[berlin / 19.08.2022] berghain: reef

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

reef

berghain
00h00 shannen sp
02h00 badsista
04h00 skee mask
06h00 esposito

panorama bar
22h00 darwin
02h00 dj voices
04h00 invt live
05h30 yung singh
07h30 elissa suckdog b2b enchanted rhythms b2b dan beaven

nachbetrachtung

war aus gründen (famoses deichkind-konzert in der wuhlheide vorher plus nachbesprechung) recht spät dran. randfrage: wenn mensch als mitglied einer bank der cash group im umfeld des ostbahnhofes gegen 2 uhr nachts geld abheben möchte, sieht’s ziemlich mau aus, oder? die tür zu den automaten der commerzbank in der koppenstraße blieb jedenfalls so konsequent zu wie die vom berghain bei der gästeauswahl.
und damit zurück zum thema: beim anblick beider schlangen staunte ich nicht schlecht bzw. befürchtete eine neuauflage des sonntags zuvor mit allgemeiner überforderung durch dichte an menschen allerorten. die normale schlange bis zum kiosk, die für bändchen / gästeliste / stammpublikum bis zum garten, beides nicht locker stehend.

drinnen dann jedoch das, was ich mir irgendwie erhofft hatte, an die samstage der anfangsjahre erinnerte und dankenswerterweise auch die gesamte zeit über so blieb: eine angenehme fülle. jederzeit war’s ohne probleme (also ohne durchschlängeln bis an den rand der tanzfläche) möglich, zwischen beiden etagen zu wechseln. und die klosituation dürfte auch für die damen angenehm genug gewesen sein. schlangen gab’s auch dort keine nennenswerten.

also um 3 uhr drinnen, shannen sp und darwin damit verpasst. dj voices viel eher mein fall als badsista. letztere spielte dann doch recht gefällig-geradlinig, während sich dj voices mehr traute (als einziges beispiel: phillip jondo feat. dj plead – whowhuwho im moa pillar remix).
skee mask für seine verhältnisse auch erstaunlich technoid. ohne krasse temposprünge und irgendwo zwischen 130 und 140 verortet (nicht getappt). mag manche erwartungen nicht ganz erfüllt haben, ist aber bei einer setlänge von zwei stunden ziemlich verständlich – zumal er in den zwei stunden eine vielseitigkeit untergebracht hat, wie ich sie mir von den sonntagen erhoffe. also die gerade kickdrum als grundlage, von der mit electro oder grime gerne mal abgewichen werden kann. geschmackssicher so oder so. bitte mal wieder die ilian-crew für einen sonntag einladen und ihn sich über vier stunden austoben lassen.
esposito gehört die krone für das beste intro und outro. er hat jedenfalls mit kendrick lamar zum schluss für mich einen dieser momente geschaffen, die den club nach all den jahren immer noch für mich attraktiv wirken lässt. es war auch gegen 7 uhr soweit, dass sowohl unten als auch oben zeitgleich drum&bass lief. von yung singh hätte ich sowieso gerne noch mehr mitgenommen. aber da die funktion one unten schon mal mit den basslines gefordert wurde, wollte ich das nicht versäumen.
das dreier-b2b war zumindest bis 9 (ab dann konnte ich nicht mehr) astreiner house, der auch dem sonntags-stammpublikum gefallen hätte bzw. diejenigen mit dem abend versöhnt haben könnte, die sich bis dahin was anderes erhofft und bis zum schluss durchgehalten haben.

die nächste und letzte ausgabe der reef für 2022 ist am 4. november, den ich mir jetzt schon mal freihalte (bei mir läuft’s ja jetzt schon auf ein zur sub:stance vergleichbares abo hinaus). der andrang gibt dem konzept ohnehin bereits recht. nachdem ich am sonntag zuvor noch meine allgemeine überforderung mit den menschenmassen zum abend selbstdiagnostiziert und den entspannteren vergangenen zeiten hinterhergetrauert hatte, spielte der freitag die liebgewonnenen qualitäten des ladens wieder aus: mut zur experimentierfreude mit dankbarem publikum, bei dem es weniger die masse, sondern vielmehr das interesse an abseitigem macht. einzige nebenwirkung: es bringt den biorhythmus durcheinander. aber das geht alle paar monate schon gut klar – und erst recht, wenn ich dabei erschöpft durch die kondition, aber mit einer menge musikalischem erkenntniszuwachs den club verlasse.

trackauswahl (*: shazam)

dj voices
phillip jondo feat. dj plead – whowhuwho (moa pillar remix)*

skee mask
x-101 – sonic destroyer
scion – emerge
dj pete – latifah (keine ahnung, welche der drei versionen)
313 bass mechanics – dress to sweat*
fonzo & riko dan – bushmaster (east man remix)*
game boy – playground*

esposito
das intro: source direct – call & response
loxy & resound – psyche*
breakage – tape bubbler spesh*
fixate – n2o*
fracture & sam binga – gripping grain*
coco bryce – cloud busting*
und bereits besagtes outro: kendrick lamar – count me out

[berlin / 13.08.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 so
04h00 barker live
05h00 luke slater
09h00 beste hira
13h00 nur jaber
17h00 françois x
21h00 rolando
01h00 vincent neumann

panorama bar
00h00 nd_baumecker
04h00 alex kassian
08h00 joe delon
—
20h00 roman flügel
00h00 sedef adasi

garten
12h00 steffi
16h00 virginia

nachbetrachtung

tl;dr: guter sonntag, mit der erkenntnis zwei, drei tage später, dass reizüberflutung wirklich ein thema bei mir zu sein scheint. steffi einfach eine bank. virginia, sedef adasi, rolando, roman flügel mindestens sehr gut. beste hira bitte nochmal einladen, muss ich unbedingt mal länger hören. nur jaber sowie françois x mittelmaß.

sonntagabend hatte ich jedenfalls wenig zu meckern, wobei ich’s erst gegen ende von roman flügel hochgeschafft habe. war aber das gewohnte bild: es lief einfach wie von selbst bzw. herr flügel hat sich das publikum so zurechtgelegt. shazam hat beim letzten track leider nichts erreichen können, aber das klang wie eine „easy lee“-coverversion. sollte das irgendwann mal erscheinen, bitte bescheid geben (und nein, der cassy-remix war’s nicht). kurz vorher jedenfalls „too late now (soulwax remix)“ von wet leg. also ziemlich fordernd.
sedef adasi nur zeitweise mitbekommen, aber nachdem mein eindruck von pfingsten im berghain so lala und auf der nation solide zackiger techhouse war, spielte sie in der panorama bar recht ähnlich – also zackig-techhousig. aber zu der zeit und dem ort fand ich das schlüssig.

besser von anfang an: hatte es erst um 12:30 uhr hingeschafft. das hat noch für die letzte halbe stunde von beste hira gereicht, die ebenso wie marrøn regelmäßig im amsterdamer radion anzutreffen und vom stil her mit ihm vergleichbar ist. weniger schnell, aber gutes gespür für das publikum. fand sie jedenfalls interessanter als nur jaber, deren anfang recht vielversprechend wirkte, weil sie nicht direkt drauflos bretterte, sondern etwas atmosphärischer spielte, so wie damals ™ bei ihren ersten staub-gastspielen. aber wenn ich später mal vorbeischaute, war das für mich wenig weltbewegendes gebretter. teilweise schnelle überblendungen zwischen den tracks anstatt langgezogenes mixing, wobei ich nichts gesagt bzw. gemeckert haben will, wenn es irgendwelche technischen probleme gab.

mein hauptaugenmerk galt dem garten – quasi als ausgleich, wenn ich schon an einem sonnig-heißen sonntag in einen club gehe. hat meine erwartungen übererfüllt. inbesondere steffi, die einerseits detroitig-verträumt, andererseits auch astreinen acid-house als kontrast spielte und das alles richtig super ineinander verwoben hat. meine favoritin für den sonntag.
virginia war eine schöne ergänzung dazu: schnörkellos zielführender house, dabei um den einen oder anderen hit nicht verlegen (bspw. „professional widow“, im original von tori amos, geremixt von armand van helden, andererseits aber auch „plugged in“ von einem der für mich immer noch nicht genug besungenen detroiter helden: anthony shakir).

drinnen kam mir das tempo bei françois x schon jenseits der 140er-marke vor. getappt habe ich nicht, irgendwo hat das buchhalterische auch mal seine grenzen.
was ich rolando im anschluss hoch anrechne: den slot nicht dazu genutzt zu haben, gnadenlos weiterzuknüppeln. stattdessen gefühlte vollbremsung auf ca. 130 bpm, nicht unbedingt immer nur techno spielen, sondern hier und da mal den einen oder anderen house-track unterjubeln, der auf der funktion one (um mal dvs1 zu zitieren) eh wie techno klingt.
wenn die puristen meckern wollen, die auf die goldene regel pochen, nicht mehr als zwei tracks eines produzenten bzw. eines labels im set zu haben: es waren wenigstens vier tracks von robert hood dabei. gut, bei dem detroiter hintergrund auch nicht ganz überraschend.

einzig betanzt hätte ich sein set gerne etwas länger. jedoch (und als ob es der subjektivität noch nicht genug ist, kommt noch die durch aktuelle lebensumstände geprägte einfärbung hinzu) schlug zu der zeit entweder der biorhythmus oder die tatsache durch, die sich in letzter zeit (und wenn ich ehrlich bin, auch schon vor der pandemie) bereits herauskristallisiert hat: mir wurde jedenfalls am dienstag im laufe des tages deutlich, dass diese reizüberflutung nach 10+ stunden bzw. gerade am sonntagabend nicht mehr wirklich etwas für mich ist. hatte sich schon zu pfingsten gezeigt, wo ich in der halle (und ja, auch im lab) am liebsten zeit verbracht habe. aber es gibt auch andererseits wie bei beste hira mittags noch die augenblicke, wo alles stimmig ist.
mag daran liegen, dass der kopf anfangs noch frischer und sowieso in freudiger erwartung der nächsten stunden vor ort ist. es ist aber auch leichter – erst recht, wenn mensch es vor 10 uhr hingeschafft hat. der erste ansturm ist weg, langsam trudelt das stammpublikum ein und es ist allerorten noch ziemlich entspannt.
ab dem späten nachmittag wendet sich dies dann und irgendwann ist es halt ein gefühlt permanentes durchschlängeln durch den club von a nach b bzw. im schlimmsten fall platzverteidigung auf der tanzfläche. das sowie die stetig aufkommende frage nach dem schlangenstatus hat etwas davon, sich so etwas wie eine strategie zurechtzulegen: wann gehe ich am besten hin? an welcher bar geht es jetzt am schnellsten? wo sind die klos nicht gerade überfüllt? an welchem platz auf der tanzfläche werde ich am seltensten angerempelt? selbst an „nur“ gut gefüllten sonntagen wie dem jetzigen (es gab für mich schon vollere) ist’s für mich eigentlich soweit, dass diese rekordjagd nach den schließungszeiten anno 2019 auch nicht mehr zwingend sein muss.
klar mischt sich da eine gehörige portion nostalgie hinein, die von der tatsache, dass die ausnahmezustände von vor zehn, zwölf jahren jetzt die regel sind, etwas übersättigt ist. der bedarf ist offensichtlich da und aus wirtschaftlicher sicht ist nichts dagegen zu sagen. mein stammkundenherz sehnt sich jedoch nach dem „weniger ist mehr“. vielleicht ist’s auch eine größere sensibilität gegenüber dem, was um mich herum auf der tanzfläche oder auf den zu- und abwegen geschieht und eventuell wird das hirn mit dem alter auch etwas träger, um das alles adäquat verarbeiten zu können.

hat das konsequenzen? nö, keine gravierenden. für mein mentales gleichgewicht ist der monatstermin immer noch unerlässlich. in erster linie sollte ich mich nur früher auf den weg machen, so dass ich nicht erst mittags aufschlage. ab irgendeinem zeitpunkt sonntagabends könnte ich mir einen sitzplatz in der säule oder der panorama bar reservieren. (notiz an mich: shirt mit waldorf & statler bedrucken. sowas wie eine loge gibt’s für beide floors eh.) mensch sieht jedoch: da kommt wieder das strategische zum tragen.

trackauswahl (*: shazam)

steffi
biosphere – novelty waves
d’marc cantu – acid test*
maruwa – freeze*
scan 7 – burdens down (dj deep & roman poncet remix)*

virginia
tori amos – professional widow (armand van helden remix)
paul johnson – the music in me
paul johnson – relieve me (direkt danach)*
anthony shakir – plugged in

rolando
e-dancer – pump the move
minimal man – make a move pt.1
robert hood – and then we planned our escape*
robert hood – the pace
robert hood – hate transmissions
h&m – real life
the lady machine – collide*
shlomi aber – warping*
paperclip people – throw
nicolas vogler – evolve*
… und ja, auch „jaguar“

[berlin / 16.07.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 rifts
04h00 boston 168 live
05h30 daria kolosova
09h30 marrøn
13h30 fadi mohem
17h30 jakojako
21h30 lag
01h30 fiedel

panorama bar
00h00 stathis
04h00 naty seres
08h00 i. jordan
12h00 tijana t
16h00 gerd janson
20h00 fred p
00h00 cromby

nachbetrachtung

marrøn war echt gut bzw. hat meinen ersteindruck vom märz bestätigt. bin irgendwie erleichtert, dass leute noch schnell spielen können (hab gegen set-ende mal aus neugierde getappt und war wegen der 147 bpm schon überrascht), ohne dass sie dabei in die verlegenheit kommen, das mit den derzeit gängigen überbordenden rave-elementen zu garnieren. er hingegen schnörkellos, trocken, arbeiten mit tools und perkussion. passte damit blendend zu meiner tresor-sozialisation. shazam hat leider in einer tour versagt (übrigens auch später bei fadi mohem, als es abwechselnd „better off alone“ von alice deejay und „cafe del mar“ von energy 52 vorgeschlagen hat – ja nee, is‘ klar. lief nicht mal ironisch.), so dass ich die paar fundstücke gerade nicht erfolgreich verifizieren konnte.
für ort und uhrzeit schon sehr fordernd, aber die volle tanzfläche hat ihm recht gegeben.

fadi mohem hatte mich am pfingstmontag nicht so abholen können und im direkten vergleich zu marrøn kann ich jetzt wenigstens auch den finger darauf legen, wenn auch jammern auf hohem niveau. anhand seiner hör-sets habe ich mich schon als fan deklariert und dabei die tatsache vernachlässigt, dass die eine stunde jeweils immer nur einen ausschnitt repräsentiert. in der kurzen zeit ist es verständlich, sich auf einen stil festzulegen, ehe das zu wirr bzw. zu unkohärent wirkt.
sowohl bei hör als auch im berghain: seine technik ist grandios. ähnlich wie bei marrøn auch: ein tool reiht sich ans nächste, aber mit minutenlangem tadellosen mixing. weshalb ich marrøn jedoch eine nasenlänge voraus sehe: selbst in der auswahl trockener tracks lassen sich variationen finden: andere perkussive patterns, andere kickdrums, damit mehr dynamik.
bei fadi mohem wirkten die tracks in der ersten hälfte für mich so, als ob (wie bei ben klock auch) eine 909 mit einem programmierten pattern eingeschaltet wird, das nur geringfügig variiert und konstant das tempo hält. sprich: die hör-sets in ausgedehnter form. wie gesagt: müssen djs technisch erstmal hinkriegen, dass das über stunden so wie aus einem guss wirkt und die sounds der tracks im mixing auch super ineinandergreifen. aber mir fehlte in der ersten hälfte etwas unterhalb der trockenen kicks, was die funktion one ohne probleme transportieren könnte: basslines, subbass – irgendetwas, das die dynamik noch anheizt oder auch wieder herausnimmt, um später wieder zurückzukehren. bin da wahrscheinlich durch das, was von der insel in den letzten zweieinhalb jahrzehnten herüberschwappte, zu verwöhnt.
wie auch immer: ist sein stil bzw. markenzeichen. daran kann mensch sich auch anpassen bzw. alternativ auch einfach mal eine etage höher gehen. die zweite hälfte seines sets fand ich richtig gut, so als ob er auf das finale hingearbeitet hat (das wunderbare „transition“ von underground resistance).

jakojako fordernd-dubbig, längst nicht so melodisch, wie es ihre produktionen vermuten lassen. gerd janson melodisch-housig, aber auch mit dem breakbeat-sommerhit 2021: „so u kno“ von overmono.

apropos „breakbeats“ und „jammern auf hohem niveau“: nach gut zehn stunden gefühltem durchmarschieren im berghain dachte ich mir schon, dass es jetzt doch mal ganz nett wäre, wenn jemensch wenigstens etwas mit unterbrochener 4/4-kick spielt. da lag auf mord für mich in der hinsicht bisher meistens positiv herausstach (sonst zitiere ich das gerne als beispiel eines labels mit zuweilen zu stumpfen tracks), war ich neugierig. der beginn seines sets verhieß mit electro auch etwas in dieser art und bei dem ctrls-track (siehe unten) ließen meine endorphine mich denken, dass das in der form auch gerne bis mitternacht weitergehen könnte. es blieb jedoch nur bei dieser verheißung – der wechsel ins 4/4-fach folgte prompt. zwar mit schönen brettern wie „death before surrender“ von surgeon (normalerweise ein signature-track von pete, den ich im line-up der letzten monate allerdings ziemlich vermisse – wohlwissend, dass er im juni gemeinsam mit soundstream im garten spielte), „dungeon“ von luke slater (als p.a.s.) oder (angeteasert) „pride (it’s time)“ von jay denham. gab auch noch eine 140-bpm-bootleg-version von „dub be good to me“ von beats international.
wie so häufig hätte ich mir mehr mut zum risiko gewünscht. hatte nicht den eindruck, dass er das publikum anfangs überfordert hat. andererseits war’s auch das dilemma des prestigeträchtigen slots, wonach mensch der*m letzten dj nicht unbedingt eine halbleere tanzfläche übergeben möchte.

fred p erst vocal-, dann bassline-lastig. da machte das zuhören laune. liegt an mir bzw. der schwindenden kondition, dass es andere kaliber gebraucht hätte, um mich zu der zeit noch nachhaltig auf die tanzfläche zu schicken.

trotz gelebter geradlinigkeit unten: ein echt guter sonntag. trotz stets hohem füllgrad unten gute vibes, endlich prominent platzierte „take care of yourself and your friends“-plakate (vorschlag zur wortwahl: „… and the people around you“ statt der „friends“ – gibt immer noch genügend leute, die entweder alleine hingehen oder ihre peer-group nicht immer um sich haben). immer noch keine direkte ansprache seitens des personals, wohin mensch sich nach unangenehmen situationen wenden kann.

trackauswahl (*: shazam)

fadi mohem
rene wise – tizer*
surgeon – magneze
diego amura – femmena part.4*
dj deeon – r u sure* (shazamed, obwohl ich die nummer habe – hallo beginnende senilität…)
heiko laux – re-televised (original 1998 version)*
ur – transition (das finale)

jakojako
arthur robert – relentless*
rove ranger – the star masters*

lag
ctrls – concept 7*
planetary assault systems – dungeon
surgeon – death before surrender
jay denham – pride (it’s time)

[berlin / 05.03.2022] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 luigi di venere
04h30 tobias. live
05h30 jakojako
09h00 marrøn
13h00 naty seres
17h00 dr. rubinstein
21h00 ellen allien
01h00 fiedel

panorama bar
00h00 gwenan
04h00 fantastic man
08h00 dj fart in the club
12h00 idjut boys
16h00 david elimelech
20h00 lakuti
00h00 cromby

nachbetrachtung (aus verschiedenen restrealitaets-postings zusammengesetzt – daher inklusive zeitstempel)

10h39
musikalisch tatsächlich jetzt schon schwierig, sich entscheiden zu müssen. fart in the club wie immer souverän zwischen breaks und acid house, aber vor halbvoller tanzfläche. marrøn schnörkellos-trocken, arbeitet jedoch sehr gut mit sehr tooligen tracks – gefällt mir. unten ist’s in jedem fall gut gefüllt und die toilettensituation eines sonntags bereits jetzt angemessen. wenn die alle mal den weg nach oben fänden…

14h31
naty seres stellenweise ravig („kisloty people“ von schacke, aber auch shadowax), die idjut boys fühlten sich nach fart in the club (die zum schluss glücklicherweise eine gut gefüllte tanzfläche vor sich hatte) wie das herunterschalten vom fünften in den dritten gang an, geht aber beides angesichts der uhrzeit klar. kommt mir etwas wie das durchatmen vor dem abend vor.

16h40
status berghain: „camera’s ready, prepare the flash“

21h44
berghain heute klarer publikumsfavorit, ging aber auch schnurstracks nach vorne. dr. rubinstein stellenweise erstaunlich flott jenseits der 135 unterwegs. meine, einige der tracks aus ihrem letzten hör-set wiedererkannt zu haben.
gibt auch dicke bonuspunkte für mobys „thousand“ als letzten track. die kann ich ellen direkt wieder abziehen, die wohl ihre gründe dafür hatte, dieses monstrum, dem ich auf der funktion one immer mal begegnen wollte, vorzeitig auszufaden. ohne not übrigens – es war gegen 20:57 uhr. wie auch immer: die meute wird bei jetzt sonntagabendüblicher fülle wohl ihre freude an ihrem set haben. mein fall ist das in den ersten zügen weniger.

überraschung für mich oben: lakuti. vor jahren das letzte mal gehört, damals noch mit vinyl und interessanter auswahl, leider technisch ziemlich ins schwimmen geratend. nun mit cdjs auf sync gesetzt, rotary-mixer mit richtig schön gesetzten akzenten dazwischen – schon passt der flow und der vibe.

david elimelech wie die letzten male, die ich ihn hörte, mit klarer chicago-tendenz – also trax und konsorten. musste nach den idjut boys etwas wiederaufbauarbeit leisten, die sich in der zeit, in der ich bei ihnen war, mehr auf das kuratieren von einzelnen tracks als auf’s mixen konzentrierten.

unter’m strich eine für mich voll runde sache heute. stemple mich damit aus.

[berlin / 19.11.2021] berghain: reef

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

reef

00h00 darwin b2b re:ni
04h00 batu
06h00 esposito

nachbetrachtung

bin schon jetzt gespannt auf die frühjahrsausgabe. musikalisch war’s mindestens ein genuss, wenn nicht gar hochgenuss. bin um 8 uhr früh jedenfalls mit der gewissheit / dem gefühl raus, dass die reef das versprechen eingelöst hat, das der sub:stance ca. auf halber strecke abhanden gekommen war.
klar dachte ich mir am ende von darwin und re:ni sowie anfangs bei batu, dass das auch ordentlich technoid ist, aber gerade bei batu – verdammt: was für ein flow! und was für ein anfüttern der meute, um dann nach einer dreiviertelstunde schön eklektisch zu werden („inner space“ von ihm selbst oder für chicago-aficionados wie mich auch sehr schön: „da bomb“ von dj deeon).
esposito dann konsequent mit drum & bass, der stilistisch im gegensatz zum halfstep in der ersten stunde des warm-ups weniger mein fall war. bei der zugabe an der garderobe noch „skeng“ von the bug (mit flowdan) gehört.

publikumstechnisch überaus interessant. mensch mag ja meinen, dass sich momentan wenig tourist*innen hierher verirren. aber tatsächlich war’s sehr international und die leute sich auch dessen bewusst, was sie erwarten würde. die fülle ging für mich komplett in ordnung, wobei ich die maske aus gründen paranoider vorsicht lieber anbehalten habe (und damit in der absoluten minderheit war). der schlange nach hätte es sogar voller sein können, aber die zusammensetzung sorgte für diverse „hier macht’s heute nur wenigen was aus, wenn techno nur sekundär eine rolle spielt“-momente.

wenn die künftigen ausgaben das niveau halten, sieht das für mich sehr stark nach einem weiteren pflichttermin pro quartal aus.

[berlin / 23.10.2021] berghain: klubnacht

dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

klubnacht

berghain
00h00 wallis
04h00 sugar
08h00 lsdxoxo
12h00 partok
16h00 efdemin
20h00 boris

panorama bar
00h00 sally c
04h00 cromby
08h00 call super
12h00 roza terenzi
16h00 honey dijon
20h00 ryan elliott

nachbetrachtung

es ist tatsächlich so, als ob im märz 2020 einfach nur der pause-knopf gedrückt worden wäre, nur halt mit (noch) längerer warteschlange draußen. das treppenhaus richtung panorama bar ist zu. liegt am checkout-punkt, der unten auf gleicher höhe mit dem eingang zum treppenhaus liegt, was zum hochbetrieb schwierig zu koordinieren ist, wenn dort alles durcheinandergeht. erwähne ich deshalb, weil damit ein guter aussichtspunkt wegfällt, den schlangenstatus auch von drinnen zu prüfen, wenn füllstatus und / oder heruntergelassene jalousien in der panorama bar das nicht zulassen.

ansonsten hat mich tatsächlich die stimmung angesteckt. unter normalen umständen wären es für mich musikalisch solide zehn stunden gewesen, wobei die viertelstunde call super erahnen ließ, dass er als selector eine sichere bank ist. aber von der anzahl der tanzenden her lag lsdxoxo im direkten vergleich einfach vorne.
das bringt das kleine dilemma von gestern für mich ein bisschen auf den punkt (neben dem, auch sally c verpasst zu haben): die beiden für mich besten sets liefen zeitlich parallel.
sugar war melodisch, damit durchaus mit dem berghain kompatibel. aber mir fehlte der flow ein wenig. hatte für mich seine besten momente, als er tracks spielte, die mit regis / downwards kompatibel waren.
cromby war da vielseitiger, indem er auch breakiges spielte und dabei nicht um den einen oder anderen hit verlegen war. bspw. „playing with knives“ von bizarre inc oder „go“ von moby. letzteren aber eingewoben in zwei acid-tracks, die so gar nicht in der tonart lagen. war für mich aber die bessere wahl als sugar, weil auch mehr platz vorhanden war.

bei lsdxoxo wurde schnell klar, dass das gut wird. war der floor durch sugar bereits ganz gut angewärmt, wurde das eine halbe stunde nach 8 überhaus hitzig. treibend mit dichten hihats, wie mensch das so durch purpose maker, user und ben sims um 2000/2001 kennenlernte, bevor schranz den spaß an sowas verdarb. ich gebe zu: damit rennt jede*r bei mir momentan offene türen ein, weil reverb-lastiger big-room techno mich nur noch gähnen lässt. lsdxoxo wandte einfach die rezeptur solcher von tool-tracks geprägten sets an, bei denen der nächste track mit fettem bass eingefadet, dann ein paar takte mit lowpass-filter alleine laufen gelassen und schließlich mit aufgedrehten eqs fortgefahren wird. simpel, aber auch 20 jahre später noch irre effektiv.
mensch kann sich darüber streiten, ob remixe von kylies „slow“, aaliyahs „resolution“ oder ein mit satter kick unterlegtes „sweet dreams“ von den eurythmics den ansprüchen der techno-puristenfraktion genügen. bei dem zu „your mind“ von adam beyer & bart skils zum finale war auch ich raus, weil der in meine schublade der tracks gehört, bei denen sich mir die nackenhaare aufstellen. summa summarum hat lsdxoxo einfach schnörkellos hart, trocken und dabei herzlich geliefert. aber wie gesagt: gruppendynamik. wenn manche die arme hoch- oder sich zum jubeln hinreißen lassen, ist’s für mich anzeichen, etwas wieder erleben zu dürfen, was länger nicht möglich und im berghain auch nicht immer selbstverständlich war.

mal schauen, wie sich das im november anfühlt, wenn freitags wieder musik außerhalb der bekannten pfade läuft. die „reef“ mit batu ist jedenfalls schon mal dick im kalender markiert.

shazam hat in einer tour versagt, nur hier nicht:
introversion – onryo, in der letzten stunde von lsdxoxo.

[berlin / 11.08.2021] berghain: hangout

einer der nebeneffekte der bewegungsfreiheit am vorletzten sonntag war ein roter warnhinweis der corona-warn-app bei allen besucher*innen. so überwogen am letzten mittwoch die bedenken und ich habe lieber ausgesetzt als andere unnötigerweise zu gefährden. schnelltest für’s gute gewissen war am freitag negativ und bis heute traten keinerlei symptome auf. also: kann weitergehen.

hangout
19h00 jenus
20h00 nsi.

eintritt
10 euro

hygieneregeln
negatives schnelltestergebnis oder impf-/genesungsnachweis plus einchecken per qr-code vor ort.

nachbetrachtung
entsteht am 24. januar 2024. mache ich kurz und schmerzlos.

jenus war gegenüber nsi. mein favorit. tolle geste zwar, dass die cd von „5863“ am eingang auslag. aber ich kann mir leider nicht helfen: mir ist ihre form von soundexperimenten bzw. ambient zu ziellos, was mich bspw. auch von freejazz abhält.
nichtsdestotrotz: im rahmen des berghain-gartens und erst recht zu der reihe hat das gepasst. würde mir für die sommermonate 2024 wünschen, dass das wieder auflebt.

[berlin / 28.07.2021] berghain: hangout

frisch auf wordpress 5.8 und gleich noch das theme aktualisiert, womit die links erstmal wieder grün sind. das ändere ich später, wenn mehr zeit ist. jetzt geht’s erstmal dank gutem feierabendwetter rüber.

hangout
19h00 jakojako live
21h00 barker live

eintritt
10 euro

hygieneregeln
negativer schnelltest oder impf/genesungsnachweis sowie ausweis. einchecken vor ort per qr-code.

nachbetrachtung
entsteht am 24. januar 2024 ohne erinnerung an details. daher in aller kürze.

im vergleich zu manch anderen hangout-ausgaben überproportional gut besucht, darüber hinaus äußerst tanzbar bzw. im falle von jakojako sogar schon fast acid. barker gab der kickdrum ihr comeback, wo er jahre zuvor auf seinen veröffentlichungen gezeigt hat, dass sich techno-tracks und auch ganze alben ohne sie produzieren lassen.

für mich definitiv eine der besten arten, vorzeitig das wochenende einzuläuten.

[berlin / 21.07.2021] berghain: hangout

die wetterprognose passt, das programm sowieso.

hangout
19h00 marylou
20h00 rabih beaini live
21h00 zoë mc pherson live

eintritt
10 euro

covid-regeln
negativer schnelltest oder impf-/genesungsnachweis. und ausweis für alles. einchecken per qr-code vor der tür.

nachbetrachtung
entsteht am 24. januar 2024 mit erinnerung an nur wenige details. daher in aller kürze.

bei rabih beaini lag die vermutung nahe, dass er wie bei seinen dj-sets auch orientalische harmonien bzw. drones einfließen oder gleich das gesamte set daraus bestehen lässt. stattdessen war es eine sehr rhythmische angelegenheit, bei der die 808 im zentrum stand und diverse patterns durch effekte gesendet wurden. rauh und dreckig, damit für kleinere tanzflächen in couragierten momenten überaus empfehlenswert.
gleiche attribute auch für zoë mc pherson, die ihre trockenen, mit distortion versehenen patterns als mc untermalte. wäre als dj für mich nichts und hätte (wie rabih beaini auch übrigens) meinem dafürhalten nach im rahmen der säule mit strobo-effekten besser gepasst. aber in anbetracht der damaligen umstände bzw. regeln ging das nicht anders. daher überwiegt der genuss von clubmusik in einem clubartigen kontext mit entsprechendem publikum eindeutig.

[berlin / 14.07.2021] berghain: hangout

der garten hat seit dem wochenende geöffnet (mit entsprechender schlange, bei der ich das radfahren am samstag mit sehr gutem gewissen vorziehen konnte) und bietet mit „hangout“ mittwochs eine reihe, die mit live-musik die tradition des elektroakustischen salons aufnimmt.

hangout
oren ambarchi / phillip sollmann / konrad sprenger

start
19 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
auch wenn auf der website 19 uhr als beginn steht: zu dem zeitpunkt geht erst die tür auf. es empfiehlt sich dennoch, 20 bis 30 minuten vorher dort zu sein, damit mensch beim schlangestehen nicht allzu weit hinten landet und evtl. mit den gästen der „studio berlin“-ausstellung verwechselt wird. mag aber auch sein, dass die premiere die neugierde angefacht hatte.
los mit der musik ging es jedenfalls um 19h30. an der tür bzw. davor noch per qr-code (oder direkteingabe der url) einloggen, am besten aus-/ impf-/genesungs-/testnachweis parat haben, tasche prüfen lassen, ab zum counter. bei entsprechender vorbereitung dauert das alles nicht mal eine minute.
musikalisch waren die drei wie ihrerzeit in der säule über jeden zweifel erhaben: krautrock kuschelte mit drone und alle drei gehen meditativ in ihrer improvisation als einheit auf. dabei zu erwarten, dass es jederzeit mit den harmonien passt, wäre zu viel erwartet und wurde gekonnt zügig wieder in die richtigen bahnen geleitet. vom klangbild her war es auch ohne gehörschutz abseits der tanzfläche sehr gut auszuhalten und balanciert. der applaus nach zweieinhalb stunden ohnehin zurecht hochverdient und langanhaltend.

das juli-restprogramm ist so verlockend, dass ich diese möglichkeit der after-work-party in den kommenden zwei wochen bei passendem wetter wieder wahrnehmen werde. sogar fast noch verlockender als so manches wochenend-angebot, was aber auch an meinen sich weiterentwickelten vorlieben bei sinkender bereitschaft zum schlangestehen am wochenende liegt. „hangout“ schlägt damit für mich zwei fliegen mit einer klappe: es ist interessanter und dabei noch entspannter bzw. einfach mit weniger aufwand drumherum verbunden – zumindest für mich als besucher. in der produktion ist das ohne zweifel anders.