[berlin / 02.11.2019] berghain: klubnacht

voraussichtlich der erste von zwei november-terminen. mir fehlt in meiner 22-jährigen club-karriere aber tatsächlich noch chris liebing auf der liste derjenigen, die ich gesehen haben wollte. mit steve bicknell solo hat es bislang auch nicht geklappt, da kommen rolando und herr vynehall obendrauf noch sehr gelegen.

klubnacht

berghain
00h00 barker
04h00 karenn live
05h30 ben sims
08h30 steve bicknell
12h30 stefan goldmann
16h30 azf
19h30 rolando
22h30 chris liebing
02h30 ben klock

panorama bar
00h00 jonny rock
04h00 oceanic
08h00 orpheu the wizard
12h00 leon vynehall
15h00 david elimelech
19h00 virginia
23h00 heidi lawden
02h00 avalon emerson

eintritt
18 euro
5 euro bei wiedereintritt

nachbetrachtung
rein / raus: 11 uhr / 1 uhr und alles in allem grundsolider durchschnitt.

steve bicknell wirkte auf mich irgendwie unmotiviert. meistens sicherheitsübergänge über acht takte. hat aber die leute mit hits wie „mixtion“ von uvb oder „french kiss“ gut bei laune gehalten. sonst fielen „re-20 (bas mooy rework)“ (original von marla singer) oder „drome“ von kusp positiv auf.

leon vynehall hatte harte konkurrenz mit stefan goldmann gleichzeitig unten. er bleibt mit seiner mutigen und vielfältigen auswahl dennoch mein favorit des sonntags.
letztgenannter kam einer etage tiefer meiner vorstellung eines musikalisch entspannten, dennoch anspruchsvollen sonntagnachmittags ziemlich entgegen. brach zwar kaum aus dem kontext der 4/4-kick aus (und bei den für mich interessanten tracks bemühte ich shazam zumeist vergebens), aber spielte nicht zu fordernd für den nachmittag und setzte einzelne akzente mit härteren tracks. darunter „whip it good“, was für meine begriffe einer der besten tracks von planetary assault systems seit langer zeit ist (der im weiteren verlauf des abends noch bei rolando und herrn liebing lief – nicht, dass sich hier ein hit herauskristallisiert). sonst noch erkannt: „dystopian lotus“ von sp-x. kann gerne wiederkommen, wenn es nach mir ginge.

david elimelech: letztes jahr mal im block in tel aviv mit bereits guter auswahl, aber im set etwas zerfahren. war dieses mal schlüssiger, eher auf oldschool-ästhetik bedacht. darunter „r-theme“ von derrick may oder „give me the“ von paranoid london.

azf ist meine heimliche favoritin unten, hat den beiden herren nach ihr für meine begriffe etwas die show gestohlen. musikalisch absolut keine neuerfindung des rades, vielmehr schnurstracks geradeaus bzw. kompromisslos bretternd. klar muss mensch für sowas in der laune sein, aber sie lag mit ihrer linie goldrichtig, an der resonanz des publikums gemessen. wäre für mich durchaus ein grund, gezielt wegen ihr hinzugehen.
rolando zuverlässig funky wie eh und je. war nach der breitseite von azf auch ok, die stimmung erstmal wieder etwas abzukühlen, hätte sich aber auch trauen können, in der zweiten hälfte einen gang zuzulegen. mag aber auch meine laune gewesen sein.
virginia bekam ich oben nur punktuell mit – solide. „panciuss“ von allen & filix aufgeschnappt.

chris liebing: nun ja, immerhin kann ich jetzt einen haken dahinter machen, ihn mal gesehen zu haben. vom hocker gerissen hat es mich aber absolut nicht. ich gönne ihm ja die seit jahrzehnten konstante beliebtheit, aber inhaltlich war das für mich so statisch, dass mein interesse an den einzelnen tracks ziemlich schnell erloschen ist, weil alles so austauschbar war.

füllgrad ab 17/18 uhr schon auf klassischem sonntagsniveau, es spielte also auch noch mit herein, dass eher die ränder der tanzfläche für mich angenehm waren anstatt die mitte.

positiv aufgefallen:

  • keine*r der djs unten wollte die beleuchtung durch die roten lichter oberhalb des pultes eingeschaltet haben. so waren die nur beim ende von rolandos set aktiv, als der technik-fuhrpark von herrn liebing verkabelt werden musste.
  • die kleine abstellfläche auf schulterhöhe an der fensterfront bei der berghain-bar hat nun eine begrenzung am vorderen ende. keine ahnung, ob mir das erst zu dem zeitpunkt aufgefallen ist oder es da relativ frisch war. wie auch immer: als es die noch nicht gab, fielen gerne mal flaschen herunter, aber das ist damit passé.


trackauswahl:
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[berlin / 18.10.2019] berghain: pan x mannequin

scheint sich in den letzten jahren auch zu einer art pflichttermin zu entwickeln. dieses mal zwar mit weniger live-acts, aber dennoch ist der anteil an für mich unbekannten protagonisten (unten) grund genug, dass ich zeitig hingehen sollte.

berghain: pan
00h00 crystalmess b2b toxe
01h30 slikback
03h00 pelada live
04h00 tzusing
05h30 amnesia scanner b2b bill kouligas
07h00 objekt

panorama bar: mannequin
00h00 jasss
03h00 legowelt presents gladio live
04h00 identified patient
06h00 alessandro adriana b2b phase fatale

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
es begann als odyssee, einen cash-group-geldautomaten in berghain-nähe ausfindig zu machen. den der commerzbank am ostbahnhof gibt es noch (mittlerweile sogar mit straßenzugang), aber dessen tür war verschlossen und ließ sich mit meiner karte nicht zur mitarbeit überreden. musste da also kapitulieren und bin mit restgeld die altbekannte route am bahnhof und hellweg sowie der bis zum imbiss reichenden schlange vorbei, so dass ich erst um 2:30 uhr im club stand.

dem leicht holprigen start zum trotz: musikalisch landete der abend locker in meiner top 3 der berghain-saison 2019. keinerlei ausreißer nach unten, wenigstens gut (pelada), meistens außergewöhnlich. für legowelts verspielt-verträumtere tracks muss ich in der stimmung sein, er hat es bei mir leichter, wenn er – wie dieses mal – rauher spielt.
identified patient mit viel electro sowie kleinem drum&bass-ausflug, tzusing mit viel uk-einschlag und etwas techno zwischendrin. amnesia scanner und herr kouligas spielten zunächst samstags-kompatibel, wurden dann aber merklich ravig (im positiven sinne).

bei objekt bemühe ich mich gar nicht erst um neutralität: wieder mal heißer kandidat für das set des jahres. begann mit techno, war aber nach einer dreiviertelstunde bei hardcore angekommen, wo shazam regelmäßig versagt hat. sollte jemand vor ort gewesen sein, der*die tracks aus dem stegreif weiß, bitte kommentieren oder eine mail schicken (tippe u.a. auf drop bass network, aber hab deren diskographie nicht mal ansatzweise durchgearbeitet). dann über halftime und polyrhythmie zurück zu electro, womit er das kunststück vollbracht hat, den floor ab kurz vor 9 uhr bei hellem, das ende andeutendem licht nochmal zu füllen, so dass erst um 9:30 uhr schluss war. einfach ein wahn-sinns-set, mal wieder.

notierte, zum absoluten großteil durch shazam herausgefundene tracks:
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[berlin / 02.10.2019] lab.oratory: revolting

es ist wieder soweit: nach dem abend vor himmelfahrt ist der vor dem jahrestag der nationalen einheit der weitere, an dem jegliche geschlechter und dazugehörige orientierungen in die räumlichkeiten dürfen. aktueller plan: früh den wecker stellen, evtl. schon zu rex the dog hin, dann nachmittags besorgte bürger mit hang zu faschistoiden parolen blockieren.

revolting
00h00 juan maclean
03h00 rex the dog live
04h00 justin strauss
07h00 nd_baumecker

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
(am 14. januar 2020)

war erst ab 3 uhr da und hab gegen 12:30 uhr die segel gestrichen. da war auf der tanzfläche noch einiges los und nd in seinem element (tracks mit vocals oder hits mit einem hang zum kitsch zu spielen, was sich vermeintlich despektierlich liest, aber erstens für ihn nichts neues ist und zweitens super zu ihm und dem ort passt). das mit dem besuch der gegendemo hat jedoch nicht geklappt. ich hatte meine kondition überschätzt und das grau-regnerische wetter tat sein übriges, leider.

rex the dog war mit einem imposanten fuhrpark angereist, der auch ein ordentliches modularsystem beinhaltete. verlor sich aber glücklicherweise nicht in soundtüfteleien, sondern brachte ein sehr tanzbares live-set zustande, das seinen alten kompakt-sachen in nichts nachstand.
justin strauss genauso wie nd mit einem schön diversen set, spielten beide querbeet zwischen acid, house, pop und vocals – und das ist eine mischung wie für die katakomben gemacht.

notierte tracks (°: shazam)

justin strauss:
random xs – give your body (das delsin dankenswerterweise wiederveröffentlicht hat)
hercules & love affair – controller (mike simonetti remix)°
off sides – ayahuasca (rodrigo vega remix)°
josh caffé – darkroom lover°

nd_baumecker:
de sluwe vos – alphaeus°
klf – what time is love
jaco – show some love (rhythm invention remix) (direkt danach)°
cevin fisher – the way we used to (the hard mix)°
kerri chandler – atmosphere°
lykke li – i follow rivers
the shamen – phorever people
outlander – vamp
everything but the girl – missing (todd terry lite mix)°
meat beat manifesto – helter skelter°
snap – rhythm is a dancer (direkt danach)
cher – believe (direkt danach – eine version ohne beats, aber mit dem rest der instrumente und ihren vocals)

[berlin / 07.09.2018] berghain: klubnacht

das wird der september-termin, an dem von sonntagmorgen bis spätabends ziemlich viel stimmt. rok habe ich vor mehr als zehn jahren das letzte mal gesehen und wenn er die damalige form zeigt, sollte das an ort und stelle ganz gut passen.

berghain
00h00 marcel dettmann
04h00 anthony rother live
05h00 erika
08h00 batu
11h00 dj stingray
14h00 damon wild
17h00 rok
20h00 veronica vasicka
00h00 somewhen

panorama bar
00h00 woody
04h00 beroshima
07h00 blake baxter
09h00 adiel
13h00 marcel dettmann
17h00 josh cheon
21h00 lil’ louis
01h00 ryan elliott

eintritt
18 euro

nachbetrachtung

entsteht am 24. januar 2024 und wird aus fragmenten von notizen auf dem telefon, einzelnen meiner restrealitaets-kommentare und der shazam-historie zusammengesetzt.

batu war richtig gut zum ankommen und hat bei all der stilvielfalt nie den roten faden verloren. dj stingray gab in der zweiten hälfte ordentlich tempo (seinerzeit war alles über 140 bpm noch eine ziemliche seltenheit), marcel dettmann habe ich gegenüber damon wild den vorzug gegeben.
rok spielte mit traktor. war am ende ein start-ziel-sieg, weil dann auch einige veteran*innen am start waren. fragte mich beim thomas-schumacher-remix von cherry moon trax – the house of house jedoch schon, ob er sowas seinerzeit als hardwax-verkäufer überhaupt mit der kneifzange angefasst hätte. nichtsdestotrotz eine sehr gute besetzung für ort und uhrzeit.
lil‘ louis hatte in der panorama bar als andere legende schon einen schwereren stand und zwischenzeitlich die tanzfläche halb leergespielt. hab ein bisschen was aus seinem set wiedererkannt, das ich jahre zuvor im trouw von ihm gehört habe. konnte auch durchaus ins technoide gehen. im vergleich dazu hatte veronica vasicka das berghain wiederum fest im griff – da bin ich gerne bis zum schluss geblieben. ryan elliott bekommt extrapunkte dafür, sein set mit jungle der marke shed / hoover eröffnet zu haben.

trackbeispiele (*: shazam)

batu
burden & dtkn – phi 2.5 (stanislav tolkachev remix)*
stanislav tolkachev – perforated spoon*
dj lag & unticipated soundz – amanikiniki*
addison groove – allaby
peter van hoesen – force withdrawn*
fiedel – doors to manual
surgeon – particle
neila – kevin klein (stanislav tolkachev remix)*
wheez-ie – that uh track*

dj stingray
illektrolab – heavy hitter*
manasyt – mobile pharmacy*
reptant – the raid*
bintus – advanced fuel*
ontal – solidification*
chaos – afrogermanic
anthony rother – simulationszeitalter (direkt danach)
drexciya – aquabahn
dax j – escape the system*
p.e.a.r.l. – moral standards*
zeta reticula – extrapolate*
dj shortstop – just jit*
von floyd – geiger counter*
cem3340 – 007013200 (feat. carot-7b)*
dj assault – s-n-d 2
professor x – professor x (saga)
underground resistance – the final frontier

marcel dettmann
the bucketheads – the bomb
the hacker – body electric*
hell – jack the house*
floorplan – funky souls
dj funk – run (uk extended mix)
the immortals – the ultimate warlord (remix)*

josh cheon
green velvet – answering machine (prok|fitch remix)*
fade – separation (live demo mix 1993)*

damon wild
the advent – it one jah (surgeon remix)

rok
laurent garnier – boom (traumer remix)*
ben sims – i wanna go back (feat. blake baxter)*
cherrymoon trax – the house of house (thomas schumacher remix)*

veronica vasicka
phuture – acid tracks
dhs – the house of god (surgeon remix)
dj sneak – operation sneak
blawan – talatone
liaisons dangereuses – los niños del parque

lil‘ louis
kenlou – the bounce*
robert hood – untitled scetch

ryan elliott
hoover1 – hoover1-3a

[berlin / 09.08.2019] berghain: ostgut ton nacht

ich mache das wie letztes jahr: anderen den spaß oder stress am sonntag überlassen und mich auf herausfordernde musik auf beiden floors freuen.

berghain
00h00 afrodeutsche
02h30 shed live
03h30 mark
05h30 martyn

panorama bar
00h00 mmm
03h00 atom tm & tobias. live
07h00 barker b2b special request

eintritt
16 euro

nachbetrachtung

erfolgt am 13. märz 2025, wonach die detailverliebtheit zu wünschen übrig lässt. daher springen mein eintrag in der restrealitaet sowie shazam in die bresche.

wie erhofft / erwartet: eine total entspannte eröffnung des wochenendes, die zudem musikalisch wenig wünsche meinerseits offen ließ. keine schlange, drinnen angenehm gefüllt. afrodeutsche mit viel electro, shed nicht mit dem gleichen set wie eine woche zuvor auf der nachtdigital, atom tm & tobias. haben ähnlich technoid gespielt wie mark eine etage tiefer. der fing eine viertelstunde vor ende seines slots mit drum&bass an und martyn nahm das nicht nur auf, sondern blieb auch bis zum ende (kurz nach 7) dabei.

notierte tracks

afrodeutsche
dopplereffekt – cellular phone
deep dimension – so 1992 (radio slave & p. leone remix)
claro intelecto – tone
special request – adel crag microdot
tv.out – user3328
curve – falling free (aphex twin remix)
dopplereffekt – speak & spell
dj seduction – drop the bass (lockah dj bootleg)

mark
databass vs. koma & bones – fade in ‚the program‘ (koma & bones mix)
ibunshi – darkfall
paradox – ghost notes

martyn
dillinja – acid roller
spirit – moving target (juju remix)
ed rush – subway
digital & spirit – phantom force (facture’s astrophonica edit)
loxy & ink- quasimodo
ed rush & fierce – locust

barker b2b special request
sanso – e-motion

[berlin / 15.06.2019] berghain: klubnacht

das wird der juni-termin. der juli ist aller voraussicht nach dem csd vorbehalten. in anbetracht des restpensums an diesem wochenende werde ich so gegen sonntagvormittag erscheinen, aber dafür länger bleiben können.

berghain
00h00 norman nodge
04h00 voiski live
05h30 efdemin
09h30 pangaea
14h00 peter van hoesen & atom tm present sync.
18h30 courtesy
22h30 nina kraviz
02h30 marcel dettmann

panorama bar
00h00 virginia
04h00 cormac
08h00 kosme
13h00 pause
19h00 roi perez
00h00 muallem

garten
12h00 justin van der volgen
16h00 gerd janson

eintritt
18 euro

nachbetrachtung
klappt ja doch noch mit techno und meiner wenigkeit. war zwar leider erst gegen 13:30 uhr da (und konnte damit immerhin noch den guten rest von pangaea mitnehmen, der eine viertelstunde länger spielte, weil seine beiden nachfolger noch zeit zum einrichten brauchten), aber in den 16 darauf folgenden stunden zwei im garten, nicht mal eine in der panorama bar (insofern kein wort zu den dortigen djs), allerdings auch geraume zeit in der säule, wo man aber das geschehen im berghain sehr gut mitbekommt.
fülle und schlange bis zu ninas set nur moderat, was am parallelen whole-festival in gräfenhainichen gelegen haben dürfte. selbst kurz vor ihrem set-beginn reichte die stempel/gästelistenschlange bis zur ecke mit den toiletten und die normale schlange bis zum beginn der gitter. allerdings: es waren seit dem mittag / nachmittag einige geblieben, so dass das bis mitternacht nicht wirklich angenehm war. bei den letzten malen schon gelernt: vor den darkrooms links ist irgendwie immer platz. da komme ich bei kompletter fülle auch besser hin als zu meinem sonstigen stammplatz zwischen den beiden rechten boxentürmen. wird die nächsten male noch weiter getestet.

zur musik:

pangaea in der halben bis dreiviertelstunde sehr technoid. dabei mit aktuellen sachen, die mich jedoch ein paar mal zu shazam greifen ließen:
jerome sydenham & fatima njai – the red dragon
slam – stepback im oscar mulero remix, der das original zwar nicht in den schatten stellt, aber mir neben seinem sehr guten „perfect peace“-album letztes jahr vor augen führt, wie ich ihn als produzent unterschätzt habe.

bei sync. (ich bleibe der einfachheit halber dabei) dann meine skepsis: kann das mit einem vier-stunden-live-act was werden, wenn dem publikum keine bekannten schnipsel oder tracks vorgespielt werden, um sie bei laune zu halten?
zu meiner beruhigung: war nicht nötig. es schien anhand der live-bildschirme bei beiden zwar so, dass sie auch komplette tracks ins set eingewoben haben. aber erkannt habe ich davon nichts. klar war das set auch keine neuerfindung des rades, aber dafür ein sehr gutes beispiel für ab- und aufbau von dynamik. tat der stimmung jedenfalls keinen abbruch.

ich war zwischendurch aber trotzdem mal draußen, wo justin van der volgen u.a. italo-/disco spielte. bei gerd janson ist mir „acperience 1“ von hardfloor in erinnerung, wobei sich der rest des sets eher im (vocal-)house-bereich abspielte. dennoch der erwartet sichere treffer im garten.

bei courtesy (soviel sei vorweggenommen) gab es das rave-inferno. für techno-puristen eher nichts, weil sie keine scheu hat, trance und acid von mitte der 1990er neben neuartigen tracks beider genres und wiederum amtlichen techno-nummern zu verweben. aber das gibt dem ganzen neben der art, wie sie das alles präsentiert, eine lockere naivität zurück, die gerade im berghain so manchen abgeht.
auswahl:
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danach nina kraviz, die in ihren vier stunden für mich wesentlich schlüssiger / kohärenter spielte als beim letzten mal an ort und stelle. hat in ihren vier stunden neben ihrem dance mania-katalog jedenfalls gezeigt, dass sie eine weit gefächerte techno-sozialisierung mitbringt und den club gerade in ihrer letzten stunde nach allen regeln der kunst zerlegt.
auswahl:
zeigen
sie hat dann dankenswerterweise noch einen ambient-track als outro gespielt, der quasi als reset diente, bevor marcel sein set aufbauen konnte.

das machte er auch mit gewohnter klasse. als überehrgeiziges ziel hatte ich mir vorgenommen, bis zum ende zu bleiben, wobei die zugfahrt nach prag über allem stand und die kondition um 5 uhr früh mir deutlich zu verstehen gab, dass es jetzt langt. nichtsdestoweniger auch er mit geschichtsbewusster trackauswahl, u.a.:
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doch, ein überdurchschnittlich guter berghain-sonntag. da war ich mir am späten nachmittag bei sync. sicher, aber das hat sich mit fortschreitender stunde umso mehr verfestigt.

[berlin / 29.05.2019] lab.oratory: revolting

wie jedes jahr vor himmelfahrt lädt die heimlich bessere panorama bar auch damen, heteros und jede*n, der*die*das sich irgendwo zwischen lgbtq verortet, in die räumlichkeiten ein.

revolting
00h00 nd_baumecker
03h00 the emperor machine live
04h00 mystery affair
07h00 cormac

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
(am 25. januar 2020)

im gegensatz zum letzten jahr war der außenbereich nicht offen, aber dafür war’s auch etwas zu frisch. die säule hat das alles gut abgefedert.

nd in seiner letzten stunde (war erst ab 2 da und bekam nicht mehr mit) düsterer als gewohnt. die weiteren nach ihm orientierten sich an der rezeptur, die an ort und stelle erfolgreich erprobt ist: acid house, disco, house mit viel synth-einsatz. dabei hat mir insbesondere cormac bestätigt, warum er für die panorama bar mittlerweile eine feste größe ist – unter anderem mit dem seinerzeit frisch erschienenen „(vi-vi) vicious games“ von paranoid london.

insgesamt auch mehr licht als zu silvester mit zwei led-strobos an den seiten, allerdings war es meinem eindruck nach zu himmelfahrt 2018 etwas ausgelassener. ist allerdings auch jammern auf echt hohem niveau.

[berlin / 11.05.2019] berghain: klubnacht

aufmerksame leser*innen haben sicher bemerkt, dass der april-eintrag fehlt und können damit annehmen, dass ich den gesamten monat über nicht da war. stimmt auch nur fast – anfang april gab es eine gemeinsame hörprobe für das (sehr gute) neue sunn o)))-album in der säule, aber das war mir keinen eigenen eintrag wert.
nun also wieder richtig nach gut zwei monaten. plan: anfang bis wenigstens shackleton. herrn kerridge werde ich leider sehr wahrscheinlich verpassen und mich abends in der panorama bar von mir bisher unbekannten namen (ausgenommen roi perez, aber zu der zeit wäre ich schon gerne zuhause) überraschen lassen.

berghain
00h00 don williams
04h00 shackleton live
05h15 blawan
09h00 samuel kerridge
13h00 rrose
17h00 len faki
21h00 etapp kyle
01h00 oliver deutschmann

panorama bar
00h00 sybil jason
04h00 zombies in miami live
05h00 omer
09h00 or:la
13h00 radio slave
16h00 kevin saunderson
19h00 urulu
22h00 chida
02h00 roi perez

eintritt
18 euro

nachbetrachtung
zwei schichten: 1 bis 8 und 20 bis 1 uhr. war beide male besuchertechnisch auch ziemlich entspannt, was insbesondere sonntagabend keine selbstverständlichkeit ist. das ganze kombiniert mit musikalischen qualitätsgaranten (don williams, shackleton) sowie überraschungen (etapp kyle) ließ die klubnacht aus meinem „soliden berghain-durchschnitt“ definitiv hervorstechen.

bei der ersten schicht bekam ich oben nicht so viel mit: sybil jason sehr fahrig, was wahrscheinlich der nervosität geschuldet war. u.a. neuen track reinmixen und erst dann pitchen, noch dazu um 2 uhr technoider als mr. mojuba unten („the storm“ von dave clarke bspw.). bei omer war es halbvoll, als ich ging.
don williams für mich klar nach punkten vorn, der als wunderbare überleitung den t++-remix von shackletons „death is not final“ spielte, was dem touri-publikum rhythmisch zum teil zu komplex war.
shackleton folgt dicht dahinter, war hypnotisch-mystisch wie immer, allerdings geradliniger als gewohnt und löste seine tracks in sich soweit auf, dass zumindest ich nur „asha in the tabernacle“ erkannt habe. kam aber nicht an den monolith von einem set vor vier jahren heran.

in der zweiten schicht hat sich etapp kyle bei mir mal eben nachdrücklich für erneute besuche empfohlen. bislang lief er für mich eher so am rande mit, aber das war wirklich große klasse, wie er zwischen 4/4-kick und electro bzw. sogar dubstep-artigen tracks hin und her sprang. shazam hat mir bei ihm auch verdeutlicht, dass ich reeko wirklich unterschätzt habe, und einen ausflug nach detroit gab es mit „human nt“ von random noise generation auch noch. hab ihn jedenfalls gegenüber chida vorgezogen, der eine etage weiter oben einen kontrast zum sonstigen sonntagabendprogramm geboten hat. heißt: anfangs unter 120 bpm und auch sonst nicht mit blick auf erfüllung der erwartungen nach bedingungsloser abfahrt gespielt. dafür deep(housig) und auch mit ausflügen nach uk, wovon „analogue bubblebath“ von afx hervorstach. fand ich angenehm anders, so wie es ohnehin für mich etwas überraschend kam, dass es auch abends draußen keine schlange gab und man drinnen selbst im berghain ohne wirkliches gedrängel platz zum tanzen hatte.
dort bot oliver deutschmann solide funktionalität, nicht mehr und nicht weniger.

notierte tracks (°: shazam)
don williams:
sonate – living on a star°
vril – omniverse
love inc – r.e.s.p.e.c.t.
trus’me – somebody° (nicht zum ersten mal in shazam identifiziert)
roberto & jamie anderson feat. robert owens – broken (instrumental)°
shackleton – death is not final (t++ remix)

sybil jason:
mikeq & dj sliink feat. miss jay – the bitch°
polarius – choochoo track°
dave clarke – the storm

etapp kyle:
surgeon – transparent radiation
reeko – the gravedigger and his bitch°
reeko – the funeral°
random noise generation – human nt
skee mask – cylo

chida:
afx – analogue bubblebath

[berlin / 14.03.2019] säule: säule xxv

ich bin bei diesen namen und der aussicht auf den komprimierteren rahmen der säule doch nochmal schwach geworden

ablauf
22h00 gian
00h00 traxman
02h00 christopher joseph (der für den krankheitsbedingt fehlenden textasy einspringt)

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
schön unaufgeregte angelegenheit, das alles. hingehen, nirgends warten, sich ungestört bewegen können, dabei den jährlichen status in puncto footwork / ghettotech / booty (oder wie auch immer das mittlerweile genannt wird) mitbekommen und dabei feststellen, dass da alles beim alten ist. nichtsdestotrotz war diese leichtigkeit, mit der traxman die tricks aus dem arm schüttelte, beneidenswert. spielte mit serato und benötigte nur einen technics, was der trainierten seite entgegenkam.
gians warm-up mit schön kuratiertem und präsentiertem electro sollte auch lobend erwähnt werden, christopher joseph war in meinen ohren ziemlicher standard-techno, wobei „infra red spectrum“ von suburban knight positiv herausstach. führte andererseits auch dazu, dass ich relativ zeitig wieder daheim war.

notierte tracks:
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[berlin / 07.03.2019] halle am berghain: modeselektor live tour 2019

zwar hat mich „who else?“ noch nicht gänzlich überzeugt, was aber vielleicht an meinem überzogenen anspruch liegt. von der spiellänge sind manche eps genauso lang. „who“ ist jedoch richtig gut, und alleine aus gründen der kompletten discographie und unterstützung für die beiden mit dem herz am richtigen fleck wird das noch in meiner sammlung landen.
das konzert ist eigentlich ausverkauft, es gab aber montag nochmal ein restkontingent. man kann sein glück auch noch über ticketswap probieren, aber zahlt dann bitte nicht mehr als 35 euro.

support
catnapp
pfadfinderei visuals

start
18 uhr

nachbetrachtung
war gegen 18h30 da, der eingang war an der seite des bierhofs, wie auch bei den ausstellungen in der halle. die bar, die man von neujahr kennt, ist geblieben, aber zwei treppen nach oben, was das ganze gut entzerrt. die garderobe rechts vom eingang ist ok, wenn die leute immer schubweise ankommen. nach konzertende staut es sich da etwas. da ich mir etwas zeit ließ, ging das aber noch.
interessant auch: die berghain-toiletten waren geöffnet, nicht die vom lab. so gab es mal eine andere perspektive auf den club: der weg zur tanzfläche abgesperrt, man musste über die von den scannern im hellen weiß angestrahlte brücke. und leise war’s.

es hat sich ansonsten positiv bemerkbar gemacht, dass das konzert alles andere als überfüllt war. keine ahnung, ob viele ihr ticket haben verfallen lassen, restkontingent gab es jedenfalls schon später am montag nicht mehr. was ich für eher wahrscheinlich halte: lieber weniger tickets in den vorverkauf geben und den leuten somit eine angenehme erfahrung bereiten. das führte zu einem sehr gut besuchten konzert, bei dem es sich beim haupt-act aber immer noch vorzüglich tanzen ließ.

aber erstmal catnapp, die sich mit ihrem warm-up für weitere besuche empfohlen hat und (auch wenn der vergleich vorne und hinten hinkt) eine wesentlich bessere figur als og keemo bei dendemann eine woche zuvor. mag aber auch an den gehaltvolleren texten gelegen haben.

als zwischenprogramm lief die „tri repetae“ von autechre, was einmal mehr unterstrich, dass die beiden herren aus dem berliner umland in den vergangenen fast 30 jahren eine mehr als ordentliche grundausbildung in elektronischer musik genossen haben.
sie ließen auch sonst nichts anbrennen, spielten (sofern ich mich nicht irre) das gesamte neue album, hits wie „evil twin“ nur an oder gar nicht („kill bill“), dafür andere („the black block“) oder unerwartetes („blue clouds“) komplett. ungewöhnlich wenig interaktion mit dem publikum, und wenn, dann war es szary, der das publikum mit minimalgesten animierte.
berührender moment das „no good“-intermezzo mit „thank you keith flint“-projektion, wobei auch erneut die pfadfinderei für die gesamtleistung gelobt werden muss.

zwei zugaben gab es, mit „hasir“ zum schluss nach brutto gut 100 minuten, netto waren’s um die 90. zwar wollte das publikum mehr, aber als billie holiday über die (übrigens überraschend gut auf die räumlichen verhältnisse eingestellte) anlage erklang, war klar, dass hier nichts weiter passiert.
ein definitiv mehr als nur solides heimspiel. und das neue album machte live um einiges mehr spaß als beim fragmentarischen hören über kopfhörer