an nachbearbeitung meinerseits nicht statt.
es sind also jeweils drei dateien mal vier (tracks) für den a/b/c-vergleich herausgekommen, die an (fast, nagelt mich bitte nicht auf die millisekunde fest) der gleichen stelle starten. so könnt ihr die dateien entweder in wavelab (falls ihr es habt) oder im kostenlosen audacity als verschiedene tracks einer audiomontage laden und immer im jeweiligen wechsel zwischen den einzelnen spuren abspielen, ohne dabei signifikant aus dem takt zu geraten.
die jeweiligen systeme befinden sich im dateinamen, ebenfalls der headroom zu 0db vor der normalisierung, der verdeutlicht, dass gerne mal 4db unterschied zwischen den systemen liegen können.
aber lange genug geredet, hier ist…
das paket
klick
(zip-datei, 564 mb, mit den 12 wav-dateien in originaler auflösung von 48khz/24-bit, so dass sich nichts auf irgendeine kompression zurückführen lässt.)
ergebnis / fazit
wo ich vor dem a/b/c-vergleich noch etwas der endlichkeit der shure-nadeln nachtrauerte, habe ich meine meinung danach revidiert: das shure ist aufgrund seiner wärme überaus charmant und es tut gut zu wissen, dass es die platte zugleich pfleglich behandelt. dies ist etwas, das sich bei stanton im langzeittest noch zeigen muss. aber da ich die platte vor der ersten kick eh nicht sonderlich häufig vor und zurück bewege und das system primär zum digitalisieren nutzen werde, ist mir das erstmal ziemlich egal.
jedoch: beim umschalten zwischen dem stanton und dem shure wird deutlich, dass stanton nicht nur einen hauch mehr aus dem vinyl kitzelt. mir war das ds-4 erst sehr chirurgisch präzise. aber unter der hoffnung, dass dies eine hoffentlich längerlebige alternative zum m44/7 bleibt, war ich auch zu dem kompromiss bereit, die liebgewonnene wärme des m44/7 gegen die erst steril geglaubte präzision des ds-4 einzutauschen.
im direkten vergleich jedoch klang das ds-4 nicht so kühl wie eigentlich vermutet. ich gehe sogar so weit, es insgesamt etwas mehr als eine nasenlänge vor dem m44/7 zu sehen, bei „solitude straight“ von shed quasi gleichauf. das wird aber auch mit der tatsache zu tun haben, dass die n44/7 schon ein paar jahre alt und damit nicht mehr die frischste ist.
das taruya 01-m red gewinnt in einer kategorie: bei der lautstärke übertrumpft es das shure bei weitem, stanton kommt hier gerade mal so hinterher. klanglich jedoch ist es für mein empfinden sowohl der nicht taufrischen n44/7 und der frischen ds-4 bei allen tracks haushoch unterlegen.
durch den direkten vergleich bin ich sicher: meine beiden shure m44/7 werde ich in ihre transportverpackung stecken und aus nostalgiegründen hin und wieder mal auf die technics montieren. wenn ich das nächste mal nach japan komme, werde ich mir aus neugierde einen satz jico-nadeln mitbringen.
so sehr es mir unter den nägeln brennt, das taruya zu reklamieren: ich buche dessen kauf als gutes marketing ab, das sein versprechen für mich nicht gehalten hat. manche könnten genau diese klangfärbung mögen – mein fall ist es nicht. daher werde ich es weiterverkaufen.
beim stanton werde ich ziemlich zeitnah das zweite system und zwei ersatznadeln bestellen. trotz nicht wirklich tauglichem scratch-einsatz liegt die nadel bei der wiedergabe super in der rille und löst die feinheiten der tracks in einer mir echt gut schmeckenden art und weise auf. mehr möchte ich beim digitalisieren nicht, zu meiner art des auflegens passt es auch – ich hätte also auf meinen eigentlichen instinkt hören sollen.
r.i.p. mira calix
auch wenn sie hinter den richtig großen auf warp im schatten blieb, fügt sich ihre musik sehr gut in den labelkatalog ein (und – richtig geraten – bleibt für mich größtenteils zum nachholen).
sie ist nun mit viel zu jungen 52 jahren verstorben.
r.i.p.
[berlin / 12.03.2022] about blank: staub
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

zelt
14h00 garçon gaston
17h00 melizards
19h00 killa
lobby
10h00 modschi + i.nez
14h00 ryba
16h30 dk.dent
19h00 nadine talakovics
mdf
14h30 kimmy msto
17h30 yanamaste
20h30 caleb esc
nachbetrachtung
hätte beileibe nicht so eine schlange erwartet. aber zeigt einerseits, dass das :// die wiedereröffnung rechtzeitig kommuniziert und die staub an strahlkraft nichts eingebüßt hat. hälfte ostkreuz stimmte jedenfalls vor dem start der desserts noch, als ich um 23:30 uhr raus bin.
da ich eine woche zuvor im berghain üben konnte, was es bedeutet, leuten in dunklen, lauten räumen ohne maske zu begegnen, hatte ich evtl. einen mentalitätsvorsprung. kann aber jede*n verstehen, der*die erstmal etwas fremdelte und wäre ohnehin nicht überrascht, wenn die ersten c19-symptome bei mir um die ecke schielen würden.
andererseits preise ich sowas mittlerweile ein. angesichts der momentanen lage nehme ich lieber die möglichkeiten wahr, die sich zur hedonistischen flucht in die vermeintlich mögliche utopie einer idealisierten gemeinschaft bieten. wohlwissend, dass das nur temporär ist. gleichzeitig darauf hoffend, dass sich dieser effekt einstellt.
das staub-typische gemeinschaftlich-familiäre war für mich von der ersten sekunde an spürbar. also an der tür und dann auf der lobby. das ebbte auch in den darauf folgenden 12 stunden nicht ab. an der stelle danke an alle für offene ohren.
es war dann auch wie so häufig, dass die musik für die hälfte der zeit in den hintergrund getreten ist. nichtsdestotrotz: gekonntes warm-up in der lobby von modschi & i.nez, bei dem mir noch „o-ton reassembled 1“ von luke slater sehr positiv auffiel.
musikalisch gab’s für mich keine ausreißer nach unten, eher nach oben. müsste ich favorit*innen benennen: ryba und (eigentlich fest gesetzt) caleb.esc.
kimmy msto fand ich für die uhrzeit schon ganz schön sportlich (heißt: schnell) und irgendwann zu statisch. allerdings: den leuten gefiel’s sichtlich. ähnliche kerbe bei yanamaste, er hat das durch synkopierte tracks (s. unten) aber sehr gut auflockern können.
das zelt war mit disco, wave, house, uk-hardcore (bei killa) alles andere als berechenbar und daher (an sich auch wie üblich) der beste kontrast zu drinnen (und idealer quasselraum).
tracks als anhaltspunkte (* = schützenhilfe durch shazam)
ryba
a45 – we have already passed the point of no return (tobias. remix)*
yan cook – perfect storm*
kimmy msto
_asstnt & roll dann – emergency break*
garçon gaston
the new morning – anthems*
yanamaste
blawan – justa
dj boss – atmolam
killa
girls unit – wut (der zelt-rausschmeißer)
[berlin / 05.03.2022] berghain: klubnacht
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.
klubnacht
berghain
00h00 luigi di venere
04h30 tobias. live
05h30 jakojako
09h00 marrøn
13h00 naty seres
17h00 dr. rubinstein
21h00 ellen allien
01h00 fiedel
panorama bar
00h00 gwenan
04h00 fantastic man
08h00 dj fart in the club
12h00 idjut boys
16h00 david elimelech
20h00 lakuti
00h00 cromby
nachbetrachtung (aus verschiedenen restrealitaets-postings zusammengesetzt – daher inklusive zeitstempel)
10h39
musikalisch tatsächlich jetzt schon schwierig, sich entscheiden zu müssen. fart in the club wie immer souverän zwischen breaks und acid house, aber vor halbvoller tanzfläche. marrøn schnörkellos-trocken, arbeitet jedoch sehr gut mit sehr tooligen tracks – gefällt mir. unten ist’s in jedem fall gut gefüllt und die toilettensituation eines sonntags bereits jetzt angemessen. wenn die alle mal den weg nach oben fänden…
14h31
naty seres stellenweise ravig („kisloty people“ von schacke, aber auch shadowax), die idjut boys fühlten sich nach fart in the club (die zum schluss glücklicherweise eine gut gefüllte tanzfläche vor sich hatte) wie das herunterschalten vom fünften in den dritten gang an, geht aber beides angesichts der uhrzeit klar. kommt mir etwas wie das durchatmen vor dem abend vor.
16h40
status berghain: „camera’s ready, prepare the flash“
21h44
berghain heute klarer publikumsfavorit, ging aber auch schnurstracks nach vorne. dr. rubinstein stellenweise erstaunlich flott jenseits der 135 unterwegs. meine, einige der tracks aus ihrem letzten hör-set wiedererkannt zu haben.
gibt auch dicke bonuspunkte für mobys „thousand“ als letzten track. die kann ich ellen direkt wieder abziehen, die wohl ihre gründe dafür hatte, dieses monstrum, dem ich auf der funktion one immer mal begegnen wollte, vorzeitig auszufaden. ohne not übrigens – es war gegen 20:57 uhr. wie auch immer: die meute wird bei jetzt sonntagabendüblicher fülle wohl ihre freude an ihrem set haben. mein fall ist das in den ersten zügen weniger.
überraschung für mich oben: lakuti. vor jahren das letzte mal gehört, damals noch mit vinyl und interessanter auswahl, leider technisch ziemlich ins schwimmen geratend. nun mit cdjs auf sync gesetzt, rotary-mixer mit richtig schön gesetzten akzenten dazwischen – schon passt der flow und der vibe.
david elimelech wie die letzten male, die ich ihn hörte, mit klarer chicago-tendenz – also trax und konsorten. musste nach den idjut boys etwas wiederaufbauarbeit leisten, die sich in der zeit, in der ich bei ihnen war, mehr auf das kuratieren von einzelnen tracks als auf’s mixen konzentrierten.
unter’m strich eine für mich voll runde sache heute. stemple mich damit aus.













