[berlin / 05.04.2022] berghain: pisse

verfasst am 2. oktober 2026, auf das veranstaltungsdatum zurückdatiert.

ablauf

schrunzel
jedi
infant sanchos
pisse
g. turtletaub (als dj jeweils dazwischen)

nachbetrachtung

mir völlig unbegreiflich, warum ich seinerzeit kein posting dazu abgesetzt habe. minutiös bekomme ich das mit der abfolge nicht mehr hin (ehrlicherweise hatte ich schon vergessen, dass es zwischen den acts untermalung seitens eines djs gab). aber dafür sind die jeweiligen acts im gedächtnis geblieben.

schrunzel ist aus dem umfeld von „ick mach welle“, dem killekill-projekt, das sich inklusion auf die fahnen geschrieben hat. sein auftritt bestand aus „waschbecken power“ in voller länge.

jedi machten ziemlich noisigen punk und wirkten so, als ob sie ihr abitur noch schreiben würden bzw. gerade gemacht hätten. also im halbdunkel des berghains ziemlich jung. find’s ja immer faszinierend, wenn schlagzeuger ohne merkliche anstrengung einfach auch mal den gesangspart übernehmen.

infant sanchos brachten die elektronische note in den abend. durchaus von daf inspiriert, gesanglich theatralisch-geschrien, was aber definitiv zum stil passt.

tja, und dann pisse. find’s ja schon gut, wenn mal ein punkigeres publikum das berghain erobert. aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so mitgeht, indem selbst der rand der tanzfläche vor dem damaligen subwoofer (zu der zeit war noch die alte funktion one in betrieb) unterhalb der treppe zum moshpit wird. die band an sich gar nicht mal so ausgiebig beleuchtet, stattdessen alles gleichermaßen. ich kann mich leider nur gesichert an zwei stücke erinnern: „like a rolling stone“ und „vernissage“ zum schluss.
ganz sicher bin ich mir jedoch, dass das in meiner biographie mit eines der berghain-erlebnisse schlechthin war und hoffe seitdem auf wiederholung. wobei pisse dafür wahrscheinlich mittlerweile eine nummer zu groß sind. aber punk im berghain: funktioniert bestens.

[test] stanton ds-4 vs. taruya 01-m red

ausgangslage / motivation

(wer an meinen beweggründen, der lieferung und dem ganzen hin und her nicht interessiert ist, kann direkt zur empirie weiterspringen. dort gibt es wav-dateien zum nachhören und mein fazit direkt darunter.)

es war ende 2003, als bei mir der symbolische schritt vom dj-anfänger zum fortgeschrittenen stattfand. da ersetzte ich meinen seinerzeit schon gebraucht gekauften und von beginn an unter launischen kontakten zum audiosignal leidenden numark dm-2000x mit einem ecler concept 3 und meine ortofon pro-s durch das shure m44/7-system. ein auch dem scratchen nicht abgeneigter freund hatte mich sehr schnell von deren geringeren plattenverschleiß bei gleichzeitiger spurtreue überzeugt. und auch der klangliche unterschied zu ortofon war merklich: das m44/7 war lauter, klarer und machte seinem ruf mit einem ausgeprägten hang zum bassbereich alle ehre. kurzum: es klang warm und gleichzeitig präzise. daher musste ich mir sowohl um neu- als auch gebrauchtkäufe keine sorgen machen.

ich war also fan und entsprechend geknickt, als shure anno 2018 den ausstieg aus der herstellung von tonabnehmersystemen sowie -nadeln bekanntgab. jico trat recht zeitnah auf den plan, musste aber aus japan importiert werden. da ich zu der zeit eh bereits weniger in den eigenen vier wänden auflegte und die technics/shure/ecler-kombination zumeist nur zum digitalisieren verwendete, reichten die restbestände noch aus.
dennoch wagte ich es im ersten quartal 2021: im hardwax holte ich mir ein paar tonar 267 ds, die gerüchteweise aus der gleichen fabrik wie die jico-nadeln stammen und nur das branding vermissen lassen. die von shure bekannte schutzkappe fehlt, aber das war für mich sekundär. klanglich sind sie ähnlich feinauflösend und beim normalen, weniger von scratching geprägten auflegen konnte ich auch keinen unterschied zu den original-nadeln feststellen.
ein guter kompromiss – so dachte ich jedenfalls, bis mir beim digitalisieren auffiel, dass der linke kanal im schnitt um gut einen dezibel leiser ist als der rechte. ich schob das auf einen alternden mixer und vielleicht falsches setup des technics und glich dies bei der nachbearbeitung in wavelab elements aus. dann las ich, dass auch andere von diesem problem betroffen waren und machte mir meine gedanken um die haltbarkeit: wenn das bereits bei mir im ziemlich sporadischen gebrauch beim digitalisieren passiert, wie sieht das bei denjenigen aus, die mehrere stunden pro wochen üben oder einfach nur spaß am heimischen auflegen haben?
also rolle rückwärts, da ich noch zwei gebrauchte, aber gut erhaltene originale n44/7 habe. mit einer davon bestückte ich das system, um es zum digitalisieren zu nehmen. mit deutlichem unterschied beim ausgangssignal – das war wieder balancierter und gleich mal um einen guten dezibel lauter. es dient hier daher auch als referenzsystem, so dass stanton und taruya sich dem vergleich zu einem gebrauchten system mit ca. vier jahre alter nadel im zuletzt sehr seltenen gebrauch stellen müssen.

vorspulen auf ende 2021. ich begann also zu recherchieren. ortofon hatte sein portfolio bereits für ein „mk2“-update überarbeitet. dabei schufen sie auch endlich die möglichkeit, die bruchstelle numero eins (gebrochene griffe) austauschbar zu gestalten. nach meiner erfahrung mit den pro-s wollte ich jedoch nicht dahin zurück. da las ich, dass stanton im september ein neues system veröffentlicht hat: das ds-4. bauform zu ortofon sehr ähnlich, nicht ganz so schlank, diskretes schwarz-grau. mijk van dijk pries das system hier als sehr präzise bei gleichzeitig lautem signal. das fasste ich ins auge – und wartete, wie üblich.
dazwischen kam jedoch ein tipp in den restrealen weiten für shure-anhänger*innen, die ersatz für die whitelabel-nadeln brauchten: das taruya 01-m red. gleiche bauweise wie stanton, aber eben in einem knalligen rot, was sich an technics 1210ern eh ganz gut macht. von diesem oberflächlichen merkmal abgesehen war mein gedanke, dass mensch mit der japanischen versessenheit auf qualität und details, die sich gerade im hifi-bereich zeigt, nichts verkehrt macht. also bestellte ich erstmal eines der systeme zum testen – in der festen überzeugung, dass die zweite order für das zweite system inklusive zweier ersatznadeln nicht lange auf sich warten lassen wird.

vorfreude und ernüchterung

der bestell- und versandprozess verlief denkbar unkompliziert. es brauchte nicht mal eine woche aus japan, bis dhl sich meldete, dass zollgebühren fällig werden. die ließen sich aber ganz bequem über dhl direkt bezahlen – genau 27,59 euro. einen tag später konnte das (die vorfreude durchaus steigernde) erlebnis des auspackens starten. ich habe das bildlich festgehalten, um das metaslider-plugin nach jahren mal wieder zu benutzen. schließlich macht heutzutage gefühlt jede*r was mit „unboxing“, da möchte ich nicht hinten anstehen.

auf den bildern lässt es sich bereits sehen: das alles ist aufwändig, sorgfältig und durchaus charmant verpackt, so dass sich beschädigungen ausschließen lassen. der beipackzettel mit der bescheinigung der qualitätskontrolle kommt sogar mit einem handgeschriebenen dankeschön. an sich kann hier nichts schiefgehen – dachte ich.

mit vorfreude am maximum: shure abmontiert, taruya draufgeschraubt, tonarm kalibriert, platte aufgelegt. die wahl fiel auf „trax on da rocks“ von thomas bangalter, auf der ich mich dann vortastete.
der lautere ausgangspegel fiel sofort auf. wo die shure noch zaghaft im gelben bereich beim mixer waren, ging taruya bei unverändertem gain der farbe des systems entsprechend stabil in die ersten striche beim roten. es machte sich schon ohne offenen kanal bemerkbar, dass das system das ausgangssignal von sich aus wesentlich lauter emittiert als ich das von meinen beiden vorgängersystemen kenne. mit offenem kanal jedoch fragte ich mich, ob die pressung bereits immer so mittenlastig klang oder der zahn der zeit (bzw. ich durch das häufige spielen) an ihr genagt hätte.
also: tausch zurück auf shure. und tatsächlich: da waren die feinheiten wieder. zwar auf kosten der lautstärke, aber das ist nichts, was sich nicht durch gain-anpassungen wieder hinbekommen lässt.

da die bangalter eh etwas leiser gemastert ist (mit bis zu drei tracks auf einer seite), probierte ich es mit etwas mehr wucht bei gleichzeitiger höhenpräsenz: „solitude straight“ von shed, mit gewohnt guter vorabbehandlung aus dem hause dubplates & mastering. hier fiel mir beim taruya erst auf, dass die bassline von einem ziemlichen knarzen begleitet wird, was ich (zugegeben: vom ersteindruck ernüchtert) auf den umgang der nadel mit der platte schob. besagtes knarzen war aber mitsamt klareren höhen und insgesamt wärmerem klangbild beim wechsel auf das shure wieder da.

weiterer test: „world in my eyes“ von depeche mode. erster song auf „violator“, die ich vor mehr als zehn jahren gebraucht gekauft habe und die in der eingangsrille auch entsprechend der haarfeinen kratzer etwas knarzt. ändert aber nichts daran, dass es eine verdammt gute pressung ist, auf der das taruya-system besagte kratzer ziemlich hervorhebt und sehr auf die mittenbetonung setzt. so fragte ich mich beim hin und herwechseln zwischen dem 01-m red und dem m44/7, ob ich mir wirklich nur einbilde, dass die sechzehntel-hihats in der ersten strophe beim taruya in den hintergrund gedrückt werden, wohingegen shure alles sanft an seinen platz im spektrum schiebt. gleiches klangbild bei „personal jesus“ (dritter song, gleiche seite).

nächster test: „feel my mf bass“ von paul johnson. nicht in der originalversion, sondern die neuauflage, die anno 2014 glücklicherweise wieder von dance mania unter’s volk gebracht worden ist. klingt so, wie mensch es sich von einer chicago-pressung erwartet: verzerrt in den höhen, insgesamt sehr rauh, würde mich nicht wundern, wenn das vom ursprünglichen vinyl gemastert worden ist.
auch hier: überbetonung der mitten beim taruya, was auf der rückseite bei den s-lauten von „u so silly“ schon beinahe in den ohren schmerzt. shure lindert das ganze ab.

kurzum: ich war einerseits enttäuscht. es mag sein, dass die spurtreue des taruya beim scratchen das qualitätsmerkmal ist, an dem die systeme in der kontrolle gemessen werden. aber erstens wird aus mir in diesem leben kein scratch-dj und zweitens sind die shure in diesem segment quasi heilig, weil sie neben der spur- auch eine gewisse wiedergabetreue gewährleisten konnten. mir will noch jetzt (gut zwei wochen später) nicht in den kopf, wie wenig augenmerk beim taruya auf das klangbild gelegt worden ist. andererseits war ich damit auch erleichtert, mir erstmal nur eines der systeme zum testen bestellt zu haben.
ich dachte mir auch, dass das vielleicht die art und weise ist, wie systeme heute so klingen und setzte nach wie vor neugierig mein eigentliches vorhaben um: ich bestellte mir beim musicstore köln das stanton ds-4, das es als retourware gleich mal günstiger gab.

skepsis, hürde und erleichterung

im besagten test des stanton ds-4 von mijk van dijk zog dieser auch den vergleich zum taruya 01-m red. sogar die nadeln sollten sich tauschen lassen, was bei mir zu einer art tiefflug der erwartungen führte: wenn all diese nadeln in der gleichen fabrik in japan produziert werden, sind da überhaupt qualitative unterschiede möglich oder ist das mehr oder weniger nur ein brei? zumal das stanton auch in der uvp schon günstiger als das taruya ist. aber wie auch immer: jedes system hat seine gerechte chance verdient und so konnte ich es am wochenende nach der bestellung aus der packstation holen. hier das unboxing zum zweiten:

dank meiner geschicklichkeit währte die gegen die skepsis ankämpfende spannung nur kurz: beim abnehmen des plastikdeckels der verpackung kam ich an die nadelkappe, die sich bei der rückwärtsbewegung mit der nadel verkeilte und sie damit verbog. ich probierte es zwar mit depeche modes „world in my eyes“, aber da war nichts zu machen. es kam sehr viel unfreiwillige distortion aus meinen jbl control one pro, bei der ich mir sehr schnell sicher war, dass das keine klangeigenschaft der nadel sein kann. daher zähneknirschend ob meiner grobmotorik eine ersatznadel bestellt, die auch drei tage später (in einem wohlgemerkt gleich großen paket wie das system) eintraf.

dieses mal mit äußerster vorsicht vorgehend: nadel mit kappe auf das system gesetzt, system an den technics schrauben, platte drauf (wieder „world in my eyes“), kappe ab, nadel drauf – und wenige augenblicke später lächeln. all die feinheiten, die ich beim taruya-system gefühlt mit der lupe suchen musste, waren bei zugleich ähnlich hohem ausgangspegel wieder da. q.e.d.: lautstärke muss nicht zu lasten der feinauflösung gehen.
der eindruck bestätigte sich mit den anderen „referenzplatten“ ebenfalls, wobei ich es bis dato nicht nochmal mit der „tracks on da rocks“ probiert habe. zwei neuerwerbungen habe ich bereits mit dem stanton ds-4 digitalisiert und es vor wenigen tagen mit dem auflegen probiert. hier merke ich mit 3g auflagekraft keine probleme, solange ich nicht mit dem exzessiven scratchen anfange – aber siehe oben: das ist und wird nicht mein augenmerk, wobei ich nach ein paar versuchen definitiv festhalten muss, dass die turntablism-fraktion mit einem anderen system besser beraten ist.
jedoch: tolle haptik beim ds-4 durch den halbrunden, sich an den finger anpassenden griff, der sich auch austauschen lässt. auch der einzige punkt, bei dem mich das taruya-system überzeugt hat, bei dem es am griff noch einen kleinen knick gibt, der das alles stabilisiert. und es stimmt tatsächlich: die nadeln lassen sich untereinander tauschen, wodurch die klangeigenschaften des taruya auch direkt mitwandern.

empirie

schreiben kann ich viel. ich denke jedoch vielmehr, dass der unterschied gehört werden muss. vielleicht bin ich mit meinem urteil über das taruya 01-m red zu harsch und andere mögen genau diese frequenzbetonung. vielleicht habe ich hier auch eine montagsnadel erwischt und ganz bestimmt bin ich in dem, was ich mir unter klangtreue so vorstelle höchst subjektiv. an dieser stelle mache ich es mal wie die youtuber: schreibt es mir gerne in die kommentare. insbesondere, wenn ihr klanglich andere erfahrungen mit dem 01-m red gemacht habt. ein teil in mir denkt (nein: hofft) tatsächlich immer noch, dass das nicht der übliche taruya-standard ist und die nadel sonst eine bessere figur abgibt.

es gibt also ein paket, das ich wie folgt geschnürt habe:

technische ausstattung

  • technics 1210 mk2 mit mogami-kabel, das mir die herren von 1210berlin vor drei jahren bei der generalüberholung eingebaut haben.
  • ecler nuo 3, schon in die jahre gekommen, kratzt aber bei der wiedergabe nicht.
  • native instruments komplete audio 6
  • wavelab elements 10.0.70, installiert auf einem macbook pro von mitte 2014 mit intel i7 und 16 gb ram.

tracks
vorab: sollte sich irgendwer von den rechteinhaber*innen von den beispielen gestört fühlen: meine e-mail-adresse steht im impressum und ich nehme das bei beanstandung sofort herunter.

  • jake slazenger – nautilus
    entnommen der x-mix von ken ishii, die ich vor jahren gebraucht gekauft und nie einer reinigung oder dergleichen unterzogen habe. habe wegen der beigeräusche die einlaufrille mitgenommen, um zu zeigen, wie sehr das taruya die haarfeinen kratzer oder ablagerungen durch fingerabdrücke betont. das wäre bei meiner „violator“-kopie zwar noch offenkundiger, aber mir ist nicht so nach ärger mit der rechtsabteilung von depeche mode.
  • paul johnson – u so silly
    erstens um den unterschied bei den s-lauten zu zeigen und zweitens, wie wichtig nadeln mit feingespür bei nicht ganz optimal gemasterten veröffentlichungen oder bei gebrauchtplatten sind.
  • shed – solitude straight
    weil die platte von allen am wenigsten gebraucht, am besten gemastert und der track zeitlos fett ist. bei shed passiert sowohl im subbereich als auch in den höhen mehr als genug, so dass das für den klangeindruck reicht.
  • mathew jonson – typerope
    weniger wucht als bei shed, aber lenkt die aufmerksamkeit mehr auf den höhen- und mittenbereich. auch der sanfte attack bei der kickdrum hat ein wörtchen mitzureden.

vorgehensweise

ich habe den gain auf das lauteste system eingestellt und nach dem wechsel zwischen den systemen so belassen. start: bei jake slazenger wie erwähnt bei der einlaufrille, bei paul johnson einfach vom anfang, bei shed mit dem einsatz der synth-sequenz, bei mathew jonson einfach nach dem ersten viertel. letztere platte muss ich mal reinigen – die aufnahme setzt nach dem hörbaren knacksen ein, das von festsitzenden schmutzpartikeln verursacht wird.

das alles aufgenommen mit 48 khz / 24-bit, zurechtgeschnitten, ausgeblendet, normalisiert. mehr fand an nachbearbeitung meinerseits nicht statt.

es sind also jeweils drei dateien mal vier (tracks) für den a/b/c-vergleich herausgekommen, die an (fast, nagelt mich bitte nicht auf die millisekunde fest) der gleichen stelle starten. so könnt ihr die dateien entweder in wavelab (falls ihr es habt) oder im kostenlosen audacity als verschiedene tracks einer audiomontage laden und immer im jeweiligen wechsel zwischen den einzelnen spuren abspielen, ohne dabei signifikant aus dem takt zu geraten.
die jeweiligen systeme befinden sich im dateinamen, ebenfalls der headroom zu 0db vor der normalisierung, der verdeutlicht, dass gerne mal 4db unterschied zwischen den systemen liegen können.
aber lange genug geredet, hier ist…

das paket

klick
(zip-datei, 564 mb, mit den 12 wav-dateien in originaler auflösung von 48khz/24-bit, so dass sich nichts auf irgendeine kompression zurückführen lässt.)

ergebnis / fazit

wo ich vor dem a/b/c-vergleich noch etwas der endlichkeit der shure-nadeln nachtrauerte, habe ich meine meinung danach revidiert: das shure ist aufgrund seiner wärme überaus charmant und es tut gut zu wissen, dass es die platte zugleich pfleglich behandelt. dies ist etwas, das sich bei stanton im langzeittest noch zeigen muss. aber da ich die platte vor der ersten kick eh nicht sonderlich häufig vor und zurück bewege und das system primär zum digitalisieren nutzen werde, ist mir das erstmal ziemlich egal.
jedoch: beim umschalten zwischen dem stanton und dem shure wird deutlich, dass stanton nicht nur einen hauch mehr aus dem vinyl kitzelt. mir war das ds-4 erst sehr chirurgisch präzise. aber unter der hoffnung, dass dies eine hoffentlich längerlebige alternative zum m44/7 bleibt, war ich auch zu dem kompromiss bereit, die liebgewonnene wärme des m44/7 gegen die erst steril geglaubte präzision des ds-4 einzutauschen.
im direkten vergleich jedoch klang das ds-4 nicht so kühl wie eigentlich vermutet. ich gehe sogar so weit, es insgesamt etwas mehr als eine nasenlänge vor dem m44/7 zu sehen, bei „solitude straight“ von shed quasi gleichauf. das wird aber auch mit der tatsache zu tun haben, dass die n44/7 schon ein paar jahre alt und damit nicht mehr die frischste ist.
das taruya 01-m red gewinnt in einer kategorie: bei der lautstärke übertrumpft es das shure bei weitem, stanton kommt hier gerade mal so hinterher. klanglich jedoch ist es für mein empfinden sowohl der nicht taufrischen n44/7 und der frischen ds-4 bei allen tracks haushoch unterlegen.

durch den direkten vergleich bin ich sicher: meine beiden shure m44/7 werde ich in ihre transportverpackung stecken und aus nostalgiegründen hin und wieder mal auf die technics montieren. wenn ich das nächste mal nach japan komme, werde ich mir aus neugierde einen satz jico-nadeln mitbringen.
so sehr es mir unter den nägeln brennt, das taruya zu reklamieren: ich buche dessen kauf als gutes marketing ab, das sein versprechen für mich nicht gehalten hat. manche könnten genau diese klangfärbung mögen – mein fall ist es nicht. daher werde ich es weiterverkaufen.
beim stanton werde ich ziemlich zeitnah das zweite system und zwei ersatznadeln bestellen. trotz nicht wirklich tauglichem scratch-einsatz liegt die nadel bei der wiedergabe super in der rille und löst die feinheiten der tracks in einer mir echt gut schmeckenden art und weise auf. mehr möchte ich beim digitalisieren nicht, zu meiner art des auflegens passt es auch – ich hätte also auf meinen eigentlichen instinkt hören sollen.

[berlin / 12.03.2022] about blank: staub

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

zelt
14h00 garçon gaston
17h00 melizards
19h00 killa

lobby
10h00 modschi + i.nez
14h00 ryba
16h30 dk.dent
19h00 nadine talakovics

mdf
14h30 kimmy msto
17h30 yanamaste
20h30 caleb esc

nachbetrachtung

hätte beileibe nicht so eine schlange erwartet. aber zeigt einerseits, dass das :// die wiedereröffnung rechtzeitig kommuniziert und die staub an strahlkraft nichts eingebüßt hat. hälfte ostkreuz stimmte jedenfalls vor dem start der desserts noch, als ich um 23:30 uhr raus bin.

da ich eine woche zuvor im berghain üben konnte, was es bedeutet, leuten in dunklen, lauten räumen ohne maske zu begegnen, hatte ich evtl. einen mentalitätsvorsprung. kann aber jede*n verstehen, der*die erstmal etwas fremdelte und wäre ohnehin nicht überrascht, wenn die ersten c19-symptome bei mir um die ecke schielen würden.
andererseits preise ich sowas mittlerweile ein. angesichts der momentanen lage nehme ich lieber die möglichkeiten wahr, die sich zur hedonistischen flucht in die vermeintlich mögliche utopie einer idealisierten gemeinschaft bieten. wohlwissend, dass das nur temporär ist. gleichzeitig darauf hoffend, dass sich dieser effekt einstellt.

das staub-typische gemeinschaftlich-familiäre war für mich von der ersten sekunde an spürbar. also an der tür und dann auf der lobby. das ebbte auch in den darauf folgenden 12 stunden nicht ab. an der stelle danke an alle für offene ohren.

es war dann auch wie so häufig, dass die musik für die hälfte der zeit in den hintergrund getreten ist. nichtsdestotrotz: gekonntes warm-up in der lobby von modschi & i.nez, bei dem mir noch „o-ton reassembled 1“ von luke slater sehr positiv auffiel.
musikalisch gab’s für mich keine ausreißer nach unten, eher nach oben. müsste ich favorit*innen benennen: ryba und (eigentlich fest gesetzt) caleb.esc.
kimmy msto fand ich für die uhrzeit schon ganz schön sportlich (heißt: schnell) und irgendwann zu statisch. allerdings: den leuten gefiel’s sichtlich. ähnliche kerbe bei yanamaste, er hat das durch synkopierte tracks (s. unten) aber sehr gut auflockern können.
das zelt war mit disco, wave, house, uk-hardcore (bei killa) alles andere als berechenbar und daher (an sich auch wie üblich) der beste kontrast zu drinnen (und idealer quasselraum).

tracks als anhaltspunkte (* = schützenhilfe durch shazam)

ryba
a45 – we have already passed the point of no return (tobias. remix)*
yan cook – perfect storm*

kimmy msto
_asstnt & roll dann – emergency break*

garçon gaston
the new morning – anthems*

yanamaste
blawan – justa
dj boss – atmolam

killa
girls unit – wut (der zelt-rausschmeißer)

[berlin / 05.03.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 luigi di venere
04h30 tobias. live
05h30 jakojako
09h00 marrøn
13h00 naty seres
17h00 dr. rubinstein
21h00 ellen allien
01h00 fiedel

panorama bar
00h00 gwenan
04h00 fantastic man
08h00 dj fart in the club
12h00 idjut boys
16h00 david elimelech
20h00 lakuti
00h00 cromby

nachbetrachtung (aus verschiedenen restrealitaets-postings zusammengesetzt – daher inklusive zeitstempel)

10h39
musikalisch tatsächlich jetzt schon schwierig, sich entscheiden zu müssen. fart in the club wie immer souverän zwischen breaks und acid house, aber vor halbvoller tanzfläche. marrøn schnörkellos-trocken, arbeitet jedoch sehr gut mit sehr tooligen tracks – gefällt mir. unten ist’s in jedem fall gut gefüllt und die toilettensituation eines sonntags bereits jetzt angemessen. wenn die alle mal den weg nach oben fänden…

14h31
naty seres stellenweise ravig („kisloty people“ von schacke, aber auch shadowax), die idjut boys fühlten sich nach fart in the club (die zum schluss glücklicherweise eine gut gefüllte tanzfläche vor sich hatte) wie das herunterschalten vom fünften in den dritten gang an, geht aber beides angesichts der uhrzeit klar. kommt mir etwas wie das durchatmen vor dem abend vor.

16h40
status berghain: „camera’s ready, prepare the flash“

21h44
berghain heute klarer publikumsfavorit, ging aber auch schnurstracks nach vorne. dr. rubinstein stellenweise erstaunlich flott jenseits der 135 unterwegs. meine, einige der tracks aus ihrem letzten hör-set wiedererkannt zu haben.
gibt auch dicke bonuspunkte für mobys „thousand“ als letzten track. die kann ich ellen direkt wieder abziehen, die wohl ihre gründe dafür hatte, dieses monstrum, dem ich auf der funktion one immer mal begegnen wollte, vorzeitig auszufaden. ohne not übrigens – es war gegen 20:57 uhr. wie auch immer: die meute wird bei jetzt sonntagabendüblicher fülle wohl ihre freude an ihrem set haben. mein fall ist das in den ersten zügen weniger.

überraschung für mich oben: lakuti. vor jahren das letzte mal gehört, damals noch mit vinyl und interessanter auswahl, leider technisch ziemlich ins schwimmen geratend. nun mit cdjs auf sync gesetzt, rotary-mixer mit richtig schön gesetzten akzenten dazwischen – schon passt der flow und der vibe.

david elimelech wie die letzten male, die ich ihn hörte, mit klarer chicago-tendenz – also trax und konsorten. musste nach den idjut boys etwas wiederaufbauarbeit leisten, die sich in der zeit, in der ich bei ihnen war, mehr auf das kuratieren von einzelnen tracks als auf’s mixen konzentrierten.

unter’m strich eine für mich voll runde sache heute. stemple mich damit aus.

[berlin / 19.11.2021] berghain: reef

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

reef

00h00 darwin b2b re:ni
04h00 batu
06h00 esposito

nachbetrachtung

bin schon jetzt gespannt auf die frühjahrsausgabe. musikalisch war’s mindestens ein genuss, wenn nicht gar hochgenuss. bin um 8 uhr früh jedenfalls mit der gewissheit / dem gefühl raus, dass die reef das versprechen eingelöst hat, das der sub:stance ca. auf halber strecke abhanden gekommen war.
klar dachte ich mir am ende von darwin und re:ni sowie anfangs bei batu, dass das auch ordentlich technoid ist, aber gerade bei batu – verdammt: was für ein flow! und was für ein anfüttern der meute, um dann nach einer dreiviertelstunde schön eklektisch zu werden („inner space“ von ihm selbst oder für chicago-aficionados wie mich auch sehr schön: „da bomb“ von dj deeon).
esposito dann konsequent mit drum & bass, der stilistisch im gegensatz zum halfstep in der ersten stunde des warm-ups weniger mein fall war. bei der zugabe an der garderobe noch „skeng“ von the bug (mit flowdan) gehört.

publikumstechnisch überaus interessant. mensch mag ja meinen, dass sich momentan wenig tourist*innen hierher verirren. aber tatsächlich war’s sehr international und die leute sich auch dessen bewusst, was sie erwarten würde. die fülle ging für mich komplett in ordnung, wobei ich die maske aus gründen paranoider vorsicht lieber anbehalten habe (und damit in der absoluten minderheit war). der schlange nach hätte es sogar voller sein können, aber die zusammensetzung sorgte für diverse „hier macht’s heute nur wenigen was aus, wenn techno nur sekundär eine rolle spielt“-momente.

wenn die künftigen ausgaben das niveau halten, sieht das für mich sehr stark nach einem weiteren pflichttermin pro quartal aus.

[berlin / 23.10.2021] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 wallis
04h00 sugar
08h00 lsdxoxo
12h00 partok
16h00 efdemin
20h00 boris

panorama bar
00h00 sally c
04h00 cromby
08h00 call super
12h00 roza terenzi
16h00 honey dijon
20h00 ryan elliott

nachbetrachtung

es ist tatsächlich so, als ob im märz 2020 einfach nur der pause-knopf gedrückt worden wäre, nur halt mit (noch) längerer warteschlange draußen. das treppenhaus richtung panorama bar ist zu. liegt am checkout-punkt, der unten auf gleicher höhe mit dem eingang zum treppenhaus liegt, was zum hochbetrieb schwierig zu koordinieren ist, wenn dort alles durcheinandergeht. erwähne ich deshalb, weil damit ein guter aussichtspunkt wegfällt, den schlangenstatus auch von drinnen zu prüfen, wenn füllstatus und / oder heruntergelassene jalousien in der panorama bar das nicht zulassen.

ansonsten hat mich tatsächlich die stimmung angesteckt. unter normalen umständen wären es für mich musikalisch solide zehn stunden gewesen, wobei die viertelstunde call super erahnen ließ, dass er als selector eine sichere bank ist. aber von der anzahl der tanzenden her lag lsdxoxo im direkten vergleich einfach vorne.
das bringt das kleine dilemma von gestern für mich ein bisschen auf den punkt (neben dem, auch sally c verpasst zu haben): die beiden für mich besten sets liefen zeitlich parallel.
sugar war melodisch, damit durchaus mit dem berghain kompatibel. aber mir fehlte der flow ein wenig. hatte für mich seine besten momente, als er tracks spielte, die mit regis / downwards kompatibel waren.
cromby war da vielseitiger, indem er auch breakiges spielte und dabei nicht um den einen oder anderen hit verlegen war. bspw. „playing with knives“ von bizarre inc oder „go“ von moby. letzteren aber eingewoben in zwei acid-tracks, die so gar nicht in der tonart lagen. war für mich aber die bessere wahl als sugar, weil auch mehr platz vorhanden war.

bei lsdxoxo wurde schnell klar, dass das gut wird. war der floor durch sugar bereits ganz gut angewärmt, wurde das eine halbe stunde nach 8 überhaus hitzig. treibend mit dichten hihats, wie mensch das so durch purpose maker, user und ben sims um 2000/2001 kennenlernte, bevor schranz den spaß an sowas verdarb. ich gebe zu: damit rennt jede*r bei mir momentan offene türen ein, weil reverb-lastiger big-room techno mich nur noch gähnen lässt. lsdxoxo wandte einfach die rezeptur solcher von tool-tracks geprägten sets an, bei denen der nächste track mit fettem bass eingefadet, dann ein paar takte mit lowpass-filter alleine laufen gelassen und schließlich mit aufgedrehten eqs fortgefahren wird. simpel, aber auch 20 jahre später noch irre effektiv.
mensch kann sich darüber streiten, ob remixe von kylies „slow“, aaliyahs „resolution“ oder ein mit satter kick unterlegtes „sweet dreams“ von den eurythmics den ansprüchen der techno-puristenfraktion genügen. bei dem zu „your mind“ von adam beyer & bart skils zum finale war auch ich raus, weil der in meine schublade der tracks gehört, bei denen sich mir die nackenhaare aufstellen. summa summarum hat lsdxoxo einfach schnörkellos hart, trocken und dabei herzlich geliefert. aber wie gesagt: gruppendynamik. wenn manche die arme hoch- oder sich zum jubeln hinreißen lassen, ist’s für mich anzeichen, etwas wieder erleben zu dürfen, was länger nicht möglich und im berghain auch nicht immer selbstverständlich war.

mal schauen, wie sich das im november anfühlt, wenn freitags wieder musik außerhalb der bekannten pfade läuft. die „reef“ mit batu ist jedenfalls schon mal dick im kalender markiert.

shazam hat in einer tour versagt, nur hier nicht:
introversion – onryo, in der letzten stunde von lsdxoxo.

[berlin / 02.10.2021] about blank: staub x sektgarten

nächste stufe an nachlässigkeiten: nicht mal seinerzeit einen eigenen beitrag dafür verfasst. stattdessen nur die notizen auf dem schlauen telefon gefunden und das alles am 24. januar 2024 nachgereicht, den beitrag dabei auf das datum des besuchs zurückdatiert. um mal gleich die erwartungen richtig einzugrenzen: an details erinnere ich mich nicht mehr, es wird also mal nur den ablauf, ein „staub ist eh immer schön“ und den einen notierten track geben.

ablauf
12:00 nowhere beach
14:00 i.nez
16:00 sebastian bayne
18:00 kim leclerc
20:00 verboten

notierter track (von verboten abgeschaut)
casseopaya – euro döner 2000

[berlin / 27.-29.08.2021] h13 kulturpark: staub fest

nach dem gelungenen comeback im allzu vertrauten garten geht es in den westen der stadt, um die gerade eingerostete festivalkondition (ich lecke immer noch meine wunden) erneut auf die probe zu stellen.
findet in zusammenarbeit mit der botschaft der künste und gefördert von initiative musik sowie neustart kultur statt. 40 künstler*innen auf zwei bühnen (nein, darunter nicht ich – mensch wird mich trotzdem hinter den kulissen sehen), es gibt eine hygienemaßnahmenbedingte pause am samstag von 18 bis 19 uhr.

adresse
h13 kulturpark
am juliusturm 13
u7 haselhorst

start / ende
freitag 18 uhr / samstag 18 uhr
samstag 19 uhr / sonntag 19 uhr

eintritt
12 euro pro tag
tickets gab es über residentadvisor, sind aber aktuell ausverkauft. bitte das glück beim wiederverkauf versuchen.

hygieneregeln
3g (getestet oder genesen oder geimpft – impfmobil ist vor ort), maske ist allerorten zu tragen, außer beim sitzen.

ablauf

tag 1

cosmic floor
20:00 chikiss live
21:00 banu
23:00 younger than me
02:00 dj skull
04:00 olin
07:00 i.nez b2b alex tomb
09:00 paso
11:00 carsten jost
13:00 anton kubikov
15:00 denis kaznacheev

future floor
20:00 jarn:rell b2b monago
21:00 the exaltics live
22:00 alex tomb
00:00 zydek
03:00 ryba
05:00 mary yuzovskaya
08:00 nadine talakovics
10:00 toxido mask
12:00 fr. jpla
15:00 dasha rush

tag 2

cosmic floor
19:00 synkopheit live
20:00 clawz
22:00 luca sanna
01:00 templer
03:00 modschi
06:00 horkheimer
09:00 anja zaube
12:00 marc schneider
15:00 irakli & karapapak

future floor
21:00 knigi live
22:00 pankowsky
00:00 melania
02:00 renata
04:00 sebastian kökow
07:00 dimi & mindmistake
11:00 thor
14:00 jakojako & barker
16:00 claudio prc

nachbetrachtung

am 6. februar 2024, eher ein doppelschichtbericht.

vorherbstliches wetter an beiden tagen / abenden / nächten, dabei so unberechenbar wie der april. war schon froh darüber, dass ich meine doc martens dabei hatte, von denen sich der schlamm leichter entfernen lässt.

tag 1 war meine kassenschicht, 2 bis 10 uhr. unterbrochen von einem ausflug zur tankstelle, um nachschub für den stromgenerator zu holen.
die location so improvisiert, wie es nur irgend geht. erinnerte etwas an monis rache im miniformat. an sich sollte ich froh sein, dass es solche anarchischen orte in berlin noch gibt, auch wenn sie etwas weiter draußen sind. dabei definitiv nicht uncharmant. aber das brachte eben auch notwendige kompromisse oder die erwähnten spontanausflüge zur tankstelle auf organisatorischer seite mit sich. auch fiel die anlage auf dem future floor im hochbetrieb gerne mal aus, und die problembehebung konnte durchaus zehn minuten dauern.
für die staub war das festivalformat bei pandemiebedingungen eine doppelte premiere, die aus gastperspektive für mich auch nicht völlig ins wasser fiel (womit ich nicht durch schlechten wortwitz auf’s wetter anspielen möchte). aber ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sie das in der form nicht so schnell nochmal wiederholen wollen.

da ich die kassenschicht glücklicherweise nicht alleine absolviert habe und sonst auch stets irgendwer in nähe des häuschens war, diente die vom cosmic floor herüberschallende musik als hintergrund zum plaudern. zu tun gab es auch ein bisschen was, auch wenn dies in erster linie bedeutete, bändchen um handgelenke zu heften. am ehesten in erinnerung sind mir (leider!) zwei herren, die samstagfrüh an die kasse kamen, um sich zu erkundigen, was hier so liefe und was für ein publikum zugegen sei. meine antwort war ein für meine begriffe recht wahrheitsgemäßes „das publikum ist einer technoparty entsprechend“, wonach die beiden erstmal ihren eintritt bezahlten. nach 15-20 minuten standen sie jedoch wieder auf der matte und wollten das eintrittsgeld zurückhaben, weil ihnen zu wenig frauen im publikum waren und ich sie mit meiner antwort somit getäuscht hätte. selbst das angebot, dass sie die hälfte des eintrittsgeldes zurückhaben könnten, brachte den wortführer noch eher ins schnaufen. glücklicherweise stand die security daneben und machte die spielregeln etwas klarer. wäre ich alleine in dem häuschen gewesen, hätte das anders ausgesehen. so verlief das glimpflich. im nachhinein auch ganz gut, dass die staub es nicht nochmal auf einen versuch vor ort hat ankommen lassen – die auswahl des publikums wie beim about blank filtert an der tür dann doch so einiges heraus, so dass macker mit testosteronüberschuss in überwiegender mehrheit draußen bleiben. der filter fehlte beim h13.

bin nach meiner schicht auch nicht mehr sonderlich lange geblieben. es war halt etwas vorherbstlich frisch und beim rumsitzen an der kasse kriecht die kälte eher bis in die knochen. auch wegen des restprogramms an tag 2 war es vernünftiger, die pause einzulegen.

tag 2: künstler*innenbetreuung, auch 2 bis 10 uhr. zwischendurch erneuter ausflug zur tankstelle. danach die größte sorge, ob sich der benzingeruch irgendwann mal wieder aus dem kofferraum des elterlich zur verfügung gestellten kleinwagens verflüchtigt. ich saß seitdem einige male wieder drin – das geht ziemlich schnell, ein glück.
ansonsten wenig spektakuläre vorkommnisse in den acht stunden. renata hatte nach ihrem set etwas panik, da sie ihren usb-stick nicht wiederfand. das klärte sich jedoch auf, nachdem dimi & mindmistake übernommen hatten: sebastian kökow spielt immer noch ausschließlich vinyl, also musste vor seinem set umgebaut werden. dabei geriet ihr usb-stick unter einen der cdjs, was sich beim rückbau nach sebastians set herausstellte. ein glück: renata war noch da, also war der sonntag (mit aller notwendigen bescheidenheit) gerettet.
bei modschi ist mir „let me be me“ von the other people place zum sonnenaufgang noch in sehr guter erinnerung, horkheimer spielte auch recht minimal. anja zaube hatte ihre eigene künstlerinnenbetreuung dabei. das einzige, was ich da eskalieren musste, war ein „es tropft auf meine platten“. es goss bei ihr tatsächlich ziemlich und das dach des verschlags, in dem das dj-pult untergebracht war, hatte keinen richtigen abfluss für das regenwasser. und das bahnte sich tröpfchenweise seinen weg auf die plattenteller – ein glück nicht als sturzbach. auch das wurde mit gaffa und folie notdürftig behoben.
auch wenn marc schneider nach wie vor einer der entspanntesten und geschmackssichersten djs ist und die sonne bei seinem set rauskam: ich bin dennoch während seines sets gegen 13:30 uhr gegangen. bei dem wetter kam ich nicht mehr so recht in stimmung und mit zwei nächten hintereinander war es auch wirklich genug. noch vom cdj abgeschaut: cari lekebusch – alska betong jungeln.