[berlin / 22.10.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 shcuro
04h00 steffi live
05h00 ben sims
09h00 blasha & allatt
13h00 vil
17h00 tasha
21h00 regis
01h00 don williams b2b xdb

panorama bar
00h00 mala ika
04h00 init live
05h00 peach
09h00 curses
13h00 fort romeau
17h00 vale budino
21h00 massimiliano pagliara
01h00 benjamin fröhlich b2b coloray

nachbetrachtung

das fazit vorweg: hat mich in mehrerlei hinsicht besser abgeholt als die klubnacht vor vier wochen.

ben sims habe ich leider völlig verpasst, da ich erst mittags am start war.

blasha & allatt ließen sich unten im positiven sinne ravig an, war aber zu kurz dort, als dass ich mir ein wirkliches urteil anmaßen könnte. curses hat mich oben erstaunt. hatte 80s-pop-anleihen (u.a. mit einem edit von „send me an angel“, also dem von real life, nicht den scorpions, die streng genommen damit erst 1990 dran waren) und genau die richtige dosis an synth-melodien, die zu dem setting passten.

bei fort romeau vs vil läuft’s für mich auf ein unentschieden hinaus. waren beide für mich keine ausreißer nach oben, aber: genervt hat das auch nicht. solide gute unterhaltung, wobei fort romeau mal eben das tempo auf 130 anzog und damit für den rest des tages / abends in der panorama bar ein ausreißer war (wobei ich ab 17 uhr nur noch sporadisch oben war, aber dazu gleich mehr). darüber hinaus in der set-mitte ziemlich technoid und auch hittig.
vil so ungefähr um die 145, aber nicht mit den billo-rave-signalen, stattdessen perkussiv mit chords.

richtig gut (und mit einer der gründe, warum ich ab 17 uhr fast nur noch unten war): tasha. spielt wenigstens zur hälfte mit vinyl, und das technisch auf eine art, wovor ich bspw. im club zurückscheue. sie korrigiert auseinanderlaufende tracks im mix mit dem pitch anstatt am teller anzuschieben oder zu bremsen. braucht ziemlich viel feingefühl und ein gutes gehör.
ähnliches tempo wie bei vil, aber dafür mit sachen aus den späten 1990ern, die zu meiner tresor-sozialisation gehören und bei denen das tempo die tracks nicht entstellt bzw. eh näherungsweise den damals gängigen geschwindigkeiten entspricht. zumal die meisten der tracks mit einem gewissen groove im hinterkopf bzw. hintergrund gemacht worden sind.
und offensichtlich funktioniert sowas nach wie vor. vom sonntagsüblichen füllgrad war bei ihr jedenfalls viel zu merken. hat mich jedoch erstaunt, dass ab mittags eine allerhöchstens überschaubare schlange bis höchstens kurz hinter den gittern stand (meistens sogar gar keine), die aber scheinbar einen kontinuierlichen zustrom an leuten sicherte. in der mitte der tanzfläche brauchte ich’s jedoch zu dem zeitpunkt nicht mehr zu probieren, war mir auf dauer zu stressig.

tatsächlich überraschend gut: regis. fing passenderweise mit „falling the same way“ (in keiner ahnung was für einem der kursierenden sandwell-edits) als erstem track an und blieb tatsächlich ziemlich konsequent so um die 137/138. und damit bin ich bei dem hauptaspekt, warum ich mit einem besseren eindruck als im september heimwärts bin: das set war mit der beste beweis für den irrglauben, dem djs anheim zu fallen scheinen und somit zur vermeintlichen sonntagabend-peaktime (wobei… zählt im berghain nicht mittlerweile der gesamte sonntag dazu?) dem trend hinterherhecheln und sich einen tempo-wettstreit mit den vermeintlich bösesten sounds liefern müssen. ist nämlich nicht nötig. sicher, nach 2010er-standards sind selbst 137 bpm sportlich. aber das mal außen vor lassend verschreckt es das publikum (ja, auch die jüngeren) nicht, wenn ein set in wellenbewegungen kommt, auch mal ruhepausen und sogar hier und da den einen oder anderen gebrochenen beat einbaut. und selbst wenn, ist es gar nicht mal so verkehrt, den leuten zu vermitteln, dass mensch sich nicht von drop zu drop hangeln bzw. immer noch irgendwie einen draufsetzen muss. klappt auch anders, hat das set wunderbar gezeigt.

don / xdb wie zu erwarten zwischen gestandenen trockenen techno-brettern und melodischen chords, so dass ich bei convextions „miranda“ (zu dem mensch schon fast „don-williams-signature-track“ sagen könnte) gegen 2 mit dem gefühl nach hause bin, mir den richtigen oktober-termin herausgepickt zu haben. auch wenn klo- und tanzflächensituation ab sonntagnachmittag/frühabend mir auch dieses mal vermittelten, dass 100-200 leute weniger im laden eher nach meinem gusto wären, war zumindest der vibe allgemeinhin entspannt.

mensch sieht sich denn bei der reef.

p.s.: was ich von vale budino und massimiliano pagliara mitbekam, war wieder langsamer als bei fort romeau und darüber hinaus sehr melodisch geprägt, bzw. bei massimiliano auch gerne in alter chicago-tradition mit 303 angereichert. fiel beides auf fruchtbaren boden.

trackauswahl (*: shazam)

fort romeau
spencer parker – size: yes*
rush plus – sh, boom*
emmanuel top – turkish bazar
direkt drauf: nitzer ebb – murderous (müsste der remix von phil kieran gewesen sein)
josh wink – meditation will manifest
direkt drauf: choice – acid eiffel

vil
sedvs & peel – close enough*
dj savage – long time*

tasha
the advent – sketch 3
head high – rave (dirt mix)
stef mendesidis – gendarme classe a*
direkt danach: surgeon – patience 2
stenny – consumer’s tool
dhs – the house of god (surgeon remix)

regis
sandwell district – falling the same way
aphex twin – heliosphan (allerdings nur die melodie als loop mit etwas anderem unterlegt, was nach regis selbst klang)
damon wild – avion
nitzer ebb – join in the chant (surgeon remix): könnte novamute bitte mal dran arbeiten, den zu lizenzieren? den hätte der*die ein oder andere normalsterbliche ganz gerne in der sammlung – also zumindest ich 😉
rhythim is rhythim – the beginning: hier ist’s jedem*r überlassen, sich zu derrick may zu verhalten wie mensch möchte. mir fällt’s schwer, den künstler vom werk zu trennen.
basic channel – phylyps trak, lief aber auch wie bei aphex twin neben einem loop mit.
peter van hoesen – kelly criterion*

don williams / xdb
jb3 – believer
makaton – 2 jags*
convextion – miranda

[berlin / 24.09.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 polygonia
04h00 philipp gorbachev live
06h00 fiedel
10h00 quelza
14h00 ki/ki
18h00 gaetano parisio
22h00 freddy k
02h00 adiel

panorama bar
00h00 dasco
04h00 nick höppner
08h00 oracy
12h00 partok
16h00 hiroko yamamura
20h00 k’alexi shelby
23h00 virginia

nachbetrachtung

mr shelby war als hauptgrund meines besuchs für mich (wie freddy k im übrigen auch, aber mehr dazu gleich) ziemlich ernüchternd bzw. hatte mir mehr erhofft. fing zwar mit „no way back“ von adonis ganz vielversprechend an, auch „bostich“ von yello lasse ich mir gerne gefallen. mag sein, dass das set als reminiszenz an warehouse-zeiten gedacht war – so viel an acid-house lief den rest über leider nicht mehr. vielmehr war’s vocaldisco- und auch sehr hitlastig.
also bspw.: „you don’t know me“ (armand van helden), „i feel love“ (kennt hoffentlich jede*r) und „around the world“ (nicht von east 17, vielmehr daft punk). in meinen ohren alles tolle nummern, kamen nacheinander. später noch „horny“ von mousse t. dazu noch exzessive nutzung der pioneer-djm-filter – also überzeugt hat’s mich nicht. mag aber auch mit meiner erwartung über kreuz gelegen haben, wonach ich angesichts seines hintergrunds dachte, dass er in der chicagoer mottenkiste kramt, die über trax records und dj international hinausgeht.
im direkten vergleich fand ich marshall jefferson (vor jahren im about blank) oder paul johnson an ort und stelle (r.i.p.) um einiges besser. aber so weiß ich das jetzt und kann einen haken dahinter machen. hiroko yamamura war zwar im vergleich trockener unterwegs, aber ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn das als grundlage bis mitternacht weitergelaufen wäre.
sei’s wie es sei: virginia hat’s im anschluss souverän-reduziert gemeistert.

generell hat mich meine zweite schicht (also gegen 18:45 uhr bis kurz vor 1) gar nicht abgeholt. gaetano parisio toolig-perkussiv, mit mehr melodien als vor gut 20 jahren, aber das hat mich nicht zum längeren dableiben animieren können.
vor freddy k (so gegen 20:30 uhr) stellte ich noch mit einer mischung aus erleichterung und erstaunen fest, dass es draußen keine schlange mehr gab. angesichts des platzes in der panorama bar und unten an der garderobe freute es mich sogar, dass es sowas wie einlassstopp gegeben haben könnte. aber als ich dann mal im berghain vorbeischaute, wurde ich eines besseren belehrt: da waren selbst die hinteren flügel rund um das treppenhaus (wo es zur brücke geht) ordentlichst gefüllt. in die mitte der tanzfläche wollte ich’s schon nicht mehr wagen, da hat das durchschlängeln an der bar schon gereicht.

freddy k zwar immer noch mit vinyl, aber leider hat auch er dem trend nachgegeben, schnell (um die 150? geschätzt, nicht getappt.) zu spielen. das setzt zwar viel adrenalin frei, aber war mir halt auch zu überdreht bzw. steril (um nicht zu sagen: unsexy). es gab gegen 0:30 uhr eine schöne phase, in der er sowas wie ghettotech / breakbeats gespielt hat, wonach der subbass zur kick wenigstens einen takt zum nachhall hatte und auf einmal sowas wie ein groove vorhanden war.
mag sein, dass er sonst anders spielt und das set mal etwas spezielles war. der füllgrad gibt ihm (und auch ki/ki) ja recht. hatte aber auch was vom rennen an die spitze: wer kann schneller? der dj? das publikum? wer kann und will härter, nachdem ihr in den vergangenen zehn stunden schon ordentlich breitseite bekommen habt?
ehe ich als gerne mal hart spielender dj missverstanden werde: ist als phase im set toll. wenn das aber das einzige ist, worauf nicht nur ein set, sondern eine ganze reihe davon aufbaut, wird’s halt etwas statisch.
freddy k für mich also unter seinen möglichkeiten, und damit genug gemeckert.

positiv: es wurde in der panorama bar investiert. es gibt neue polster auf den sitzgelegenheiten und der gang bei den kabinen hinter der tanzfläche richtung bar ist endlich durchgängig beleuchtet.

außerdem (wichtiger): oracy und quelza. fiedel habe ich leider nur beim durchgehen nach oben gehört, nächstes mal länger.

oben lief bei ankunft jedenfalls „world of deep“ vom e-dancer, später noch „party boy“ von presence und relativ zum schluss der original def mix von „i’ll be your friend“ (von robert owens). das alles zwar vor einer vielleicht zweidrittelgefüllten panorama bar, aber das war einfach schön unaufgeregt.
gilt auch für quelza unten. also (erstmal) nicht für den jungen herrn hinter dem dj-pult, der in seiner ersten stunde noch sichtlich nervös war*. aber wer wäre das nicht? zumal: das publikum war geduldig und bei der angenehmen fülle noch so entspannt, dass es keiner großen signale bedurfte, um sie ködern oder die große abfahrt liefern zu müssen.
gerade deswegen war’s schön, ihm dabei zuzusehen, wie er nach einer stunde aufgetaut war, als er sah, dass es gut lief, und wie er bis zum schluss in den status kam, das genießen zu können. auch er um den einen oder anderen hit nicht verlegen („plastic dreams“ und „never grow old“, beide aufeinanderfolgend, ca. mitte des sets, finale mit „blue monday“ nach dem acapella von underground resistance – „transition“ mit noch irgendwas darunter.), aber auch sowas wie „windtunnel“ (alte synewave von norman) lag im mix. shazam hat mich ziemlich häufig im stich gelassen, daher diese eine trockene granate aus meinem langzeitgedächtnis.
wie oben erwähnt und gerade im vergleich zu dem, was danach kam: schön zurückhaltend mit fokus auf set-dynamik, gespür für das, was um die uhrzeit geht und das anziehen der zügel zu den passenden momenten (bzw. diese einfach selbst erschaffen). kann für meine begriffe gerne wiederkommen.

war aber bereits gegen 13:00/13:30 uhr so, dass sich der baldige start von ki/ki bei der fülle ankündigte. das hat sich unten auch bis nach mitternacht nicht wirklich gebessert, jedoch war platz die gesamte zeit über in der panorama bar eher wenig bis gar kein problem. wenn’s also wieder ans taktische geht, scheint’s im berghain sonntagfrüh bis frühen vormittag momentan am angenehmsten, wohingegen mensch den djs eine etage höher gerade am sonntagmorgen ein bis zwei dutzend tanzende mehr wünschen würde.
andererseits zielte auch der timetable darauf ab, unten ab 14 uhr keine atempause aufkommen zu lassen. aus betriebswirtschaftlicher sicht nachvollziehbar. zum „höher, schneller, weiter“ habe ich mich für den august bereits ausgelassen.

*: kurzer ausflug zum instagram-feed von efdemin: er stand eigentlich auf dem line-up, hat aber wegen eines trauerfalls abgesagt und stattdessen quelza zu seinem berghain-debüt verholfen.

[berlin / 19.08.2022] berghain: reef

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

reef

berghain
00h00 shannen sp
02h00 badsista
04h00 skee mask
06h00 esposito

panorama bar
22h00 darwin
02h00 dj voices
04h00 invt live
05h30 yung singh
07h30 elissa suckdog b2b enchanted rhythms b2b dan beaven

nachbetrachtung

war aus gründen (famoses deichkind-konzert in der wuhlheide vorher plus nachbesprechung) recht spät dran. randfrage: wenn mensch als mitglied einer bank der cash group im umfeld des ostbahnhofes gegen 2 uhr nachts geld abheben möchte, sieht’s ziemlich mau aus, oder? die tür zu den automaten der commerzbank in der koppenstraße blieb jedenfalls so konsequent zu wie die vom berghain bei der gästeauswahl.
und damit zurück zum thema: beim anblick beider schlangen staunte ich nicht schlecht bzw. befürchtete eine neuauflage des sonntags zuvor mit allgemeiner überforderung durch dichte an menschen allerorten. die normale schlange bis zum kiosk, die für bändchen / gästeliste / stammpublikum bis zum garten, beides nicht locker stehend.

drinnen dann jedoch das, was ich mir irgendwie erhofft hatte, an die samstage der anfangsjahre erinnerte und dankenswerterweise auch die gesamte zeit über so blieb: eine angenehme fülle. jederzeit war’s ohne probleme (also ohne durchschlängeln bis an den rand der tanzfläche) möglich, zwischen beiden etagen zu wechseln. und die klosituation dürfte auch für die damen angenehm genug gewesen sein. schlangen gab’s auch dort keine nennenswerten.

also um 3 uhr drinnen, shannen sp und darwin damit verpasst. dj voices viel eher mein fall als badsista. letztere spielte dann doch recht gefällig-geradlinig, während sich dj voices mehr traute (als einziges beispiel: phillip jondo feat. dj plead – whowhuwho im moa pillar remix).
skee mask für seine verhältnisse auch erstaunlich technoid. ohne krasse temposprünge und irgendwo zwischen 130 und 140 verortet (nicht getappt). mag manche erwartungen nicht ganz erfüllt haben, ist aber bei einer setlänge von zwei stunden ziemlich verständlich – zumal er in den zwei stunden eine vielseitigkeit untergebracht hat, wie ich sie mir von den sonntagen erhoffe. also die gerade kickdrum als grundlage, von der mit electro oder grime gerne mal abgewichen werden kann. geschmackssicher so oder so. bitte mal wieder die ilian-crew für einen sonntag einladen und ihn sich über vier stunden austoben lassen.
esposito gehört die krone für das beste intro und outro. er hat jedenfalls mit kendrick lamar zum schluss für mich einen dieser momente geschaffen, die den club nach all den jahren immer noch für mich attraktiv wirken lässt. es war auch gegen 7 uhr soweit, dass sowohl unten als auch oben zeitgleich drum&bass lief. von yung singh hätte ich sowieso gerne noch mehr mitgenommen. aber da die funktion one unten schon mal mit den basslines gefordert wurde, wollte ich das nicht versäumen.
das dreier-b2b war zumindest bis 9 (ab dann konnte ich nicht mehr) astreiner house, der auch dem sonntags-stammpublikum gefallen hätte bzw. diejenigen mit dem abend versöhnt haben könnte, die sich bis dahin was anderes erhofft und bis zum schluss durchgehalten haben.

die nächste und letzte ausgabe der reef für 2022 ist am 4. november, den ich mir jetzt schon mal freihalte (bei mir läuft’s ja jetzt schon auf ein zur sub:stance vergleichbares abo hinaus). der andrang gibt dem konzept ohnehin bereits recht. nachdem ich am sonntag zuvor noch meine allgemeine überforderung mit den menschenmassen zum abend selbstdiagnostiziert und den entspannteren vergangenen zeiten hinterhergetrauert hatte, spielte der freitag die liebgewonnenen qualitäten des ladens wieder aus: mut zur experimentierfreude mit dankbarem publikum, bei dem es weniger die masse, sondern vielmehr das interesse an abseitigem macht. einzige nebenwirkung: es bringt den biorhythmus durcheinander. aber das geht alle paar monate schon gut klar – und erst recht, wenn ich dabei erschöpft durch die kondition, aber mit einer menge musikalischem erkenntniszuwachs den club verlasse.

trackauswahl (*: shazam)

dj voices
phillip jondo feat. dj plead – whowhuwho (moa pillar remix)*

skee mask
x-101 – sonic destroyer
scion – emerge
dj pete – latifah (keine ahnung, welche der drei versionen)
313 bass mechanics – dress to sweat*
fonzo & riko dan – bushmaster (east man remix)*
game boy – playground*

esposito
das intro: source direct – call & response
loxy & resound – psyche*
breakage – tape bubbler spesh*
fixate – n2o*
fracture & sam binga – gripping grain*
coco bryce – cloud busting*
und bereits besagtes outro: kendrick lamar – count me out

[berlin / 13.08.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 so
04h00 barker live
05h00 luke slater
09h00 beste hira
13h00 nur jaber
17h00 françois x
21h00 rolando
01h00 vincent neumann

panorama bar
00h00 nd_baumecker
04h00 alex kassian
08h00 joe delon
—
20h00 roman flügel
00h00 sedef adasi

garten
12h00 steffi
16h00 virginia

nachbetrachtung

tl;dr: guter sonntag, mit der erkenntnis zwei, drei tage später, dass reizüberflutung wirklich ein thema bei mir zu sein scheint. steffi einfach eine bank. virginia, sedef adasi, rolando, roman flügel mindestens sehr gut. beste hira bitte nochmal einladen, muss ich unbedingt mal länger hören. nur jaber sowie françois x mittelmaß.

sonntagabend hatte ich jedenfalls wenig zu meckern, wobei ich’s erst gegen ende von roman flügel hochgeschafft habe. war aber das gewohnte bild: es lief einfach wie von selbst bzw. herr flügel hat sich das publikum so zurechtgelegt. shazam hat beim letzten track leider nichts erreichen können, aber das klang wie eine „easy lee“-coverversion. sollte das irgendwann mal erscheinen, bitte bescheid geben (und nein, der cassy-remix war’s nicht). kurz vorher jedenfalls „too late now (soulwax remix)“ von wet leg. also ziemlich fordernd.
sedef adasi nur zeitweise mitbekommen, aber nachdem mein eindruck von pfingsten im berghain so lala und auf der nation solide zackiger techhouse war, spielte sie in der panorama bar recht ähnlich – also zackig-techhousig. aber zu der zeit und dem ort fand ich das schlüssig.

besser von anfang an: hatte es erst um 12:30 uhr hingeschafft. das hat noch für die letzte halbe stunde von beste hira gereicht, die ebenso wie marrøn regelmäßig im amsterdamer radion anzutreffen und vom stil her mit ihm vergleichbar ist. weniger schnell, aber gutes gespür für das publikum. fand sie jedenfalls interessanter als nur jaber, deren anfang recht vielversprechend wirkte, weil sie nicht direkt drauflos bretterte, sondern etwas atmosphärischer spielte, so wie damals ™ bei ihren ersten staub-gastspielen. aber wenn ich später mal vorbeischaute, war das für mich wenig weltbewegendes gebretter. teilweise schnelle überblendungen zwischen den tracks anstatt langgezogenes mixing, wobei ich nichts gesagt bzw. gemeckert haben will, wenn es irgendwelche technischen probleme gab.

mein hauptaugenmerk galt dem garten – quasi als ausgleich, wenn ich schon an einem sonnig-heißen sonntag in einen club gehe. hat meine erwartungen übererfüllt. inbesondere steffi, die einerseits detroitig-verträumt, andererseits auch astreinen acid-house als kontrast spielte und das alles richtig super ineinander verwoben hat. meine favoritin für den sonntag.
virginia war eine schöne ergänzung dazu: schnörkellos zielführender house, dabei um den einen oder anderen hit nicht verlegen (bspw. „professional widow“, im original von tori amos, geremixt von armand van helden, andererseits aber auch „plugged in“ von einem der für mich immer noch nicht genug besungenen detroiter helden: anthony shakir).

drinnen kam mir das tempo bei françois x schon jenseits der 140er-marke vor. getappt habe ich nicht, irgendwo hat das buchhalterische auch mal seine grenzen.
was ich rolando im anschluss hoch anrechne: den slot nicht dazu genutzt zu haben, gnadenlos weiterzuknüppeln. stattdessen gefühlte vollbremsung auf ca. 130 bpm, nicht unbedingt immer nur techno spielen, sondern hier und da mal den einen oder anderen house-track unterjubeln, der auf der funktion one (um mal dvs1 zu zitieren) eh wie techno klingt.
wenn die puristen meckern wollen, die auf die goldene regel pochen, nicht mehr als zwei tracks eines produzenten bzw. eines labels im set zu haben: es waren wenigstens vier tracks von robert hood dabei. gut, bei dem detroiter hintergrund auch nicht ganz überraschend.

einzig betanzt hätte ich sein set gerne etwas länger. jedoch (und als ob es der subjektivität noch nicht genug ist, kommt noch die durch aktuelle lebensumstände geprägte einfärbung hinzu) schlug zu der zeit entweder der biorhythmus oder die tatsache durch, die sich in letzter zeit (und wenn ich ehrlich bin, auch schon vor der pandemie) bereits herauskristallisiert hat: mir wurde jedenfalls am dienstag im laufe des tages deutlich, dass diese reizüberflutung nach 10+ stunden bzw. gerade am sonntagabend nicht mehr wirklich etwas für mich ist. hatte sich schon zu pfingsten gezeigt, wo ich in der halle (und ja, auch im lab) am liebsten zeit verbracht habe. aber es gibt auch andererseits wie bei beste hira mittags noch die augenblicke, wo alles stimmig ist.
mag daran liegen, dass der kopf anfangs noch frischer und sowieso in freudiger erwartung der nächsten stunden vor ort ist. es ist aber auch leichter – erst recht, wenn mensch es vor 10 uhr hingeschafft hat. der erste ansturm ist weg, langsam trudelt das stammpublikum ein und es ist allerorten noch ziemlich entspannt.
ab dem späten nachmittag wendet sich dies dann und irgendwann ist es halt ein gefühlt permanentes durchschlängeln durch den club von a nach b bzw. im schlimmsten fall platzverteidigung auf der tanzfläche. das sowie die stetig aufkommende frage nach dem schlangenstatus hat etwas davon, sich so etwas wie eine strategie zurechtzulegen: wann gehe ich am besten hin? an welcher bar geht es jetzt am schnellsten? wo sind die klos nicht gerade überfüllt? an welchem platz auf der tanzfläche werde ich am seltensten angerempelt? selbst an „nur“ gut gefüllten sonntagen wie dem jetzigen (es gab für mich schon vollere) ist’s für mich eigentlich soweit, dass diese rekordjagd nach den schließungszeiten anno 2019 auch nicht mehr zwingend sein muss.
klar mischt sich da eine gehörige portion nostalgie hinein, die von der tatsache, dass die ausnahmezustände von vor zehn, zwölf jahren jetzt die regel sind, etwas übersättigt ist. der bedarf ist offensichtlich da und aus wirtschaftlicher sicht ist nichts dagegen zu sagen. mein stammkundenherz sehnt sich jedoch nach dem „weniger ist mehr“. vielleicht ist’s auch eine größere sensibilität gegenüber dem, was um mich herum auf der tanzfläche oder auf den zu- und abwegen geschieht und eventuell wird das hirn mit dem alter auch etwas träger, um das alles adäquat verarbeiten zu können.

hat das konsequenzen? nö, keine gravierenden. für mein mentales gleichgewicht ist der monatstermin immer noch unerlässlich. in erster linie sollte ich mich nur früher auf den weg machen, so dass ich nicht erst mittags aufschlage. ab irgendeinem zeitpunkt sonntagabends könnte ich mir einen sitzplatz in der säule oder der panorama bar reservieren. (notiz an mich: shirt mit waldorf & statler bedrucken. sowas wie eine loge gibt’s für beide floors eh.) mensch sieht jedoch: da kommt wieder das strategische zum tragen.

trackauswahl (*: shazam)

steffi
biosphere – novelty waves
d’marc cantu – acid test*
maruwa – freeze*
scan 7 – burdens down (dj deep & roman poncet remix)*

virginia
tori amos – professional widow (armand van helden remix)
paul johnson – the music in me
paul johnson – relieve me (direkt danach)*
anthony shakir – plugged in

rolando
e-dancer – pump the move
minimal man – make a move pt.1
robert hood – and then we planned our escape*
robert hood – the pace
robert hood – hate transmissions
h&m – real life
the lady machine – collide*
shlomi aber – warping*
paperclip people – throw
nicolas vogler – evolve*
… und ja, auch „jaguar“

r.i.p. regina baer

erst vor gut einer woche wurde mir wieder ins bewusstsein gerufen, dass techno-berlin ohne sie etwas anders dastehen würde. das war auf der ausstellung zum 31-jährigen tresor-jubiläum im kraftwerk, deren besuch ich wärmstens empfehle.
regina baer war diejenige, die beim tresor in der leipziger straße alle administrativen fäden in der hand hielt und in der anfangszeit keinen einzigen abend verpasste. anfängliche improvisation wurde zur routine, anschließend zur haltung. sie gehört daher in einem atemzug mit dimitri hegemann, johnnie stieler und den zahlreichen anderen genannt, die sich wortwörtlich 1991 unter tage die hände schmutzig gemacht haben und damit geschichte schrieben.

regina baer war auch diejenige, die bei der abschlussparty im april 2005 unten im tresor die letzte platte anmoderierte. es handelte sich um „schlangenfarm“ von 3phase. ein track, der direkt in den räumlichkeiten des kellers entstanden war. wortwörtlich kriege ich ihr zitat nicht mehr hin. es war aber etwas in der art wie „dort hatte 3phase sein studio, es war furchtbar.“ und nach ende des tracks herrschte ruhe in den hallen.

sie hat den krebs nicht überlebt.

r.i.p.

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groove

[berlin / 16.07.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 rifts
04h00 boston 168 live
05h30 daria kolosova
09h30 marrøn
13h30 fadi mohem
17h30 jakojako
21h30 lag
01h30 fiedel

panorama bar
00h00 stathis
04h00 naty seres
08h00 i. jordan
12h00 tijana t
16h00 gerd janson
20h00 fred p
00h00 cromby

nachbetrachtung

marrøn war echt gut bzw. hat meinen ersteindruck vom märz bestätigt. bin irgendwie erleichtert, dass leute noch schnell spielen können (hab gegen set-ende mal aus neugierde getappt und war wegen der 147 bpm schon überrascht), ohne dass sie dabei in die verlegenheit kommen, das mit den derzeit gängigen überbordenden rave-elementen zu garnieren. er hingegen schnörkellos, trocken, arbeiten mit tools und perkussion. passte damit blendend zu meiner tresor-sozialisation. shazam hat leider in einer tour versagt (übrigens auch später bei fadi mohem, als es abwechselnd „better off alone“ von alice deejay und „cafe del mar“ von energy 52 vorgeschlagen hat – ja nee, is‘ klar. lief nicht mal ironisch.), so dass ich die paar fundstücke gerade nicht erfolgreich verifizieren konnte.
für ort und uhrzeit schon sehr fordernd, aber die volle tanzfläche hat ihm recht gegeben.

fadi mohem hatte mich am pfingstmontag nicht so abholen können und im direkten vergleich zu marrøn kann ich jetzt wenigstens auch den finger darauf legen, wenn auch jammern auf hohem niveau. anhand seiner hör-sets habe ich mich schon als fan deklariert und dabei die tatsache vernachlässigt, dass die eine stunde jeweils immer nur einen ausschnitt repräsentiert. in der kurzen zeit ist es verständlich, sich auf einen stil festzulegen, ehe das zu wirr bzw. zu unkohärent wirkt.
sowohl bei hör als auch im berghain: seine technik ist grandios. ähnlich wie bei marrøn auch: ein tool reiht sich ans nächste, aber mit minutenlangem tadellosen mixing. weshalb ich marrøn jedoch eine nasenlänge voraus sehe: selbst in der auswahl trockener tracks lassen sich variationen finden: andere perkussive patterns, andere kickdrums, damit mehr dynamik.
bei fadi mohem wirkten die tracks in der ersten hälfte für mich so, als ob (wie bei ben klock auch) eine 909 mit einem programmierten pattern eingeschaltet wird, das nur geringfügig variiert und konstant das tempo hält. sprich: die hör-sets in ausgedehnter form. wie gesagt: müssen djs technisch erstmal hinkriegen, dass das über stunden so wie aus einem guss wirkt und die sounds der tracks im mixing auch super ineinandergreifen. aber mir fehlte in der ersten hälfte etwas unterhalb der trockenen kicks, was die funktion one ohne probleme transportieren könnte: basslines, subbass – irgendetwas, das die dynamik noch anheizt oder auch wieder herausnimmt, um später wieder zurückzukehren. bin da wahrscheinlich durch das, was von der insel in den letzten zweieinhalb jahrzehnten herüberschwappte, zu verwöhnt.
wie auch immer: ist sein stil bzw. markenzeichen. daran kann mensch sich auch anpassen bzw. alternativ auch einfach mal eine etage höher gehen. die zweite hälfte seines sets fand ich richtig gut, so als ob er auf das finale hingearbeitet hat (das wunderbare „transition“ von underground resistance).

jakojako fordernd-dubbig, längst nicht so melodisch, wie es ihre produktionen vermuten lassen. gerd janson melodisch-housig, aber auch mit dem breakbeat-sommerhit 2021: „so u kno“ von overmono.

apropos „breakbeats“ und „jammern auf hohem niveau“: nach gut zehn stunden gefühltem durchmarschieren im berghain dachte ich mir schon, dass es jetzt doch mal ganz nett wäre, wenn jemensch wenigstens etwas mit unterbrochener 4/4-kick spielt. da lag auf mord für mich in der hinsicht bisher meistens positiv herausstach (sonst zitiere ich das gerne als beispiel eines labels mit zuweilen zu stumpfen tracks), war ich neugierig. der beginn seines sets verhieß mit electro auch etwas in dieser art und bei dem ctrls-track (siehe unten) ließen meine endorphine mich denken, dass das in der form auch gerne bis mitternacht weitergehen könnte. es blieb jedoch nur bei dieser verheißung – der wechsel ins 4/4-fach folgte prompt. zwar mit schönen brettern wie „death before surrender“ von surgeon (normalerweise ein signature-track von pete, den ich im line-up der letzten monate allerdings ziemlich vermisse – wohlwissend, dass er im juni gemeinsam mit soundstream im garten spielte), „dungeon“ von luke slater (als p.a.s.) oder (angeteasert) „pride (it’s time)“ von jay denham. gab auch noch eine 140-bpm-bootleg-version von „dub be good to me“ von beats international.
wie so häufig hätte ich mir mehr mut zum risiko gewünscht. hatte nicht den eindruck, dass er das publikum anfangs überfordert hat. andererseits war’s auch das dilemma des prestigeträchtigen slots, wonach mensch der*m letzten dj nicht unbedingt eine halbleere tanzfläche übergeben möchte.

fred p erst vocal-, dann bassline-lastig. da machte das zuhören laune. liegt an mir bzw. der schwindenden kondition, dass es andere kaliber gebraucht hätte, um mich zu der zeit noch nachhaltig auf die tanzfläche zu schicken.

trotz gelebter geradlinigkeit unten: ein echt guter sonntag. trotz stets hohem füllgrad unten gute vibes, endlich prominent platzierte „take care of yourself and your friends“-plakate (vorschlag zur wortwahl: „… and the people around you“ statt der „friends“ – gibt immer noch genügend leute, die entweder alleine hingehen oder ihre peer-group nicht immer um sich haben). immer noch keine direkte ansprache seitens des personals, wohin mensch sich nach unangenehmen situationen wenden kann.

trackauswahl (*: shazam)

fadi mohem
rene wise – tizer*
surgeon – magneze
diego amura – femmena part.4*
dj deeon – r u sure* (shazamed, obwohl ich die nummer habe – hallo beginnende senilität…)
heiko laux – re-televised (original 1998 version)*
ur – transition (das finale)

jakojako
arthur robert – relentless*
rove ranger – the star masters*

lag
ctrls – concept 7*
planetary assault systems – dungeon
surgeon – death before surrender
jay denham – pride (it’s time)

[berlin / 09.07.2022] about blank: staub

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

garten
10h00 i&i (inez & irakli)
12h00 june*
15h00 jacob park
17h00 nadine talakovics
19h00 fiedel

mdf
14h00 prantel
17h00 vp allowed
20h00 kimmy msto

*: großes j, großes n. kleinschreibungsdogma damit umschifft.

nachbetrachtung

wäre gerne früher aus dem knick gekommen, so dass es mehr als nur die anderthalb stunden gewesen wären, die immerhin zum hallo-sagen, updates zu befindlichkeiten sowie ein zwei (dutzend) huftschwünge auf dem ohne gehörschutz ziemlich gut klingenden mdf und einer schnellen abschiedsrunde gereicht haben. aber da mein verstand zur hälfte noch auf dem lärzer acker lag und zur anderen mit der inneren einkehr beschäftigt ist, wurde es leider nur so kurz. aber immerhin: es ging so schnell vorbei wie ein wimpernschlag und war trotz der kurzen zeit aufbauend.

insofern fällt auch das musikalische revue-passieren-lassen so knapp wie selten aus:
nichts zu meckern, jedenfalls zwischen (grob) 16h00 und 17h30. acid im garten, wobei ich etwas brauchte, um zu begreifen, dass das setup von der hütte ins zelt verlegt worden ist, angesichts des april-artigen wetters aber auch nur zu verständlich.
mdf bei vp allowed treibend-trippig. hätte die zeit mir nicht im nacken gesessen, wäre das meine option geblieben. allerdings hat sich der frühere aufbruch für deejaah da-niel (gemeint ist mr ryan-spaulding im columbiatheater) gelohnt.

[berlin / 11.06.2022] about blank: staub xl

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

garten
10h00 messages from concrete lady
12h00 oscar.
14h00 frau b
16h00 kovvalsky
18h00 inez / alex tomb
20h00 derek plaslaiko

lobby
22h00 olin
00h00 generali minerali
01h00 stype
03h00 alex tomb
07h00 modschi / paso

mdf
14h00 ed 1999
17h00 adrestia
20h00 sitsope
23h00 caleb
03h00 denise rabe
06h00 i/y

nachbetrachtung

als gast für mich die staub auf der bank neben dem denkmal im garten. ergab sich irgendwie von selbst, dass die gesprächspartner*innen sich dort eingefunden haben.

hätte mich generell schon früher auf den weg und mir im vornherein (klassiker) weniger sorgen machen können. so war ich „erst“ kurz vor derek plaslaiko am start, der aber mit gewohnter klasse spielte.
kurzausflug zu sitsope auf den mdf zu (getappten) schranzigen 150 bpm und ansonsten am besagten platz neben dem denkmal en passant mitbekommen, was drinnen so passiert. dabei geschmunzelt, dass es doch okay war, den (immer noch sehr fetten) 808-state-remix von „blue monday“ daheim gelassen zu haben, weil olin den spielte.

generali minerali startete gemächlich-breakig, war zum schluss bei footwork-tempo (also um die 160) angekommen. drum & bass hatte ich nicht eingepackt und mich vorab auf einen track mit passendem intro festgelegt, der sich dann mit seinen 128 bpm auch sowas wie eine halbe vollbremsung anfühlte, aber ganz gut die richtung vorgab („preacher man“ von green velvet). das war neben zwei, drei daheim geprobten kombinationen auch so ziemlich das einzige, was irgendwie geplant war. der rest war spielen nach bauchgefühl. und da es das erste mal seit fast zehn jahren war, dass ich mal wieder mit vinyl im club gespielt habe, musste erstmal der kopf besänftigt werden, der überall falltüren vermutet, wo am ende keine sind.

am ende passte bis auf ein, zwei übergänge ziemlich viel. gab eine doppelpremiere: erstens die stanton ds-4 als eigene systeme mitgenommen (waren zuvor immer die shure m44/7), die zwar sehr transparent klingen, aber gerade bei richtig laut gemasterten platten beim cueing nicht wirklich spurtreu sind. läuft die platte erstmal, passt das. aber wenn’s beim übergang mal schnell gehen soll, wird’s brenzlig. da sind die shure klar besser.
zweitens hatte ich das erste mal das vergnügen mit den technics mk7, bei denen ich meine, dass der pitch etwas langsamer reagiert und zugleich leichtgängiger als bei den mk2 ist. als mk2-gewohnheitstier ist es auch keine sonderlich gute idee, die hand links neben dem pitch abzulegen, weil dadurch gerne mal der reset-knopf gedrückt werden kann, der das tempo auf 0 setzt.

das ist aber auch nur einmal passiert und der rest floss dank publikum in den zwei stunden ganz schön gut. angesichts hin- und rückweg mit zehn kilogramm mehr auf rücken und schultern sowie der zeitintensiven vorbereitung (meine schätze habe ich seit nunmehr fünf jahren ausgelagert), dem zustand der platten nicht unbedingt zuträglichen club-klima und der aussicht darauf, das alles jetzt wieder zurücksortieren zu dürfen, bin ich schon froh, die entscheidung pro digital getroffen zu haben – wohlwissend, dass das mit vinyl nach richtig arbeit aussieht. bleibt trotzdem bzw. gerade deswegen weiterhin eine ausnahme.

denise rabe fand ich auf dem mdf schön fordernd und dabei wesentlich feinfühliger als sitsope. caleb esc hatte ich leider aus gründen verpasst. bei alex tomb bleibt mir der sich in die synapsen schraubende „surface noise“ von herrn slater (ja ja, als planetary assault systems) im gedächtnis.

danke staub! tat gut, war nötig.

[berlin / 27.05.2022] oxi: mother’s finest

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

mother’s finest

floor x
00h00 tempestfeather
02h00 objekt
06h00 hodge

floor o
01h00 dj durbin
03h00 juba
06h00 nasty king kurl

nachbetrachtung

ich war bereits zur mother’s finest im november und fühlte mich dort bereits wohler als in der griessmühle. es fehlt natürlich das rauhe flair eines silos und die location ist an sich auch weniger spektakulär. aber alleine die toilettensituation ist ein gewaltiger schritt nach vorne und – was ich persönlich sehr gerne mag – es ist sehr verwinkelt.
im vergleich zum november haben partys wie die cocktail d’amore spuren im laden hinterlassen. es gibt einen darkroom und im durchgangsfloor zur hinteren bar (die mensch durchaus „rohrbar“ taufen kann und am garten angrenzt) stehen auch séparées, wenn mensch etwas ungestörter sein möchte.
ich fände noch ein bis zwei lichter in der kurve vom ersten zum zweiten floor ganz gut, ehe mensch gefahr läuft, gegen die mauer zu rennen. kann mich erinnern, dass das im november besser ausgeleuchtet war.

die tür habe ich als freundlich, auch sehr gründlich beim bodycheck erlebt. die hauptbar war anfangs (bis 1) unterbesetzt, vielleicht waren’s auch einfach schon zu viele besucher*innen für berliner verhältnisse. garderobe draußen ist in den wintermonaten bestimmt stressig, wenn viele auf einmal ihre siebensachen abgeben möchten. dort gibt’s auch den „normalen“ service, es muss also keine*r ein schließfach nehmen. jedoch erleichtert das die dinge enorm, wenn mensch in gruppen auftaucht. wenn, dann sind’s fünf euro pfand für den schlüssel plus drei euro für den service an sich, und zugang ist jederzeit möglich. finde ich klasse.

publikum erstaunlich international („erstaunlich“, weil’s halt doch etwas abseits liegt), aber auch offen, so dass bei objekt nicht ausschließlich bei den technoiden stellen gejubelt worden ist.
allerdings waren auch die prioritäten klar: war es auf dem ersten floor bis 6 uhr ziemlich gut gefüllt, kam der zweite floor meinem eindruck nach die ganze nacht über nicht richtig in schwung. lag nicht daran, dass dort das gleiche gelaufen oder die sets schlecht gewesen wären. aber den weg dorthin muss mensch tatsächlich erstmal finden und (mein haar in der suppe) ich fand das licht zu statisch, als ich jeweils für ein paar minuten dort war. die vier led-ketten am rande leuchteten quasi permanent, auch die laser hätten akzente setzen können. sollte die steuerung für die lichtanlage an dem abend gestreikt haben, habe ich nichts gesagt.

tempestfeather mit viel garage, gute auswahl, hat leider manchmal bei den übergängen die energie des vorherigen tracks verpuffen lassen. juba breakig mit dubstep-sprenkseln, nasty king kurl mit richtig forderndem electro, hodge ziemlich geradlinig in der halben stunde, die ich von ihm mitbekam. und objekt ist seine eigene liga. ich merke nur, dass ich so richtig aufgeschmissen bin, da shazam nur die letzten fünf track-ids von der apple watch mit der icloud synchronisiert, es aber weitaus mehr waren. habe ich erst im nachhinein erfahren, dass dies tatsächlich das limit ist.
war in jedem fall ein richtig guter ausflug von langsam-geradlinig (um die 120 bpm) zu techno/dubstep zu ambient, zum wiederaufbau mit techno, der sich tempotechnisch bis zu drum&bass steigerte (hier wäre dillinjas „the angels fell“ zu nennen, was mit dem blade-runner-sample auch eine schöne referenz an vangelis war. sonst lassen sich noch „engineers origins“ von low end activist, „the warning“ von codename john, „retro“ von nurve und „strakka“ von authentically plastic als letzte fünf tracks aus der shazam-historie rekonstruieren) und die letzte viertelstunde richtig experimentiell, so dass er mit „can we just be real“ von perila endete. richtig gut.

[berlin / 14.05.2022] about blank: staub

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

garten
10h00 dix
13h00 mike fly
15h00 diamin
17h00 amperia
19h00 steffen bennemann

mdf
14h00 ewa nomad
17h00 rooja
20h00 karapapak

nachbetrachtung

fazit vorweg: war ab ca. 14:15 uhr für neun stunden da und es gibt nichts zu meckern. da spielt wahrscheinlich auch die tatsache mit hinein, dass es (den ostersonntag an der warning-kasse ausgenommen) das erste mal seit fünf wochen war, dass ich mal wieder clubluft schnuppern konnte. vibe, musik, füllgrad – passte alles. gut, es war absehbar, dass letzteres nach 22 uhr auf dem mdf unangenehm werden könnte, aber mein training zum wieder reinkommen hatte ich laut smarter helferlein zu dem zeitpunkt wohl bereits erfüllt (ca. 19.000 schritte). da konnte ich leicht auf die nach zweieinhalb clubjahrzehnten liebgewonnene erfahrung verzichten, leuten den weg durch die menge zu ermöglichen oder blaue zehennägel wegen wiederholten drauflatschens zu riskieren (muss das alter sein, dass ich anderen diesen spaß lieber gönne).

musikalisch bestand gerade draußen kein zweifel dran, dass acid (schon) wieder zurück ist und das finde ich ziemlich gut so. ewa nomad hat (wenn’s eine gerade kickdrum gab) ziemlich ravig und sonst viel breakbeats gespielt. definitiv interessante auswahl, aber mixtechnisch nicht immer sicher – zumindest in den ca. 20 minuten, die ich insgesamt von ihr mitbekommen habe. wenn’s eine aufnahme gibt, überzeuge ich mich gerne vom rest.
diamin hat mich draußen gleich von beginn an gehabt, wahnsinnig gut. konsequent mit vinyl, richtig guter aufbau, genau so fordernd, wie es zum slot passte, klasse auswahl (ich kannte nichts – eine alte raygun hat sie als vorletzten track gespielt, von dem ich im nachhinein nicht verifizieren kann, welcher das ist). in ebay-sprech: gerne wieder! (ich hab ein aufnahmegerät am mixer gesehen. wenn das mitlief und veröffentlicht werden darf, lasst es mich bitte wissen.)
amperia knüpfte dort fordernder an, und die atb-nummer (siehe unten) kam als kontrast zu den tracks mit einer gewissen grundhärte schon ziemlich gut.
rooja drinnen von trippig zu trocken-perkussiv. steffen bennemann draußen erst recht zum schluss ziemlich hittig, aber da bekam ich nur den anfang und die letzte stunde mit, die leider ziemlich leise war, wofür aber sowohl er als auch das :// aus wohlbekannten gründen nichts können. an dem dazwischen scheiden sich wohl die geister. die trackauswahl steht unten, um den textfluss hier nicht zu stören.
karapapak fand ich schön divers. das einzige haar in der suppe (und das bitte nicht als aussage der style-polizei auffassen, der sowas auf dem mdf nicht passt) war für mich die disco-nummer irgendwann gegen 23 uhr. fand ich im kontext des restlichen sets schräg, schmälert aber den wirklich guten gesamteindruck nicht.

trackauswahl

steffen bennemann
scion – emerge (wie bereits erwähnt)
aril brikha – on & on
johannes heil – paranoid dancer (im original, nicht der dj-hell-remix. den spielt irakli gerne mal.)
vice – spectrum
dj rush – freaks on hubbard (dave clarke remix)
green velvet – flash (vorletzter track)

karapapak
dj hmc – cum on
emmanuel top – tone
bruce – i’m alright mate
untold – motion the dance
digital express – the club
green velvet – destination unknown (nach besagt-beklagter disco-nummer)